In Rogue Lords müsst ihr cheaten, um gewinnen zu können

RPG-Dämon Cortyn ist einem Rogue-Like verfallen. Warum Rogue Lords ein klarer Pflichtkauf ist, wird in diesem Artikel verraten.

Da in World of Warcraft gerade ein bisschen die aktuelle Content-Flaute vorherrscht, hatte ich endlich wieder genug Zeit, um mich mal intensiver einigen anderen Spielen zu widmen. Am letzten Wochenende war das „Rogue Lords“.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist das ein Spiel aus der Kategorie „Rogue-Like“, das allerdings ein paar ziemlich geniale Tricks und Kniffe hat. Denn um in Rogue Lords gewinnen zu können, muss man cheaten – das ist fester Teil der Spielmechaniken.

Was ist Rogue Lords?

Rogue Lords wirft euch in ein mittelalterliches Fantasy-Setting. Ihr seid der Teufel und wurdet vor Jahren von den Menschen und deren Dämonenjäger bezwungen. Nach Jahren in der Hölle seid ihr nun dazu bereit, die Welt der Sterblichen erneut in Schrecken zu hüllen. Um eure Ankunft vorzubereiten, schickt ihr Diener aus, die sogenannten Eleven, die eure Agenda vorantreiben und mächtige Artefakte beschaffen müssen.

Die Eleven sind bekannte Sagen- und Gruselgestalten. Dazu gehören:

  • Dracula
  • Die Blutige Marie (“Bloody Mary”)
  • Der Kopflose Reiter
  • Die Weiße Frau
  • Lilith
  • Baron Samedi
  • Hekate
  • Dr. Frankenstein und sein Monster

Jeder Charakter spielt sich dabei vollkommen unterschiedlich und hat sogar selbst nochmal unterschiedliche Spielstile. Immerhin besitzt jeder Eleve 18 unterschiedliche Fähigkeiten und Zauber, von denen aber maximal 8 gleichzeitig verwendet werden können.

Dazu hat jeder Charakter noch ganz eigene Werte wie, wie in einem klassischen Pen&Paper-RPG. Verführung, Schrecken, Okkultismus, Tücke und Verstohlenheit.

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Wie läuft das Gameplay ab?

Jeweils drei dieser Charaktere fasst ihr zu einer Gruppe zusammen und schickt sie los, um eine „Geschichte“ von Rogue Lords zu meistern. Eine Geschichte ist dabei eine zusammenhängende Karte und erzählt die Suche nach einem der Artefakte.

Auf der Karte arbeitet ihr euch von Station zu Station voran, könnt immer wieder Entscheidungen treffen und erlebt unterschiedliche Abenteuer. Oft gibt es Abzweigungen und ihr müsst einen der Wege wählen. Wollt ihr lieber den linken Pfad nehmen, der zu einer Quest, einem Händler, aber auch einem Elite-Kampf führt? Oder schlagt ihr den rechten Weg ein, bei dem es nur 3 simple, aber dafür recht sichere Kämpfe gibt?

Dabei sind Kämpfe nur eines der Events, denen man begegnen kann.

So gibt es „Story-Events“, bei denen ihr einen eurer Eleven als Akteur in eine kurze Zwischenmission schickt. Dort muss eine soziale Aufgabe gemeistert werden, deren Erfolgsschance von den Charakterwerten abhängt, wie wie etwa „Okkultismus“, „Verführung“ oder „Verstohlenheit“:

  • Soll Lilith versuchen, den Händler zu verführen, damit er einen Pakt mit dem Teufel eingeht (Verführung)?
  • Schicke ich lieber Hekate, die versucht, die Waren des Händlers zu verfluchen, um den Dämonenjägern langfristig zu schaden (Okkultismus)?

Je nachdem, welchen Charakter ich schicke und welche Fähigkeiten er besitzt, können die Events unterschiedlich ausgehen.

Verführt Lilith den Händler, überlässt er mir ein mächtiges Artefakt, das Liliths Schaden erhöht, je mehr Seelen ich besitze – ein Bonus, der sofort zählt.

