Mecker Mittwoch: Gibt es noch Spiele ohne Bugs?

Kennt ihr noch das Super Nintendo? Oder vielleicht das N64? Diese alten Dinger, in die man Spielkassetten eingeschoben hat und wenn sie nicht funktioniert haben, dann musste man nur kräftig pusten und die Welt war wieder in Ordnung? Diese Woche hat mich ein wenig nostalgisch gemacht. Denn Konsolenspiele hatten einen gehörigen Vorteil: Sie waren bugfrei. Zumindest bugfreier als vieles, was man heute zu sehen bekommt.

Ich habe zwar keine Ahnung, aber…

Als Gamer ohne eigene Programmierkenntnisse im Spielebereich ist es natürlich leicht, einfach zu meckern. Jan Theysen (Creative Director von King Art) hat einmal gesagt, dass MMORPGs knapp hundertfach mehr Aufwand benötigen, als Singleplayerspiele. Daher möchte ich MMOs in diesem Moment gar nicht in den Fokus rücken, die Hoffnung auf ein bugfreies MMO ist mit den Jahren für mich ohnehin gestorben.

Mein jüngstes Beispiel: The Witcher 3

Ein hervorragendes Beispiel ist das neue “The Witcher 3: Wild Hunt”. Wetzt bitte nicht eure Messer, denn das Spiel ist als Ganzes gesehen ziemlich gut. Aber es ist ein Singleplayerspiel und dafür weist es doch noch eine recht hohe Dichte an Bugs auf. Wieso gibt es Waffenerweiterungen, die laut Tooltip “+0 Angriffskraft” geben? Warum können manche Quests nicht abgeschlossen werden? Warum laufen einige Dialoge in der Endlosschleife? Nicht alle dieser Fehler sind jetzt absolute “Gamebreaker”, aber trotzdem sind sie vorhanden und, auf Deutsch gesagt, nerven wie Sau.

The Witcher 3

Da viele Fehler mehrfach auftreten und sich auch reproduzieren lassen, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass es sich dabei um seltene Einzelfälle handelt, die schlicht übersehen wurden. War vielleicht fehlende Zeit hier der entscheidende Faktor?

Wieso nehmen wir das hin?

Was ich mich ernsthaft frage: Warum nehmen wir Bugs in solchen Massen überhaupt in kauf? Mir fällt auf Anhieb kein gutes Beispiel ein, indem ich ein unfertiges oder fehlerhaftes Produkt akzeptieren könnte. Oder würdet ihr einen Ferrari kaufen, wenn der vierte Reifen und der Beifahrersessel erst zwei Wochen später nachgeliefert werden?

World of Warcraft Hotfix

Natürlich werden Spiele immer komplexer, aber kann das wirklich eine Ausrede sein? Vor einigen Jahren konnten Entwickler solche Fehler nicht im Nachhinein beheben – denn eine N64-Kassette konnte man nicht patchen. Wäre ich nun böse (und das bin ich manchmal), würde ich den Spieleschmieden glatt unterstellen, dass sie heute einfach akzeptieren, dass man es später mit Patches schon richten kann. Heutzutage kann man ohne Bedenken alles fehlerhaft auf den Markt werfen und die Spieler den Job als Betatester übernehmen lassen – ein Patch wird es schon richten.

Wer ist eurer Auffassung nach Schuld an dieser Entwicklung? Die Publisher, die immer schneller veröffentlichen wollen? Oder sind Bugs inzwischen unvermeidlich und ein wirklich “fehlerfreies” Spiel ist absolute Utopie? Und natürlich: Welches Spiel hat euch durch Bugs zum Release richtig den Spaß verdorben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
0
Gefällt mir!
Kommentar-Regeln von MeinMMO
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Community-Aktivitäten
Hier findest Du alle Kommentare der MeinMMO-Community.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
30 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Inline Feedback
Alle Kommentare anzeigen
Cedric Biester

Wenn ich ehrlich bin liest sich das schon ziemlich wie ein Postillion Artikel…

Cedric Biester

“You know Nothing Cortyn Snow”

N0ma

Seh bei den Bugs zwischen früher und heute nicht so den Unterschied. Dank Internet wird das doch recht schnell gefixt. Früher musste man schonmal ein halbes Jahr warten auf das nächste Update, wenn überhaupt eins kam. Aus meiner Sicht hat sich die Situation damit erheblich verbessert.

