So will Call of Duty Modern Warfare die Welt schockieren

Im Vorfeld des Reveals von Call of Duty Modern Warfare (PS4, Xbox One, PC) hieß es, der Shooter wolle die Welt schockieren, indem man besonders kontroverse Themen behandelt. Nach der Vorstellung wissen wir, wie das aussehen soll.

Was wussten wir vorher? Es gab vorm Reveal am 30.5. lediglich einige Andeutungen, Modern Warfare würde sich in der Kampagne an die kontroverse Mission „No Russia“ aus Modern Warfare II anlehnen. Da konnten Spieler auf Zivilisten schießen und an einem Massaker, um die eigene Tarnung aufrecht zu erhalten.

Das raunte es so im Vorfeld der Enthüllung, nachdem einige YouTuber und Journalisten schon eine Präsentation gesehen hatten. Es hieß aus YouTube-Kreisen, der neue Shooter werde kontrovers und man sei gespannt, wie die Weltpresse reagiert.

Modern-Warfare-Team-Ops

So will Modern Warfare die Welt schockieren: Mittlerweile kennen wir mehr Details aus der Kampagne, die so kontrovers sein soll. Journalisten aus aller Welt haben die Präsentation beschrieben, die sie gesehen haben.

Das Team von Call of Duty Modern Warfare scheint drei Strategien zu verfolgen:

  • die Spieler ohnmächtig machen, damit sie den Horror des modernen Kriegs und Terrorismus aus der Perspektive der Opfer erleben
  • die Spieler in Situationen bringen, in denen sie innerhalb von wenigen Sekunden Entscheidungen treffen müssen, wer Feind und wer unschuldig ist
  • die Spieler dazu zwingen, brutale Dinge zu tun, weil die Konsequenzen sonst noch schrecklicher wären
Modern-Warfare-Kind

So funktioniert die Ohnmacht: Journalisten berichten, in einer Szene der Kampagne spiele man ein Mädchen, das die Explosion eines Gebäudes überlebt, bei dem die Mutter ums Leben kommt.

Russische Soldaten greifen das Dorf des Kindes mit chemischen Waffen an. Ein Soldat tötet Bruder und Vater des Kindes, das muss sich dann verstecken, um am Ende selbst einen Soldaten zu töten.

In dieser Szene wird die „Origin Story“ von Farrah erzählt, einer der Figuren der Kampagne.

Taylor Kurosaki, der Narrative Director des Spiels erklärte der Seite Variety: Man zeige diese Szene, um die Perspektive der Figuren zu erklären. Man erzähle das nicht, um provokativ zu sein, sondern um zu zeigen, dass der moderne Krieg nicht angenehm ist. Es sei eine ernste Angelegenheit und könnte schmutzig werden.

Modern-Warfare-Feuer-Dach

So funktioniert der Stress: In einer anderen Szene, die Journalisten schon sahen, stürmen britische Spezialkräfte das Safehouse einer Terrorzelle. Beim Eindringen treffen sie auch auf unbewaffnete Frauen. Jeder Raum ist unübersichtlich und verlangt rasches Handeln. Es sind Nachtsichtgeräte angelegt.

Es soll für die Spieler schwer zu erkennen sein, wer Feind und wer Zivilist ist. Es fallen Schüsse durch die Wände. In einer Szene beruhigte eine Frau eine schreiendes Baby. Im nächsten greift eine andere Frau zur Waffe.

Kurosaki sagt: „Das Schlachtfeld war nie weniger klar. Feinde tragen heute selten eine Unform. Das bedeutet Kollateralschäden, Zivilisten sind ein größerer Teil der Gleichung als je zuvor.“ Das seien die Situationen, denen sich Spieler stellen müssten.

Es sei das Ziel der Kampagne, die Spieler in unangenehme, emotionale Situationen zu bringen.

Modern-Warfare-Rote-Staub

So funktioniert die Entscheidung: In einer Szene trifft der Spieler auf eine unbewaffnete Frau, man fordert sie auf, stehen zu bleiben, aber sie bewegt sich und greift nach einem Auslöser für eine Bombe. Der Spieler ist gezwungen, sie zu erschießen.

Auch das sei ein Teil der neuen Realität des Kriegs.

Kurosaki sagt: Es sei ein Job, der einen verfolgt. Die Geheimdienstberichte seien nicht immer perfekt und es käme zu diesen Entscheidungen, die nur den Bruchteil einer Sekunde kosten.

Ähnliche Konzepte hätten schon Filme wie Hurt Locker, Sicario, Lone Survivor, American Sniper oder Zero Dark 30 ergründet.

Modern-Warfare-Triumph

Allerdings sagt Kurosaki auch, dass Spieler moralisch handeln sollten, so wie Soldaten im Feld. Wer übereifrig und zu aggressiv vorgeht, der könne im richtigen Leben strafverfolgt werden. In Call of Duty Modern Warfare würden einen Verbündeten tadeln und das Spiel könne einen sogar ausschließen.

So kann man auch die vermeintliche Terroristin, die sich auf ihr Baby zubewegt, nicht erschießen.

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Ist denn die Weltpresse schockiert? Es wird zumindest herausgestellt, dass sich das Spiel auf einem moralischen Minenfeld bewegt. Durch die neue Engine wirken die Szenen realistischer.

Viele Journalisten empfinden den Ansatz aber als erfrischend. Bei der GameStar heißt es etwa im Preview, Call of Duty sei lange nicht mehr so spannend gewesen wie 2019. Offenbar verleiht der Ansatz der Serie eine neue Relevanz.

Eine Kontroverse gab es tatsächlich. Der Journalist Dean Takahashi von Venturebeat hat in einer Kolumne die Frage gestellt, ob Videospiele sowas wirklich machen müssen.

Für ihn sei das sehr verstörend. Er fragt, ob man Gewalt so in einer Kunstform darstellen solle, bei der Spieler so viel Kontrolle über das haben, was passiert.

Dafür hat sich Takahashi dann in den nächsten Tagen einiges auf Social Media anhören dürfen. Offenbar verbitten sich einige Call-of-Duty-Fans solche Aussagen mit dem Hinweis, das sei ja „M for Mature.“ Sie werfen ihm vor, er würde Zensur fordern.

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Autor(in)
Quelle(n): venturebeatvariety
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