Everquest Next: Entwicklung des Next-Gen-MMORPG ist offiziell eingestellt

Das MMORPG Everquest Next wird nicht weiterentwickelt.

Wie der Präsident von Daybreak Game Company Russel Shanks heute mitteilte, wird die Entwicklung von Everquest Next nicht fortgeführt.

Man habe beim Versuch, das Projekt zu stemmen, sehr hoch gezielt. Man habe Fortschritte auf dem Weg gemacht, die Industrie-Insider ins Staunen versetzt hätten. Aber als man die Teile zusammensetzt, sei den Entwicklern klar geworden: Es macht einfach keinen Spaß.

Everquest Next erfüllte nicht die Anforderungen, die man selbst hatte. Daher entschloss man sich dazu, die Entwicklung einzustellen. Everquest und Everquest II werden weitergeführt. Man sei weiter leidenschaftlich dabei, die Welt von Everquest wachsen zu lassen. Soviel von Daybreak.

Everquest Next – Die Hoffnung stirbt zuletzt, jetzt ist es soweit

Mein MMO meint: Everquest Next war mit großen Hoffnungen der Fans verbunden, ein Next-Gen-MMORPG zu werden mit revolutionären Design-Ideen wie einer zerstörbaren Umwelt, einer weiterentwickelten Künstlichen Intelligenz und innovativen Quest-Mechanismen. Außerdem war es wohl der letzte Hoffnungsschimmer auf ein “West-MMORPG mit hohem Budget und AAA-Ambitionen.”

In den letzten Jahren hatte man allerdings immer weniger über Everquest Next gehört. Auch mehrten sich schlechte Nachrichten, so trennte man sich von Schlüsselfiguren in der Entwicklung und auch von Partner-Firmen. Nachdem Sony Online Entertainment den Schoß Sonys verließ, mehrten sich auch Nachrichten, die Firma sei in einer finanziellen Schieflage.

In den letzten Monaten setzte man eher auf kleinere Projekte wie H1Z1, das man jetzt sogar in zwei noch kleineren Einheiten geteilt hat. Es scheint, als könne oder wolle man sich das große Prestige-Projekt “Das MMORPG der Zukunft” nicht länger leisten. Der Brief zur Einstellung von Everquest Next ähnelt stark den Worten, die Blizzard fand, als man das eigene “nächste große MMORPG” Titan begrub.

Der ehemalige Präsident von Daybreak John Smedley hatte noch kurz vor seinem Rücktritt versichert, Everquest Next werde kommen und alle umhauen. Jetzt wissen wir: Nein.

Unklar ist nach dem Statement von Shanks noch die Zukunft des Worldbuilder-Spiels “Landmark.” Das war eigentlich als eine Art “andauernde Alpha und Beta” für Everquest Next gedacht. Die Spieler sollten mit den Tools spielen, mit denen die Entwickler auch die künftige Welt bauten. Da scheint man nun auch eine neue Ausrichtung zu benötigen.

Update: Zumindest die Zukunft von Landmark ist geklärt. In einem Interview mit mmorpg.com setzte Shanks den Launch von Landmark auf die To-Do-Liste seiner Firma. Im Frühling soll es soweit sein.

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  • Wow, wirklich schade. Aber gut, wenn man ehrlich ist, waren die Zeichen gegen Ende schon ziemlich deutlich. Denke ich habe da wirklich unrealistische Hoffnungen reingesteckt. Wird also vermutlich nicht den großen Umbruch bringen. Aber vielleicht entwickeln sich bestehende Spiele ja Schritt für Schritt in die Richtung der Vision, die das Spiel dargestellt hat, also Evolution anstatt Revolution. Ich denke sowohl das Potenzial, der Markt als auch die Technik sollten vorhanden sein, um ein Spiel zu realisieren, das wirklich die Idee einer Sandbox in den Mittelmpunkt stellt und in dem nur die Spieler die Entwicklung der Welt beeinflussen, es aber trotzdem Inhalte für Einzelgänger, PVE-Spieler und Nicht-Kämpfer gibt. Die Frage ist nur, ob man die Möglichkeiten komplex genug schaffen kann, um dauerhaft Abwechslung zu bieten. Dafür gibt es bestimmt Inspirationen in einigen der Vorreiterspiele des Genres. Alles auf deren Funktionsweise zurückzuschrauben, wird aber mit Sicherheit nicht die Lösung sein.