Manche Leute jammern einfach auch zuviel (damit meine ich jetzt nicht die Beitragsauthorin 😉 ). Wenn mal ein Quest nicht geht macht man halt was anderes. Ist ja auch nicht mehr so ein Showstopper wie früher mit den Schlauchleveln.

Spiele haben heute so um die 30GB, ein Programm für ne Marssonde hat 30kb, das ist ein millionstel. Da wird jedes Byte 5mal kontrolliert trotzdem gibts auch da Fehler. Wie zb das die Amerikaner die Längen in Fuss einprogrammiert hatten und die Europäer von metrischen Angaben ausgegangen sind.
http://www.spiegel.de/wisse

Coreleon

Du hast es in dem Artikel schon erwähnt… “Früher” konnte man da nicht mal eben drüber patchen und die älteren Spieler errinern sich bestimmt noch an die Zeitung mit den Patch /Bugfix CD’s.
Es liegt sicher nicht daran das die Spiele komplexer werden sondern daran DAS man nun einfach auf die Qualitätssicherung pfeifen kann oder darauf ein fertiges Produkt zu liefern. Erstmal möglichst viele Einheiten absetzen und wenn die nervigen Spieler dann stunk machen … herrje wird halt nen Patch nach gereicht….Irgendwann, vielleicht. ^^

Errinert ihr euch noch an das Riesen Theater um “Gothik” , weil es wirklich sehr verbuggt war?
Lach das würde heute keinen Troll mehr zum posten bringen…scho traurig oder .

MfG

Mike

Da gibts so einige 😉 Die Fifa reihe, EA Fussballmanager, SimCity nur um ein paar Beispiele zu nennen (jaja EA 😉

Zu Bugfreien spielen von früher würde ich auf jeden Fall die Zelda Reihe setzen! In Ocarina of Time (sozusagen eins der besten Spiele die es je gab) gibt es kaum Bugs die den Spielfluss trüben würden.

Forwayn

Ich denke, es wird, wie in vielen industriellen Bereichen, einfach an der Qualitätskontrolle gespart. Verlage beschäftigen kaum noch Lektoren und bringen Bücher auf den Markt die vor Tippfehlern und grammatikalischen Ausrutschern nur so strotzen.
Die Gamingindustrie ist da im Vorteil. Sie kann bei den Möglichkeiten des Internets die Qualitätskontrolle einfach an die Kunden auslagern. Es wäre mal spannend zu erfahren, ob eine Beziehung zwischen den Bezahlmodellen von MMOs und der Bugdichte zu verzeichnen ist. Könnte mir vorstellen, dass Spiele, die auf die spätere Finanzierung durch Spieler angewiesen sind, schneller und bugbehafteter auf den Markt gebracht werden.

Subjunkie

Waren Spiele früher wirklich so bugfrei oder zumindestens bugarm, ich erinnere mich noch ganz gut an Dagger- bzw. Buggerfall oder Vampires: The Maskerade. Bugarm ist irgendwie anders. Ich bin mir da nicht so sicher, ob uns da nicht doch nur unsere Erinnerung foppt.

Domgordo

mit früher meint man eher sowas wie civilization, colonization, doom oder spiele wie day of the tentakel , History Line oder Battle Isle ,etc. und so wirklich bugs, hm im moment fällt mir da echt keiner ein. Und wenn waren das in ziemlich großer Regel absolute minor bugs und keinerlei Game Breaker. Auch Crashs kenne ich von früher quasi gar nicht, nen spiel lief entweder oder eben gar nicht.

