The Elder Scrolls Online: Die Reichen, die Armen und die Schönen in Tamriel – ganz ohne Auktionshaus

Während Ihr vermutlich alle die Beta spielt, schauen wir bei mein-mmo.de uns die tiefer gehenden Funktionen von The Elder Scrolls Online, kurz TESO, einmal genauer an.

Die ersten Schritte in Tamriel, die neue Welt, neue Abenteuer und neue Aufgaben sind attraktiv. Und der Fokus von vielen von Euch liegt im Moment auf dem Kampfsystem, dem PvP, den Craft-Fertigkeiten und den Klassenskills, aber zur Langzeitmotivation eines Games gehört mittlerweile auch ein robustes Handelssystem.

Hier geht Zenimax bei The Elder Scrolls Online erstaunliche neue Wege.

Das Für und Wider des alten Systems

World of Warcraft, Guild Wars 2, auch WildStar und viele andere Games bevorzugen ein Auktionshaus, um den Spielerhandel zu erleichtern. Das Widersinnige dabei: Ein Auktionshaus nimmt es den Spielern ab, miteinander in direkten Kontakt zu treten. Und das in einem MMORPG.

Stattdessen dient ein Auktionshaus als Zwischenhändler, der aus dem regen Spam im Handels-Channel, aus dem Hin und Her zwischen Verhandlungspartnern, eine Liste mit Zahlen und Gegenständen macht. Der Spieler pickt sich raus, was er gerade braucht.

Die Interaktion mit anderen Spielern reduziert sich auf ein Minimum.

Auktionshaus in World of Warcraft

Das typische MMORPG-Auktionshaus (hier WoW).

Ein Verkäufer, der Gegenstände in ein Auktionshaus stellt, ist für den Käufer soviel wie ein NPC.

Oft kaufen die Spieler direkt per Sofort-Kauf und treten nicht in Wettbewerb mit anderen Spielern durch das Bieten auf Auktionen. Sogar Ebay – könnte man nun schmunzeln – verlangt den MMORPGlern noch zu viel Kontakt zueinander ab, es muss gleich die Anonymität von Amazon sein.

Dabei nehmen die meisten Auktionshäusern einen bestimmten Prozentsatz jedes Geschäfts als Vermittlungsgebühr. Das dient als Gold-Sink, damit wenigstens etwas Reichtum aus dem Spiel fließt. Ohne solche Gold-Sinks befände sich jedes Spiel im Zustand permanenter Hyperinflation.

Fairerweise seien hier natürlich auch die Vorteile eines Auktionshauses aufgeführt. Sie sind dieselben wie bei Amazon. Es ist unglaublich bequem, alles auf einem Haufen zu finden, dabei noch wohl sortiert und mit dem billigsten Angebot ganz oben. Außerdem geht alles mit einem Mausklick, man geht kein Risiko ein, muss nirgendshin reisen oder mit irgendwem reden, um an sein Zeug zu kommen.

Und daran ändert jemand jetzt was?

Ein bisschen fühlte sich das Auktionshaus-System wie eines dieser Axiome an, die nun eben für immer so sind. So wie es keine Open-Dungeons mehr gibt, sondern nur noch Instanzen und so wie man einen Tank, einen Heiler und eine bestimmte Anzahl von DDs braucht.

Und so wie es Erfolge gibt und Online-Shops und der Preis für Arbeitsspeicher immer teurer wird und Sonntage meist enttäuschend verlaufen und der Funkmaus immer dann der Saft ausgeht, wenn grad keine Batterien im Haus sind und die Geschäfte geschlossen haben und dann fummelt man am Batterieschacht für die Fernbedienung des Fernsehers rum und – na ja, ist auch egal! Auf jeden Fall schien das Auktionshaus wie in Stein gemeißelt zu stehen.

Doch nun kommt Zenimax und macht alles anders. Einfach so: Zack. Es gibt kein Auktionshaus.

Hoppala! Das kam überraschend.

Und was kommt statt dem Auktionshaus?

Die furchtbare JRPG-Lösung, nach denen Spieler einfach in der Hauptstadt über Nacht afk gehen und ihren Toon mit so eine Art Bauchladen eingeloggt lassen, wo jeder Vorbeikommende sich bedienen kann?

Ja?

Entwarnung. Die ist es nicht.

Erst einmal könnt Ihr, wie zur Zeit Eurer Väter und deren Väter, altmodisch mit anderen Spielern direkt Handel treiben. So mit „Want to Sell“ und „Want to buy“, ein wenig Feilschen um den Preis und einem „Wo treffen wir uns?“ am Ende. Dazu müsst ihr mit anderen Spielern sprechen und handeln, also in Interaktion treten. Ich weiß: Innovatives Konzept für ein MMORPG.

