Mit Shadowlands bekommt WoW seinen ersten Transgender-Charakter

Mit Shadowlands hält ein bisschen mehr Diversität Einzug in die World of Warcraft. Ein wichtiger Charakter ist nämlich Transgender – die Schattenlande machen es möglich.

Wenn es um Diversität geht, dann hängt World of Warcraft in seiner Vielfalt der Charakter ein bisschen hinter dem aktuellen Zeitgeist zurück – besonders in Bezug auf Transgender-Charaktere. Guild Wars 2 hat so einen etwa schon seit vielen Jahren. Zwar gibt es in Azeroth hier und da ein paar lesbische Charaktere und gelegentlich angedeutete Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern, doch ein Transgender-Charakter fehlt. Eigentlich merkwürdig für eine Welt, in der mit Magie so vieles bewerkstelligt werden kann.

Mit Shadowlands wird sich das nun ändern. Denn da ist ein Transgender-Charakter sogar Teil des „Pflichtprogramms“ und ein wichtiger Charakter während der Quest-Erfahrung.

WoW Bastion Kyrian with Spear
Kyrianer wie Pelagos wählen eine neue Gestalt.

Um welchen Charakter geht es? Es geht um Pelagos, einen Kyrianer in den Schattenlanden. Das ist ein männlicher Kyrianer, den Spieler früh im ersten Gebiet „Bastion“ sehen. Er ist recht emotional und das bringt ihm viele Probleme ein. Zusammen mit seiner Seelengefährtin Kleia versuchen wir ihm zu helfen und die Prüfungen des Aufstiegs zu bewältigen.

Was man im Verlauf der Quest jedoch rasch erfährt, wenn man den Dialogen und Quest-Texten folgt: Pelagos war zu Lebzeiten kein Mann, sondern eine Frau.

Denn: In den Schattenlanden können Seelen eine neue Form wählen, die ihnen gefällt. Somit ist Pelagos auch in der Lage, einen männlichen Körper zu wählen, obwohl er zu Lebzeiten körperlich eine Frau war. So kann er nun eine Gestalt wählen, die seiner wahren Persönlichkeit entspricht.

Was genau sagt Blizzard? Blizzard hat den Fall von Pelagos ein wenig ins Rampenlicht gerückt. Denn sie haben bereits im Vorfeld verraten, dass es künftig ein paar Änderungen an den Dialogen geben wird, die sich vor allem mit Pelagos beschäftigen. Hier wollten sie schon im Vorfeld klar kommunizieren, warum diese Änderungen vorgenommen werden und sagten dazu:

In einem kommenden Build der Alpha von Shadowlands aktualisieren wir einige Dialoge und Questtexte, die auf einen Schlüsselcharakter der Geschichte von Bastion verweisen: Pelagos. (…)

Ein Schlüsselaspekt der Geschichte von Bastion ist, dass Aspiranten in der Lage sind, eine physische Form zu wählen, die ihrem wahren Selbst entspricht. Pelagos, der in seinem Leben als Frau repräsentiert wurde, wählte in den Schattenlanden ein Mann zu sein. Das Team hatte ihn ursprünglich so geschrieben, die Pronomen (they/them) zu benutzen, hat aber Feedback erhalten, dass er/ihn respektvoller gegenüber dem Wunsch des Charakters wäre, der sich als Mann identifiziert. Diese Änderung ist schlicht und ergreifend das Ergebnis und die Antwort auf dieses Feedback.

Community Manager Kaivax im offiziellen WoW-Forum

In der deutschen Übersetzung der Alpha war dies ohnehin schon eindeutig.

WoW Shadowlands Bastion Panorama 2
In Bastion, einem Gebiet der Schattenlande, können die Seelen eine neue, physische Form wählen.

So reagiert die Community: Je nachdem, wo man sich die Kommentare anschaut, sind die Meinungen dazu recht unterschiedlich. Auf wowhead kommentieren die meisten Nutzer recht positiv. Es sind viele Kommentare wie „Schön!“, „Gut!“ oder „<3“ zu lesen. Die grundsätzliche Stimmung ist hier positiv und freut sich über dieses Zeichen von Blizzard.

