Neue Mining-Methode Chia ist so heftig, dass sie eure SSD in 6 Wochen zerstört

Die Kryptowährung Chia sorgt für einen hohen Verschleiß von Festplatten. Vor allem SSDs sind betroffen. Eine 500-GB-SSD soll zum Beispiel nach 40 Tagen bereits kaputt sein.

Kryptowährungen spielen in der aktuellen Zeit eine große Rolle. Für das “Schürfen” der meisten Währungen sind vor allem Grafikkarten unbedingt nötig. Hersteller wie Nvidia gehen sogar so weit, dass sie Mining mit Grafikkarten deutlich erschweren wollen.

Bei der noch recht jungen Währung „Chia“ sieht es wieder etwas anders aus. Denn hier sind Festplatten wie SSDs und HDDs dafür nötig, die wertvolle Währung zu schürfen.

Doch dieser Vorgang ist sehr intensiv und sorgt dafür, dass vor allem SSDs enorm verschleißen. Dadurch sind die SSDs zwar nicht sofort völlig nutzlos, ihre Schreibleistung bricht jedoch spürbar ein.

Was sind Krypto-Währungen? Hierbei handelt es sich um digitale Währungen, die online gehandelt werden. Sie sind anonym und normalerweise dezentralisiert. Die sogenannte Blockchain-Technologie gilt als sicher. Von Nachteil ist, dass die Währung im Wert extrem stark schwanken kann.

Aktuell gibt es mehr als 4.500 verschiedene Währungen, die wichtigsten davon sind aber Bitcoin und Ether (via wikipedia.de).

Chia ist eine besonders schreibintensive Krypto-Währung

Was ist das für eine Währung? Bei der Währung Chia geht es um sogenannte Plots. Ein Plot ist ein Schürf-Versuch. Diese Plots müssen dafür auf einen Datenträger geschrieben werden.

Der Vorgang (Plotting) dauert je nach Hardware und Einstellungen etwa 6 bis 12 Stunden. Aufgrund der langen Dauer werden deswegen häufig mehrere Plots parallel erstellt.

Grundsätzlich kann man dafür sowohl eine SSD als auch eine langsamere HDD verwenden. Mit einer SSD lässt sich der Vorgang aber deutlich beschleunigen.

Je mehr Plots ihr besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr für den nächsten Block gewählt werdet. Hier spielt also Performance eine wichtige Rolle.

Wo liegt das Problem? Die Lebensdauer einer SSD wird durch die Anzahl von Schreibzugriffen begrenzt. Die hier genutzte Maßeinheit ist TBW (Total Bytes Written). Bei einer SSD liegen die Lebensdauer hier niedriger als bei einer HDD.

Beim Plotting werden jedoch viele Daten geschrieben. Ein einzelner Plot ist zwar nur rund 100 GB groß, um einen einzelnen Plot zu erstellen, braucht es aber rund 1,5 TB Schreibleistung.

Bei günstigen Consumer-SSDs kommt außerdem günstiger Flashspeicher zum Einsatz. So bieten TLC-Speicherzellen zwar viel Speicher, haben aber auch deutlich weniger Schreibzugriffe. Hier ist dann bei 300 – 1000 Schreibzyklen Schluss (via storage-insider.de)

Wie funktioniert eine SSD? Während eine HDD auf Mechanik setzt, werden bei einer SSD Flash-basierte Speicherzellen beschrieben. Das könnt ihr euch wie einen USB-Stick vorstellen, denn hier wird auch auf Flash gesetzt.

Die Beschreibbarkeit liegt je nach Qualität zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend Schreibvorgängen. Wird der Wert überschritten, dann lässt sich die Flash-Zelle nicht mehr ordentlich löschen, dadurch nimmt die Performance ab. Daher kommt eine Technik zum Einsatz welche Schreibvorgänge auf alle vorhandenen Speicherzellen verteilt.

Wer die Währung „Chia“ schürfen möchte, der muss jedoch sehr viele Schreibzugriffe nacheinander durchführen und das belastet die Festplatte. Und diese Operationen werden dauerhaft ausgeführt, da bei jedem Schürfversuch (Plot) Daten auf die Festplatte geschrieben werden.

Eine handelsübliche 500-GB-SSD geht mit Chia nach rund 40 Tagen kaputt

Wie berechnet sich das? Normale Consumer-Festplatten kann jeder von euch bei Amazon oder diversen Einzelhändlern kaufen. Wichtig ist hier die Angabe, wie viel Terabyte auf die Festplatte geschrieben werden kann.

Die bekannte Samsung SSD 870 EVO gehört zu den beliebtesten Festplatten und zählt zu den Amazon-Bestsellern unter den internen SSDs.

Bei der Samsung 870 EVO liegt die maximale Schreibleistung bei 300 TBW für die 500-GB-Variante der SSD. Das bedeutet, dass mindestens 300 Terabyte an Daten geschrieben werden können, bis die Performance spürbar nachlässt. Dabei handelt es sich um eine Mindestschreibleistung und nicht um eine Angabe für das “End of Life” des Geräts, also bis es richtig kaputt ist.

Für die meisten Gamer, die ihr Betriebssystem und vermutlich ein paar Spiele auf ihrer SSD installieren, reichen solche Schreibleistungen auch völlig aus und werden erst nach vielen Jahren erreicht.

