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Was ist Master X Master? Wir haben das Heroes of the Storm, Marke NCSoft, angespielt

Master X Master soll die NCSoft-Variante von Blizzards Heroes of the Storm werden. Denn auch in der MOBA des koreanischen Publishers tummeln sich zahlreiche Helden aus dem hauseigenen Game-Repertoire.

„Was Blizzard kann, können wir schon lange“, müssen sich die Verantwortlichen bei NCSoft gedacht haben, als das Konzept zu Master X Master entstand. Denn beide Spiele sind MOBAs, die ihre Helden aus dem Fundus der hauseigenen Spiele nehmen. Und an Stelle von Diablo, World of Warcraft und Starcraft kann der koreanische Publisher auf Titel wie Lineage II, WildStar, Blade & Soul und Aion zurückgreifen und Helden wie Schurken in der MOBA als Charaktere einsetzen. Doch klappt das Konzept oder ist Master X Master nur ein lahmer Abklatsch von HotS? Wir konnten einen exklusiven Blick auf die Beta werfen und uns ein Bild vom Spiel machen.

Coop-MOBA?

Ein großer Unterscheid zu Blizzards MOBA fiel uns gleich zu Beginn unserer Anspiel-Session auf. Denn NCSoft-Mitarbeiter Christian Vestol präsentierte uns den spannenden Coop-Modus von Master X Master. Moment, ein Coop-Modus in einer MOBA? Jepp, Master X Master hat sowas!

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Jeder Blade-&-Soul-Spieler, der das Versorgungsdepot der Schwarzen Ramme gespielt hat, erkennt diese Stelle wieder.

Und Spaß macht das Ganze auch, denn zusammen mit Christian starten wir ins „Versorgungsdepot der Schwarzen Ramme“. Wer das Asia-MMO Blade & Soul gezockt hat, dürfte die Instanz gut kennen, denn sie kommt genau aus diesem Spiel. Und tatsächlich, das Gebiet ist wirklich so aufgebaut, wie die Vorlage aus dem MMORPG, so dass mir immer wieder bekannte Dinge – wie die Boss Arena – ins Auge fallen.

Doch bevor wir zum Endboss kommen, müssen wir uns durch Horden von Gegner kämpfen und allerlei Power-Ups aufsammeln. Denn nur so überleben wir die teils knackigen Kämpfe und beim Endkampf gegen Vizeadmiralin Poharan müssen wir noch auf die spezielle – aus Blade & Soul bekannte – Bossmechanik achten.

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Die Bossmechanik gegen Poharan ist ebenfalls identisch mit Blade & Soul.

Dank der intuitiven Steuerung spielt sich Master X Master angenehm: Wir kontrollieren unsere Helden mit WASD und lösen über die Tasten Q und E Aktionen aus, während wir mit Linksklicks angreifen und mit Rechtsklicks defensive Aktionen ausführen. Fast erinnert das Spiel an klassische Top-Down-Shooter wie Hotline-Miami.

Nimm zwei

Doch der launige Coop-Modus ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal vom Master X Master. Denn anders als bei der üblichen MOBA-Konkurrenz wählen wir zu Beginn einer Runde (Coop wie PvP) nicht einen Helden, sondern gleich zwei.

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Der Space-Soldat Taejin spielt sich ein bisschen wie Raynor aus Heroes of the Storm.

Auf Knopfdruck wechseln wir dann mitten im Gefecht den Protagonisten und haben zum einen die Lebenspunkte des zweiten Charakters als auch komplett neue Fähigkeiten. Das ermöglicht extrem coole Taktiken: Wenn wir mit einem zerbrechlichen Assassinen-Helden etwa unerwartet auf die Fresse bekommen und dann flugs zu einem ultraharten Tank-Charakter wechseln, der den Schaden locker wegsteckt und so entkommen kann. Lediglich ein Cooldown verhindert, dass wir allzu oft herumswitchen.

