LoL: Profi-Team wird sexuelle Belästigung vorgeworfen – Soll Opfer Schweigegeld gezahlt haben

Im League of Legeds Profi-Team EDward Gaming aus der chinesischen LPL soll es zu einem Fall von sexueller Belästigung gekommen sein. Die Ex-Mitarbeiterin erhebt schwere Vorwürfe. Außerdem soll Schweigegeld gezahlt worden sein. Inzwischen hat sich auch der Chef von EDG geäußert.

Was ist passiert? Laut mehreren Beiträgen auf Weibo, einem chinesischen sozialen Netzwerk, soll es beim Team EDward Gaming (EDG) zu sexueller Belästigung gekommen sein.

Eine ehemalige Mitarbeiterin behauptet, dass ein Kameramann sie ein Jahr lang sexuell belästigt haben soll. Dazu gibt es Videoaufzeichnungen, auf denen sie nach eigener Aussage unsittlich angefasst wurde.

Mit ihren Beschwerden bei der Team-Leitung hatte sie im Januar 2020 keinen Erfolg. Es kam danach zu ihrer Kündigung. Nun jedoch hat sich der Chef von EDward Gaming selbst dem Problem angenommen. Er trat in Kontakt mit der jungen Frau und hilft ihr weitere Schritte einzuleiten.

Kameramann soll Mitarbeiterin des Video-Teams belästigt haben

Die LoL-Expertin und Insiderin Linda hat die Beiträge vom Chinesischen Weibo ins Englische übersetzt und auf Twitter geteilt. In ihren Tweets finden sich auch die ursprünglichen Links zu den Weibo-Beiträgen:

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In dem Text berichtet die ehemalige Mitarbeiterin, dass sie neu in der Branche war und sich zuerst nicht zu helfen wusste. Sie hatte Angst, ihren Job zu verlieren und nie mehr in diesem Bereich Fuß zu fassen.

Das ist der geschilderte Verlauf: Die Belästigungen sollen vor einem Jahr begonnen haben, doch erst im Januar 2020 traute sie sich, ihre Vorgesetzten beim Team zu informieren. Doch die halfen ihr nicht:

  • Sie informierte Chen Mou, den Operation Manager, über die Belästigung.
  • Der teilte ihr mit, dass EDG eine Abfindung zahlen müsse, wenn sie den Fotografen rausschmeißen sollten.
  • Das Management schlug ihr vor, sich dem Fotografen zu nähern und ihn aus der Reserve zu locken. Dann hätte man konkret etwas in der Hand, um ihn zu feuern.
  • Auf den Vorschlag ging sie nicht ein und versuchte daraufhin selbstständig mit dem Problem fertig zu werden, indem sie dem Fotografen aus dem Weg ging und sich möglichst nie allein mit ihm in einem Raum aufhielt.
  • Allerdings soll es immer wieder genau solche Situationen gegeben haben, Beispielweise in einer Umkleidekabine, wo sie nebeneinander standen. Sie behauptet zudem, dass diese Zusammentreffen vom Management sogar begünstigt wurden, statt ihr zu helfen.

Nun hat sie sich jedoch entschlossen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Wie sie später ergänzte, wusste der Chef der Firma, Edward Zhu, wohl nichts von der Belästigung. Er habe selbst erst durch die Social Media Beiträge davon erfahren.

Mitarbeiterin spricht von Schweigegeld: Die ehemalige Mitarbeiterin sagt außerdem, dass sie eine Bonus-Zahlung bekommen habe. Sie vermutet dahinter eine Art Schweigegeld. Sie hat das Geld deshalb zurückgegeben.

Daraufhin soll EDG der Mitarbeiterin zusätzliche Aufgaben gegeben haben, die eigentlich 2 oder 3 Personen erledigen müssten. Sollte sie die Aufgaben nicht bis zur Deadline schaffen, hätte ihr die Kündigung gedroht.

Daraufhin hat sie das Statement geschrieben und bei EDG gekündigt.

Videos sollen Belästigung zeigen: In einem weiteren Tweet teilte Linda ein Video, das eine solche Belästigung zeigen soll. Dort ist zu erkennen, dass der Fotograf mehrfach mit seiner Hand sehr nah an die Mitarbeiterin kommt. Laut ihrer Aussage soll er sie in diesen Momenten befummelt haben.

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EDG hält dagegen, Chef ermittelt selbst

Was sagt das LoL-Team? Mit einem Statement auf Weibo wandte sich das Team an die Öffentlichkeit und stellt einige Punkte deutlich anders dar:

  • Die Mitarbeiterin soll bei ihren Beschwerden keine ausreichenden Beweise vorgelegt haben, die ein Handeln rechtfertigen würden.
  • Außerdem soll sie nachlässig gewesen sein, während der Arbeit gespielt haben und nicht zur Arbeit erscheinen sein.
  • Das Team erklärte, dass sie keine Toleranz gegenüber „Verstößen gegen die soziale Moral und das Sozialrecht“ hätten und Meldungen ihrer Angestellten nicht ignorieren würden.
  • Sie hoffen, dass sich die Mitarbeiterin an die Polizei wende, damit diese im Fall ermitteln könne.
  • Das Geld, dass sie als Schweigegeld bekommen haben soll, wäre ein Bonus gewesen, den alle Mitarbeiter der Abteilung bekommen hätten (via Dotesports).

Dieser Post soll auf Weibo für viele negative Reaktionen gesorgt haben, so Dotesports.

Was sagt der Chef? Inzwischen hat sich jedoch der Chef von EDG, Edward Zhu, gemeldet. Sein Statement soll ganz anders klingen, als das von EDG selbst:

  • Er entschuldige sich für die emotionalen Schäden, die sie erlitten habe.
  • Er möchte kooperieren und die Rechte des Opfers schützen.
  • Er werde sich darum kümmern, dass der Täter bestraft wird und diejenigen entlassen werden, die die Beschwerden nicht ernst genommen haben.

Wie geht es weiter? Inzwischen haben sich sowohl EDG als auch die ehemalige Mitarbeiterin nochmal zu dem Vorwurf geäußert. Sie gab bekannt, dass sich Edward Zhu tatsächlich mit ihr in Verbindung gesetzt hat und sie die Situation gemeinsam angehen werden.

Sie erstatte dem Büro für öffentliche Sicherheit Bericht und Zhu sicherte ihr zu, dass EDG den Fall bis zum Ende durcharbeiten wird und eine Untersuchung einleitet. Nach Abschluss dieser Untersuchung soll dann die Öffentlichkeit informiert werden.

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Bei Riot Games selbst kam es nicht zu sexuellen Übergriffen, jedoch zu mehreren Fällen von Sexismus. So beschwerten sich 2 Frauen darüber, dass sie diskriminiert und ihre Aufstiegschancen eingeschränkt wurden. Sie erreichten eine Einigung, nach der Riot 10 Millionen Dollar an ehemalige Mitarbeiterinnen zahlte.

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