The Division: Ubisoft lässt PS4-Spieler 1 Monat warten – Interesse bricht ein

Bei The Division spielen die PS4-Agenten nur die zweite Geige. So mancher Agent macht das nicht (mehr lange) mit.

Heute in einer Woche ist es soweit: Am 2.8. erscheint die Untergrund-Erweiterung – für die PS4-Agenten.

Gut, so richtig haut diese Meldung keinen vom Hocker. Denn auf dem PC und der Xbox One sind bereits seit Wochen alle Winkel im Untergrund und im Drachenhort ausgiebig erforscht und die neuen Ausstattungssets getestet. Momentan sitzt auch kein PS4-User gebannt vor dem Laptop oder dem Smartphone, um jede winzige Info zu „Untergrund“ wissbegierig aufzusaugen – denn man weiß schon alles.

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Vielen – oder allen – PS4-Spielern schmeckt das überhaupt nicht. Einen Monat warten, um den Content nachgereicht zu bekommen, den andere bereits ausführlich spielen konnten. Das kann man keinem vorsetzen. Wo bleibt da die Überraschung? Sicher, man bekommt wieder was zu tun, aber das war’s dann auch schon.

PS4 wird benachteiligt – auch bei „Survival“

Bereits vor dem Release von The Division war dies klar: Als man den „Jahr 1“-Content vorstellte, wurde die 30-Tage-Zeitexklusivtät auf der Xbox One für die neuen Inhalte offenbart. Der Content der kostenlosen Updates 1.1 und 1.2 erschien noch gleichzeitig auf allen Plattformen, aber seit „Untergrund“ tanzen die PlayStation-Agenten der Musik hinterher.

Besonders ärgerlich:  Mit „Untergrund“ wird der Spuk nicht vorbei sein, sondern er hat gerade erst begonnen.

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Auch die anstehende kostenpflichtige Erweiterung „Survival“ (Überleben) wird einen Monat vorher auf der Xbox One, und vermutlich auch auf PC, erscheinen. Somit haben die Agenten auf Sonys Konsole auch beim nächsten „großen Ding“ das Nachsehen.

Erst die dritte Erweiterung dieses Jahres, Last Stand (Letztes Gefecht), wird auf allen Plattformen gleichzeitig released. Irgendwann im Winter 2016 soll es soweit sein. Dann hat die Zeit-Exklusivität ein Ende und alle Agenten werden wieder ebenbürtig behandelt. Bis dahin müssen die PS4-Agenten zähneknirschend ausharren – aber nicht jeder macht diese „Ungerechtigkeit“ mit.

The Division büßt eindeutig Interesse in Deutschland ein – auch auf unserer Seite

Wir von Mein-MMO sind seit Monaten Anlaufstelle für tausende deutschsprachige Division-Agenten, und wir sehen eindeutig an den Zahlen: Die Spieler verlieren seit der Trennung zusehends das Interesse an The Division. Auch in den Kommentaren, auf Facebook oder unter den Artikeln, lesen wir die stetig anwachsende Meinung: „The Division ist tot. Spielt das überhaupt noch wer?“ Gut, solche Beiträge findet man zu jedem Spiel und das ist auch hier eine provozierende, übertriebene Aussage, aber bei The Division zeichnet sich in der Tat ein ausgeprägter, kontinuierlicher Abwärtstrend ab. Google Trends bestätigt diese Annahme:

Normalerweise locken größere Erweiterungen die Spieler wieder scharenweise in ein MMO: Denn irgendwann lässt bei jedem Spiel die Spannung nach, wenn der Content zum hundertsten Mal durchgespielt wurde und der Clan nach und nach inaktiver wird. Sobald aber ein dickes Update kommt, treten die User wieder voller Tatendrang auf den Plan und erforschen gierig die neuen Inhalte.

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Bei „Untergrund“ war das jedoch nicht so – im Gegenteil: Die Abwärtsspirale hielt und hält weiter an. Ja, sie nahm sogar zu. Denn die meisten Agenten spielen auf Sonys Daddelkiste, auf der PlayStation 4. Und wenn da der neue Inhalt ewig auf sich warten lässt, macht sich Ubisoft hier keine Freunde. In Nordamerika, wo die Xbox traditionell stark ist, mag das anders sein – hier in Deutschland sehen wir ein anderes Bild.

Mit zeitexklusiven Erweiterungen tut sich Ubisoft selbst keinen Gefallen

Marketing-Deals sind in der Gaming-Branche gang und gäbe. Gerade der Konkurrenzkampf zwischen den führenden Konsolen PS4 und Xbox One wird dadurch angeheizt. Während beispielsweise Bungies Destiny und Sony gemeinsame Dinge tun, schlossen sich Microsoft und Ubisoft für The Division zusammen. Jeder will Geld verdienen und dagegen ist erstmal nichts einzuwenden.

Bei The Division ist es jedoch ein besonders krasser Fall: Während exklusive Deals meist nur zusätzliches Spielzeug oder kosmetische Items für die User auf der bevorzugten Plattform bringen, handelt es sich bei Ubisofts MMO-Shooter um komplette Erweiterungen, die einen Monat später erscheinen. Dies raubt doch die ganze Neugier und jede Menge Spielspaß für jene, die vorerst auf der Strecke bleiben müssen.

Zudem: Ein Großteil der Division-Agenten sind eben PS4-User. Und Ubisoft tut sich selbst keinen Gefallen, wenn ihnen diese Kundschaft mehr und mehr wegbricht. Allgemein ist immer wieder in User-Beiträgen zu lesen, dass man von Online-Spielen von Ubisoft in Zukunft lieber die Finger lassen will, auch wenn daran die zahlreichen Bugs, Exploits und Probleme schuld sind. Dass die Mehrheit der Division-Spieler nun auch noch benachteiligt wird, kippt zusätzliches Öl ins Feuer – und sorgt für miese Spielerzahlen.

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So wie es jetzt ist, wirkt es nicht so, als bevorzuge Ubisoft die Xbox One oder den PC, sondern als benachteiligt man die PlayStation 4.

An dieser Stelle aber der Hinweis: Dies soll kein Plädoyer dafür sein, dass Publisher lieber auf die PS4 setzen sollen, um dauerhaft erfolgreich zu bleiben. Vielmehr sollten die (zeit)exklusiven Inhalte moderater gestaltet sein. Niemand möchte wochenlang anderen beim Spielen zuschauen. Zumal alle Agenten konsolenübergreifend gleich viel für den Season-Pass oder die speziellen Editionen gezahlt haben.

Gegen derartige Deals wird in Zukunft wohl wenig getan werden können, da die Verantwortlichen gerne ihr Portemonnaie dafür öffnen. Aber etwas mehr Gerechtigkeit für die Kunden wäre sicher im Interesse aller Spieler. Und gerade bei The Division fühlen sich die PS4-Agenten extrem benachteiligt.

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