Verflucht Hekate die Waren, sorgt das für besondere „Grauen“-Effekte, da die Angst vor dem Teufel und seinen Eleven in der Welt wächst. Das sind Boni wie zusätzliche Seelen, mehr Diabolische Essenz oder leichtere soziale Proben, allerdings erst in einigen Feldern Entfernung aktiv.

Je nachdem, wie ihr vorgeht, reagieren eure Gruppenmitglieder auch auf das Geschehen. So findet die Weiße Lady es etwa toll, dass Lilith in der Verführung Erfolg hatte und lobt sie – das gewährt beiden einen kleinen Bonus auf Lebenspunkte.

Hekate hingegen ist der Ansicht, dass das ja jeder gekonnt hätte – sie wirkt dadurch eitel, und bekommt einen Malus auf Verführung.

Rogue Lords Map
Auf der Karte wählen wir unseren Weg.

Weitere Felder sind etwa:

  • „Der Sensenmann“, der euch Fähigkeiten und Relikte für Seelen verkauft.
  • Opfer-Altäre, bei dem ihr eine eurer Fähigkeiten dauerhaft opfert, um eine neue zu entdecken und mehr Fähigkeiten gleichzeitig besitzen zu können.
  • Styx-Quellen, die diabolische Essenz gewährt oder negative Eigenschaften läutert.
  • Kämpfe, in denen ihr Seelen, Fähigkeiten oder einen Grauen-Effekt verdient.
  • Elite-Kämpfe, in denen ihr mächtige Relikte erhalten könnt.
  • Buchkapitel, in denen die Story vorangetrieben wird.

Oft gibt es pro Station auch noch eine zweite, optionale Aktivität. Das kann man ein rettender Styx-Brunnen, mal eine kleine Side-Quest oder auch ein fordernder Elite-Kampf sein.

Diabolische Macht – Die Lizenz zum Cheaten

Aber kommen wir nun zu der besonderen Mechanik von Rogue Lords. Da wir als der Teufel höchstpersönlich spielen, haben wir so einige Tricks und Kniffe auf Lager.

Unsere Eleven machen zwar die Drecksarbeit, aber wir wären ja nicht der Teufel, wenn wir nicht gelegentlich in die Geschicke der Welt eingreifen könnten, um die Realität zu verändern und scheinbar unüberwindbare Probleme für unsere Schützlinge aus dem Weg räumen.

Die Macht des Teufels wird in Rogue Lords durch „Diabolische Essenz“ dargestellt. Das ist eine Ressource, die wir in quasi allen Spielinhalten benutzen können. Egal ob es um Kämpfe, das bestehen von sozialen Proben oder einfach dem Springen auf der Map geht.

Diabolische Essenz erlaubt es uns zu cheaten.

Je nachdem, wie gravierend die Änderung ist, kostet das unterschiedlich viel Diabolische Essenz. So kostet das Öffnen eines Portals an einen anderen Ort 6 Essenz, während das verschieben eines Buffs oder Debuffs 5 Essenz kostet. Die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg einer sozialen Probe um 30 % zu steigern kostet ebenfalls 5 Essenz.

Rogue Lords Social Change
Der Kopflose Reiter soll jemanden verängstigen – als Teufel steigern wir die Chance von 80 % auf 100 %, um den Sieg zu garantieren.

Die Essenz kann dabei an bestimmten Stationen – den Styx-Quellen – in Teilen wieder aufgefüllt werden.

Der Clou an diesem Schummeleien ist allerdings: Diabolische Essenz ist gleichzeitig die Lebenskraft des Teufels. Erreicht sie jemals 0, dann endet die Reise mit einer Niederlage – und das sofort. Danach muss man die ganze aktuelle Geschichte von vorne beginnen.

Der Trick ist nun also, die Diabolische Essenz so gezielt einzusetzen und zu managen, dass man mit einigen „Cheats“, das bestmögliche aus der Situation rausholt, ohne aber in den Gefahrenbereich der Niederlage zu kommen.