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Auch komische Riesenviecher, wie Cagnazzo hier, sind im Spiel.

Die Helden-Auswahl will durchdacht sein und da es 30 verschiedene Charaktere – die so genannten „Master“ – gibt, fällt die Wahl nicht leicht. Leider hat NCSoft hier gar nicht so viele Charaktere aus den eigenen Franchises, wie man vermuten könnte. Gerademal 8 Helden stammen aus NCSoft-Spielen, der Rest sind eigens fürs Spiel entwickelte Charaktere. Schade, denn gerade der Wiedererkennungswert von Figuren wie Diablo, Thrall, Illidan und Kerrigan machte den besonderen Reiz bei Heroes of the Storm aus.

MasterXMaster-Sizuka

Die Meuchlerin Sizuka ist eine typische Vertreterin ihrer Art.

Die bekannten Helden aus dem NCSoft-Universum (und ja, es sind nur sieben, der achte Held konnte vorerst leider nicht mehr ermittelt werden) sind übrigens:

  • Mondo Zax aus WildStar
  • Jinsoyun und Poharan aus Blade & Soul
  • Rytlock aus Guild Wars 2
  • Kat the Cat aus Lineage 1
  • Kromede aus Aion
  •  “Death Knight” aus Lineage 2

Titanisch!

Kennt ihr die Karte „Garten der Ängste“ aus Heroes of the Storm, in der ihr Samenkörner sammelt und damit einen riesigen, spielbaren Pflanzengolem beschwören könnt? So eine Spielmechanik hat Master X Master auch, denn in der von uns gespielten PvP-Map (wo wir gegen echt fiese Bots antraten), konnten wir ebenfalls Ressourcen sammeln und damit einen riesigen Kampfroboter namens „Titan“ rufen.

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Im PvP-MOBA-Modus kommt es an solchen Engstellen oft zu harten Gefechten.

Den Titan konnten wir dann auch ins Gefecht steuern und mit seinen mächtigen Angriffen und Skills fegten wir die Gegner reihenweise weg. Zumindest, bis wir auf den Titanen des Gegnerteams trafen, der uns mit ein paar Bots eine Falle stellte und zu Klump prügelte. Spaß hat es uns aber allemal gemacht und ein gut geplanter Titanen-Einsatz kann definitiv das Spiel entscheiden.

Alles nur geklaut?

Master X Master ähnelt stark Heroes of the Storm, aber das ist nicht schlimm! Denn immerhin ist Blizzards-MOBA kein schlechtes Spiel. Doch Master X Master ist beileibe kein Klon der Konkurrenz. Denn die NCSoft-MOBA hat genug eigene Ideen und einen eigenen Fuhrpark an coolen Helden, die es locker mit den meisten Blizzard-Heroen aufnehmen können.

Lediglich die (noch) geringe Auswahl an bekannten Helden ist mir eher negativ aufgefallen. Die Steuerung und vor allem das System der wechselbaren Helden hat mir hingegen gut gefallen. Und der Coop-Modus war sogar mein geheimes Highlight der Preview-Session. Ich freu mich jedenfalls schon auf weitere Runden in NCSofts Version des Nexus!

Jürgen Stöffel
Jürgen Stöffel begann seine Karriere als Spiele-Redakteur 2013 bei buffed und war danach Freelancer bei Gamestar, Online-Redakteur bei GIGA und dann für einige Zeit freiberuflicher MMORPG-Redakteur bei Gamestar. Als Mein-MMO dann zu Webedia kam, wurde Jürgen von Dawid mit ins Team geholt. Seit April 2017 ist Jürgen bei Mein-MMO fest dabei. Neben Online-Rollenspielen mag er vor allem taktische MMOs wie World of Tanks und MOBAs. Und zu einer Runde Borderlands oder Fortnite im Coop sagt er auch selten nein. Hauptsache, man spielt nicht alleine.