Erfinder des Beleidigungsfechtens will Beleidigungen nicht mehr mitmachen und hört auf, übers neue Monkey Island zu sprechen

Erfinder des Beleidigungsfechtens will Beleidigungen nicht mehr mitmachen und hört auf, übers neue Monkey Island zu sprechen

Die Monkey-Island-Reihe ist berühmt für ihren seltsamen Humor. Der Erfinder, Ron Gilbert, will aber jetzt nicht mehr über den neusten Teil sprechen, den er selbst entwickelt. Fans der Spiele sind zu beleidigend. Dabei hat er Duelle mit Beleidigungen erfunden …

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit Return to Monkey Island erscheint die Fortsetzung zu einem 31 Jahre alten Adventure-Spiel.
  • Der Entwickler weigert sich jetzt aber, auf seinem eigenen Blog weiter über das Spiel zu schreiben. Er sei zu sehr beleidigt und persönlich angegangen worden.
  • Grund für die Kritik war eingangs vor allem die neue Grafik von Monkey Island, die im Gameplay-Trailer gezeigt wurde:
Das neue Monkey Island zeigt nur 1 Minute Gameplay und ich bin trotzdem schon verliebt

Wer ist der Erfinder? Ron Gilbert hat Monkey Island erfunden. Der erste Teil der Reihe erschien vor 32 Jahren. Als Hauptrolle des Adventures spielt ihr Guybrush Threepwood, einen aufstrebenden Piraten, der seine Geliebte heiraten will.

Um Pirat werden zu können, muss er aber die Kunst des Duellierens lernen. Die funktioniert in Monkey Island etwas anders. Statt die Säbel sprechen zu lassen, müsst ihr euch mit eurem Gegenüber einen kreativen, verbalen Schlagabtausch liefern.

Eine Beleidigung wird ausgesprochen, etwa: „Du kämpfst wie ein dummer Bauer.“ Daraufhin erwidert der Kontrahent: „Wie passend. Du kämpfst wie eine Kuh.“ Und so weiter. Ein echtes Beleidigungs-Duell eben.

Return to Monkey Island ist das neuste Spiel der Reihe, das noch 2022 erscheinen soll. Es knüpft an den zweiten Teil von 1991 an, der ebenfalls von Gilbert erschaffen wurde. Nun will der Entwickler aber auf seinem Blog nicht mehr über das Spiel sprechen.

Neue Grafik stört Hardcore-Fans: „Sieht aus wie Mist“

Warum spricht Gilbert nicht mehr über sein Spiel? Gilbert schrieb in einem Post auf seinem Blog, dass er zu sehr von Gamern angegangen worden sei. Der Synchronsprecher des Protagonisten, Dominic Armato, teilte einen entsprechenden Screenshot von Gilbert auf Twitter. Dort heißt es:

Ich schließe die Kommentare. Die Leute sind einfach nur gemein und ich muss persönliche Angriffe löschen. Das ist ein tolles Spiel und jeder im Team ist stolz darauf. Spielt es oder lasst es, aber macht es nicht für alle kaputt. Ich werde nichts mehr über das Spiel posten. Die Freude am Teilen wurde mir ausgetrieben.

Tatsächlich lässt sich über das Internet-Achiv noch ein wenig in die Kommentare schauen. Unter denen, die nicht gelöscht worden sind, finden sich noch Aussagen wie: „Du bist ein abscheuliches und elendes menschliches Wesen, Ron Gilbert. Du solltest dich schämen. Man kann nur hoffen, dass du dich aus der Industrie zurückziehst und niemals wiederkehrst“ – wobei die meisten gemäßigter ausfallen.

Wie kam es zu den Wortgefechten? Auslöser für die meiste Kritik ist die neue Optik von Return to Monkey Island. Im Vergleich zum Pixel-Stil der ersten Teile oder den handgezeichneten Grafiken aus Teil 3, sei der neuste Ableger zu emotionslos.

Teil 3 wurde zwar nicht von Gilbert entwickelt, gilt aber für viele Fans als Höhepunkt der Reihe. Nun zu sehen, dass etwa der Protagonist kaum Ähnlichkeit aufweist, ist für viele nur schwer zu verdauen. Die Folge waren erhitzte Gespräche. Allerdings soll Gilbert selbst nicht ganz unbeteiligt gewesen sein und wie PCGamer berichtet, sei das auch nicht sein erstes Wortgefecht im Internet.

Es heißt, er habe sich selbst auch zu einigen Kommentaren verleiten lassen, die recht unfreundlich gewesen seien. Er soll einige Kritiker als „Retrofaschisten“ bezeichnet haben. Einige gemäßigte Teilnehmer meinten daraufhin, dass solche Beleidigungen auf beiden Seiten nicht hilfreich seien.