So länge hält eine SSD durch: Das Online-Magazin PC-Gamer rechnet vor, wie lange eine durchschnittliche SSD am Leben bleibt, bevor sie nicht mehr brauchbar ist (via PCGamer.com) Und die Zahlen sind überraschend:

  • Eine normale SSD mit 512 GB Speicher ist nach etwa 40 Tagen kaputt
  • Eine 1-TB-SSD schafft etwa die doppelte Zeit durchzuhalten.
  • Bei einer 2-TB-SSD sind es dann etwa 160 Tage.

Die Zahlen beziehen sich dabei auf übliche Consumer-SSDs wie eine Samsung 870 EVO und stammen von einer chinesischen Seite (via mydrivers.com).

Gibt es SSDs mit längerer Haltbarkeit? Die meisten Hersteller bieten Pro-Modelle mit höherer Haltbarkeit, kosten aber deutlich mehr als normale Modelle. Während die Samsung 870 Evo rund 70 Euro kostet, zahlt ihr für die Samsung 860 Pro bereits 110 Euro. Hier liegt die Haltbarkeit dafür bei 1200 TBW bei der 500-GB-Version. Die Pro-Modelle richten sich an professionelle Anwender und nicht an Gamer oder Office-Nutzer.

Kryptowährungen spielen derzeit eine große Rolle, da sie für viele als gute Einnahmequelle gelten. Mit den Währungen gibt es aber einige neue Probleme. So kostet das Schürfen von Ethereum und Bitcoin enorme Mengen an Energie. In China diskutiert man deswegen darüber, ob man das Schürfen von Bitcoin nicht verbieten solle.

Quelle(n): PCGamer.com
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12 Kommentare
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nthrax

so ein haufen unqualifizierter aussagen auf einem haufen….
zum thema bald keine ssds mehr zu vernünftigen preisen…..wer chia mit ner billigen standart ssd minen möchte ist selbst schuld, das wird eher die Ausnahme sein. cpu’s sind ja auch nicht knapp weil sie alle von bitcoin minern aufgekauft werden….weil es damit eben nicht lohnt….

zu dem ssd in 40 tagen kaputt….
bei einer ssd mit 120 tbw ssd kommt das hin mit einem plot….
ne samsung 860 pro wird aber vom hersteller mit 1200tbw im datenblatt angepriesen….was also der 10 fachen dauer entspricht….
ganz zu schweigen davon dass diese herstellerangaben seeehr niedrig angesetzt sind….soll ja nur die mindestmenge an daten angeben kein garantiertes end-of-life…..
die t-create xpert mit 1tb soll laut hersteller 3333 plots erstellen können was ca 6000 tbw entspricht (1 plot = 1.6 – 1.8 tb)
die erstellung eines plots dauert bis zu 12 stunden….d.h. 2 plots am tag….= 1666.5 tage = 4.5 Jahre….
selbst mit einer samsung evo liegt man noch im bereich von jahren bei der lebensdauer….trotz chia mining….

und zum thema welche umweltverachtenden menschen so etwas machen…..es ist WESENTLICH ökologischer als alle anderen mining konzepte bisher….und bei einem preis von 3€+ pro plot…..hrmmm…nochmal rechnen…3333plots*3€= 9999€……ok….stimmt…lohnt nicht….whuaat? oO

Heinzl

Na Klasse. Nach den Grafikkarten gibt’s dann auch bald keine SSD´s mehr zu kaufen. Zu vernünftigen Preisen versteht sich.

MP

Man sollte auch keine SSD nutzen, sondern normale HDD sind günstiger und bieten mehr Speicher. Aus diesen Grund Defragmentiert man auch keine SSD Laufwerke weil sie halt nur einen Bestimmten Zyklus halten.

Daniel

Junge junge.

Bei dem Bevölkerungswachstum ist es schon jetzt kaum noch möglich, irgendwie nachhaltig genug Energie zu erzeugen oder “endliche” Ressourcen zu recyclen.
Und dann kommen so geistige Tiefflieger und verschwenden die Ressourcen auch noch für so ein unsinniges “Produkt”.

Asator

Elon Musk verbietet Bitcoin als Zahlungsmittel bei Tesla weils zu viel Energie verschwendet, hoffe da ziehen noch einige mehr nach.

Riordian123

Die eigentliche Frage ist doch, wieso Musk Bitcoin überhaupt erst als Zahlungsmittel zugelassen hat. Das Bitcoin Energie verschwendet ist schon länger bekannt.

Das Tesla kurz zuvor Bitcoin in großen Mengen gekauft hat, welche dadurch deutlich mehr Wert wurden, würde aber bedeuten, das Musk in erster Linie ein Geschäftsmann und kein Weltverbesserer ist.

N0ma

Gibt mittlerweile extra Spezial SSD für Krypto 😉
damit gehts besser

Amyfromtheblock

Mich wundert es immer wieder grade wo doch alle auf Nachhaltigkeit setzen und reden we wichtig unsere Umwelt ist aber bei Geld hört wohl die Umwelt auf sonst kann ich es nicht verstehen egal welche krypto Währung es auch ist die Umwelt leidet und der Markt der Grafikkarten

Grinsekatze

Definiere mal “alle”.

N0ma

Du hast anscheinend noch nichts von dieser Welt verstanden

Bodicore

Einfach nur krank. Was für eine durchgeknallte Spezies tut sowas.

Zuletzt bearbeitet vor 5 Monaten von Bodicore
Grinsekatze

Ein kleiner Teil der Menschheit.

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