Das erlaubt allerdings auch sehr viel taktische Tiefe und Planung, die das Ganze spannend gestaltet.

Ihr seht direkt vor einer Styx-Quelle eine schwierige, soziale Probe? Kein Problem, steigert Liliths Verstohlenheit in der sozialen Probe mittels Diabolischer Essenz auf das Maximum, sodass sie garantiert besteht und heilt euch danach an der Quelle.

Auf dem rechten Pfad ist ein lukrativer Händler, aber direkt danach ein zu harter Elite-Kampf? Nichts leichter als das für den Teufel. Geht zum Händler auf dem rechten und öffnet danach ein Portal zum linken Pfad, um dem Elite-Kampf zu umgehen.

Noch wichtiger wird dieses Cheaten allerdings in den Kämpfen. Denn dort kann der Teufel nicht nur Buffs und Debuffs lustig hin- und herschieben, sondern auch einfach die Lebenspunkte oder Seelenpunkte nach Belieben auffüllen oder leeren.

Die Kämpfe – Komplexe Taktiken für Hirnakrobaten

Trotz all der unterschiedlichen Felder und Aktivitäten sind die Kämpfe das Herzstück von Rogue Lords. So ziemlich alle Taten und Handlungen zielen darauf ab, eure Eleven im Kampf tödlicher zu machen – denn am Ende einer Geschichte wartet fast immer ein ziemlich knackiger Bosskampf.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab und während eures Zuges könnt ihr bereits die Intention der Feinde sehen. Ihr seht, wen sie Angreifen oder Heilen wollen, wie viel Schaden das verursachen wird.

Pro Runde habt ihr nur eine gewisse Menge an Aktionspunkte (AP), die ihr auf alle Kämpfer verteilen müsst. Sind sie aufgebraucht, ist der Feind am Zug und führ seine Aktionen aus.

Hinzu kommt, dass (fast) alle Fähigkeiten nur ein einziges Mal benutzt werden können, bevor ihr sie durch eine besondere Aktion neu aufladen müsst – was in aller Regel ebenfalls AP kostet.

Wer in den Kämpfen eher wahllos die Fähigkeiten zusammenklickt, der wird relativ schnell von den Feinden übermannt werden. Denn Rogue Lords hat nicht nur einen recht knackigen Schwierigkeitsgrad, sondern erfordert auch – zumindest in den Kämpfen – viel Nachdenken und taktische Planung.

Rogue Lords Combat 1
Schon om Vorfeld seht ihr, was die Feinde vorhaben und könnt so noch intervenieren.

Als kleines Beispiel, eine Kampfsituation, die ich gestern erlebt habe:

Die Lebenspunkte (HP) meiner Truppe sind alle deutlich angeschlagen, befinden sich jeweils unter 10. Meine Kämpfer besitzen allerdings jeder noch über 40 Seelenpunkte (SP).

In der Planung können wir bereits sehen, dass der feindliche Boss einen mächtigen Angriff vorbereitet, der 2×20 HP an all meinen Kämpfern verursachen wird und dazu auch noch Lebensraub besitzt – das wäre die sofortige Niederlage, wenn der Angriff so einschlägt.

Ich könnte nun all meine Ressourcen darauf verwenden, meine Truppe hochzuheilen, um dem Angriff standzuhalten – doch das würde meinen Untergang nur verzögern. Also wähle ich einen anderen Weg.

Zuerst belege ich den Feind mit dem Effekt „Geteilter Geist“ – das sorgt dafür, dass verursachter und erlittener Schaden des Bosses jeweils die SP betrifft und nicht die HP.

Danach belege ich den Feind mit einem von Hecates Zauber in den „Zombie“-Zustand. Das wird bewirken, dass Heilung auf den Boss stattdessen in Schaden umgewandelt wird.

Zuletzt benutze ich meine Diabolische Essenz, um dem Boss seinen Stärkungszauber „Aegis“ zu nehmen, der erlittenen Schaden reduziert – ich verschiebe den Effekt einfach auf einen der anderen, unbedeutenderen Feinde.

