Mecker Mittwoch: Sucht & Sorge – Umgang mit Online-süchtigen Freunden

Wenn Freunde in MMORPGs offenbar einer Sucht erliegen, was ist dann die beste Vorgehensweise?

Heute möchte ich ein Thema ansprechen, das nicht direkt mit einem bestimmten Spiel zusammenhängt: Sucht unter Freunden. Für „unsere“ Generation ist es ganz normal Menschen über das Internet kennenzulernen und so auch Freundschaften zu schließen, die viele Jahre oder gar für das ganze Leben halten. Das gilt oft auch dann, wenn man diese Personen niemals im richtigen Leben zu Gesicht bekommen wird.

Ich bin mir sicher, jeder mit einer großen Freundesliste hat ein paar dieser Mitspieler darauf: Sie sind quasi permanent online. Und nein, ich meine nicht diese „typische Phase“, die jeder von uns mal hat, in der ein bestimmtes Spiel für ein paar Wochen mal exzessiv gezockt wird. Ich rede von einer Onlinezeit, bei der man selbst ohne Fachkenntnisse von einer Sucht sprechen kann. 12-16 Stunden täglich, Tag für Tag.

WoW Arthas Menethil Purging Stratholme

Da ich (meistens) relativ direkt bin, spreche ich die Leute einfach drauf an. Bisher wurde meistens bestritten, dass es sich um eine Sucht handelt – aber ehrlich, was sollte diese Person auch anderes sagen können?

Letztlich könnte es mir egal sein. Was andere Menschen mit ihrem Leben anstellen ist in letzter Konsequenz ihre eigene Sache, in die ich mich nicht einzumischen habe. Das würde ich wohl auch so tun, wenn ich diese Personen nicht seit Jahren kennen würde. Sie haben für mich den gleichen Stellenwert wie eine Bekanntschaft seit Kindertagen – Freunde eben. Freunde lasse ich nur ungerne ins Verderben rennen (außer sie spielen Hanzo).

Es wäre einfach, wenn ich einfach „mal in echt“ vorbeikommen könnte, um diese Leute vom Rechner zu zerren und ihnen Verstand und Einsicht einzutrichtern – oder vielleicht selbst zu erkennen, dass meine Einschätzung falsch war. Aber bei „Online-Freunden“ ist das eben nicht immer möglich.

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich ratlos, wie ich langfristig mit diesem Problem umgehen soll.

Es macht mich traurig zu sehen, dass manche Freunde ihr Leben so „verschwenden“, wenn ich zugleich weiß, dass es eigentlich ungeheuer kreative Personen mit viel Potential sind, um sich auch anders zu entfalten. Dann gleichzeitig frage ich mich: Wer bin ich, um darüber zu urteilen, wie sie ihr Leben führen? Diese beiden Gedanken schaukeln sich bei mir dann gegenseitig hoch.

Ich werde wütend und traurig, jedes Mal, wenn ich die Freunde tagelang und wochenlang online sehe. Irgendwann ertrage ich es nicht mehr und werfe sie einfach aus der Freundesliste – zumindest im Battle.net. Dann muss ich es nicht mehr sehen. Das Problem ist damit natürlich nicht gelöst. Aber es tut mir selbst gut – ein bisschen egoistisch, ich weiß.Zocken oder Sucht?

Habt Ihr auch solche Leute in eurem Freundeskreis, die in einem Sumpf der Sucht zu versinken drohen? Wie geht Ihr mit solchen Situationen um oder wie würdet Ihr es tun? Unternehmt Ihr was und greift ein? Oder ist „jeder seines eigenes Glückes Schmied“ und soll sich selber darum kümmern?


Letzte Woche ging es um Dead by Daylight – der Noobschlächter ist nämlich nicht so toll designt.

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