Viele schmutzige Details zur Entwicklung von Dragon Age The Veilguard kamen ans Tageslicht. Jetzt reagieren auch die Entwickler darauf.
Die Geschichte von Dragon Age The Veilguard ist alles andere als ruhmreich. Zwar hat das Spiel gute Bewertungen von den Kritikern bekommen, doch eine deutliche Abweichung von den düsteren Vorgängern, eine Vermischung in den aktuellen Kulturkampf und mehrere Probleme bei der Produktion sorgten dafür, dass das Spiel weit hinter den Erwartungen zurückblieb.
Nach einem großen Artikel mit vielen aufklärenden Inhalten, melden sich nun auch ehemalige Entwickler zu Wort und erklären, wie sie das Ganze wahrgenommen haben.
Um welchen Artikel geht es? Neulich ist ein großer Artikel von Jason Schreier auf Bloomberg erschienen, der sich ausführlich mit den Problemen rund um die Entwicklung von Dragon Age Veilguard und auch Anthem beschäftigt hat. Der Bericht erzählt von mehreren grundlegenden Änderungen der Ausrichtung des Spiels, problematischen Entscheidungen von EA und Konkurrenzkampf der Entwickler-Teams bei BioWare. Den ganzen Artikel haben wir hier behandelt.
Jetzt haben sich auch Entwickler von BioWare dazu geäußert.
Was sagen die Entwickler? In den sozialen Medien äußern sich die Entwickler von Dragon Age Veilguard nun ebenfalls zu Schreiers Artikel. Blair Thorburn, der Design Director des Spiels, sagte auf Bluesky (via reddit):
Der schlimmste Teil davon ist, dass die Probleme nahezu sofort ausgesprochen wurden und man dennoch die Entscheidung traf, das durchzuziehen.
Thorburn scheint trotzdem mit der Qualität des Spiels zufrieden zu sein, wenn man die negativen Umstände bedenkt, unter denen Dragon Age Veilguard entwickelt wurde, denn er sagt weiter:
Diese Strategie hat das Team von Beginn an in eine unmögliche Situation gezwungen und es war ein Wunder, dass wir überhaupt veröffentlichen konnten – ganz zu schweigen von der Qualität, in der wir es veröffentlicht haben.
Unser Story-Team bestand aus Helden.
Dass die Entwickler und vor allem die Schreiber durch diese mehrfache Neuausrichtung stark unter Druck standen, bestätigt auch Jo Berry. Die hatte vorher schon an Star Wars: The Old Republic, Dragon Age: Inquisition und Mass Effect: Andromeda gearbeitet. Sie beschreibt ihr Erlebnis mit Dragon Age Veilguard so:
Nachdem ich gesehen habe, unter welchen Umständen sie versuchten, etwas zu erschaffen … ich meine, ich kam erst ganz am Ende dazu und es war trotzdem – Holy Shit.
Community mag Ehrlichkeit, ist aber traurig: In der Community kommt zumindest diese Offenheit der Entwickler gut an. Auch wenn viele befürchten, dass die Entwickler nur so offen darüber reden können, weil sie ihre Stellen verloren haben. Im Subreddit von Dragon Age gibt es eine große Diskussion dazu. Hier einige Stimmen:
- „Ich weiß, dass es die Industrie nicht über Nacht ändern wird, aber es gefällt mir zumindest, dass die Entwickler ehrlich sein können und ihre Ansichten direkt mit den Fans teilen.“ – caffeinated__potato
- „Es ist irre, dass quasi der gleiche Artikel über 4 BioWare-Spiele in Folge geschrieben wurde und sie dem Anschein nach niemals etwas [an der Situation] verbessern.“ – momoak90
- „Die einzige Sache, die mich wirklich traurig macht, ist der Umstand, dass wir wohl nie wieder ein neues Dragon Age oder ein Remaster bekommen. Ich weiß, dass Dragon Age Veilguard von Anfang an von den Anzugträgern schlecht behandelt wurde, aber wenn noch ein Dragon Age jemals herauskommen würde, ich würde es trotzdem kaufen. Das ist mein liebstes Franchise aller Zeiten.“ – goblin_bomb_toss
Wie es mit dem Dragon-Age-Franchise weitergeht, ist derweil fraglich. Da viele aus dem Team von Dragon Age Veilguard ihren Job verloren haben oder in andere Teams verschoben wurden, ist die Zukunft von Dragon Age gerade ungewiss. Ob eines der ganz großen RPG-Franchises nun in Vergessenheit geraten wird, bleibt abzuwarten: Der Schöpfer von Dragon Age hatte übrigens klare Worte an EA: Man solle sich doch mal Baldur’s Gate 3 ganz genau anschauen.
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