The Witcher 3: Wild Hunt im Test

In den letzten Tagen hat man relativ wenig von mir gelesen, gesehen und auch gehört. Woran das liegt? An „Witcher 3“ natürlich. Ich hielt es für eine gute Idee, mal wieder einen Test schreiben zu wollen und da kann so ein kleiner Rollenspielsnack für zwischendurch ja nicht schaden, oder?

Der Einstieg in die Spielwelt

Mein Name ist Geralt, ich weiß von nichts…

Für den Anfang mache ich mich direkt mal unbeliebt: Ich habe weder Witcher 1 noch Teil 2 durchgespielt und auch keines der Bücher gelesen, obwohl man mir beides dringend empfohlen hatte. Die einfache Wahrheit ist, dass mich beide Spiele in den ersten Stunden nicht fesseln konnten und daher auch mein Interesse an den Büchern eher gering war. Daraus resultiert, dass ich eventuell nicht jede Anspielung auf Geralts Vergangenheit verstanden habe und auch einige „bekannte“ Charaktere erst selber kennenlernen musste.

Witcher 3 Search for Ciri
Auf der Suche nach Ciri untersuchen wir jeden Hinweis – auch abgetrennte Pferdeköpfe.

Die Jagd nach Ciri

Witcher 3 Bath
Auch Witcher müssen mal ausspannen.

Trotz meiner Ahnungslosigkeit schafft es die erste Stunde des Spiels, mich mit den wichtigsten Charakteren vertraut zu machen und direkt eine Bindung aufzubauen. Während Geralt im Badezuber entspannt, liegt wenige Meter von ihm die schwarzhaarige Schönheit auf einer Liege und liest ein Buch – vollkommen nackt. Damit ist gleich klargestellt, was für eine Beziehung die beiden haben. Im Laufe des Tutorials lerne ich dann noch das Mädchen Ciri kennen, das für Geralt wohl so etwas wie ein Tochterersatz ist – sie trainieren zusammen und albern viel herum. Dann wird die Welt schwarz.

Alles bisherige war wohl nur ein Traum. Inzwischen sind mehrere Jahre vergangen und Geralt ist mit seinem treuen Hexer-Kollegen auf der Suche nach Ciri und durchkämt das Land nach Hinweisen.

Open World

Eine weitere Offenbarung vorweg: Ich mochte Skyrim nicht, aufgrund der „Open World“-Komponente. Die Welt war mir zu groß und hat es nicht geschafft, mich dazu zu motivieren, jeden Stein zwei Mal umzudrehen oder einfach planlos in die Wildnis zu reiten. War das bei Witcher anders?

Viel zu entdecken

Witcher 3 Map
Jede Markierung auf der Karte ist ein besonderes Ereignis.

Auch wenn es ein Satz ist, den man inzwischen zu jedem Spiel liest: Die Welt von Witcher 3 ist randvoll mit Dingen, die man entdecken kann. Ein kleines Beispiel: In einem Dorf bekomme ich die Aufgabe, nach dem vermissten Sohn einer alten Frau zu suchen, der nach einem Ausflug in den Wald nicht zurückgekommen ist. Ich mache mich also auf den Weg, finde eine Leiche mit einem Brief. Nur wenn man den Brief auch wirklich liest, erfährt man von einem Versteck, in dem Schätze eingelagert sind. Ich unterbreche also meine Suche nach dem Sohn, folge der Schatzkarte und stoße dabei auf eine Höhle, die mit Monstern verseucht ist. In besagter Höhle finde ich nicht nur den Schatz, sondern auch noch einen weiteren Brief und einen Schlüssel. Um das Ganze abzukürzen: Es vergingen knapp zwei Stunden (und mehrere Spieltage), bis ich den Sohn wirklich gefunden hatte. Das Erforschen der Welt macht Spaß und trotz der vielen Entdeckungen wirkt sie nicht überladen, zumal man große Strecken auf dem Rücken eines Pferdes überbrücken kann.