Trotzdem ist das Echo zum neuen Monkey Island durchaus positiv. Viele Fans freuen sich auf das neue Adventure. Übrigens ist Return to Monkey Island nicht der einzige Titel, mit dem eine beliebte Spiele-Reihe wieder ins Rampenlicht rücken soll:

Nach 6 Jahren wird Deus Ex wohl endlich wiederbelebt – Ein riesiger Verkaufsdeal macht’s möglich

Quelle(n): PCGamer, GameSpot, Dominic Armato auf Twitter
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Darcychan

Ich persönlich freue mich über den neuen Teil und werde ihn definitiv spielen – und ja, auch ich finde den Grafikstil nicht besonders ansprechend (aber gut, es ist halt was neues. Die Entwickler wollen sich der Zeit anpassen und was moderneres auf den Markt bringen. Ich bin damals mit Simon the Sorcerer 2, Monkey Island und Jazz Jack Rabbit aufgewachsen, daher bin ich vielleicht ein Pixelfetischist – aber hey. Über die Grafik kann man streiten.)
Persönlich ist mir der Artstyle zu… eckig xD Aber zurück zum Wesentlichen: Wie mittlerweile miteinander umgegangen wird, ist echt unterste Schublade. Konstruktive Kritik ist gut. Sinnloses Rumgeflame und vor allem persönliche Anfeindungen nicht. Ich verstehe einfach nicht, wieso man gezielt andere verletzen will, nur weil sie etwas machen, was ihnen nicht passt. Und gerade wenn es um ein Herzensprojekt geht (Ich nehme an, dass man es so betiteln kann. Der reinen Kohle wegen fängst du nicht nach so langer Zeit an, nochmal was zu programmieren) – kann ich verstehen, dass es einem auch sehr nahe geht, wenn man Hate erntet. Schätze, wäre es nur konstruktive Kritik gewesen, hätten die Entwickler vielleicht mit sich reden lassen, aber Hate allein bringt niemanden weiter.

Marius Bollmus

„Fans der Spiele sind zu beleidigend. Dabei hat er Duelle mit Beleidigungen erfunden …“

Ist ein wenig Sinnlos. Ich weiß es geht um die Ironie darin, allerdings wirkt das auch wie: „hör auf zu heulen, du bist viel schlimmer“.

Es wäre eher passend die Ironie hervorzuheben, wenn er bekannt dafür gewesen wäre, ebenfalls echte Menschen im ernsten Kontext runterzumachen und nicht in einem Spiel kreative, witzige Beleidigungen in Duellen zu verbauen. Kontext wird heutzutage sehr gerne ignoriert.

Ich nutze gerne Extrembeispiele um meinen Punkt zu verdeutlichen, darum schreibe ich nun die gleiche Art von Satz in heftiger Form:

„Shooter entwickler empört sich über Anschlag auf sein Leben. Dabei gehört der Tod doch zu seinem täglich Brot…“

Ich weiß, es ist nicht so gemeint, aber es wirkt, als wolle der Satz implizieren, dass es ja den richtigen Treffe. Außerdem finde ich es auch noch nen Unterschied, wenn man jemanden Retrofaschist nennt, oder wie in dem Beispielkommentar zu jemanden sagt, er sein ein abschäuliches Wesen etc.
Das wäre für mich so der Unterschied zwischen einem bösen Blick und ner Backpfeife oder nem Schlag in den Magen, da letzteres sehr viel persönlicher ist und allumfassender, als „Retrofaschist“, was man aus Ärger heraus zu einem speziellen Thema sagt. Nicht schön, aber auch menschlich. Jemandes ganze Existenz als wertlos zu deklarieren z.B. ist ja meiner Meinung nach um einiges heftiger.

Zum Thema:

Beleidigungen gehen gar nicht. Vor allem nicht wegen solch banaler Sachen wie Inhalte von Spielen die den Geschmack mancher nicht treffen. Ich selbst äußere immer freundliche, konstruktive Kritik, bin aber nicht stolz drauf, denn ich finde das sollte selbstverständlich sein. Achja und nicht zu vergessen die ganzen Morddrohungen für jeden Furz. 🙁

Wizard

Ich finde den Grafikstil auch sehr hässlich, aber selbständlich kein Grund Leute zu beledigen.

Hat Ron Gilbert denn den Grafikstil selbst bestimmt oder jemand anderes?

Und wieso „Retrofaschisten“ ? MI 3 hat doch einen relativ „realistischen“ Zeichentrickstil der zeitlos ist und so ähnlich in dutzenden Zeichentrickserien und -Filmen vorkommt.

MI 1 und 2 haben auch einen relativ realistischen Zeichentrickstil, nur eben viel pixeliger.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Wizard
Phoesias

Sind doch nicht alle, lieber Ron bzw. generell gilt für alle Entwickler.

Das man sich da immer so hart drauf einlässt, Haters gonna hate, war nie anders und wird nie anders sein, es bildet aber eben nur einen sehr geringen Teil der Community ab.

Einfach nicht zu herzen nehmen

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Phoesias
K-ax85

Kritik und persönliche Anfeindung sind zwei unterschiedliche Dinge. Leider können das viele Menschen heutzutage nicht mehr unterscheiden.

Ich bin jetzt auch kein Fan des neuen Grafikstils, lasse mich aber gerne darauf ein – das Spiel wird so oder so gekauft / gespielt.