Das Endergebnis ist nun: Der Boss wirkt seinen Angriff und verursacht an meiner Truppe 120 SP Schadenspunkte. Das ist zwar eine Menge, aber nicht tödlich. Durch den Lebensraub wird der Boss gleichzeitig um die 120 SP geheilt, doch „Zombie“ kehrt diese Heilung in Schaden um, wodurch der Boss satte 120 Schadenspunkte kassiert und sich damit selbst tötet.

Rogue Lords SP Cheat
Manchmal hilft Schummeln – einfach mal die SP des Feindes auf 0 gesetzt. Dank einem besonderen Bonus sogar einmalig ohne Essenz-Kosten.

Solche Methoden des „Umdenkens“ benötigt es in Rogue Lords immer wieder. Jeder Kampf stellt erneut vor die Frage: Wie kann ich mit meinen Ressourcen das Beste aus dem Kampf rausholen? Wie kann ich mit Diabolischer Essenz „cheaten“, um die Situation zu meinen Gunsten zu ändern? Welche Fähigkeiten kann ich kombinieren, um meinem Feind einen Schritt voraus zu sein?

Die Kämpfe sind etwas für Taktiker und erinnern an kleinere und größere Puzzle, deren Meisterung sich als ungeheuer befriedigend herausstellt.

Die Kämpfe funktionieren dabei nach dem „Alles oder Nichts“-Prinzip. Ihr könnt eure Ressourcen (außer der diabolischen Essenz) vollkommen frei raushauen. Überlebt ihr den Kampf, dann werden HP und SP anschließend wieder aufgefüllt und ihr startet mit voller Energie in das nächste Gefecht.

Scheitert ihr jedoch, dann endet die Reise und das ganze Buch gilt als gescheitert. Wie in einem Rogue-Like übrig, müsst ihr dann von vorne eine neue Reise beginnen.

Genre-Schwächen, aber insgesamt mehr als überzeugend

Natürlich „kränkelt“ Rogue Lords auch ein wenig an den Schwächen, die andere Rogue-Like-Titel manchmal mit sich bringen. So ist der Zufallsfaktor manchmal einfach nicht auf der Seite des Spielers Teufels und wenn bei den Relikten nur Schrott angeboten wird oder einfach nicht der eine passende Skill auftauchen will, den man für die Kombo braucht, dann kann das ein wenig frusten.

Bisher hat mich Rogue Lords aber immer wieder dazu gebracht, es dann noch einmal zu versuchen oder mich weiter „durchzubeißen“ und dabei vielleicht doch eine neue Kombo zu entdecken, an die ich bisher noch gar nicht gedacht hatte.

Denn selbst eine Niederlage gewährt noch Erfahrungspunkte und bringt mich dem nächsten Level-Up näher, das neue Fähigkeiten oder Relikte freischaltet, die man sich dann im Laufe eines Kapitels verdienen kann. Das motiviert zumindest mich ungemein und sorgt dafür, dass ich auch nach dem 7. gescheiterten Durchlauf von Kapitel 6 eine neue Reise beginne.

Rogue Lords macht Laune, mischt Rogue-Like mit Rollenspiel-Elementen, extrem taktischen Kämpfen und einer Cheat-Mechanik, die ich so noch nicht kannte. Wer gerade 25 Euro locker sitzen hat und ein Spiel sucht, bei dem man ganz oft „Nur einen Durchlauf noch, dann gehe ich ins Bett“ denkt und so erst um 7:00 Uhr den PC ausstellt – dem kann ich das Spiel nur empfehlen.

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5 Kommentare
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Sephioud

Also Fähigkeiten zu benutzen zählt jetzt als cheaten? Interessant

Wrubbel

Mist und ich sitze noch an Gloomhaven 😅

Schulterteufelchen

Danke für den Tipp, wird wohl gekauft… Obwohl ich ja eigentlich diesen Monat nicht wollte…

Cortyn du bist ein wahrer Dämon und ich der Versuchung erlegen.

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