Vor 3,5 Jahren machte Blizzard bei Overwatch einen großen Fehler und jetzt ist das Beste am Hero-Shooter nur noch eine Randgestalt

Vor 3,5 Jahren machte Blizzard bei Overwatch einen großen Fehler und jetzt ist das Beste am Hero-Shooter nur noch eine Randgestalt

MeinMMO-Redakteur Dariusz hat wieder richtig Spaß an Overwatch, und das nur wegen eines Modus, den Blizzard vor Jahren aufgegeben hat.

Vor einer Woche habe ich auf MeinMMO geschrieben: Overwatch 2 ist gerade besser als jemals zuvor. Ich habe das auf drei Entscheidungen zurückgeführt, die Blizzard innerhalb des vergangenen Jahres getroffen hat. Eine dieser Entscheidungen war es, den 6v6-Modus zurückzubringen.

Mit dem Release von Overwatch 2 hatte Blizzard den Hero-Shooter auf 5v5 umgestellt und 6v6 für mehrere Jahre komplett aus dem Spiel entfernt. 5v5 war der neue Hauptspielmodus. Inzwischen ist 6v6 zurück, aber nur noch eine Randgestalt, dem ein wichtiges Feature fehlt, damit der Modus perfekt ist.

Dem 6v6 möchte ich trotzdem einen Extra-Artikel widmen, denn ohne den Modus würde ich nicht seit Monaten jeden Tag Overwatch spielen und hätte schon lange den Spaß am Spiel verloren – so wie es kurz nach dem Release von Overwatch 2 mit 5v5 der Fall war.

Das beste Spielerlebnis für Nicht-Profis

Mit dem 5v5-Modus von Overwatch hatte ich immer ein Problem: „Unser Tank ist der schlechteste Spieler in Europa und wir sind ohne guten Tank völlig chancenlos.“ Das ist natürlich absoluter Quatsch, aber es ist das Gefühl, das aufkommen kann, wenn der eigene Tank schlechter ist als der gegnerische.

Im 5v5 gibt es nur einen Tank, und wenn dieser stirbt, löst das oftmals eine Kettenreaktion aus, die in einem Teamkill oder einem panischen Rückzug endet. Mit der drohenden Niederlage steigt dann der Frust des Teams und irgendwie habe ich das Gefühl, der Tank ist schuld. „Mit einem besseren Tank hätten wir locker gewonnen“, meckere ich.

Warum der Tank stirbt, ist dabei völlig egal. Ob der Gegner einfach besser ist oder mein Tank einen Fehler machte, spielt keine Rolle. Ich werde als Ana eher selten mit einem Triple-Kill antworten und das Ruder rumreißen können – auch wenn ich mein Bestes gebe. Mein Gefühl beim 5v5 ist deshalb:

Sieg oder Niederlage ist zu stark vom Tank abhängig.

Overwatch-Profis widersprechen mir da sicherlich, aber im Endeffekt ist dieses Gefühl der Grund, weshalb ich 5v5 frustrierender empfinde als 6v6. Dort sind das Gameplay und die Synergien zwischen den Helden anders.

Wenn ein eher aggressiver Tank wie Doomfist oder Wrecking Ball in der Backline der Gegner stirbt, sind wir Supporter den gegnerischen DPS trotzdem nicht schutzlos ausgeliefert, wenn wir gemeinsam mit einem Sigma oder Reinhardt vorrücken.

Der Tod eines Tanks oder DPS kann meines Empfindens nach im 6v6 leichter ausgeglichen werden, was wiederum Druck von den Tanks nimmt und auch mal Fehler erlaubt. Ein Tank darf deshalb auch mal etwas ausprobieren, lernen und Spaß haben, statt durchgehend auf seinem Main zu schwitzen.

Für mich ist 6v6 deshalb das Beste an ganz Overwatch und der perfekte Modus, für alle, die keine absoluten Profis sind.

Overwatch Screenshot Domina im kampf
Ein Screenshot von unserem zweiten Tank, wie dieser fleißig kämpft und sogar den Checkpoint sichert, obwohl unser anderer Tank bereits tot war.

Endlich Erfolge auf einer unbekannten Rolle

Was ich dem 6v6 außerdem hoch anrechne: Der Modus hat mich zu einem besseren Spieler gemacht. Ich selbst habe lange Zeit keinen Tank gespielt, weil ich eben das Gefühl habe, dass im 5v5 der Sieg zu stark von der Leistung des Tanks abhängt. Ich bin kein guter Tank und möchte mein Team nicht in eine Niederlage reißen. Also spiele ich keinen Tank.

Im 6v6 habe ich allerdings angefangen, mich langsam heranzutasten. Das war okay, denn wir haben immerhin noch einen zweiten Tank. Ich habe kürzlich etwa eine furchtbare Runde auf Mauga gespielt, aber innerhalb des Matches immer besser verstanden, wie er funktioniert.

Ich war nicht gut und habe sicherlich etwas gefeedet, aber im Endeffekt war unser zweiter Tank zur Stelle, wenn ich chancenlos in den Tod stürmte. Am Ende hatten wir beide sogar gleich viel Schaden.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das Match im 5v5 vorbei gewesen wäre, bevor ich Mauga verstanden habe. Ich bin anfangs ein paar Mal recht schnell gestorben und die Gegner wären in der Zeit ohne zweiten Tank wahrscheinlich komplett durchgepusht und hätten innerhalb weniger Minuten gewonnen.

Inzwischen habe ich eine kleine Auswahl an Tanks, mit denen ich umgehen kann, wenn sonst keiner Tank spielen will – angeführt von Sigma. Nur durch 6v6 habe ich angefangen, eine neue Rolle und neue Helden zu lernen, die ich im 5v5 nicht angerührt hätte.

Eine Schwäche, die leicht behoben werden kann

Wenn mir eine Sache am 6v6 aktuell nicht gefällt, dann ist es die fehlende Role-Queue. Ja, dass es die nicht im 6v6 gibt, führte dazu, dass ich mich mal an einen Tank gewagt habe. Aber im gleichen Atemzug führt es dazu, dass mein Team viel zu oft drei, teilweise vier DPS hat und keiner auf einen zweiten Tank wechseln will, obwohl uns die Gegner durch die Map prügeln.

Das kann echt frustrierend sein, vor allem, wenn unsere Widowmaker im Spawn mit 800 Schaden nach 4 Minuten offensichtlich mehr fürs Team leisten würde, wenn sie sich afk mit einem Reinhardt in den Choke-Point stellt und quasi unabsichtlich mit dem Schild Schaden blockiert.

Sollte Overwatch in Zukunft eine Role-Queue für 6v6 erhalten, bin ich wunschlos glücklich. Ich würde mich aber auch freuen, wenn es gelegentlich Arcade- und Event-Modi mit 6v6 gibt, oder sogar eine Stadium-6v6-Testphase.

Als jemand, der 6v6 sehr viel lieber spielt als 5v5, würde es mich einfach freuen, wenn das Dasein von 6v6 als Randgestalt mit verschiedenen Spielerlebnissen endlich beendet werden würde.

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yam7426

Also, jein: Es ist eher selten der Fall gewesen. Wenn ich Tank spiele, fühlt es sich so an, als ob die DPS (schuld) sind, weil, wenn ich pushe, meistens alle Gegner da sind und ich als Tank nichts tun kann, wo ich noch am Leben wäre.

Vielleicht ist das nur meine Sicht, oder ich sehe nicht, was die anderen sehen.

Wenn ich als DPS spiele, dann kommt meistens der Gedanke: Jemand muss die gegnerische Backline zerstören, damit wir als Team pushen können.

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