Gigantic: Test – Der Helden-Shooter mit einem Hauch von MOBA

Gigantic (PC, Xbox One) ist in der offenen Beta-Phase mittlerweile neben der Xbox One und Windows 10 auch auf der Plattform Arc, welche man von Games wie Neverwinter kennt. Unser Gastautor Dennis hat sich einen Trip in die farbenfrohe Welt von Gigantic gegönnt und ein paar Zeilen über das Spiel und seine Besonderheiten verfasst.

Gigantic_LeiranImperial

In Gigantic geht es in eine kunterbunte Welt, in der riesige Kreaturen erbittert um den Sieg kämpfen. Mein Held, ein um sich ballender Roboter mit dicken Raketenwerfern und einer Minigun im Gepäck, rast durch die Wildnis des Spiels, um einige Gegner den Garaus zu machen. Gerade erobere ich noch einen Punkt, da wird auch schon unser Wächter angegriffen und auf geht’s in die Verteidigung.

Voller Hektik eile ich zu unserem Spawnpunkt und ballere volles Rohr auf die feindlichen Schergen, bis der Angriff auf unser Riesenvieh abgewehrt ist. So ungefähr erlebte ich die ersten Minuten in Gigantic und muss sagen, dass sich dieses Spiel sehr von anderen Genre-Vertretern wie Paladins oder Overwatch abhebt und mit eigenen Elementen fasziniert.

In den letzten Jahren wurden jedoch einige Spiele angekündigt, welche als eine Mischung aus Shooter und MOBA den Markt revolutionieren sollten, dabei aber nur wenig Erfolg hatten. Ich als eingefleischter Overwatch-Spieler und MOBA-Fan habe mir nun die Open-Beta von Gigantic für einen Test angeschaut und musste mich anfangs erstmal zurechtfinden. Denn Gigantic macht einiges anderes wie andere Genre-Vertreter, was bei mir zu einigen anfänglichen Verwirrungen führte.

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Meine Erlebnisse in Gigantic gibt’s übrigens auch als Video, das ihr hier ansehen könnt.

Aller Anfang ist schwer

Bevor es losgeht, wird erst einmal das Spiel heruntergeladen. Mittlerweile gibt es dafür mehrere Möglichkeiten. Die Vertriebs-Plattform Arc von Perfect World bietet das Spiel nun für alle Windows-Nutzer an, denn zuvor war der Helden-Shooter nur für Windows 10 sowie Xbox-One-Besitzer verfügbar. Wer Gigantic schon vorher angespielt hat, kann einen Account-Transfer beginnen, sodass ihr nicht nochmal von Anfang an starten müsst. Der Download ist knapp 6 Gigabyte groß.

Gigantic Pakko 02

Sobald ihr fertig seid, kann es auch schon losgehen. Bevor ihr gegen echte Spieler antretet, gibt es für den Anfang ein kleines Tutorial, welches aus vier Abschnitten besteht und euch durch die Welt leitet. Zu Beginn stehen euch drei Helden mit unterschiedlichen Spielstilen zur Verfügung.

Dabei zeigt euch Gigantic mit kleinen animierten und vertonten Zwischensequenzen, wie alles genau funktioniert. Auch wenn alles gut erklärt wurde, war es für mich persönlich viel zu viel auf einmal, so dass ich am Ende des Trainings noch immer nicht genau wusste, was hier eigentlich genau abgeht.

Nach dem Tutorial würde ich euch also empfehlen, einfach mal ein paar Spiele gegen die KI zu wagen, um das Spielverständnis ein bisschen aufzufrischen. Sobald ihr euch mit der Umgebung vertraut gemacht habt, kann es auch schon in echte Spieler-Schlachten gehen.

Für jeden etwas dabei

Gigantic-Tyto

Sobald ihr in eine neue Partie startet, habt ihr die Auswahl zwischen derzeit 18 verschiedenen Helden, welche alle mit jeweils anderen Fertigkeiten und Rollen mit am Start sind. So gibt es die klassischen Tanks, die eine Menge Schaden aushalten, die Assassinen, die euch hinterrücks angreifen und enorme Schadensspitzen austeilen, oder auch die Schützen, welche als Ballermänner ein Haufen an Munition verbraten.