Eine Gefahr hinter jeder Ecke

Witcher 3 Crones of the wood
Diesen drei hübschen Damen begegnet man recht früh – und sie haben sogar Interesse an Geralt…

Mit der „Open-World“ kommen aber auch einige Schwierigkeiten hinzu, an die MMO-Spieler sich erst noch gewöhnen müssen. Denn nur weil ein Gebiet rein storytechnisch das „Startgebiet“ ist, heißt das bei Weitem nicht, dass die Gefahren sich in Grenzen halten. Wer seinem Forscherdrang zu oft nachgibt, der stolpert mit Geralt auf Stufe 5 gerne mal in einen riesigen Steingolem, der 10 Level stärker ist und den Hexer mit nur einem Schlag aus dem Leben haut. Das sorgt natürlich für eine Vielzahl von gefährlichen Situationen und schafft Anreize, auch im späteren Spielverlauf bekannte Orte erneut aufzusuchen, um herauszufinden, was der riesige Gargoyle oder die Horde Drowner bewacht hat. Rein spieltechnisch ist das natürlich ein kleiner Dämpfer, denn dadurch dauert es länger, bis man Gebiete „vollständig“ abgeschlossen hat. Auf der anderen Seite ist das aber auch ein Ausdruck der Ernsthaftigkeit der Welt – denn warum sollten die Kreaturen schwach sein, „nur“ weil Geralt dort anfängt?

Pro
  • Riesige Spielwelt...
  • Bombastischer Soundtrack, aber...
  • Spannende Story
  • Hoher Wiederspielwert, dank vielen Entscheidungsmöglichkeiten
  • Unvergleichliche Atmosphäre, unterstützt durch eine tolle Grafik
Contra
  • ... die einige überfordern könnte
  • ... etwas zu wenig musikalische Abwechslung
  • Kleine, unverständliche Bugs
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KingK
2 Jahre zuvor

Hab W3 erst dieses Jahr durchgespielt und platiniert und bin aktuell noch im ersten DLC, welches ich aufgrund meiner Leidenschaft MP FPS aktuell etwas vernachlässigt habe.

W3 ist eines der besten, wenn nicht sogar das beste RPG, dass ich jemals gezockt habe. Es hat sich direkt in meinen persönlichen Olymp mit Toptiteln wie Baldur’s gate oder Fallout 2 eingereiht.

Gorden858
Gorden858
5 Jahre zuvor

Bin auch wie erwartet sehr begeistert von dem Spiel. Die Story, das Questdesign, die Atmosphäre und die Stimmigkeit der Welt sind einfach auf einem wahnsinnig hohen Level.

Das Alchemiesystem finde ich übrigens einen guten Kompromiss zwischen Realismus und Spielspaß. Klar ist das irgendwie unlogisch, dass ich plötzlich nur noch eine Flasche Schnaps brauche, um zehn Tränke wieder aufzufüllen, obwohl ich für die erste Erstellung zig verschiedene Zutaten gebraucht habe. In Spielen, in denen ich Tränke einzeln erstellen muss produziere ich sie entweder in Maßen und kippe sie reihenweise runter, wenn sie unkompliziert herzustellen sind oder gar nicht und ignoriere das System komplett, wenn es aufwendiger ist. Ist ja kein Oldschool MMO, wo ich erstmal ewig farmen will, bevor ich mich in den Kampf mit dem Greifen wagen kann.

Was mich allerdings etwas stört, ist das Balancing. Ich stoße ständig auf einzelne Monster oder erhalte Quests, die weit über meinem Level sind. Wenn in der Nähe des Startgebiets ein Greif sein Lager hat, den ich erst mit späterer Stufe besiegen kann, oder auf einer Insel schon von weitem ersichtlich ist, dass sie von Untoten nur so wimmelt ist es tatsächlich glaubwürdig und ich habe eine Motivation später nochmal zurück zu kommen. Wenn ich allerdings direkt neben der Hauptstraße zur nächsten Hauptquest ein Banditenlager oder eine Wasserhexe finde, die genauso aussehen, wie zig andere Gegner, die ich bereits besiegt habe, aber plötzlich zehn Stufen über mir sind, ist es irgendwie nervig. Vor allem, wenn man die Lebensbalken standardmäßig ausgeblendet hat und sich wundert, warum die einen plötzlich mit einem Schlag aus den Latschen hauen. Finde es auch merkwürdig, wenn ich Quests erhalte und nur den Hinweis habe, dass irgendwo jemand getötet wurde/verschwunden ist/ein Monster gewichtet wurde ich aber bevor ich überhaupt weiß, was überhaupt dahinter steckt, schon weiß, dass die Quest für Stufe 30 ist und ich sie noch erst zurückhalten sollte. Warum kriege ich so eine Quest überhaupt schon direkt am Anfang? Zusätzlich habe ich das Gefühl, dass ich auch schon einige Quests hätte erhalten sollen, die aber einfach nicht in meinem Log eingetragen wurden (eventuell, weil das Level viel zu hoch gewesen wäre?).