Deutlich negativer geht es in der Kommentar-Sektion etwa auf mmo-champion zu. Hier gibt es viele (wenn auch bei Weitem nicht alle) Kommentare, die sich durch diese Änderung angegriffen sehen. Man möchte keine „Political Correctness in Spiele gepresst sehen“ oder bringt die üblichen „was wäre, wenn er sich als Angriffs-Helikopter identifiziert?“-Witze.

WoW: Hunderte Trolle rennen wie irre um ihr Leben – für einen guten Zweck

Cortyn meint: Ehrlich gesagt kann ich bei den negativen Kommentaren nur noch den Kopf schütteln. Vielen Spielern wäre es vermutlich gar nicht aufgefallen, wenn Blizzard nun nicht diese Änderung in der Anrede angekündigt hätte. Denn wirklich zum Tragen kommt das nur in den Quest-Texten, die von einem großen Teil der Spieler ohnehin nicht so aufmerksam gelesen werden. Wer sich darüber aufregt, dass auch in MMORPGs ein paar „inklusive“ Charaktere erscheinen, die der LGBTQ-Community ein positives Zeichen senden – ja, mein Gott. Dann bin ich froh, dass diese Leute keine richtigen Probleme haben.

Wie seht ihr das? Ist es cool, dass Blizzard so einen (recht wichtigen) Charakater in WoW einbaut? Oder hätten die sich das auf jeden Fall sparen sollen?

Quelle(n): wowhead.com
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alfredo
1 Monat zuvor

fehlt eigentlich nur noch dass sie ihrem logo die regenbogenfarben verpassen xD aber hey, ich kann die gute verstehen, ich wäre auch ungern eine frau razz

Seither
1 Monat zuvor

Meiner Meinung nach hätten die sich das sparen sollen – oder einfach wann anders machen sollen. Es wirkt in diesen Zeiten einfach nur nach Mitlaufen bzw. Heuchelei und davon bin ich kein Fan. Aktuell muss alles und jeder zeigen, wie super tolerant er ist und dass er alles gutheißt außer verschiedene, durchaus begründete Meinungen. Dass diese absurde Einstellung sich überall hin ausbreitet, gefällt mir nicht.
Mag sein, dass die das Thema gut verpacken, aber mir wäre es lieber, die hätten das irgendwann eingebaut, wenn nicht gerade überall darüber gesprochen wird. Ist vielleicht Marketing-mäßig nicht gut, aber würde meiner Meinung nach besser verdeutlichen, dass man wirklich Menschen, egal wie sie sind, als Menschen betrachtet.

Man darf bei all dem auch nicht die Lesben, Schwulen, Transgender/-sexuellen, usw. vergessen, die sich nicht als Teil der LGBTQ-Community sehen.

Mapache
1 Monat zuvor

Ganz ehrlich mir ist das alles egal. Welcher fiktive Char nun welches Geschlecht hat ob homo, Hetero, Pan oder asexuell etc, Mann,Frau, Trans oder deutsche Eiche interessiert mich eigentlich recht wenig.

Was mich etwas nervt ist, dass man gefühlt aus allem was mit der LGBTQ-Community in Spielen, Serien etc zu tun hat, um diese zu repräsentieren, so einen Wind machen muss. Auf der einen Seite fordern die Leute Akzeptanz und das es zur Normalität gehört und auf der anderen Seite wird jede Kleinigkeit direkt in den Fokus gestellt. Was es wiederum als besonders/anders hervorhebt.

Klarus
1 Monat zuvor

Sehe ich auch so. Ich gehe mit allen Menschen möglichst respektvoll um, egal welche Sexualität, ob körperlich oder geistig beeinträchtigt, egal welche Hautfarbe, etc.
Ob diese Streitereien jemals aufhören werden, wage ich zu bezweifeln, denn dazu müsste man aus dem Denken der „Opferrolle“ rauskommen, aus dem Bewerten, dem permanenten Vergleichen und dem Zuweisen von Schuld.

Mithrandir
1 Monat zuvor

Sehr gut! smile Mehr will ich garnicht sagen.

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