Schach: 19-jähriger Twitch-Streamer fliegt 2-mal beim Cheaten auf, schlägt jetzt den Weltmeister – Der verlässt wütend das Turnier

Schach: 19-jähriger Twitch-Streamer fliegt 2-mal beim Cheaten auf, schlägt jetzt den Weltmeister – Der verlässt wütend das Turnier

Beim Schach gibt es eine Kontroverse um Cheating. Der 19-jährige Twitch-Streamer Hans Niemann hatte auf der Seite chess.com vor einigen Jahren zweimal geschummelt, war dafür von der Seite gebannt worden und hat sich damit den Ruf ruiniert. Am 4. September besiegte er bei einem Turnier den Weltmeister Magnus Carlsen. Der verließ wütend das Turnier.

Warum gilt der 19-Jährige als Cheater? Der 19-jährige Hans Moke Niemann ist ein amerikanischer Schach-Großmeister und Live-Streamer auf Twitch. Er streamt unter dem Namen „GmHansN“ und hat 58.000 Follower.

Niemann gab zu, dass er bereits 2-Mal von der Seite „chess.com“ wegen Cheatens gebannt wurde:

  • Einmal, als er 12 Jahre alt war
  • Einmal, als er 16 Jahre alt war

Heute, sagt er, seien ihm diese Vorfälle peinlich, aber er habe sie eingestanden und ist entschlossen, die Fehler wiedergutzumachen und seinen Ruf wiederherzustellen.

Dieser Ruf ist in der Schach-Community aber offenbar nachhaltig ruiniert.

Großmeister Hikaru Nakamura erklärt: Niemann durfte einmal 6 Monate lang auf chess.com nicht mehr um Geld spielen:

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19-Jähriger schlägt Schach-Gott Carlsen

Das war jetzt die Kontroverse: Niemann spielt bei einem Turnier in St. Lous gegen Weltmeister und Schach-Gott Magnus Carlsen, der in der 1. Runde einen der besten Schachspieler der Welt ausgeschaltet hatte. Carlsen hatte vorher 53 Spiele am Stück nicht verloren.

Carlsen spielte mit Weiß gegen Niemann und das Unfassbare geschah: Carlsen verlor in 57 Zügen.

Denn ihm unterliefen am Anfang einige Fehler: Letztlich lag Carlsen am Ende mit einem Läufer gegen Springer und 2 Bauern so weit hinten, dass er aufgeben musste. Man glaubt, Carlsen könnte den Gegner einfach komplett unterschätzt haben.

Hier könnt ihr euch die Partie Zug für Zug ansehen (via chessgame.com).

In jedem Fall war der Sieg von Niemann gegen Carlsen eine echte Sensation. Niemann selbst nannte es: „Ein lächerliches Wunder“. Er sagte, er habe spekuliert, wie Carlsen eröffnen werde, und habe sich darauf vorbereitet.

Der beste Schachspieler der Welt will kein Weltmeister mehr sein, lieber unschaffbaren Highscore knacken

„Wenn ich die Wahrheit sage, bekomme ich Schwierigkeiten“

Das war die Reaktion von Carlsen: Carlsen zog sich einen Tag später, am 5. September, vom Turnier zurück. Er postete ein Meme von Fußball-Trainer Mourinho, wie der sagt: „Wenn ich die Wahrheit sage, bekomme ich Schwierigkeiten, große Schwierigkeiten. Und ich möchte nicht in Schwierigkeiten sein.“

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Das Statement in Zusammenhang mit dem Mourinho-Clip wurde als Vorwurf gelesen, dass Niemann bei dem Sieg gegen ihn geschummelt hat. Auch wenn Carlsen diese Anschuldigung so nicht erhob, sprangen ihm andere bei, die das für ihn übernahmen.

Von Großmeister Hikaru Nakamura hieß es etwa, Carlsen würde niemals ein Turnier einfach so verlassen, außer er habe sehr, sehr gute Gründe. Immerhin sei Carlsen der „ultimative Wettkämpfer“.

Carlsen müsse „sehr sicher vermuten, dass Niemann geschummelt habe“, mutmaßt Nakamura.

Twitch ist immer wieder für eine Überraschung gut:

Hat Niemann mit Sex-Spielzeug betrogen?

Wie soll er geschummelt haben? Das weiß niemand so richtig, weil es bei dem Turnier starke Sicherheits-Vorkehrungen gegen Betrug gab.

Ein kanadischer Großmeister mutmaßt, Niemann könne mit Analperlen betrogen haben: Über die Vibrationen soll ein Helfer Niemann Züge vorgesagt haben. Aber er sei dafür auch kein Experte.