Das hat mir tatsächlich in Skyrim besser gefallen, dass ich wirklich jede Höhle erkunden konnte und immer wusste, dass ich nirgends vor eine Herausforderung gestellt werden würde, die ich aufgrund meines Levels gar nicht schaffen kann. Das ist aber eine von wirklich sehr wenigen Sachen, die mich stören (eine weitere ist das Questtracking: Warum muss ich durch alle meine Quests durchschalten, wenn ich wissen will, ob eine davon in meiner Nähe erledigt werden kann. Warum kann ich sie nicht gleichzeitig auf der Karte anzeigen lassen?) Naja, und die Inszenierung könnte teilweise etwas epischer sein. Habe mich zum Beispiel für die zweite Option bei dem Baum entschieden, was du auch als Screenshot im Artikel hast und die Darstellung war irgendwie enttäuschend.

F2P-Nerd
F2P-Nerd
5 Jahre zuvor

Da der Preis der RU-Version bei GOG.com mittlerweile unter 10 Euro gefallen ist, habe ichs mir nun auch erst mal ertauscht. Bin schon gespannt, das Ding muss ja einiges drauf haben smile

Gorden858
Gorden858
5 Jahre zuvor

Du Pfennigfuchser ;-P

Mike
Mike
5 Jahre zuvor

Habs gestern mal angespielt (auf der PS4) und finde die steuerung ein bisschen gewöhnungsbedürftig! Auch die vielzahl der Items erdrücken einen und die Erklärungen sind eher mangelware :/ Muss mich noch erst an das ganze gewöhnen^^

Gorden858
Gorden858
5 Jahre zuvor

Einfach möglichst schnell eine große Satteltasche organisieren und dann alles mitnehmen, was nicht niet und nagelfest ist. Den Reiter „Handwerksmaterialien“ ignorieren und voll laufen lassen und alles andere was man nicht braucht möglichst schnell verkaufen. Dadurch habe ich eigentlich fast immer alles was ich zum craften brauche, auch wenn ich keine Ahnung habe, was wofür ist wink

Mike
Mike
5 Jahre zuvor

Danke für den Tipp smile

Kashmo
Kashmo
5 Jahre zuvor

ich schein wohl einer der wenigen zu sein der von Witcher 3 sehr enttäuscht wurde und das als großer Witcher-Reihe Fan sad

Gorden858
Gorden858
5 Jahre zuvor

Wie schade, wie kommts?

Caljinar
5 Jahre zuvor

The Witcher 3 ist eine absolute RPG Perle. Ich habe aktuell +80h auf der Uhr und stehe kurz vor dem Abschluss der Hauptgeschichte. Danach gibt es dann noch unzählige Nebenquests, Monsteraufträge, etc. zu erledigen. Auch ich kann dieses Spiel jedem Rollenspiel Fan nur wärmstens ans Herz legen. CDPR hat hier ein mega Produkt auf den Markt gebracht welches jeden Cent wert ist!

Cortyn Wirklich nett geschriebener Artikel / Test. Finde es toll, dass selbst Spieler mit geringem Vorwissen gut in die „Witcher-Welt“ einfinden und du auch in deinem Artikel darauf eingehst.

Chris Utirons
Chris Utirons
5 Jahre zuvor

Für mich ein super Spiel und vieles im Review sehe ich genauso. Wer ein wenig Hintergrundwissen aufbauen möchte dem empfehle ich auch dieses Hörbuch (Der letzte Wunsch) von einem privaten Youtuber nachgelesen und das sehr gut. Da gibt es im Spiel viele Anspielungen ;).

https://www.youtube.com/wat

Fly
Fly
5 Jahre zuvor

Les ich selbst grade wieder um mein Gedächtnis aufzufrischen. Kann man auch nur empfehlen grin

Parzivall
Parzivall
5 Jahre zuvor

Ausführliches Review. Danke dafür! Und auch ich werde es noch spielen, ohne Teil 1 und 2 wirklich zu kennen. Gut zu wissen, dass man trotzdem Spaß daran hat obwohl das Hintergrundwissen fehlt.