Die 2 Spiele die du da nennst sind auch quasi die ich nenne es mal “vorreiter” in Sachen “wir machen mal spiele und lassen die dann einfach verbugt so stehen, hauptsache die Kohle ist drinne” mit den 2 spielen begann quasi diese komplette Entwicklung der breiten “anerkennung” und verbreitung massiv verbugter Produkte (Es gab noch andere aus der zeit, aber in diesen jahren fand eben dieses umdenken in der industrie statt, weg vom fertigen produkt hin zu halb fertigen dingen, wobei bei uns hierzulande JoWood dafür bekannt war, wer sich aber näher damit beschäftigt der liest dann auch mal das diese mitunter massiv die entwickler unter druck gesetzt haben, schonungslsoe fristvorgaben hatten, was ansich absurd ist, ein Spiel ist eine Art Kunstform, so wie wenn man ein Gemälde malt und das ist eben dann fertig wenn es eben fertig ist und nicht vorher).
Gerade Bethesda hat sich das ganze ja quasi zur Firmenphilosophie gemacht verbugte unausdesignte Spiele mit der ewigen selben Programm Engine auf den Markt zu werfen , bei der man nur bisschen an der Grafik schraubt um gutgläubigen Trotteln glauben zu machen sie würden immer was ganz neues weltbewegendes für ihr geld bekommen. Die Arbeit für Bugfixes und das eigentliche erstellen eines sinnvollen Spielkonzeptes gibt man dann immer gerne an die spieler weiter, die gewöhnlichen “grafiktrottel” fragen sowieso nicht danach wieso einfach in nem Laden in der HAuptstadt eine der besten Waffen im spiel rum liegt die man sich einfach mitnehmen kann wenn der npc gerade hinterm Stützbalken nur halb vor guckt 😀

Subjunkie

Gut aber Daggerfall ist von 1996, das heißt., dass der Wechsel schon vor fast 20 Jahren eingeläutet wurden ist. Open – World – Spiele mit linearen Shootern oder Point-and-click-Spielen mit ner Pseudo-3D-Grafik zu vergleichen, passt m.M. nach nicht und ich kenne kein einziges Open-World-Spiel, das vollkommen bugfrei ist.

SPARTANER-117

Ich kann mich noch wage an 1-3 exploits bei Pokémon blau + rot erinnern, bei welchen man seine pokemons duplizieren konnte.

Gorden858

Oh ja, mit dem Gameboy-LinkCable 😀

echterman

Es liegt in der Hand der Community. Es wird einfach jeder habgare Mist gekauft. Alle Spieler wissen es seit vielen Jahren aber dennoch verkaufen sich die Spiele wie geschnitten Brot.

Derzeit bekommen die Publisher und Entwickler folgendes Signal von der Community: “Was habt ihr uns da wieder für einen Scheiß verkauft. Das Spiel ist einfach nur schlecht und wimmelt nur so von Bugs. Aber keine Sorge, wir werden auch den nächsten Müll den ihr uns vorsetzt, teuer bezahlen. Wir sind gerne eure Betatester die für die Beta gerne einen Haufen Kohle aus dem Fenster schmeißen.”

Und das ist auch der Grund, warum ich so einige Titel nicht gekauft habe und auch nicht kaufen werde.

Domgordo

Naja Cortyn hat da schon irgendwie recht, man denke drann wie es früher war: Nix mit patches mal schnell ausm internet, damals hat man spielezeitungen nur gekauft weil da patches drauf waren für spiele. Zu bestimmten zeiten musste man sogar aus teuren BTX Netzwerken für 3,50 DM die minute downloaden. Das konnte auch bei den kleinen Patchdateigrößen die es damals gab, auch richtig kohle kosten ,denn eh man dort in den untermenüs gefunden hatte was man braucht und es mit seinem 14,4k Modem gedownloadet hatte waren schnell nochmal 25 DM weg.
Zudem hat man spiele direkt im fachhandel gekauft, wenn etwas nicht ging, ist man hin und hat dem das wieder auf den ladentisch geschmissen.
Heute gibts sowas alles nicht mehr wirklich, man bessert einfach per internet nach oder lässt es gleich ganz. Im Fall virtueller käufe muss man sich dann eh maximal mit paar wütenden mails rumschlagen.
Abgesehen von MMO´s hat sich an den spielen vom aufwand auch nicht wirklich was geändert. Im Gegenteil so manche spiele verwenden stets ein und die selbe Engine, das erklärt dann auch wieso manche bugs immer und immer wieder neu in spielen auftauchen.

Dersichdenwolftanzte

Ca. 3 Monate warten: Spiel fast bugfrei und kostet nur noch Max die Hälfte. Wer noch Release Tag kauft, ist praktisch selber schuld.

N811 Rouge

Da ist leider etwas dran. Bei mir ist es schon soweit, daß ich selbst bei Titeln auf die ich mich eigentlich freue, noch ein paar Monate abwarte. Eben wegen der Patches und der stark fallenden Preise. Und damit bin ich wohl nicht ganz alleine. Das kann so ja aber dauerhaft eigentlich nicht im Sinne der Anbieter sein.