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Wie reagiert der Beschuldigte? Der sagt in einem Statement:

Wenn Sie wollen, dass ich mich völlig nackt ausziehe, werde ich es tun. Denn ich weiß, dass ich sauber bin.

Laut Niemann habe er nie in seinem Leben an einem Brett betrogen. Er habe lediglich, bei einigen Online-Spielen geschummelt.

Ich will das nicht, dass mich jemand falsch versteht. Ich bin stolz auf mich, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe und jetzt alles dem Schach unterordne. Ich habe alles dem Schach geopfert und alles dafür getan, um mich zu verbessern.

Er sagt, bei dem Turnier habe es die beste Technik der Welt gegeben, um Cheats aufzuspüren. Die Leute wüssten genau, dass er nicht geschummelt habe.

Ich glaube, es ist komplett unfair. Ich habe keine Angst der Welt zu sagen, dass ich als 12-Jähriger und als 16-Jähriger in ein paar random Games geschummelt habe, weil es der ist, der ich bin.

Für Niemann ist die Begegnung mit Magnus Carlsen jedenfalls sehr seltsam gelaufen:

Du verbringst dein ganzes Leben damit, zu jemandem aufzublicken und dann triffst du ihn und weißt, dass dein Traum wahr wird. Ich habe meinen Traum einen Tag lang gelebt, ind em ich Magnus geschlagen habe, und dann ist das alles passiert.

Seit dem Erfolg von „Das Damengambit“ auf Netflix erlebt Schach einen Höhenflug auf Twitch. Einzelne Schachspieler sind zu Influencern geworden und nutzen die Streaming-Plattform Twitch, um ein neues Publikum zu erreichen:

Schachgroßmeister entdecken Twitch, reden schnell, spielen schneller

Quelle(n): pc gamer, reddit
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MathError

Toll wie alle spekulieren. Glaubt ihr echt die hätten dem vorhin nicht in beide Ohren geschaut? Bzw. währendessen sind auch Beobachter im Raum die die Spieler im Auge behalten. Da fällt ein Knopf im Ohr sicher auf, die sitzen ja nicht alleine in einem Raum. Zumindest alle stellen außen am Körper werden untersucht, da kann nichts angebracht werden, auch Uhren, Brille oder andere Schmuckstücke werden untersucht bzw. müssen teilweise sogar abgelegt werden.

Und das mit dem Publikum ist auch schwer umsetztbar, da Kameras im Raum/Saal angebracht sind, die nicht nur die beiden Spieler, sondern auch die ganze Umgebung inkl. dem Publikum abdecken.

Am Ende bleibt ja noch der „Anal-Plug mit Vibration“ was technisch sicher umsetzbar ist, wobei da minimum noch 1 Komplize vorhanden sein muss.

Klar hat er vor 3 und 5 Jahren jeweils mal betrogen (Kind) und jetzt junger Erwachsener. Aber man sollte auch davon ausgehen, dass er normal gewonnen hat, auch ein Weltmeister muss man von Thron geschubst werden, so ignorant sollte man nicht sein.

Er kann betrogen haben oder auch nicht. Wobei mittlerweile nach Analsysen sogar andere Beobachter, Experten und bekannte Schachprofis sagen, er habe ehrlich gewonnen. Der Magnus soll seine Niederlecke einstecken und weiter machen.

P.S. Man hätte für den Artikel auch noch alle Sicherheitsvorkerrungen recherchieren können die bei solchen Events also dem Schachturnier genutzt werden. Weil diese sind nicht ohne, fast als ob der Präsident der USA mit ihm Raum gewesen wäre, etwas überspitzt gesagt. So hätte man vielen Spekualtionen die Luft vorab schon nehmen können.

Zuletzt bearbeitet vor 20 Tagen von MathError
Huehuehue

Wie soll er geschummelt haben? Das weiß niemand so richtig, weil es bei dem Turnier starke Sicherheits-Vorkehrungen gegen Betrug gab.

Ein kanadischer Großmeister mutmaßt, Niemann könne mit Analperlen betrogen haben: Über die Vibrationen soll ein Helfer Niemann Züge vorgesagt haben. Aber er sei dafür auch kein Experte.

Alles auch im Bericht gesagt… – starke Sicherheitsvorkehrungen und eigentlich können nur Dinge, die nicht außerhalb des Körpers getragen werden, verwendet worden sein, wenn denn geschummelt wurde.