Atom
Atom
5 Jahre zuvor

Hättest du ihn leben lassen hättest du mehr erfahren

Atom
Atom
5 Jahre zuvor

Das spiel ist wirklich einsame klasse. Aber die quest due du erwähnt hast mit dem mörder in novigrad und den zetteln die er hinterlassen hat. Dieser depp der die hure gefoltert hat war nicht der mörder. So viel sei gesagt

Cortyn
Cortyn
5 Jahre zuvor

Das weiß ich – ich habe den Täter gefunden, was die Quest trotzdem nicht besser gemacht hat ^.~

Bodicore
Bodicore
5 Jahre zuvor

Witcher 3 ist unerreicht mein Lieblingsspiel naja Mass Effect gehört auf dieselbe Stufe aber das ist ja ein anderes Setting

Rico
Rico
5 Jahre zuvor

Für mich ist The Witcher 3 das beste Spiel, was ich je gespielt habe, auch bin gerade am Roman Zeit des Sturms dran und kann nicht genug bekommen, wie sehr wünsche ich mir ein MMO The Witcher Online, auch wenn viele denken, dass es nicht funktionieren kann, glaube ich mit den richtigen Entwicklern, könnte sowas gehen.

Ps. Schöner Test.

Fly
Fly
5 Jahre zuvor

Ein MMO im Witcher Universum würde ich persönlich nicht wollen. Ich kann mir da auch gar nix gutes vorstellen. Rein lore-technisch schon nicht. Normale Soldaten haben keine Silberwaffen, Stahlwaffen töten keine Monster. Es gibt auch immer weniger Hexer und für mich wäre es nicht mehr The Witcher, wenn plötzlich tausende andere Hexer durch die Welt streifen.
Ist natürlich nur meine Meinung, aber ich wünsche mir Temerien weiterhin alleine zu durchstreifen. Und am liebsten weiterhin mit Geralt… <3

Caljinar
5 Jahre zuvor

Ich bin absolut Deiner Meinung. Bitte, bitte kein Witcher MMO. Dies wäre eine absolute Katastrophe. The Witcher lebt von seiner Geschichte, was man nie in ein MMO unterbringen könnte. TESO ist bereits ein Beweis dafür, dass man mit solchen Dinge vorsichtig sein sollte.

Rico
Rico
5 Jahre zuvor

Also rein Lore-technisch könnte man die 6 Roman als Story Vorlage nehmen.Geweihte Waffen könnten Monster töten, Klassen könnte ich mir vorstellen, Hexer, Druide, Hexenjäger, Jäger, Schurke/Dieb, Priester, Krieger/Templer, Zauberer, Hexenmeister, die Rassen wären Gnome, Zwerge, Elfen, Menschen..
Die Atmosphäre, Flora, Fauna, einfach alles was The Witcher 3 richtig macht, dazu ein wenig Black Desert, Teso, Age Of Conan und Herr der Ringe Online, bissel schütteln und fertig ist The Witcher Online.

Caljinar
5 Jahre zuvor

Natürlich könnte man aus dem Universum ein MMO basteln, ob dies jedoch der Serie gut tun würde steht halt auf einem anderen Blatt Papier. Ich persönlich denke halt, dass es nicht gut wäre, da das Franchise nun einmal von seiner Geschichte und vor allem seinen Charakteren lebt. The Witcher wäre niemals so erfolgreich geworden, wenn man einen eigenen Charakter erstellt hätte anstelle von Geralt.

Kurt W.
Kurt W.
5 Jahre zuvor

Ein hervorragender Artikel! Bis auf eine Kleinigkeit!
„Mein MMO – Dein Magazin für ONLINEspiele“ – Thema verfehlt, Setzen, 6!
In „Mein schöner Garten“ lese ich auch keine Artikel zum Thema „Wandern im Wald“. Bei der Gamestar ist der Artikel schon besser aufgehoben.

Forwayn
Forwayn
5 Jahre zuvor

Ich finde, man sollte auch mal über den Tellerrand schauen. Nennen wir es doch einfach einen Exkurs…

Gorden858
Gorden858
5 Jahre zuvor

Du scheinst ihn aber ja gelesen zu haben und fandes ihn sogar „hervorragend“. Wem wurde also damit einen Schaden zugefügt? Lass die Leute doch auch mal machen, wozu sie Lust haben. Wenn du dann mit dem Ergebnis nichts anfangen kannst, such die halt eine andere Seite…

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