MMO-NPCs bleiben doof: KI-Firma Storybricks schließt

Das Team um Storybricks schließt, nachdem man kein „Heim“ für die Technologie finden konnte, von der sich Fans versprachen, sie würde MMOs revolutionieren.

Everquest Next Screenshot 4

Storybricks war fünf Jahre lang eine Firma, die vor allem das anstehende MMORPG Everquest Next mit der nötigen Technologie versorgen sollte, um MMOs in ein neues Zeitalter zu führen. Man versprach sich von der KI NPCs, die sich natürlicher verhalten und ihren eigenen Routinen nachgehen, auch auf dynamische Events reagieren würden. Doch SOE, die Firma hinter Everquest Next, geriet in den letzten Jahren in eine finanzielle Schieflage, wurde mittlerweile von Sony an die Investmentgruppe Columbus Nova verkauft und hat sich in Folge dessen von Storybricks getrennt.

Die sehen nun wohl keine Möglichkeit mehr, mit ihrer Technologie Geld zu verdienen und das viele Reisen in dem Job zusammen mit den Entwicklungen der letzten Monaten sorgen dafür, dass man Storybricks schließt, die Gründer wollen sich anderen Projekten zuwenden. Man hat schon länger nach einem Käufer oder einem Projekt gesucht, auch außerhalb von Games, wurde aber nicht fündig. Die Schließung von Storybrick habe nicht daran gelegen, dass sich SOE (jetzt als DGC) von ihnen getrennt habe. Diesen Schritt habe man schon lange kommen sehen.

Everquest Next

Zwischenzeitlich habe Storybricks (10 Mitarbeiter) sogar versucht, das Studio SOE (300 Mitarbeiter) zu kaufen und man hatte auch Investoren gefunden, die Übernahme sei aber ebenso wie Konkurrenzangebote an übertriebenen Forderungen von Sony Japan gescheitert. Columbus Nova habe dann einen komplett anderen Deal bekommen, wie es heißt. Hätte man SOE übernommen, hätte man auch Mitarbeiter entlassen müssen, allerdings hätte sich ein Storybricks-SOE wohl von weniger Spiele-Entwicklern und dafür von mehr Managern getrennt. 

Auf Everquest Next freut man sich bei Storybricks dennoch. Die meiste Arbeit, die man geleistet habe, drehte sich um Everquest Next, und gehöre damit auch DGC. Die kann also auch weiterverwendet werden. Man ist gespannt, wie die Technologie, an der man gearbeitet hat, dann in einem Spiel aussieht. Allzu schlimm soll die Entlassung die Mitarbeiter übrigens nicht treffen. Da man es Monate kommen sah, hätten alle Betroffenen mittlerweile neue Jobs gefunden.

Quelle(n): Storybricks
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Subjunkie
Subjunkie
5 Jahre zuvor

Ich habe F.E.A.R. nie gespielt aber viel über die K.I. gehört, was mich aber brennend interessieren würde, ist ob jemand (per Cheat) mal das Spiel in die verkehrte Laufrichtung gespielt hat. Dann würde sich wahrscheinlich schnell zeigen, wie gut die K.I. wirklich ist oder ob da nicht das Leveldesign gewaltig mit beteiligt ist.

Zunjin
5 Jahre zuvor

„It was our own decision and Sony Online Entertainment (now Daybreak
Games) bears no fault for it. Sony Online Entertainment had been up for
sale for a long time so our exit had no connection with the Columbus
Nova acquisition.“

Ich habe diesen Satz anders verstanden als ihr im Artikel. Für SOE / Daybreak ist auf Grund des lange geplanten und dann gescheiterten Verkaufs von Storybricks (SB) durch die Firmengründer und daraus resultierenden Schließung, der Partner weggefallen. Nicht umgekehrt.

Sie sagen ja selbst, dass SOE / Daybreak keine Schuld trifft und die Schließung von Storybricks in keinerlei Verbindung mit der Übernahme von SOE durch Columbus Nova steht.

Dafür spricht auch, dass sie schreiben, dass viele der insgesamt nur 10! Mitarbeiter des Unternehmens bereits vor Monaten neue Jobs gesucht und gefunden haben. So auch Brian ‚Psychochild‘ Green (der Macher von Meridian 59) der wie die meisten (alle?) Mitarbeiter von SB auch kein ausgewiesener KI-Designer war, sondern ein normaler Programmierer.

Die Idee von Storybricks war / ist genial und gehört wie die komplette bisherige Arbeit SOE / Daybreak Games die bereits seit Monaten selbst an Storybricks rumschrauben, da laut Steve Klug die KI das Pathing und viele andere Dinge nicht hinbekam. All dies wurde eh bereits von SOE „in house“ und ohne SB Mitarbeiter gemacht.

Was am Ende nun bei herum kommt, oder den Leuten eine gute KI überhaupt gefällt, dass steht in den Sternen. Aber so ist das bei allen Projekten die sich in Arbeit befinden.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
5 Jahre zuvor

Hm, das wäre möglich. Aber andererseits: Die wussten ja offenbar seit langer Zeit, dass es SOE finanziell schlecht geht, die Firma zum Verkauf und haben deshalb sogar angeboten das zu kaufen. Also dürften sie auch schon seit langem gewusst haben, dass das mit EQNext nun kein Bund für die Ewigkeit ist, mit dem sie ihre Firma erhalten können.