Was ich cool finde: Jeder Held kann mit der Shift-Taste sprinten und so auch aus heiklen Situationen entkommen. Sobald ihr Gegner eliminiert oder Punkte einnehmt, spendiert euch Gigantic Erfahrungspunkte, welche ihr für verschiedene Erweiterungen ausgeben könnt. Bei jedem Charakter wertet ihr eure Fähigkeiten weiter auf und könnt jeweils zwischen zwei Optionen auswählen. Natürlich gibt es neben den normalen Skills auch noch eine Ultimate, welche in gut positionierten Momenten das Spiel komplett umdrehen kann.

Der Roboter „HK-206“ spielt sich wie ein klassischer Schütze und pulverisiert seine Feinde mit einem dicken Schienengewehr, einem Mörser und Raketen. Durch das Sprinten ist er recht fix unterwegs und kann aus der ein oder anderen Situation flüchten. Neben seinem normalen Arsenal kann er sich durch den Skill „Verschanzen“ in eine kleine Festung verwandeln – vergleichbar mit dem Helden „Bastion“ aus Overwatch.

Der intelligente Roboter hat allerdings noch mehr drauf. Mit seiner Ultimate entfesselt er einen Schwarm von Raketen, die den Feinden, im richtigen Zeitpunkt eingesetzt, Feuer unter dem Hintern machen.

Gigantic Test – Ein Hauch von MOBA

Gigantic Pink

Die Karten und Einsatzgebiete bestehen aus verschiedenen Punkten, die ihr einnehmt und mit einer kleinen Auswahl von Kreaturen bestücken könnt, die dann die Bereiche verteidigen. Ziel ist es, Kraft durch das Einnehmen von Punkten sowie das Eliminieren von Feinden zu erbeuten. Habt ihr 100 Kraft gesammelt, greift euer Wächter den Feind an und für eine kurze Zeit ist der gegnerische Wächter verwundbar.

Jeder von diesen großen Biestern hat bis zu drei Leben, also würde es im Idealfall bis zu drei erfolgreiche Angriffe geben. Hier macht das Spiel einiges anders als herkömmliche MOBAs. Es geht halt nicht nur um das bloße Verkloppen von Gegnern, sondern auch die eroberten Punkte sowie die gesammelte Kraft haben Einfluss auf das Spielgeschehen.

Gigantic spielt sich flott und angenehm, allerdings lehnt es sich mehr an MOBAs an als Overwatch, denn man braucht schon etwas Geduld, um einen feindlichen Helden zu eliminieren. Hier liegt der Fokus auf dem Sammeln der Kraft, um den Wächtern Schaden zuzufügen und so die Partie für sich zu entscheiden. Seit dem Update 2.0 der offenen Beta haben PC-Spieler auch die Möglichkeit, via Cross-Play mit Xbox-One-Gamern zusammenzuspielen. Da das Spiel auch für Konsolen entworfen wurde, gibt es natürlich die Möglichkeit, via Controller auf seinem PC zu spielen.

Free2Play, aber richtig!

Gigantic Founder Pack 02

Gigantic läuft derzeit in der offenen Beta-Phase und ist für alle kostenlos spielbar. Da es auf ein Free2Play-Modell setzt, wird es auch hier wieder Mikrotransaktionen geben. Im Spiel selbst gibt es zwei verschiedene Währungen, zum einen die erspielbaren Kronen, zum anderen die mit Echtgeld erwerbbaren Juwelen.

Bei einigen Waren im Shop hat man die Möglichkeiten, mit Kronen sowie Juwelen zu bezahlen. Ich finde, hier kann man sich mit Echtgeld keinerlei Vorteile im Spielgeschehen erkaufen. Lediglich Booster, welche euch schneller die Levels erklimmen lassen sowie kosmetische Items, sind mit Juwelen finanzierbar.