Zuletzt bearbeitet vor 20 Tagen von Huehuehue
BavEagle

In einer Welt, in der nur noch betrogen und besch***en wird, wo immer es irgendwie möglich ist, sind solche Konsequenzen doch kein Wunder.
Der Herr Niemann hat dazu ja auch selbst beigetragen und hat nun einfach das Problem:
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Derartige Werte haben in der modernen Gesellschaft aber leider keinen Stellenwert mehr sondern werden komplett ignoriert. Also lautet das neue Motto einfach nur…
Folge den Streamern, Du wirst schon sehen wo das hinführt 😜

Gervan

Ich finde die Art wie dieser Artikel hier verfasst ist etwas fragwürdig. Es wird nahezu schon suggeriert dass es sich um cheating handelt, obwohl die fachwelt sich mittlerweile sogar einig ist dass es sich eben nicht um cheating handelte.

justus

vermutlich weil man direkt im titel betonen musste, dass er 2x beim cheaten aufgeflogen ist.

Phoesias

Wenn man sich die Analysen dazu im Netz anschaut, scheint es mittlerweile quasi bestätigt, dass Hans cheatet. Dubios auch sein Abgang direkt nach dem Match, als er das Interview mit einem Oneliner beendete und sofort flüchtete, als wolle er einer potentiellen Spiel-Analyse aus dem Weg gehen.

Er hat in seinen vergangenen Spielen eine unmenschlich hohe Übereinstimmung in seinen Zügen mit dem bekannten Computerpgoramm Stockfish. Er spielt teils 12 Züge in Folge den perfekten Zug und das in mehreren Spielen, was quasi unmöglich ist. Nichtmal Magnus hat das geschafft in dieser Regelmäßigkeit.

Ich bin kein Schachpro und ich weiss nicht was ein Centipawn ist (wohl ein wichtiger Wert im Schach), aber ganz offensichtlich hat Niemann auch in dieser hinsicht ein Turnier mit einem Wert gespielt, der quasi absurd ist für einen Menschen.

Wenn man sich das im Netz so anschaut, scheinen mittlerweile auch die überzeugt zu sein, die ihn vorher verteidigt haben. Die Zahlen lügen nicht.

Man muss verstehen, dass Du als Genie, welches Magnus ja zweifelsohne ist, Dinge spürst und wahrnimmst die unsereins verborgen bleiben. Er weiss sehr genau, wenn er gegen einen Menschen oder Computer spielt.

So verhalten wie hier, hat er sich nämlich noch nie.

Zuletzt bearbeitet vor 21 Tagen von Phoesias
Nyan-chan

Weder Schach-Computer noch Menschen haben in der gespielten Partie bisher „Beweise“ gefunden. Ich weiß nicht welches Spiel du meinst, aber dieses „Perfekte Zug“-Muster gab es in dieser Partie nicht, im Gegenteil. Beide haben eigentlich, auf Analysewert, recht schwach gespielt. Die Stimmung hat sich in der Zwischenzeit in der Szene auch gedreht und die meisten Profis (uA. Kasparov, Bae, Ragger) verteidigen mittlerweile Niemann. Selbst erwähnter Nakamura schlägt mittlerweile ganz andere Töne an und fordert von Magnus eine Erklärung (der in der Vergangenheit übrigens auch schon nicht gerade als guter Verlierer bekannt war).

Zuletzt bearbeitet vor 21 Tagen von Nyan-chan
Yikes

Beweise?

Ansonsten danke für den Lacher.

Gervan

Wenn man so etwas schreibt, sollte man sich seiner Sache sehr sicher sein. Ich kann nicht nachvollziehen woher diese Ansicht kommt. Ich verfolge diesen Fall seit geraumer Zeit in sämtlichen schachforen und es gibt noch keinen Beweis für cheating

Fun Hellsing

Wie mogelt man den beim Online Schach? Jeder Zug wird ja registriert, und sollte man das Programm doch irgendwie täuschen fällt das ja spätestens dem Gegner oder den Zuschauern auf.

Lamoras

Und wohl in den Popo … hat das echt schon einmal wer gemacht?

Nyan-chan

Es gibt da mehrere Optionen zu mogeln. Von „Spionage-Technik“ (kleiner Knopf im Ohr), Vibrationen, Handy auf der Toilette oder ohne Technologie mittels eines Vertrauten im Publikum. All diese Fälle hat es schon in der Vergangenheit gegeben.

