Ein erfinderischer Reddit-Nutzer möchte kein Geld für Cloud-Storage ausgeben. Doch sein selbst gebastelter Ersatz bringt einige Risiken mit sich.
Was hat der Reddit-Nutzer gebaut? Key_Sundae61 möchte Speicherplatz außerhalb seines eigentlichen Computers haben, der auch in gewissem Maße transportabel ist. Aber klassische USB-Sticks mit einigen GB reichen ihm augenscheinlich nicht – Und Cloudspeicher Jahr für Jahr zu bezahlen ist ihm zu teuer.
Er braucht nämlich wohl mehrere Terabyte (TB). Deshalb baute er sich selbst etwas für einen ähnlichen Preis von 120 Euro: eine 8TB große, extern per Dock angeschlossene Festplatte, also 8.000 Gigabyte oder ungefähr 80.000 Megabyte.
Zum Einsatz kommt wohl solch ein System von Orico, verbunden mit dem System per USB. Ganz sicher ist er sich aber wohl bei der Idee selbst nicht, deshalb wandte er sich mit der Frage, ob der Einfall „eher dumm“ gewesen sei, an Reddit. Dort hagelt es Reaktionen – und etliche Fragen.
Klassische USB-Sticks sind übrigens elementarer Bestandteil vieler Artikel auf MeinMMO, zum Beispiel im folgenden Video oder in dieser Geschichte über einen gefundenen Datenträger im Zug, der geheimnisvoll, ja geradezu gefährlich wirkt, aber letzten Endes arg enttäuscht.
Eine Idee mit vielen Schwächen
Unter dem Reddit-Post zu dem Quasi-USB-Stick sammeln sich rasch Kommentare, aber vor allem herauslesbares Stirnrunzeln an. Sie hinterfragen seine Absicht und prophezeien ein düsteres Daten-Schicksal, zum Beispiel:
Willst Du das wirklich als mobilen Speicher nutzen? […] Wenn ja, ist Datenverlust bei deiner Idee quasi unvermeidbar, es ist nur die Frage wann und eben nicht ob.
AllMyFrendsArePixels
Denn der Vergleich der Konstruktion mit Cloud-Speicher legt ja nahe, dass zumindest eine gewisse Verfügbarkeit der Daten außerhalb des heimischen Wohnzimmers beabsichtigt ist. Und genau das wirft durch die Bank Fragen auf.
Wieso ist eine HDD ein eher schlechte Wahl für mobilen Speicher? Was eine HDD von einer SSD sowie einem USB-Datenträger als Stick primär unterscheidet, ist ihr Aufbau. In einer HDD drehen sich Platten mit hoher Geschwindigkeit um eine zentrale Achse. Deshalb sollten HDDs, sobald sie angeschaltet sind, auch nicht bewegt werden. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Schreib- und Leseköpfe auf die Platten schlagen und Schäden anrichten – bis hin zum Ausfall.
Ausgeschaltet ist das Risiko weit geringer, aber auch dann ist der Transport, vor allem bei per se als zur internen Verwendung beschriebenen Festplatten, nicht vom Hersteller geplant. In einer SSD oder einem USB-Stick bewegt sich rein gar nichts. Alles läuft rein elektrisch ab. Sie sind weit bessere Speicher für unterwegs, bieten aber eben nicht diese immense Größe zum recht günstigen Preis von etwa 120 Euro (ohne Dock gerechnet). Sie kosten eher um die 550, siehe hier bei Amazon.
Was ist toll an einer Cloud? Ihr könnt von überall per Internet auf eure Daten zugreifen – und ihr tragt sie auch nicht physisch stehlbar mit euch herum. Allerdings könntet ihr gehackt werden, da eure Daten ja digital online theoretisch für jeden verfügbar sind, wenn sie die Login-Daten haben.
Aber in einer Cloud können die Daten auch verloren gehen, oder? Theoretisch ja, eine Cloud ist nur so verlässlich wie der Anbieter. Aber die Chance, dass Riesen wie Google, Apple oder Microsoft ihre Speicher zerstören oder das Angebot plötzlich einstampfen, geht gegen null. Das Lebensende einer HDD, vor allem als mobiler Speicher, ist weit früher zu erwarten.
Und was wäre, wenn er den Speicher doch nur zu Hause benutzen möchte? Im Fall eines rein lokalen Einsatzes wäre der Aufbau in Ordnung. Allerdings bringen HDDs auch so immer eine gewisse Ausfallwahrscheinlichkeit mit sich. Also sollten die Daten irgendwo anders extra als Backup gesichert werden.
Antwortet der Thread-Ersteller auf die Fragen? Nein, leider bekommen weder wir noch die Ratgeber auf Reddit eine Reaktion – zumindest bis zum Mittag des 7. August 2024.
Als begabter im Basteln von allerdings wahrscheinlich ähnlich zweifelhaften Konstrukten haben sich einige YouTuber erwiesen, die die Anzüge der Wüstenbewohner aus Dune als Vorlage für ein Experiment der besonderen Art genommen haben. In folgendem Artikel stellen wir das dennoch beachtenswerte Ergebnis vor: Die Wüsten-Anzüge aus Dune klingen viel zu gut, um zu funktionieren – Fans haben einen gebaut und sind überrascht.
