Lohnt sich das neue Wikinger-Koop-Game Tribes of Midgard? Wir haben es für euch angespielt

Mit Tribes of Midgard gibt es jetzt ein neues Koop-Spiel mit Wikingern und viel nordischer Mythologie. Doch was ist das überhaupt für ein Spiel und lohnt es sich, Tribes of Midgard zu zocken? MeinMMO-Autor Jürgen Horn hat sich das Spiel näher angesehen.

Was ist Tribes of Midgard eigentlich? Tribes of Midgard wurde ursprünglich vielerorts als Survival-MMO interpretiert. Allerdings ist es vielmehr ein Koop-Spiel mit maximal 10 Spielern. Es gibt aber auch einen Solo-Modus.

Im Spiel gilt es dann, die Welt zu erkunden, Ressourcen und Schätze zu sammeln und diese zu nutzen, um einen Setzling des Weltenbaums Yggdrasil zu beschützen. Denn grausige Monster aus dem Totenreich Helheim und gewaltige Riesen aus dem wilden Land Jötunheim hassen Weltenbäume und machen nichts lieber, als euren wehrlosen Setzling auszurupfen.

Daher hetzt ihr ständig zwischen Erkunden und Sammeln und verteidigen des Setzlings hin und her. Tribes of Midgard ist also eher ein Tower-Defense-Spiel mit Survival- und RPG-Elementen.

Wer hat es gespielt? Als großer Fan von allem, was mit Wikingern und nordischen Sagas zu tun hat, ist Jürgen Horn prädestiniert, Tribes of Midgard anzuspielen. Außerdem mag Jürgen Survival-Games und Koop-Spiele. Für seinen Anspielbericht hat Jürgen insgesamt 7 Stunden im Saga-Modus mit Freunden und auch im Solo-Play verbracht.
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Hier ist ein Gameplay-Trailer zu Tribes of Midgard.

Ein Spiel, so gnadenlos wie der Fimbulwinter

So ging’s los: Am Anfang von Tribes of Midgard baue ich mir einen Wikinger im Charakter-Editor. Doch der ist so karg wie die Einöden Grönlands. Ich kann gerade mal ein paar Frisuren, drei Gesichter, Haar- und Hautfarbe sowie das Geschlecht meines Wikingers einstellen.

Aber gut, ich habe jetzt auch keinen detaillierten Editor à la Black Desert erwartet und lege gleich mit dem Tutorial los. Das ist erfreulich kurz gehalten und wird von den beiden putzigen Katzen der Göttin Freya geleitet. Die flauschigen Miezekatzen erklären mir, wie ich Ressourcen sammle und kämpfe. Nach 10 Minuten weiß ich das Nötigste und kann gleich richtig loslegen.

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Der Editor gewinnt sicher keinen Preis.

Darum war ich ewig nackt: Zusammen mit einem Freund starten wir die erste richtige Session im Saga-Modus. Das ist der reguläre Spielmodus, in dem man lange genug durchhalten muss, bis man den Saga-Boss auf seiner Insel findet und erschlägt.

Doch bis dahin ist es ein weiter, steiniger Weg, denn wir entsteigen der Regenbogenbrücke Bifröst nackt und unbewaffnet.

Um erste Ressourcen für die Herstellung von Ausrüstung zu sammeln, muss ich Stecken und Feuerstein finden, doch das verdammte Zeug liegt nirgends rum. Ich suche mir einen Wolf und finde alles Mögliche, nur eben nicht diese Ressourcen. Dafür verdresche ich tatsächlich Wölfe, Wildschweine und gruselige Schwarzalben.

Irgendwann ruft mich mein Kumpel zurück ins Dorf und zeigt mir, dass er mehr Glück hatte und die nötigen Ressourcen zuhauf dabei hat. Endlich kann ich mir Hosen, Rüstung sowie Schwert und Schild basteln.

