Ich habe keine Ahnung, was ich in WoW Shadowlands mache, aber es ist großartig

Vor knapp einer Woche erschien Shadowlands, die neuste Erweiterung von World of Warcraft. MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch hat sich zum ersten Mal so richtig in Retail-WoW gestürzt und dabei einige interessante Erfahrungen beim Leveln gemacht.

Bedingt durch Corona und angehäuftem Freizeitausgleich hatte ich ein langes Wochenende und das hab ich genutzt, um ausgiebig Retail-WoW zu erkunden. Denn obwohl ich ein riesiger MMORPG-Fan bin, ist meine WoW-Vergangenheit überschaubar:

  • Zu Release war ich gerade mal 12 Jahre alt und die Abo-Kosten kamen für meine Eltern nicht in Frage. Stattdessen verliebte ich mich in Guild Wars 1 und später etliche andere MMORPGs, darunter AION, Black Desert und Guild Wars 2, wo ich über 7.500 Spielstunden habe.
  • Lediglich zu Release von Cataclysm spielte ich WoW für einige Wochen im Rahmen eines Let’s Plays. Doch wir grindeten mit XP-Boost, Dungeons und Profis, die uns zur Seite standen.
  • Anfang 2020, während der ersten Corona-Einschränkungen, hab ich mich dann an WoW Classic versucht und meine alte Liebe zu MMORPGs wiederentdeckt. Doch mit Level 60 war dann irgendwann Schluss – für Raids hab ich einfach zu wenig Zeit

Mit Shadowlands wollte ich auch Retail endlich eine Chance geben. Gerade durch die Level-Anpassungen dachte ich mir, dass jetzt womöglich der perfekte Zeitpunkt für einen Einstieg ist.

Doch gerade das Leveln verlief bei mir extrem chaotisch. Ich war lange nicht mehr von einem MMORPG so verwirrt und gleichzeitig so begeistert, wie jetzt von World of Warcraft. Doch der Reihe nach.

Jaina lenkt mich von Arthas ab und irgendwas mit Vashj’ir

Wie läuft das Leveln in Shadowlands? Wer jetzt mit Shadowlands anfängt, muss zu Beginn die Insel der Verbannten besuchen. Dort lernt ihr die Mechaniken des Spiels.

Ich habe mich aber dagegen entschieden und ganz normal im Startgebiet der Zwerge als frischer Level 1 Jäger angefangen – da ich bereits zuvor WoW gespielt habe, konnte ich hier wählen. Bis Stufe 10 folgte ich wie erwartet den ersten Quests, dann wurde ich nach Stormwind geschickt, wo ich mit Chromie reden sollte.

Chromie ermöglicht es mir, eine Erweiterung auszuwählen, in der ich von da an weiterleveln möchte. Theoretisch hätte ich auch in den alten Gebieten bleiben und dort Erfahrung sammeln können. Doch als alter WC3-Fan zog es mich nach Northrend und zu Arthas, dem Lichkönig. In Stormwind ging dann aber erst einmal alles drunter und drüber.

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Arthas ist eine der bekanntesten Figuren der Warcraft-Lore. Natürlich wollte ich seine Story erleben.

Was ist passiert? Auf dem Weg zu Chromie passierte ich die Burg von Stormwind. Dort sprach mit Jaina Proudmoore plötzlich an. In einer coolen Videosequenz erzählte sie von Kul Tiras und das sie unbedingt dorthin reisen müsse.

Das klang spannend und so lief ich zum Hafen von Stormwind, statt zu Chromie. Im Hafen angekommen sprach ich jedoch mit einem NPC, der mir dringend eine Quest geben wollte. Mit Annahme der Quest wurde ich sofort nach Vashj’ir teleportiert, die Unterwasserzone von Cataclysm.

Nach 3 Quests war es mir da jedoch zu doof, sodass ihr den Ruhestein zog und von Dun Morogh wieder nach Stormwind lief. Diesmal erwischte ich das richtige Schiff und es ging nach Kul Tiras.

Kul Tiras und die fehlende Hintergrundgeschichte

Was passierte in Kul Tiras? In der für mich komplett neuen Zone Kul Tiras verstand ich überhaupt nicht, was vor sich ging. Jaina hatte anscheinend ihre Heimat verraten und wurde jetzt weggesperrt. Genau wie ich, was auch immer ich mit diesem Verrat zu tun hatte.

So verwirrt ich auch von der Story war, so viel Spaß hat mir Kul Tiras gemacht.

  • Die Geschichte war schön erzählt.
  • Man levelte für meine von Classic geplagte Seele extrem schnell.
  • Besonders das “Kapitel-System” gefällt mir richtig gut. Ich wusste immer, wo in der Story ich mich befand, wohin es ging und erlebte so ein Abenteuer nach dem anderen.
WoW Kapitel
Das Kapitel-System, das es so in jeder Zone gibt.

Allerdings scheine ich einige Quests übersehen zu haben, denn anders als erwartet, war ich nach Kul Tiras noch nicht Stufe 50.

Also machte ich mich erneut auf den Weg nach Northrend.

Ich bieg schon wieder falsch ab!

Versehentlich in den Krieg statt nach Northrend: Dabei bog ich abermals falsch ab – diesmal in Kul Tiras – und landete für kurze Zeit in der Kriegskampagne von Battle for Azeroth irgendwo in einem Angriff auf die Zandalari.