Auch gibt es noch bis zum 20. Juli die Möglichkeit, ein sogenanntes Gründer-Paket zu erwerben, welches euch verschiedene Boni gewährt. Hier solltet ihr allerdings erst einmal ein wenig Gameplay anschauen oder zumindest ein paar Runden im Spiel verbracht haben, um nicht das Falsche zu kaufen und enttäuscht zu werden.

Schöne Grafik, aber manchmal zu viel des Guten

Gigantic Beckett

Zuerst muss man sagen, dass sich die Grafik von anderen Vertretern mit seinem extremen Comic-Stil abhebt und einfach super stimmig aussieht. Manchmal ist jedoch das Geschehen durch Fähigkeiten und der Hektik ein wenig überladen und schadet ein bisschen der Übersicht. So gehen manchmal die einen oder anderen Schadenswerte an getroffene Gegnern in dem ganzen Chaos unter.

Zwar erscheint eine Ereignisleiste, welche die wichtigen Informationen wiedergibt, dennoch ist diese nicht so markant wie zum Beispiel bei Paladins oder auch Overwatch. Wenn man die Grafik-Einstellungen auf niedrig setzt, verschwinden bei mir komischerweise sämtliche Farben und die Helden bestehen fortan nur aus Grau- und Blautönen. Dafür muss man aber auch sagen, dass die Systemanforderungen nicht zu hoch sind und das Spiel auf vielen PCs laufen sollte.

Fazit Gigantic im Test

Gigantic Screenshot-Naga

Selbst mit kleinen Start-Schwierigkeiten macht Gigantic Laune und hebt sich vor allem durch seine Dynamik, wie etwa das Erobern verschiedener Punkte, von anderen Genre-Vertretern ab. Gigantic ist ein Game, welches durch längeres Spielen an Spaß dazugewinnt. Man muss sich zwar erst einmal etwas durchfuchsen, sobald man aber den Dreh raus hat, steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege.

Dazu kommt, dass das Spiel Free2Play ist und mit seiner kleinen Download-Größe von nur 6 Gigabyte viele Spieler zum gemeinsamen Zocken einlädt. Vielleicht sollte man noch ein wenig an den Effekten schrauben, damit diese nicht zu überladen wirken. Wenn ihr mal keine Lust auf Overwatch oder Paladins habt oder auch etwas Neues und Erfrischendes sucht, könnt ihr euch für die offene Beta-Phase anmelden und in die Welt von Gigantic eintauchen. Die Release-Version kommt übrigens schon am 20. Juli 2017.


Dieser Text stammt von Gastautor Dennis Zühlke.

Ebenfalls interessant: Gigantic – Riesen-Update vor Release

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ChongWeng

Was die Respawn Zeit angeht:
Die Zeit steigt wenn ein Teamkollege gekillt wird bevor man selber wieder im Spiel ist, deswegen ist ein Teamwipe in Gigantic auch ziemlich übel . Als Bsp. ein richtig eingespieltes Team könnte versuchen das Gegner Team so zu wipen das sie genau dann Tod sind wenn man den gegnerischen Giganten angreift, dann könnte man in Ruhe den Giganten verwunden und auch noch abhauen.

DerPAFF

Und nimmt dann noch eine weitere Kreatur auf dem Rückweg mit.

ChongWeng

DerPAFF weiss bescheid.

DerPAFF

Oft genug passiert ^^ xD

Jyux

Kennt ihr das?
Ihr sitzt auf Arbeit und lest euch bei eurem morgendlichen Kaffee die News auf der Gamingseite eures Vertrauens durch und entdeckt neue vielversprechende Infos zu einem coolen Spiel.
Vorher überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt, denkt man sich nun: geil, das muss ich mir bei Gelegenheit zuhause genauer anschauen, Videos reinziehen oder anspielen.

Zuhause schmeißt man dann aber erstmal, von der Routine gepackt, das Game an welches man eh jeden Tag spielt und vergisst total was man sich vorgenommen hat.

Gefühlt ein halbes Jahr später erspäht man dann erneut den Titel bei irgendwelchen News. „Joa, da war ja was“. 😀

Das passiert mir so oft. Naja vielleicht schaff ich’s am WE mir Gigantic mal anzuschauen 🙂

Gerd Schuhmann

Ich weiß, du erzählst das so lustig, aber das ist wirklich typisch und ein ernstes Phänomen.