Das Projekt bringt ja nur was, wenn sie wen finden, der das auch anwendet und sie dafür bezahlt, sonst entwickeln die im stillen Kämmerlein und ohne dass Geld reinkommt. Die letzten Monate waren sie auf der Suche nach „neuen Partnern.“ Ich denke da war schon klar: EQNext wird dieser Partner langfristig nicht sein können.

Zunjin
5 Jahre zuvor

Laut Omeed wusste man es seit September und kurz darauf habe er sich zum gehen entschieden.

Und von Storybricks selbst, hat man seit der über einem Jahr nichts mehr richtiges gehört. Außerdem weiß keiner von uns, ob man sich überhaupt getrennt hätte wenn es bei SB anders / besser gelaufen wäre. Da steckt keiner von uns drin.

Aber ist ja auch egal. Hauptsache es geht irgendwie weiter. Denn die Idee von Storybricks ist einfach sehr gut. smile

Ramin
Ramin
5 Jahre zuvor

Niemand will eine kluge KI. Das sieht man ja schon bei anderen Genres. Wie zum Beispiel Rennspiele oder auch Survivalgames. Ist die KI zu „gut“ wird sofort geweint. Ist etwa zu komplex und dauert die Sequenz mehr als 20 Sekunden ist doch quasi jeder weg. GW2 ist auch ein gutes Beispiel dafuer. Wieviele Leute sehen die Folgeevents nicht, weil sie schon bevor sich die Npc’s sortiert haben, weiter gerannt sind. Schade eigentlich, ist aber leider so. Mit sowas Geld zu verdienen ist wohl nur bei Bioware moeglich.

Larira
Larira
5 Jahre zuvor

Das ist korrekt. Der Punkt ist nämlich, eine „gute KI“ macht auch keinen Spaß. Aber nicht weil sie die Spieler dauernd besiegen würde sondern weil sie schlicht langweilig wäre. Eine gute KI würde sich wahrscheinlich sehr defensiv verhalten um die eigene Überlebenswahrscheinlichkeit zu steigern. Sprich, man müsste jeden Gegner gezielt suchen und aus irgendeinem Loch rausballern weil er sich versteckt bzw. verbarrikadiert.

Die KIs in den jetzigen Spielen sind eher offensiv und unvorsichtig.

Grüße

Nomad
Nomad
5 Jahre zuvor

Sehr gute Anmerkung ! Da ist man dann bei der Frage, was KI sein soll, und wie viel KI in der Entwicklung von SB steckt ?
WikiPedia:
„Künstliche Intelligenz (KI, englisch artificial intelligence, AI) ist ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung
intelligenten Verhaltens befasst. Der Begriff ist insofern nicht
eindeutig abgrenzbar, da es bereits an einer genauen Definition von Intelligenz mangelt. Dennoch findet er in Forschung und Entwicklung Anwendung.

Im Allgemeinen bezeichnet „künstliche Intelligenz“ oder „KI“ den
Versuch, eine menschenähnliche Intelligenz nachzubilden, d. h., einen Computer zu bauen oder so zu programmieren, dass dieser eigenständig Probleme bearbeiten kann. Oftmals wird damit aber auch eine effektvoll nachgeahmte, vorgetäuschte Intelligenz bezeichnet, insbesondere bei Computerspielen, die durch meist einfache Algorithmen ein intelligentes Verhalten simulieren soll.“

Der letzte Satz ist vermutlich der „Kernsatz“.

N0ma
N0ma
5 Jahre zuvor

Was du meinst ist Lore aber keine KI.
Die KI in GW2 ist genauso schlecht wie in allen MMO’s (die ich kenne).

EQN sollte eine weiträumige KI bekommen, quasi auf ein ganzes Gebiet oder mehrere Gebiete bezogen. Das wäre was grundsätzlich neues gewesen im Gaming Bereich.

Michel
Michel
5 Jahre zuvor

Es wäre echt klasse, wenn sich NPCs in MMOs abwechslungsreicher verhalten würden. Meistens stehen doch nur Gruppen von 2-3 Mobs irgendwo rum, laufen vll eine kleine Route die man voraussagen kann und benutzen immer 2-3 Fähigkeiten, oft sogar in derselben Reihenfolge. Wenn man Glück hat, dann ruft ein Mob nach Hilfe oder rennt ab 10% Lebensenergie weg. Das wars..
Warum rennt er nicht weg, wenn der Spieler in jedem Fall überlegen ist oder holt sofort Hilfe?

Aber wie N811 schon schrieb: Evtl sind die meisten Spieler damit überfordert und wollen eh nur durch das Spiel rushen.

N811 Rouge
N811 Rouge
5 Jahre zuvor

Gerade eine bessere KI wäre doch etwas, mit dem man MMOs in eine sehr interessante Richtung weiterentwickeln könnte. Insofern kann ich mich da nur anschließen, ich bin ebenfalls sehr gespannt was DGC in EQN daraus machen wird.

(Und am Ende kommt dann raus, die Spieler mögen es gar nicht wenn sich eine AI intelligenter verhält, als sie selber wink

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