Jeder Fehler hat Konsequenzen: Mit meinem neuen Zeug gehen wir gleich wieder raus in die Wildnis, um den Schwarzalben einzuheizen. In einem großen Lager im Norden unseres Dorfes hausen diese fiesen Spitzohren und machen sich sicher über uns lustig. Denen zeigen wir’s!

Die ersten Alben hauen wir noch problemlos um, doch dann kommt plötzlich eine Art Boss, eine Schwarzalben-Hexe. Außerdem bin ich so ungeschickt und stehe zu nahe an einer komischen Kugel, die plötzlich explodiert. So sind wir beide Tot, die Hexe lacht uns noch mehr aus und wir verlieren all unser Zeug!

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In der Nacht kommt Hels Brut über uns.

Zwar respawnen unsere Wikinger – wir spielen schließlich unsterbliche Einherjar aus Walhalla – nach 5 Sekunden wieder am Dorf, doch wir haben bis auf unsere Ausrüstung alles verloren: Alle gesammelten Ressourcen und alle „Seelen“. Das ist eine Art Universalwährung, die man durch so ziemlich jede Tätigkeit im Spiel in mehr oder weniger großer Menge bekommt.

Die verlorenen Ressourcen lassen sich zum Glück wiederfinden, wenn man den Ort seines früheren Todes erreicht, die Seelen sind jedoch für immer futsch, was gerade dann weh tut, wenn man sehr viele davon schon gefarmt hat. Wie in unserem Falle.

So schlimm sind die Nächte: Denn die Seelen hätten wir dingend benötigt, um unser Dorf zu befestigen. Das Dorf ist nämlich rudimentär schon vorhanden, doch wenn wir Tore, Wachtürme mit Schützen und verbesserte NPCs wollen, müssen wir das alles mit Seelen und weiteren Ressourcen aufmotzen.

Daher können wir quasi nix bauen und sehen bang unserer ersten Nacht entgegen. Denn wie einst im PvE-Modus von Fortnite kommen in der Nacht gefährlich Wesen aus den Tiefen des Totenreichs gekrochen und greifen von drei Seiten aus das Dorf und den Setzling in der Mitte an.

Ohne Befestigungen marschieren diese Hel-Wesen einfach durch und feiern den großen Ragnarök-Ringelpietz vor dem unschuldigen Bäumchen. Allerdings sind wir auch keine schwächlichen Milchtrinker, sondern gestandene Wikinger und so hauen wir die Abscheulichkeiten aus Helheim wieder dahin zurück, wo sie hergekommen sind.

Das ist passiert, als der Riese kam: Die folgenden Nächte gehen zum Glück etwas besser aus, da wir mittlerweile den Bogen raus haben und nicht mehr so oft sterben. Nur einmal sterbe ich ziemlich peinlich, weil ich aus Versehen ins Wasser hüpfe und sofort ersaufe. Wikinger können anscheinend nicht schwimmen.

Doch Wasser ist nicht unser Problem, sondern Feuer! Genauer gesagt, ein gigantischer Feuerriese namens Hálogi. Der ist so groß, dass er kaum auf den Bildschirm passt! Der Titan marschiert schon seit einiger Zeit auf unser Dorf zu, doch da wir ihn auf der Map noch nicht entdeckt hatten, bleibt die Bedrohung abstrakt.

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Gegen den Riesen haben wir keine Chance.

Bis das Riesenvieh plötzlich vor unseren Toren steht! Wir bauen gerade noch das Tor fertig und können den Giganten so gerade noch aufhalten.

Dafür haut er jetzt mit seinem Flammenschwert auf das Tor ein und wir im Gegenzug beharken die Fußknöchel des Jötun wie Berserker. Doch das hilft alles nichts, denn bald darauf bricht unser Tor brennend zusammen und Hálogi tapert gemütlich auf den Setzling zu. Jede Gegenwehr ist sinnlos und der Setzling verglüht im Flammenatem des Jötun.