Dass Spieler so in einem einzigen „MMO“/“Games as a service“ drin sind, dass sie die anderen ausblenden. Das hat bestimmte Gründe und ist wirklich so – das werden sehr viele kennen dieses Phänomen.

Wenn Leute mal in WoW oder LoL oder Overwatch richtig drin sind, dann tauchen sie für Wochen/Monate ab und nehmen nur noch News zu dem Spiel war und keine anderen mehr. 🙂

Jyux

Ja, ist echt so.
Fluch und Segen zugleich. Einerseits gut, dass sich die MMOs weiterentwickeln und es nicht langweilig wird. Andererseits verpasst man wirklich viel.
Ich merke es immer in meinen WoW-Pausen, wenn ich dann versuche sämtliche interessanten Spiele nachzuholen.
Während eines aktiven WoW-Abos ist es fast nicht möglich sich auch noch mit anderen Spielen zu beschäftigen. ^^

Caldrus82

Ich mache das sogar mit MMOs so. Vor kurzem mal ein paar Wochen auf einem recht guten WoW-Privatserver gespielt mit Kumpel, jetzt wieder Pause und mal wieder in FF14 reinschnuppern, etc. pp. Allerdings würde ich mir grade im MMO-Bereich mal wieder ein Spiel wünschen das mich richtig umhaut! So wie damals DAoC. Meine Hoffnung liegt daher bei Camelot Unchained und Pantheon 😀

Jyux

Was Camelot Unchained und Pantheon angeht bin ich ganz bei dir. Das könnte was werden!
Aber nicht zu viel freuen! Sonst ist die Enttäuschung um so größer, falls es nicht den Erwartungen entspricht 😛

Caldrus82

Bei mir ist es oft genau andersrum 😀 Ich interessiere mich für so viele Genres, dass ich kaum die Zeit/Geld dafür aufbringen kann/will die alle zu zocken *g*
Was ich spiele in meinem Steam habe, die kaum mehr als 10 Stunden gespielt wurden… echt übel.
Aber für mich ist das einfach ein Hobby, hin und wieder bleib ich dann doch auf was länger hängen, dann aber dafür so richtig 😀

Caldrus82

Schöner Artikel, danke dafür !
Ich kann mir nur leider nicht helfen, es haftet dem Spiel (meiner Meinung nach) etwas von Battleborn an. Ich mochte Battleborn sehr gern, aber wir alle wissen wie das ausgegangen ist (bzw. wie die Sachlage momentan ist).
Ich werde mal in die offene Beta schauen. Wahrscheinlich gefällts mir, aber das bringt einen halt auch nichts, wenn nach einem Monat keiner mehr spielt…Hoffen wir das Beste 😀

kriZzPi

Spiele es schon seit alpha is sehr gut und vollkommen anders als battleborn habe beide viel gespielt

Caldrus82

Ich meinte nicht das beide Spiele gleich sind 😉 Ich hoffe du hast Recht und viele LEute geben dem Spiel eine Chance !

kriZzPi

Aisling FTW

ChongWeng

Schöner Test ! Das Spiel hat definitv mehr Aufmerksamkeit verdient !!
Ich spiele auf Xbox One seit dem Open Beta Release im Dez. und da gabs wirklich nocht nicht allzuviele Spieler , eig. so wenige das man immer gegen die üblichen Verdächtigen gespielt hat. Seit dem Arc Open Beta release aber gibts plötzlich auf Xbox/Win10 jede menge neuer Spieler und das obwohl die Arc Leute getrennt von den Win10/Xbox Leuten spielen. Ich denke das Spiel wird nicht das Battleborn Schicksal erleiden (das liegt natürlich auch was an Motiga). Steam kommt übrigens zum Release am 20.7 auch noch dazu. Dann fehlt eig. nur noch das Crossplay zwischen Arc/steam und Win10/Xbox was Motiga eig. auch verwirklichen will aber ich denke da kommts ja auch auf die zustimmung von Arc /Steam und MS an.

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