Pokémon GO – “Augmented Reality ist ein MMO „, sagt der Star Wars Galaxies Macher
Das verbindet die MMOs Pokémon GO und World of Warcraft

Pokémon Go ist nicht nur ein lustiges kleines Handyspiel, vielmehr sei das Augmented-Reality-Game ein richtiges MMO. Meint zumindest Raph Koster, der ehemalige Creative Director von Star Wars Galaxies. Lest hier, wie er zu dieser und anderen Erkenntnissen kommt und was wir zu dem Thema meinen.

Die echte Welt soll auch ein MMO wie World of Warcraft sein? Zumindest laut einem Artikel auf der Seite Gamasutra von Raph Koster– der Entwickler-Veteran hinter Spielen wie Star Wars Galaxies , Crowfall und Ultima Online – ist dem durchaus so, denn sowohl das gänzlich virtuelle World of Warcraft als auch das Augmented-Reality-Spiel Pokémon GO verwenden sehr ähnliche Parameter, um eine Spielwelt zu erzeugen.

  • Beide Spiele verwenden einen Server, der einen simulierten Raum bereithält. Der einzige Unterschied ist, dass WoW eine gänzlich fiktive Welt erzeugt und Pokémon GO die reale Welt als Grundlage verwendet.
  • Beide Spiele verfolgen und lokalisieren den Spiel-Client in diesem simulierten Raum.
  • Beide Spiele erzeugen KI-Spawn-Punkte, mit denen die Spieler interagieren können.

Der Spieler ist der Avatar

In World of Warcraft erschafft der Spieler ein virtuelles Abbild seiner selbst, den so genannten Avatar. In Pokémon GO gibt es zwar auch ein virtuelles Alter Ego, aber in Wahrheit ist der Spieler selbst sowohl Client als auch Avatar. Denn die Pokémon-GO-App verlangt Zugang zu ziemlich allen Funktionen und Inhalten des Smartphones, was bei vielen modernen Menschen quasi ihr gesamtes Leben ist: Fremdenliste, Facebook-Konto, Kontakte, Position und so weiter.

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Außerdem bewegt sich der virtuelle Avatar nur vom Fleck, wenn ihr euch auch in der realen Welt bewegt. Und andere Spieler sehen auch eher den eigenen Körper als das virtuelle Abbild. Die Grenze zwischen virtueller und realer Welt wird also stark verwischt und der eigene Körper wird tatsächlich zum Avatar – mit allen daraus folgenden Konsequenzen.

Wirtschaftliche Faktoren

Ein weiterer interessanter Aspekt von Raph Kosters Argumentation sind die wirtschaftlichen Faktoren, die aus Spielen wie Pokémon GO erwachsen können. Denn im Spiel gibt es die so genannten „Poke-Stops“, wo Spieler Power-Ups einsammeln und für andere Spieler deponieren können. Logischerweise sind solche Orte stark frequentiert und wer das Glück hat, ein Café, eine Bar oder ein Fitness-Studio an solchen Orten zu haben, dürfte deutlich mehr Kunden haben als der Laden um die Ecke, wo kein Poke-Stop ist.

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Einige besonders clevere Ladenbesitzer haben schon Maßnahmen erfriffen, um Pokemon-Spieler in ihre Geschäfte zu locken.

Bereits jetzt tauchte ein Artikel auf dem Business-Portal Forbes auf, der Unternehmern Tipps gibt, wie sie noch mehr Kunden via Pokémon GO anlocken können. Denn wer im Laden gerade ein seltenes Pokémon jagt, kauft sich im Freudentaumel vielleicht auch ein Paar neue Schuhe oder genehmigt sich einen besonders großen Eisbecher. Die negative Seite davon ist freilich, dass die Entscheidung über einen Poke Spot dadurch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor wird und die Verantwortlichen bei Nintendo und Co. damit einigen Einfluss auf lokale Unternehmen haben. Bereits jetzt gehen laut Forbes eine Menge Anfragen von Ladenbesitzern und Unternehmen bei den Verantwortlichen von Pokémon GO ein, die alle gerne ihren Laden zum Poké-Stop machen wollen. Ein offizielles Statment zu dem Thema blieb bisher jedoch aus.

PvP im Real Life?