Nyan-chan

Wenn du die Sache nicht ernst nehmen und ins Lächerliche ziehen willst, kannst du das gerne tun. Alternativ kannst du auch einfach mal googlen, wie das in der Realität funktioniert (ganz ohne Hypnose, sondern indem man mit dem Spieler halt mittels vorher ausgemachten Zeichen kommuniziert)…

Lässt natürlich aber auch tief blicken, wenn der Autor des Artikels über einen angeblichen Schach-Betrugs sich in den Comments anschließend völlig Ahnungslos und Desinteressiert an dem Thema gibt. Wieso schreibt man den Artikel dann überhaupt, wenn man weder Interesse noch Ahnung von der Materie hat?

Zuletzt bearbeitet vor 21 Tagen von Nyan-chan
Nyan-chan

Eventuell hab ich das. Deine Antwort klang halt sehr sarkastisch, so als würdest du dich über meine Erklärung – dass man auch mittels eines Kollegen im Publikum cheaten kann – lustig machen, indem du mit dieser Hypnosetheorie aus einem Spielfilm kamst. Das empfand ich gegenüber der Diskussion Respektlos und dachte darauf, dich interessiert das Thema überhaupt nicht und du nimmst die Sache gar nicht ernst – obwohl du ja den eigentlichen Artikel darüber geschrieben hast.
Falls das nicht so gemeint war, nichts für Ungut. Kommunikation im Internet ist manchmal schwer. In dem Fall nehme ich das natürlich zurück.

Zuletzt bearbeitet vor 21 Tagen von Nyan-chan
Fun Hellsing

Geht mir irgendwie trotzdem nicht ganz in den Sinn. Ich mein bei so dingen wie kleiner Knopf im Ohr, Vibrationen etc… was genau sollen die machen?

Ich mein klar, der Gegner macht nen Zug und dann hat man ein Programm am laufen das den Zug sowie künftige wahrscheinliche Möglichkeiten schneller analysiert als der Mensch das könnte und entsprechend einen „besten“ Gegenzug vorschlägt. Sowas in der Art kann ich mir ja vorstellen. Aber beim Life Schach? Man plant ja stets 3-4 Züge oder noch mehr im voraus. Man reagiert auf die Taktik des Gegners und passt auch seine Strategie entsprechend an. Wie soll ein Knopf im Ohr oder einer vom Publikum da mehr wissen was mein „Gegner“ als nächstes vorhat, als der Spieler selbst.

Das kann ich mir irgendwie nicht so recht vorstellen ^^ Aber wahnsinnig interessantes Thema.

Temeraire

Wir hatten das mal im Informatikstudium. Das geht in der Theorie, weil Schach ein Spiel mit perfekter Information für alle, die es sehen können, ist. Und ein Computer kann jeden Zustand des Brettes für beide Spieler bewerten und die optimalen Züge errechnen (Bis zu einer gewissen Tiefe, sonst werden es zu viele Berechnungen).
Ich glaub, ich habs nicht so super erklärt, grob gesagt schaut der Computer mehrere Züge in die Zukunft und berechnet, wie gut welcher Verlauf bei welchen antizipierten Zügen des Gegners am besten ist

Fun Hellsing

Joa, wie gesagt sowas kann ich mir gut vorstellen. Aber damit die KI da auch was reißen kann muss die doch im Prinzip auch die Spiel und Denkweisen von beiden Spielern perfekt kennen. Spielzüge von früheren Partien, wie auf welchen Zug wie reagiert wurde, züge die für Spieler A und B üblich sind und noch viel mehr mit einberechnen. Ich mein der Computer kennt ja meine Vorlieben nicht. 😀

Roan

@Fun Hellsing Nein, das muss der PC alles nicht wissen. Die einzige Info die der PC benötigt ist das aktuelle Spielfeld, darauf lässt sich dann der perfekte nächste Spielzug berechnen. Dieser ist unabhängig von den bisherigen Spielzügen, ebenso wie von der Strategie der Spieler. Theoretisch lässt sich ein Schachspiel komplett durchrechnen und damit exakt bestimmen mit welchen Zügen man definitiv gewinnen wird. Praktisch ist das nicht möglich, weil es viel zu viele Möglichkeiten gibt, aber Computer können bis zu einer gewissen Tiefe innerhalb weniger Sekunden den perfekten Spielzug sagen, also z.b. für die nächsten 10 Züge. Dabei werden alle Züge die möglich sind einbezogen. Es spielt daher keine Rolle wie der Gegner spielt, all seine Möglichkeiten werden ja bei der Berechnung berücksichtigt. Heutige Schachcomputer sind für Menschen nicht mehr zu schlagen (außer sie sind speziell so programmiert, dass sie Fehler machen, wie schachlernprogramme). Wie ein Journalist vor paar Jahren Mal schrieb, es ist quasi so als ob ein Mensch ein Wettrennen gegen ein Ferrari machen würde, selbst als schnellster Mensch der Welt hätte man keine Chance. Spätestens mit Alpha Zero (was auch in Go unschlagbar ist, ein Spiel das viel komplexer ist als Schach und lange Zeit als für Computer nicht realisierbar galt) wird es für Menschen nie erreichbar sein auf dem Niveau der besten Schachcomputer zu spielen.