Dabei habe ich einen Begleiter bekommen – wobei ich keine Ahnung habe, was dieser kann. Anscheinend gibt es Missionen, aber dafür soll ich auf ein Schiff gehen. Wo dieses Schiff liegt, verrät mir aber niemand. Zumindest das Schiff, auf dem ich den Begleiter bekam, war es nicht. Irgendwann frage ich sicherlich mal Dr. Google!

podcast header wow shadowlands

Lohnt es sich mit WoW Shadowlands anzufangen? Hört es im MeinMMO-Podcast

Im neusten Podcast diskutieren wir mit unserem Gast Marylin Marx von der GameStar über WoW Shadowlands, was sich verändert hat und ob man nach einer langen Pause nun zurückkehren sollte.

Nach einem kurzen Intermezzo verließ ich den Krieg jedoch und reiste nach Stormwind, um endlich nach Northrend aufzubrechen – es waren ja nur rund 12 Spielstunden nach meinem eigentlichen Entschluss vergangen!

Im eisigen Norden erwartete mich zu meiner Überraschung wieder das Kapitel-System. Damit spielte mich flüssig und entspannt durch die Boreanische Tundra – bis Level 49.

Endlich in Shadowlands: Mit 49 wurde ich dann erneut nach Stormwind gerufen und es sollte in Richtung Shadowlands gehen. Nur eine kurze Sequenz mit Bolvar Fordragon führte mich in die Geschichte von Shadowlands ein. Wirklich verstanden hab ich die aber nicht.

In Shadowlands bin ich aktuell noch unterwegs, mein Jäger ist Stufe 54. Doch schon jetzt bin ich heiß darauf zu erleben, wie die Geschichte weitergeht. Denn zumindest die Lore von Shadowlands selbst verfolge ich diesmal von Anfang an.

Spaß trotz kompletter Verwirrung

Obwohl ich durch die vielen Reisen und die Lücken in der Story vollends verwirrt bin, hat mir das Wochenende mit Retail-WoW richtig Spaß gemacht. Es ist immer aufregend ein “neues” MMORPG zu entdecken und man kann über WoW sagen was man will, es ist halt wirklich ein hübsches, schön vertontes und gut gemachtes Spiel.

Tatsächlich ist es die Lore, die mich so bei der Stange gehalten hat:

  • Ich wollte wissen, was mit Jaina passiert, nachdem sie gefangen genommen worden war.
  • Ich wollte unbedingt den Lich-König sehen.
  • Ich wollte Mal zu den Ersten gehören, die die Geschichte einer neuen Erweiterung erleben.

Mir ist bewusst, dass ich mit all dem recht spät dran bin und mir die Verwirrung auch ein bisschen selbst zuzuschreiben habe. Aber wer jetzt wie ich mit Shadowlands anfängt und möglicherweise noch weniger Vorkenntnisse in Sachen Lore hat als ich, der könnte von den ganzen Möglichkeiten erschlagen werden.

Mein Tipp ist tatsächlich eine Erweiterung von Anfang bis Ende durchzuspielen und sich nicht ständig ablenken zu lassen. Klug wären wohl, die Classic-Zonen, Burning Crusade oder Wrath of the Lich King. Ab Mists of Pandaria – so hab ich das Gefühl – baut die Story verstärkt auf die vorherigen Ereignisse auf, die man ohne Vorkenntnisse nur schwer verstehen kann.

Wer wirklich schnell leveln will, sollte jedoch Warlords of Draenor spielen. Dort gibt es moderne Quests, massig XP für “Rede-Quests” und Schätze, die XP beim Plündern geben.

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Sylvanas ist einer der Antagonisten von Shadowlands.

Wer sich übrigens die gesamte Lore von World of Warcraft durchlesen möchte, der findet hier eine ausführliche Zusammenfassung von Cortyn:

Die Story von World of Warcraft bis heute – die ganze Lore zusammengefasst

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chips

Ja, das kommt mir alles bekannt vor. Ich bin allerdings nicht der extreme Story Nerd. Heisst, es gab witzige Missionen, aber teilweise keine Ahnung, wie ich da hingelangt bin. Auch das hin und her geportet werden und dann nicht mehr wissen wo man ist, kommt mir bekannt vor.
Die Grundidee hinter Chromie leuchtet zwar ein, die Umsetzung ist aber mittelmässig. Teilweise wird man in eine Expansion geschickt und muss dann erst mal ewig weit laufen, um überhaupt mal eine Quest zu finden. Der rote Faden fehlt irgendwie. Beispielsweise wurde ich mal nach Dalaran teleportiert und hatte dann keine Ahnung mehr, wie ich da wieder runter komme. Also bin ich ins Meer gesprungen. So gedacht war das sicher nicht.
Auch das Freischalten der verbündteten? Völker war recht nervenaufreibend. Die ganzen Guides sind halt für Leute geschrieben, die WoW bereits vor Shadowlands mitgemacht haben und da werden einem dann eben nicht alle vorherigen Schritte erklärt (Kriegskamp… was?). Auch im Internet nicht. Das Spiel lässt einen da auch mit einem Erfolg hängen, bei den man teilweise erst mal suchen muss, wie man an die Quests ran kommt.
Letzten Endes macht es Spass, ja. Aber abseits der standard Reise über die Starterinsel und BFA, fühlt es sich doch ein wenig nach Flickenteppich an, in dem man sich schnell verheddern kann.

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