Wenn in World of Warcraft unser Avatar verprügelt wird, tut uns das für gewöhnlich nicht weh. Aber in der Augmented Reality sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Was also tun, wenn mich die Jagd nach seltenen Biestern direkt ins übelste Ghetto der Stadt führt und ich mit meinem teuren Smartphone an allerlei zwielichtigen Gestalten vorbeischlendere? Bereits jetzt kam es schon zu Vorfällen, als eine Bande von Räubern an einen populären Poke-Stop nichtsahnenden Spielern aufgelauert und diese ausgeraubt hat.

Pokemon Trainer

Außerdem darf man auch nicht vergessen, dass die echte Welt eben auch gefährlich ist. Wer nur noch auf sein Handy-Display starrt und dabei die Umgebung komplett ausblendet, wird schnell überfahren, stürzt von Brücken oder fällt in Baugruben. Und vor allem in Amerika und den dort geltenden Gesetzen zum Schutz des Eigenheims kann ein kurzer Ausflug auf ein fremdes Grundstück, von dem aus uns ein besonders lohnendes Pokémon angrinst, schnell tödlich enden, wenn der Hausbesitzer sich bedroht fühlt und die Flinte rausholt. Zu diesem Thema hat gibt es übrigens einen sehr verstörenden Artikel eines schwarzen Autors, der Pokémon GO ab jetzt sein lässt, da er sonst sicherlich bald erschossen werden könnte.

MMO mit allen Konsequenzen

Wenn Pokémon GO ein MMO wie WoW ist, so Raph Koster, können auch alle möglichen Dinge vorkommen, die in einem MMO passieren. Sowohl schöne und spaßige Sachen wie Gruppenbildung, Interaktion, Emotes und Rollenspiel, als auch schlimme Dinge wie Trolling, Betrug und Mobbing. Daher haben Firmen wie Nintendo eine große Verantwortung, denn sie sind in Bezug auf die Spielwelt quasi die Regierung.

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Es geht also nicht mehr nur darum, ein Spiel zu vermarkten und das Geld einzustreichen. Wenn ein Spiel eine solch große und aktive Gemeinschaft kreiert, muss zwangsweise auch ein regulierendes Gremium entstehen, damit nicht alles in Anarchie und Chaos versinkt.


Mein-MMO meint: Ich kannte Augmented Reality bis dato eher aus Cyberpunk- und Science-Fiction-Literatur, fand das Konzept aber immer extrem faszinierend. Und von einigen Vorläufern wie Ingress einmal abgesehen ist AR dank Pokémon GO jetzt plötzlich über Nacht zum globalen Phänomen geworden, das quasi jeder kennen MUSS, egal ob er das Spiel überhaupt spielt oder nicht.

Dadurch wurde eine gewaltige Tür aufgestoßen und in kürzester Zeit stellt sich die Welt auf die Augmented Reality ein, mit allen Vor- und Nachteilen. Und während Datenschützer die gläsernen User kritisieren und es sicherlich bald schwere Unfälle, Gewalttaten und Betrugsdelikte in Verbindung mit AR geben wird, ist die Entwicklung nicht aufzuhalten und stellt einfach ein viel zu großes Potential für besonders coole Spiele und andere Anwendungen dar, als das man es ignorieren könnte.

Soviel zu meiner Meinung zu dem Thema. Doch was haltet ihr von Augmented Reality und den daraus entstehenden Möglichkeiten und Gefahren? Ist es eine schöne neue Welt oder nur eine alberne Spielerei, die sich am Ende doch nicht durchsetzen wird, wenn der große Pokémon-Hype erstmal vorbei ist. Schreibt es in die Kommentare und lasst es uns wissen!

Passend zum Thema:

Quelle(n): Gamasutra
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3 Kommentare
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Gorden858

Mich erinnert das ganze immer an DARKNET (Roman von Daniel Suarez). Mal schauen, ob wir da irgendwann mal ankommen. Für jeden interessiert eine absolute Leseempfehlung. Man sollte allerdings mit dem ersten Band DAEMON anfangen, auch wenn AR da noch keine so große Rolle spielt.

FLaSh3112

Das noch in Kombination mit Microsofts ar brille…

groovy666

hab beide spiele (pokemon und ingress) wieder deinstalliert nachdem ich die letzten Tage mehrere stunden damit verbracht habe – eindeutig nichts für mich! mmn technisch (das mag mitunter an meiner hardware liegen) sowie spielerisch echt sehr mau…

nichts desto trotz bin ich gespannt wie es mit AR und VR in zukunft weitergeht…

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