p1ddly

Das Problem bei der Sache ist, dass viele Züge als „unnatürlich“ gelten. Heißt die Engine errechnet einen besten Zug, der aber einem Menschen niemals einfallen würde – weil der Mensch eben keine 20 Züge im Voraus berechnet und dann eine minimal bessere Stellung erreicht, sondern weil er nach ganz objektiven Dingen geht (wie ist meine Stellung, wo kann ich Druck ausüben, wie sichere ich meinen König usw.).

Cheater erkennt man idR daran, dass sie solche unnatürlichen Enginezüge auspacken, die der Stellung gemäß komplett unlogisch sind, aber nach X Zügen in einer besseren Stellung resultieren.

Das ist meines Wissens nach in der Partie nicht vorgekommen. Viel wilder war wohl später eine Analyse von Niemann einer ganz anderen Partie, wo sich so ziemlich jeder gefragt hat, was für einen Quatsch er da erzählt und daher Zweifel aufkamen, ob jemand mit einem solchen Verständnis des Spiels überhaupt in der Lage ist, MC auf schwarz zu schlagen.

Nyan-chan

„Ich mein bei so dingen wie kleiner Knopf im Ohr, Vibrationen etc… was genau sollen die machen?“

Das funktioniert im Tandem. Dein Partner sitzt entweder in der Halle oder verfolgt die Partie Online/Fernsehen und hat nebenbei seinen Schachcomputer laufen (oder ist einfach ebenfalls sehr gut und sieht vielleicht grad den bestmöglichen Zug): Dann kann er dir entweder über den Knopf im Ohr den Zug sagen oder ihn mittels Vibrationen senden (vergleiche Morse-alphabet oder einen einstudierten Code). Oder, wenn in der Halle, auch über vereinbarte Zeichen/Bewegungen.

Normal gibt es gegen all das Methoden, die einen Betrug verhindern sollen. Verzögerte Ausstrahlung z.b., so dass jemand aus der Distanz gar nicht die aktuelle Situation sehen kann. Aber all die Methoden kann man ggf. natürlich auch umgehen.

„Man plant ja stets 3-4 Züge oder noch mehr im voraus. Man reagiert auf die Taktik des Gegners und passt auch seine Strategie entsprechend an.“

Das macht der Computer auch. Und i.d.R. weit besser als jeder Mensch. Entsprechend macht es auch Sinn seine eigene Taktik umzustellen, wenn man eine eine Ansage bekommt dass ein anderer Zug besser ist.
Zumal man als Profispieler auch nicht nur 3-4 Züge (oder mehr) für eine Option vorausplant. Sondern man kalkuliert das für mehrere Optionen durch bevor man sich entscheidet. Die Entscheidung kann durchaus fehlerhaft sein, gerade weil sehr viele Variablen im Spiel sind die man selten so gut wie eine CPU verwalten kann – und da kann ein einfacher Tipp – gerade auf diesem Spitzenniveau – als Denkanstoß zum richtigen Zeitpunkt tatsächlich den Unterschied machen.

Zuletzt bearbeitet vor 21 Tagen von Nyan-chan
Fun Hellsing

Ja Krass, danke für deine Erklärung. So wie es aussieht kann man echt überall bescheißen 😀 Jetzt würde mich interessieren was passiert wenn 2 Schachcomputer gegeneinander Spielen 😀 Das müssen ja Partien auf einem völlig neuen Level sein.

ChrisP1986

Das kannst du dir im Internet anschauen, gibt es eine Menge Videos dazu.

Roan

Siehe Alphazero vs Stockfish 8 in 2018. Von 1000 Partien hat AlphaZero 155 gewonnen, 6 verloren und Rest unentschieden.

lrxg

Der Komplize mit dem Schachcomputer verfolgt die Übertragung und spielt das Spiel nach. Die beste Antwort vom Computer gibt er an den Spieler weiter. Die Vibration überträgt Zeile und Spalte des Zugs, jeweils Start und Ziel. Sind vier mal 1-8 Vibrationen.

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