Mecker Mittwoch: Dead by Gamedesign – Der Doctor ist ein Noobschlächter

Bei Cortyn ist irgendwie nie ein Spiel perfekt. Der neuste Patch von Dead by Daylight sorgt für Balance-Probleme und Frust.

Wie schon in der letzten Woche angedroht, habe ich ein bisschen Abstand von zu viel World of Warcraft und Heroes of the Storm genommen, um mich stattdessen dem neuen Patch für Dead by Daylight zu widmen.

Das Horror-Spiel hat einen neuen DLC spendiert bekommen, den „Spark of Madness“. Zugleich gab es auch viele Balancing-Veränderungen. Das Ziel dieses Updates war es, besonders mächtige Perks abzuschwächen und ungeliebte Perks etwas aufzuwerten.

Ich spiele sowohl Killer (wenn ich alleine zocke) als auch Überlebender (mit Freunden), daher denke ich eine recht neutrale Sicht auf das Ganze zu haben: Killer sind die Verlierer dieser Änderungen. Die Überlebenden nutzen noch immer exakt die gleichen Perks wie zuvor. Bei Killern ist die Auswahl kleiner geworden, da die „teachable Perks“, also die Perks, die man von anderen Killern übernehmen kann, mitunter drastisch abgeschwächt wurden. Das führt im Endeffekt dazu, dass das „Teabagging“ der Survivor wieder zugenommen hat. Aber dazu habe ich mich bereits einmal ausgelassen.

Ein zweiter Punkt, der mich wirklich drastisch stört, ist der Doctor. Ich habe mich riesig auf den Killer gefreut, denn er schien eine wirkliche Abwechslung zu den anderen Verrückten zu sein. Mit der neuen „Wahnsinn“-Mechanik sorgt er durch Elektroschocks dafür, dass die Überlebenden seltsame Dinge sehen. Mal klingt es, als würde der Killer direkt hinter einem stehen, mal hört man den Terrorradius anschwellen und manchmal taucht eine Illusion des Killers genau in Blickweite auf.

Das Problem an der Sache: All diese Dinge kümmern einen nur, wenn man ein kompletter Neuling ist. Jeder andere Spieler wird nach 5 Minuten gegen den Doctor durchschauen, was durch den Wahnsinn ausgelöst wird und davon im Grunde nicht mehr beeinträchtigt.

Richtig unzufrieden macht mich aber die Entscheidung der Entwickler, wie Wahnsinn auf der höchsten Stufe funktioniert. Erreicht der Wahnsinn bei einem Überlebenden Stufe 3, dann kann er 3 Handlungen nicht mehr ausführen: Sich selber heilen, einen Generator reparieren und Verbündete vom Haken holen.Dead by Daylight Cult of Dwight

Das klingt an sich cool, nicht wahr? Der „Haken“ an der Sache ist: Wahnsinn Stufe 3 erreicht ein Überlebender ohnehin nur mitten in einer Verfolgungsjagd. Da repariert man ohnehin keine Generatoren, holt Verbündete vom Haken oder heilt sich.

Nein, mit dem Doctor werde ich nicht so richtig warm. Er ist aus Sicht eines Killer- und Überlebendenspielers vor allem eines: Langweiliger als gedacht. Von der Idee her gut, vom Spielgefühl her aber weit hinter den Erwartungen. Er ist ein „Noobschlächter“ – gerade einem Team aus Neulingen stampft man mit ihm rasant ein, aber wer bereits Tage Erfahrung in dem Spiel hat, der belächelt den Doctor als „Free Win“.

Im Forum macht man sich derweil über die Spielentwickler lustig. „Ihr wolltet mit dem Doctor das Spiel ruinieren wie angekündigt? Ja, das hat geklappt – nur genau anders herum als geplant.“

Ich kann nur hoffen, dass die Entwickler demnächst ein bisschen patchen – lieber früher als später.Dead by Daylight Doctor Searching

Aber ich will auch nicht alles verteufeln: Mit „Spark of Madness“ kann man viel Spaß haben. Die neue Map ist gruselig und hat eine ganz andere Atmosphäre als die bisherigen Karten und die Perks vom Killer sind cool, da sie auch anderen Killern beigebracht werden können.

Habt Ihr den neuen Killer mal ausprobiert oder gegen ihn gekämpft? Was haltet Ihr vom Doctor?


Letzte Woche ging es um WoW und das spannende Questdesign der Legionsrichter …

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