Warum meine Freundin in Games wie Rust immer besser sein wird als ich

Auf einem PvP-Server vom Survival-Hit Rust dreht sich vieles um Diplomatie, Einfühlungsvermögen und den Mut, mal etwas zu wagen. MeinMMO-Autor Maik Schneider kann von Glück reden, dass seine Freundin mitgespielt hat. In solchen Dingen ist sie einfach besser.

Wer ein Survival-Fan ist wie ich, der kam in den letzten Wochen um den großen Hype des über 7 Jahre alten Steam-Titels Rust kaum vorbei. Bekannte US-Streamer starteten einen großen gemeinsamen Server und von dort aus eine Welle der Begeisterung für Rust.

Auch mich hat der Hype erwischt. Schnell mietete ich mit einem Kumpel und meiner Freundin einen Server, um das Spiel zu lernen. Danach ging es ab auf einen bevölkerten PvP-Server, um das echte Rust-Gefühl zu erleben. Meine Freundin kam mit dem feindlichen Umfeld dabei deutlich besser zurecht als ich.

Rust Titel
Auf einem PvP-Server schaut man öfter mal in den Lauf eines Gegners.

Darum ist meine Freundin besser: Im Grunde ist ein großer PvP-Server in Rust oder ähnlichen Games wie dem Dino-MMO ARK ein sozialer Spielplatz, dessen Regeln von den Spielern festgelegt werden. Auf dem Server hat sie mir gezeigt, dass in solchen Spielen nicht alles auf die mechanischen Fertigkeiten ankommt.

Da gibt es Rollenspiel-Server mit einem engen Regel-Korsett, auf dem man nur zu bestimmten Zeiten gegnerische Basen plündern darf. Wenn man denn mal raiden will, sollte dann auch eine Geschichte dahinter stecken. Doch viele PvP-Server achten nur darauf, dass der globale Chat halbwegs zivilisiert abläuft, Cheater vom Server verschwinden und die ganze Infrastruktur steht, damit der Server sauber läuft.

Entsprechend gibt es auch wenige Regeln, die das Verhalten der Spieler untereinander beeinflussen. Jeder kann zu jeder Zeit jeden erschießen, blöd anmachen, erschrecken oder beschenken – je nach Tagesform. Wenn man sich dazu noch keinen Namen auf dem Server gemacht hat, dann kommt es darauf an, wie man sich gegenüber den Anderen verhält. Meine Freundin Alicia hat es dabei geschafft, ihre Ziele deutlich einfacher und effizienter zu erreichen, als ich es wohl je in einem solchen Spiel hinbekommen werde.

rust nachbarn pvp-server
Bei solchen Festungen in der Nachbarschaft sollte man aufpassen.
Über den Autor und seine Freundin: Auf MeinMMO bin ich meist bei Call of Duty unterwegs. Doch auch Survival-Games sind bei mir und meinem Trupp sehr angesagt und seit einigen Jahren mischt auch meine Freundin Alicia mit, die ich damals in den Gaming-Strudel gezogen habe.

Anfänglich musste sie noch auf ihren Controller schauen, um die Knöpfe zu finden. Nach hunderten Stunden und etlichen Spielen wie Minecraft, Warzone, Tricky Towers oder auch Survival-Titeln wie ARK oder 7DaysToDie ist das allerdings kein Problem mehr und bei vielen Games, die wir neu anfangen oder mal wieder rauskramen, ist sie mit voller Begeisterung dabei.

Dabei entwickelte sie ihren eigenen Geschmack und wenn unser aktuelles Spiel mal nichts für meine Freundin ist, dreht sie eine ausgedehnte Runde im Strategiespiel Civilization 6 oder lässt eine Siedlung im Survival-Aufbauspiel Rimworld erblühen.

Es kann echt schön sein, mit einem seiner liebsten Mitspieler zusammenzuwohnen.