Gerd Schuhmann

Ja, die Diskussion taucht da in der Industrie immer wieder auf, Humble Bundle und Steam Sale und Game of the Year Edition usw. – da sind die Verwertungswege brutal.

Rein rational hast du völlig Recht. Das einzige, was man verpasst, ist so dieser Anfangs-Hype “Jetzt sprechen alle darüber, jetzt spielen das grade alle.”

N811 Rouge

> Das einzige, was man verpasst, ist so dieser Anfangs-Hype

Als Spieler der älteren Generation nehme ich daran mittlerweile so oder so kaum noch Teil. Aber zugegeben, früher war das auch schon einmal anders.

Csar

Haha wenn es um das Thema geht gibt es doch eigentlich nur eine Antwort:
Gothic 3
😀

Inge Koschmidder

Ein Hoch auf die Community, die sich die Arbeit macht, das Spiel zu patchen!!!!!!!!!

Inge Koschmidder

Prototyp 2 für die ps3 ist das einzige Spiel, welches ich besitze, dass bisher absolut kein Patch benötigt hat!

Aber wenn man jemandem die Schuld geben möchte, sind meiner Meinung nach die Großen Publisher, also die “Geldgeber” dran Schuld.
Die stehen doch mit der Peitsche hinter den fleißigen Angestellten und vordern das Spiel so schnell wie möglich, am besten schon vor-vorgestern…

echterman

So ist es und so wird es auch immer bleiben. Leider.

Fr34k

Ist zwar ein Onlinegame, aber gerade wenn ich an den Release denke:
Habe Urlaub gegen Error 37 getauscht.

Koronus

Da steht nicht welches.

echterman

Error 37 ist eigentlich nur durch ein Spiel bekannt geworden. Diablo 3. Zum Release war der Fehler der Aufreger schlecht hin. Error 37 ist an so manchem erhöhten Blutdruck schuld.

Koronus

Ach so. Ich spiele kein D3

LonesomeRider87

Ich finde es schon immer total nervig wenn ich mir ein Spiel auf DVD kaufe und dann erst mal 4 GB Patch laden muss damit ich überhaupt mal spielen kann… Bestes Beispiel war da für mich immer Call of Duty…
Früher hat man seine CD eingelegt. Gewartet bis die Installation fertig war und hat losgespielt. Durch Steam und Co. lässt es sich jetzt halt leicht sagen “Bringen wir das Spiel halt mal raus wir können ja immer noch Patches nachliefern”
Ich will hier auch gar nicht abstreiten das es schwierig ist ein Spiel zu programmieren (mal davon abgesehen das ich davon keine Ahnung habe) und das es sicher schwierig und vor allem teuer ist alle Fehler durch Tests zu finden aber wenn man dann auf völlig offensichtliche Bugs trifft ist das schon echt nervig…
Ich denke einer der Hauptgründe ist das die Spiele immer schneller auf den Markt geworfen werden und die Konkurrenz mittlerweile einfach verdammt groß ist. Aber letztlich finde ich es traurig… Lieber warte ich ein halbes oder ein Jahr länger auf ein Spiel und dafür ist es dann fehlerfrei.

mmogli

wenn ich drann denke .mein sohn kaufte sich “total war rome 2 ” . was wir da erlebten bis es dann endlich lief ohne bugs usw usw

flohbiss

Ein gutes Beispiel ist auch die “Halo: Master Chief Collection” für die Xbox one. Da gab es einen Day-One-Patch der mehrere GB groß war (von 15GB hatte ich gehört).
Es ist zwar schön, dass den Entwicklern die Fehler noch aufgefallen sind und man die produzierten Silberlinge in die Tonne werfen möchte.
Resultat:
In den Laden und voller Euphorie das Spiel gekauft. Schnell nach Hause; Verpackung aufgerissen und CD eingelegt . . . und dann erst einmal eine Stunde gewartet bis der Patch geladen und installiert ist.
Spielspaß sieht anders aus.

LonesomeRider87

Ja genau so was meine ich!!

DMC

Halo MCC ist glaube das verbuggteste Spiel welches ich jemals gakauft habe. Auch nach dem Megapatch wimmelte es nur so von Bugs. Früher war alles besser und da muss man vor allem Nintendo hervorheben. Ich habe mittlerweile keine Nintendokonsole mehr, aber sogar aufm GameCube gab es so richtige Knaller die praktisch Bugfrei waren. Metroid & Co.

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.

30
0
Sag uns Deine Meinungx
()
x