Ausgezischelt: Gruppe hinter DDOS-Angriffen auf Guild Wars 2, WildStar und EVE gibt wohl auf

Die DDOS-Angriffe auf WildStar, Guild Wars 2, Hearthstone, EVE Online und andere MMOs gehen wahrscheinlich auf das Konto einer Gruppe, die diese Angriffe auf Twitter fleißig bezwitscherte. Nach eigenen Angaben hat man sich nun aufgelöst.

Was mit einigen DDOS-Angriffen auf Server von NCSoft, CCP und Jagex begann, unter denen vor allem Spieler von Guild Wars 2, WildStar, Runescape und Eve Online zu leiden hatten, erreichte einen ersten skurrilen Höhepunkt, als die „Gruppe“ der Fluglinie American Airlines mitteilte, man hätte gehört, eines ihrer Flugzeuge habe eine Bombe an Bord.

Populär Präsident von Sony Online Entertainment Haupt-Ziel

John Smedley SOE

John Smedley war darüber nicht erfreut.

An Bord des Flugzeugs: Zwar keine Bombe aber der Präsident von Sony Online Entertainment, John Smedley, der das alles gar nicht so komisch fand. Im Zuge der Bombenwarnung wurde sein Flug umgeleitet und er saß in Phoenix auf seinen Koffern. Smedley wird wegen seiner Nähe zu den Fans und seiner Präsenz in den sozialen Netzwerk geschätzt und als Vorreiter einer neuen Transparenz-Politik bei den großen Entwicklern gepriesen. Er hatte kurz vorher getwittert, dass er jetzt einige Stunden kein Internet habe, wegen eines Langstrecken-Flugs.

Unangenehmer Nachgeschmack: Seit dem Vorfall liegt Smedleys Twitter-Account brach. Die Vermutung liegt nahe, dass Smedley die Lust auf zu viel Transparenz nach den letzten Tagen vergangen ist.

Die „Gruppe“ freute sich im Zuge dieser Aktion darüber, dass sie von einigen Medien als „Gefahr für die nationale Sicherheit“ bezeichnet wurde.

Twitter-Account schwoll beständig an, Ziele wurden größer

Aber nicht nur MMOs oder Flugzeuge waren von den Machenschaften betroffen: Die Gruppe setzte das Battle.net unter DDOS-Druck, machte sich am Playstation-Netzwerk zu schaffen, griff die Server von League of Legends an und amüsierte sich dabei in ihrem ständig anschwellenden Twitter-Account köstlich. Während man Twitch lahmlegte, forderte man User auf, sich den Namen der Gruppe auf die Stirn zu schreiben, dann würde man Twitch wieder laufen lassen.

Diese Aktionen wurden immer wieder von „scherzhaften“ Kommentaren begleitet, in denen man so tat, als stünde jetzt das FBI vor der Tür, als sei man kurz vor der Verhaftung oder handele im Auftrag der Terror-Organisation ISIS.

Faktenlage äußerst unklar

Guild Wars 2

Die Informationslage, was stimmt und was Quatsch ist, ist äußerst dürr. Andere Mitglieder aus der sogenannten „Hacker“-Szene auf Twitter beanspruchen bestimmte „Erfolge“ für sich.

Fakt ist: Die Gruppe ist in den letzten Tagen verstummt. Man twitterte noch, dass zwei der Gruppenmitglieder verhaftet worden seien. Außerdem verwies man auf eine Homepage, auf der man sich als so eine Art moderne Ausgabe von „Robin Hood und die lustigen Schergen“ generierte. Terroristen sei man nicht, lediglich eine Bande von Typen, die zu viel Zeit hätten. Jetzt aber habe sie der stressige Alltag ihrer Leben eingeholt und sie müssten nach zwei ereignisreichen Wochen aufhören. Dabei machte man sich über eine Medien-Seite lustig, welche die Gefahr, die von der Gruppe ausging, besonders aufgeplustert hatte.

Mein MMO meint: Ob an den „Da wurde wer verhaftet“-Tweets was dran ist, weiß man nicht. Das haben sie auch im Vorfeld schon einige Male getwittert. Und ob sich die Gruppe wirklich dauerhaft aufgelöst hat, ist auch schwer zu sagen. So ein bisschen bezweifeln wir sogar, ob es sich dabei wirklich um eine „Gruppe“ gehandelt hat oder einfach um einen einzigen Typen. Immerhin hatte der Twitter-Account schön regelmäßig 8-stündige Ruhepausen. Gut vorstellbar, dass es hier trotz Ankündigung in ein paar Tagen weitergeht: Üblicherweise fällt es Menschen schwer von derart viel Aufmerksamkeit weg zu treten. Oder man hört noch einmal von ihnen, wenn das FBI nicht nur in lustigen Tweets an ihre Tür klopft, sondern im Ernst.

Sicherheit im InternetDass die Gruppe nach anfänglicher Zurückhaltung der Medien von fast allen Newsseiten namentlich genannt wurde mit Links und wörtlichen Zitaten, dass sich die Zahl ihrer Twitter-Follower stetig vergrößerte und wie machtlos die Angegriffenen gegen ihre DDOS-Aktionen waren, sollte bei vielen einen schalen Geschmack im Mund hinterlassen.

Ob man die Gruppe, wie das viele Medien taten, wirklich als „Hacker“ bezeichnen sollte, ist fragwürdig. Wie ein User in einem Tweet an die Gruppe sagte: „Das Heftigste, was ihr gemacht habt, war die Bombenwarnung an American Airlines. Und dafür braucht es keine Hacker-Skills, sondern nur einen Münzfernsprecher.“

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