Das macht Alicia besser: PvP-Server wie in Rust sind ein hartes Pflaster. Reines Geballer führt oft nur dazu, dass Stunden des Grindings und Craftens weggeraidet werden. Dazu muss man sich ständig auf große, gefährliche Loot-Touren begeben. Wenn man nicht 24/7 auf dem Server unterwegs ist, braucht man für einen Erfolg unter anderem folgende Eigenschaften:

  • Diplomatisches Auftreten – Man darf dem Gegenüber nie das Gefühl geben, dass er übers Ohr gehauen wird
  • Einfühlungsvermögen – Man muss in Sekunden-Bruchteilen erkennen, wie die zufällige Server-Begegnung drauf ist und entsprechend reagieren
  • Mut – Um sich der andauernden Gefahr, erschossen und ausgeplündert zu werden, immer wieder zu stellen

Nach über 50 Spielstunden auf dem Rust-PvP-Server wurde mir klar, dass meine Freundin in diesen Punkten besser dasteht. Alicia sprach viel mehr mit Fremden und konnte so schneller eine lose Beziehung mit nahen und fernen Nachbarn aufbauen.

Zudem fand sie dadurch nette Spieler. Die ließ sie aufgrund ihres Einfühlungsvermögens nicht einfach mitten im Gespräch stehen, wie ich es wohl getan hätte. Mit einer Waffe im Anschlag.

Außerdem hat sie Mut bewiesen, weil sie immer wieder auf die anstrengenden, großen Loot-Touren gegangen ist. Bei solchen Touren ist schnell mal eine halbe Stunde Spielzeit dahin, wenn ein fieser Spieler mit einem halbautomatischen Gewehr Frust loswerden muss.

rust leben lachen lieben
Nicht alle Nachbarn sind fies – wir waren es nicht.

Ich dagegen hatte meine Komfort-Zone in der Nähe unserer Basis gefunden – sammelte Holz, Stein und Erze für unseren Nachschub. Doch an den Touren für den wichtigen Metall-Schrott habe ich mich kaum beteiligt.

Da war ich echt froh, dass Alicia mutiger war, um mich Pfeife auszugleichen.

Warum wird das wohl immer so bleiben? Ob Rust, ARK, Conan oder 7DaysToDie – Spiele mit ausgedehnten Basenbau-Features geben mir die Möglichkeit, mich ein wenig von meiner Gruppe abzukapseln. Wird meine Hilfe gebraucht, bin ich sofort dabei. Doch ansonsten bin ich eher der Typ, der zu Hause auf die Sklaven und Dinos achtet und dafür sorgt, dass die Basis mal wieder viel zu groß wird.

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Trautes Heim – Hier habe ich die meiste Spielzeit in Rust verbracht.

Ich weiß, dass mir dadurch gewisse Aspekte dieser Spiele verwehrt bleiben. Doch bisher konnte ich nur selten über meinen Schatten springen und gehe nicht die großen Risiken ein, die meine Mitspieler teilweise eingehen. Allen voran meine Freundin Alicia, die dadurch in solchen Games wohl immer besser sein wird als ich.

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Toranes

Dass deine Freundin in erster Linie mehr Erfolg in Gesprächen hatte als du hat den einfachen Grund, dass sie eine Frau ist. So ist das leider in nahezu jedem Spiel, Frauen sind, insbesondere bei Rust, sehr selten. Die meisten Typen sind direkt deutlich netter wenn sie plötzlich ein zartes Frauenstimmchen hören.

Ich habe weit über 4k Stunden in Rust und habe oft genug mitbekommen wie die aggressivsten Spieler plötzlich nett wurden, wenn man mal die Freundin ans Mikro geholt hat.

Auf Servern mit sehr erfahrenen Leuten verhindert aber selbst eine Frauenstimme nicht, dass man beschossen wird.

Rust verdirbt einen. Ich habe selbst die ersten 200-300h noch viele am leben gelassen oder nach dem Kill items zurückgegeben, man wird im laufe der Zeit aber oft genug hintergegangen und nimmt irgendwann keine Rücksicht mehr. Ich behaupte, dass jeder Spieler der Rust längere Zeit treu bleibt, früher oder später jeden umlegt und nur noch an seinem eigenen Fortschritt interessiert ist.
Schließlich ist jeder Forced Wipe wie ein Wettrennen wer als erstes die besten Sachen hat.

Rust ist im Laufe der Zeit aber leider auch viel viel schnellebiger geworden. Es gibt kaum noch Early und Midgame. Den Großteil meiner Stunden habe ich in den Jahren 2016-2018 gesammelt. Am besten hat mir damals das Levelsystem gefallen.

Als ich vor ca. 4 Wochen nochmal mit 3 Leuten Rust gespielt habe, hat es mich nicht mehr ansatzweise so gepackt wie früher. Es geht alles noch viel schneller… Es ist inzwischen nur noch ein Deatmatch mit ein bisschen bauen.

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