MontanaBlack entschuldigt sich für „wirre Aussagen“ zu Nazi-Symbol: „Zu 0 % drüber reflektiert“

MontanaBlack entschuldigt sich für „wirre Aussagen“ zu Nazi-Symbol: „Zu 0 % drüber reflektiert“

Der deutsche Twitch-Streamer Marcel „MontanaBlack“ Eris hat ein NFT beworben, das einen Affen zeigte, der ein Hakenkreuz trug. Als Kritik daran aufkam, rechtfertigte MontanaBlack sich: Das Symbol gehöre halt zur Historie dazu. Für diese Aussagen entschuldigte er sich gestern in einem Twitch-Stream: Das sei wirres Zeug gewesen, über das er nicht nachgedacht habe.

Das ist die Situation:

  • Der deutsche Twitch-Streamer MontanaBlack bewirbt über Twitter seit einigen Tagen NFTs, einen neuen Technik-Trend, der im Gaming kritisch beäugt wird, der aber als spekulative Wertanlage für einige Leute interessant ist. Zuletzt verlost er über Twitter 4 NFTs, die digitale Affen zeigen. Einer der Affen trug ein Hakenkreuz.
  • Das löste Kritik im deutschsprachigen Twitter und im internationalen reddit aus. Die Hersteller des NFTs löschten den problematischen Affen daraufhin und sagten: MontanaBlack sei bezahlt worden, das zu posten. Er habe mit der Erstellung des Affen nichts zu tun.
  • Doch MontanaBlack heizte die Stimmung mit relativierenden Aussagen weiter an. Er sagte, er hätte den Affen gar nicht gelöscht. Das Symbol gehöre ja zur Historie dazu.
Größter deutscher Twitch-Streamer verlost NFT mit Hakenkreuz: „Gehört zur Historie dazu“

Das war das Zitat, das die Diskussion anheizte: Die genaue Aussage von MontanaBlack, welche die Stimmung anheizte, war (via twitter):

Ich für mich ganz persönlich hätte es vermutlich gar nicht gelöscht. Letztendlich, Diggah, gehört es auch zu der Historie dazu und nur weil es irgendwie mal irgendwo ein Hakenkreuz zu sehen ist, macht nicht jeder gleich „Salutiert still stramm und grüßt Adolf“ – das ist Schwachsinn, Diggah. Diese ganze Nazi-Scheiße gehört halt leider auch zu dem, was damals passiert ist, dazu.

MontanaBlack

MontanaBlack sagt: Management hat Twitter-Post getätigt

So reagiert er jetzt: In einem aktuellen Twitch-Stream vom 19.01. hat sich MontanaBlack für diese Aussage entschuldigt und um Verzeihung gebeten. Teile des Streams hat er später auf Twitter gepostet.

MontanaBlack sagt:

  • Er war selbst von der Situation überfordert
  • Das Giveaway habe er nicht selbst gepostet, sondern jemand aus seinem Umfeld, man könne das auch „das Management“ nennen
  • Er habe es allerdings versäumt, den Post noch mal zu kontrollieren – das sei klar sein Fehler gewesen
  • Er sei dann auf Twitter zurecht kritisiert worden
https://twitter.com/MontanaBlack/status/1483901398597124102

„Wirre Aussagen ohne jeglichen Zusammenhang, einfach um irgendwas zu sagen“

Im Nachhinein ärgert sich MontanaBlack offenbar vor allem über seine eigenen Aussagen zum Hakenkreuz im Twitch-Stream:

Und gestern hab ich im Stream versucht, das für mich noch irgendwie so bisschen argumentativ noch hinzulegen und hab irgendwelche Aussagen gebracht, wo ich vorher 0 Prozent drüber selbst reflektiert habe.

Also ich hab gestern das ganze Thema für mich abgehakt, hab da den Post gelöscht selber, bin dann irgendwann nach Hause gekommen, hab den Stream angeschmissen und nix zu gesagt und irgendwann hab ich auf Krampf versucht, irgendwas zu sagen, was eher mir noch ein Bein gestellt hat, weil ich irgendwelche komischen Aussagen getroffen habe – Oder sagen wir mal nicht komische Aussagen, sondern einfach wirre Aussagen ohne jeglichen Zusammenhang, einfach um irgendwas zu sagen.

MontanaBlack

Im weiteren Verlauf der etwa 4-minütigen Entschuldigung betont MontanaBlack seine eigenen türkischen Wurzeln: seine Mutter sei Türkin und er habe die Staatsangehörigkeit „Deutsch/Türkisch“.

Zum Anschluss der Entschuldigung sagt MontanaBlack, er distanziert sich klar von der „ganzen Nazi-Scheiße“, und streckt den Mittelfinger in die Kamera.

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Er sagt aber auch, dass ihm die Meinung von Leuten auf Twitter oder der allgemeinen Öffentlichkeit eigentlich egal ist, obwohl er ein „darauf angewiesen ist, dass Leute ihn feiern“. Aber so wirklich zähle für ihn nur, dass seine Freunde und Familie ihn liebten. Was irgendein „Johannes auf Twitter“ über ihn denke, sei ihm ziemlich egal.

Im Mai 2020 musste sich MontanaBlack schon mal den Vorwurf gefallen lassen, in einer rechten Ecke zu stehen. Das kam damals von Satiriker Jan Böhmermann. Auch damals reagierte MontanaBlack empört auf diesen Vorwurf und wies das scharf zurück:

Böhmermann schiebt deutschen Twitch-Star in rechte Ecke – Der wehrt sich

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