Elder Scrolls Online

Harte Verhandlungen zwischen Spielern gehören bald zum Tagesgeschäft!

Aber das System ist natürlich noch cleverer.

Spieler können sich Gilden anschließen, die 500 Mitgliedern Platz bieten. Jeder Spieler kann in bis zu 5 Gilden sein. Diese Gilden haben einen eigenen Gilden-Shop, auf den die Gildenmitglieder Zugriff haben.

Wenn man das durchdenkt, kann es also unheimlich wertvoll sein, in eine der Top-Handelsgilden des Servers einzusteigen. Das klingt nach Geheimbünden, Kartellen und nach gewaltigen Bestechungsgeldern. Denn aus welchen Typen werden die besten und reichsten Handelsgilden bestehen? Na, aus Typen, die schweinereich geworden sind. Und das sind sie sicher nicht, weil sie immer brav nach den Regeln spielen und Freitags nie Fisch essen, sondern weil ihnen die Gier aus allen Poren trieft.

Ich prophezeie für die edelsten Gilden Eintrittsgebühren, die jeder berappen muss, der am Tausch der Großen mitmachen möchte. Vielleicht beschränke manche Gilden sich sogar auf 100 Spieler oder nur 50, um besonders exklusiv zu sein.

Anbindung ans PvP

Aber da hört Zenimax nicht auf. Denn Spielergilden können eine Festung im PvP für sich beanspruchen und dort ihre Waren in einem Shop anbieten, der auch Nicht-Gildenmitgliedern zur Verfügung steht.

Durch diese Einbindung sowohl ins Handels- wie auch ins PvP-System kommt den Gilden in The Elder Scrolls Online eine zentrale Bedeutung zu.

[pull_quote_center]Es wird nicht länger nur für Raider und Hardcore-PvPler wichtig sein, in den angesagten Gilden herumzuhängen. Auch für Händler und Sammler spielt es nun eine entscheidende Bedeutung.[/pull_quote_center]

TESO

Dieser Sammler träumt davon, in die größte Handelsgilde aufgenommen zu werden.

Während die in anderen Spielen oft in Zirkeln paktierten und sich mit Preisabsprachen, Tieropfern, Trollereien in Foren und dem Ruinieren von einzelnen Existenzen die Zeit vertrieben, werden sie nun ans Licht gezwungen.

Neue Wege – neue Gefahren, neues Potential

Ihr seht: Mit ein wenig Phantasie lassen sich allein durch die Änderungen im Handelssystem bei The Elder Scrolls Online schon spannende Szenarien denken und überlegen.

  • Wie ist es, wenn eine Gilde den Mitgliedern sogar verbietet, außerhalb der eigenen Reihen Handel zu treiben?
  • Kann es für eine Gilde lohnend sein, nicht nur wertvolle Raider von anderen Gilden abzuwerben, sondern zieht diesmal auch ein besonders geschickter Handwerker die Blicke auf sich?
  • Und wie werden sich die Gilden positionieren und aufstellen?
  • Wird es ganz locker sein und jeder kann sich frei entfalten?
  • Oder möchten bestimmte Gilden die Exklusiv-Rechte an Waren und versuchen, das Reich in dieser Hinsicht zu dominieren?

Wir von mein-mmo.de meinen:
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Der Verzicht auf ein Auktionshaus ist ein mutiger und interessanter Schritt. Er wird dazu beitragen, dass sich TESO von Konkurrenz-Spielen unterscheidet. Der Verzicht betont das Image eines Spiels für reifere Zocker, die Wert auf Roleplay legen.

Allerdings lauern auf neuen Wegen oft Gefahren, die man nicht abschätzen kann. Wo es Gewinner gibt und Handelsfürsten, wird es auch arme Schlucker und Verlierer geben. Die Gefahr eines permanenten Spams im Handels-Channel besteht, wenn Händler sich aus dem kleinen Zirkel ausgeschlossen fühlen. Spannend wäre es, wenn sich die einzelnen Reiche auf den verschiedenen Servern jeweils anders entwickelten.

TESO
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Und was meint Ihr?

Wird Euch das Auktionshaus fehlen oder freut Ihr Euch darauf, mal wieder mit anderen Spielern in näheren Kontakt zu kommen? Beflügeln die neuen Wege, die Zenimax geht, Euer Interesse am Spiel oder ist Euch das Konzept, der Hauch Sandbox, zu weit hergeholt?

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