Grinsekatze

Persönliche Beleidigungen sind sowas von daneben.
Es gibt allerdings auch konstruktive Kritiker – und die überwiegen tatsächlich. Es geht zu 99,99% um Guybrush’s NASE – der Rest ist wirklich Geschmackssache, denn den Stil finde ich cool und passend (zudem war jedes Spiel ein anderer Stil).

Super fand ich das Remake damals – man konnte den Pixel-Look aktivieren, wann immer man wollte. Es gab „Off-Comments“ der Entwickler. Usw.

Klar, das wäre alles etwas viel gewesen, für einen neuen Teil, aber: sich komplett Kritik zu verschließen wie eine beleidigte „dumme Kuh“ (na…?), nunja.

Mithrandir

Aus „Dinge kritisieren“ und „Meinungen haben“ ist leider inzwischen ein „Wenn es nicht genauso wird, wie ich das will sind die Macher dumm/blind/schei**/unfähig/etc.“ oder „Wenn es nicht genauso wird, wie ich das will, dann verstehen die Macher ihr Produkt schlechter als ich!“ geworden.

Traurig.

Vor allem, weil die Leute garnicht zu realisieren scheinen, dass sie damit nur erreichen, dass es
a) weniger Sachen GIBT
b) erst Recht keiner mehr auf Kritik hören will sondern nurnoch „sein/ihr Ding“ macht.

N0ma

Am Anfang des Internets, gabs noch soziale Kontrolle. Leute die voll daneben lagen wurden aus dem Forum gekickt von den anderen. Damals gabs auch noch den Begriff Netikette. Irgendwie ist das verlorengegangen. Möglicherweise durch die Komerzialisierung.

Auf der anderen Seite muss man auch nicht alles ernstnehmen, von 1000en Meinungen hast du immer irgendwelche Aussetzer dabei. Das ist heute geschrieben und morgen vergessen. Dont feed the Troll.

Alex

Kann ich absolut verstehen, Gamer und ihre seltsamen erwartungshaltungen sind wirklich eines der größten Probleme der Branche aktuell, neben den immer stärkeren, unersättlichen Gewinn Orientierungen, seitens der Brache Selbst, sind vermeintliche „Fans“ echt nur noch furchtbar, das sind keine Fans mehr, das sind geistig in der Pubertät hängengebliebene Personen, die Fan Fictions in ihren Köpfen zusammen würfeln und sich dann aufregen das sie nicht der Realität entsprechen. Ich wollte früher Spieleentwickler werden, heute bin ich froh es nicht geworden zu sein so ein undankbaren Haufen würde ich nicht auch nur einen schönen Moment schenken wollen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Alex
BuschieUschi

Genau und in Zukunft werden wir Ihnen Denkmäler bauen und alles nur noch über den Klee loben weil sie es sich ja so verdient haben unsere armen armen Entwickler.
Mal im Ernst, was hat er sich den bei diesen sagen wir mal sehr eigenwilligen Grafikstil (ich finde ihn furchtbar) und den Fans der MI Reihe erwartet?
Das war ja vorher schon sowas von abzusehen, dass ich das jetzt von ihm schon ein wenig Dünnhäutig finde.
Natürlich aber sind persönliche Anfeindungen völlig überflüssig.

Alex

Hab ich nie gesagt das man sie über den Klee loben sollte, aber anstatt leute anzugehen weil etwas nicht ist wie man es sich vorstellt, damit meine ich vor allem Grafikstyle, setting, Story, etc, alles was ich unter Kunst bei einem Spiel verbuche und ein Entwickler bewusst wählt.
Sollte man eventuell lieber einfach zu etwas anderen gehen und genau das was er sagt, Kaufs oder lass es sein.
Was immer und wirklich immer kritisierungswürdig ist sind Bugs und gameplay entscheidungen die nur auf dem Papier funktionieren. Ein Grafikstyle ist aber eine bewusste Entscheidung die ein Entwickler als Künstler bewusst wählt, aus ein paar Schnipseln Gameplay gleich alles zu verteufeln ist einfach nur total blind und einfach nur meckern des meckern wegens, das kotzt mich an und hat halt nichts mit Kritik zu tun. Sonder ist Geschmackssache, schmeckt dir nicht, iss was anderes.

Leya Jankowski

Genau diese Einstellung ist doch das Problem. Es geht hier um nichts anderes als die persönlichen Anfeindungen. Es steht dir vollkommen frei, den Grafikstil nicht zu mögen. Es zwingt dich keiner das Spiel zu kaufen. Der Stil ist ganz den Leuten überlassen, die das Spiel erschaffen haben. Genau das ist die Stelle, wo man davon spricht, dass die „Fans“ einen seltsamen Anspruch auf das Game und die Franchise erheben.

Wenn du selbst dann jeden Tag von Anfeindungen bombardiert wirst, dafür, dass du ein Entertainment-Produkt entwickelt hast und dir dann auch noch anhören darfst „Stell dich halt mal nicht so an“, wenn du einen Schlussstrich ziehst… Ja, da braucht man sich nicht wundern, warum die Devs heutzutage keine Lust mehr haben sich mit den „Fans“ auseinanderzusetzen.

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