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Das ist so ein Problem, dass die betreffende Generation nicht mehr weiß, wie eine HDD funktioniert, oder? Mit dem Wissen erübrigt sich die Fragestellung komplett. Mit keinem Gedanken würde ich ein Gerät das sensibel auf statische Aufladung reagiert offen herum tragen oder betreiben. Schon gar nicht eines, was viele/wichtige Daten vorhält.
Früher™ hab es ja externe Gehäuse für jedes interne Gerät, auch für die großen optischen Laufwerke. Ob man das wirklich umher schleppen wollte sei Mal dahingestellt.
Ich hab eine externe SSD von Samsung mit 8TB, war nicht ganz günstig, aber ist klein und kompakt und einigermaßen schnell. Aber auch für HDDs gibt es kompaktere Lösungen also so ein Dock – z.B. einfach ein Kabel mit SATA <-> USB. Also ja, war schon irgendwie dumm. Zumal HDDs auch nicht für den dauerhaften Transport gemacht sind.
So ähnlich habe ich es mit einer wegen ihrer Größe ersetzen SSD gehandhabt. Ein schnelles USB C Gehäuse gibt’s günstig und funktioniert als größerer Stick (mit kurzen Kabel) ganz gut.
“Cloud” ist nur solange sicher, wie
– der Anbieter keinen Murks macht (Google zB hat es immerhin geschafft, die Daten eines Multimillionen-Investment-Fonds zu löschen, die wegen der Datensicherheit in die Cloud gegangen waren, auch Azure oder AWS haben immer wieder erhebliche Ausfälle)
– Dein Account in keiner Weise kompromittiert wird (wenn der Anbieter deinen Account sperrt/löscht, hast Du praktisch keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen); es gibt immer mal wieder Berichte, wo Einzelpersonen aus undurchsichtigen Gründen ihre Accounts verlieren
– der Dienst nicht eingestellt oder umgebaut wird, gerade bei Google weiss man nie, was da noch kommt
Info für den Autor. 1GB sind 1000MB und 1TB sind 1000GB ergo sind 8TB 8000000MB 🙂
Also genau genommen sind 1024B 1 KB, 1024KB 1 MB usw.Daher sind auf einer 8TB Platte nie wirklich so viel drauf wie angegeben was mich schon 30 Jahre verwundert, da sonst die Verbraucherschützer auch immer gegen falsche Angaben vorgehen.
Aber grundsätzlich verstehe ich was du meinst, wenn man schon von 1000er Schritten ausgehen will sind es 8Mio und nicht 80k.
Das ist korrekt aber irgendwann gewöhnt man sich daran und rechnet er einfachheit mit 1000 und nicht 1024. Ist doch das Gleiche bei Geschwindigkeiten im Netz. 100mbit/s suggerieren eine höhere Geschwindigkeit als es eigentlich ist aber die meisten haben sich daran gewöhnt.
So richtig verstehe ich das Problem nicht. Ja ok, der will das transportieren aber das haben wir mehrere Jahrzehnte mit unseren Notebooks, USB-Festplatten usw. getan. Dass die gegen Erschütterung nicht so robust wie Speicher oder SSD sind, war schon immer so.
Das ist der Nachteil aber dafür ist der Vorteil, dass er mit einer HDD halt auch einfach viel mehr Speicherplatz hat, als bei einer gleich teuren SSD im USB Gehäuse.
Mein erster iPod hatte damals auch noch eine Festplatte.
Ja, die waren aber im Normalfall auch extra “schockgeschützt”. Das ist eine, für den internen Gebrauch verwendete HDD, wie die in der Abbildung, aber eher selten (weil es ja auch keinen Sinn hat, weil nicht für den Transport gedacht).
Glaub mir, ich nehme die seit Jahren auseinander vorm Verschrotten und es gibt keinen Unterschied. Höchstens eine Gummihülle oder so etwas, aber die Technik im Inneren ist immer gleich. Ob intern oder extern.
Ein Problem entsteht erst, wenn die Leseköpfe nicht geparkt sind und eine Erschütterung eintrifft.
IBM hatte seinerzeit Festplatten in den Notebooks, welche bei erkannten G Kräften die Köpfe sofort parkten. Wurde eindrucksvoll in den Produktpräsentationen vorgeführt, wo eine TSerie im laufenden Betrieb fallen gelassen wurde.
Heute hat so eine blödes E Serie sofort einen Mikroriss im Mainboard.
Ja durfte ich damals auf der Cebit auch machen. Allerdings waren die teilweise am Abend auch nicht mehr in Ordnung. Wie gesagt, hatte damals den ersten iPod, da lief ja auch ne HDD drin.
Hmmm, und was ist mit den zehntausenden Zockern, die jahrzentelang ihre Desktoprechner zu privaten und öffentlichen LAN-Parties und zurück geschleppt haben – ich bezweifle, dass die vorher alle auf “schockresistente” HDDs umgestiegen sind 😉
Ein pfleglicher Umgang des Reddit-Nutzers mit seiner Festplatte ist natürlich Pflicht, aber sooo übertrieben empfindlich sind normale HDDs nun auch wieder nicht.
Allerdings wäre ein Backup zu empfehlen, wenn es wichtige Daten sind, aber das gilt ja eigentlich immer…
Wir haben die aber mit Gehäusen herum geschleppt. Da waren die Festplatten fest verschraubt und der PC wurde im Betrieb eher selten bewegt.
Ich habe über 10 Jahre in meinem externen Gehäuse auch nur normale günstige Platten drin gehabt ohne ein Problem, die wurden getauscht als die einfach zu klein waren.