Unsere erste Session in Tribes of Midgard endet nicht mit Ruhm in den Sagen und Frei-Met in Walhalla, sondern mit einer krachenden Niederlage. Irgendwo in Asgard schüttelt Allvater Odin seinen Kopf …

Scheitern und immer wieder aufstehen

So ging’s weiter: Doch zum Glück gibt es mehr als einen Setzling in Midgard und wir dürfen nochmal ran. Neuer Baum, neues Glück. Beim 2. Mal sind wir vorsichtiger und gehen planvoller vor. Außerdem haben wir uns bei unserem ersten Versuch zumindest ein Starter-Kit freigespielt und können schon voll gerüstet starten.

Außerdem kommt der Reise dieses Mal nicht so schnell an und wir basteln sogar erste Befestigungen und motzen die NPCs weiter auf.

Doch dann erwischt uns ein ganz anderes Problem.

Darum sind Riesen nicht das einzige Problem: Denn alle paar Nächte zieht ein unheilvoller Blutmond auf. Das schlechte Omen ignorieren wir und staunen daher nicht schlecht, als plötzlich ungleich stärkere Hel-Monster des Nachts in unser Lager strömen. Am Ende kommt sogar ein besonders dickes Viech, das uns mit einem fiesen AoE-Effekt umbrät und kurz darauf den Setzling mit dunkler Magie zum Verwelken bringt.

Erneut haben wir derb versagt, und der Riese war noch nicht mal da!

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Dieses monströse Hel-Viech hat unseren Baum gefressen!

Auch weitere Versuche und ein Ausflug im Solo-Modus scheitern stets. Wir kommen zwar ein paar Tage weiter, aber irgendwann sind uns entweder die Riesen oder Hel-Wesen überlegen und wir schaffen es nicht, rechtzeitig entsprechend nachzurüsten. Doch statt Frust motiviert das stetige Scheitern immer wieder zum Neuanfang. Noch.

Kann das Spiel auf Dauer motivieren?

Das sind die aktuellen Probleme: Die Frage ist nur, wie lange das Spiel motiviert. Denn letztendlich spielt sich Tribes of Midgard wie der PvE-Modus von Fortnite und das Spielprinzip ist immer gleich: Ressourcen sammeln, Aufrüsten, Welt erkunden und jede Nacht die immer schwerer werdenden Gegnerwellen abwehren.

Das erzeugt eine stetige Bedrohung und jeder Fehler kann einem das Spiel kosten. Beispielweise, wenn man eine vierstellige Anzahl von Seelen gerade zurück ins Lager bringen will und unterwegs doof in einen Hinterhalt gerät und alles verliert.

Doch ich kann mir auch vorstellen, dass da irgendwann die Luft raus ist und man schon alles mal gesehen hat. Spätestens wenn der Saga-Boss einmal liegt, dürfte man kaum noch Motivation haben, das alles noch mal zu machen. Zwar haben die Entwickler regelmäßige Season-Updates mit neuen Bossen und Quests angekündigt, aber die sollten oft und schnell erfolgen, damit genug zu tun ist.

Das braucht Tribes of Midgard noch: Eine Runde in Tribes of Midgard kann sehr lange dauern und wenn es dumm läuft, stirbt man kurz vor Erreichen des Ziels. Daher wäre es super, wenn das Spiel weitere Modi anbieten würde, die etwas kurzweiligeren Spaß ermöglichen.

Und mehr Cosmetics und Anpassungs-Optionen täten dem Spiel sicherlich auch gut, denn die Jagd nach immer neuen Kostümen und Gegenständen würde für mehr Motivation sorgen. Aber wer weiß, vielleicht haben die Entwickler das eh alles geplant, das Spiel steht ja erst am Anfang.

Fazit – Ein Spiel, dass mich nicht loslässt – Aber ich fürchte den Tag, an dem ich loslasse

Ich habe sehnsüchtig auf Tribes of Midgard gewartet und wurde auch nicht enttäuscht. Das Spiel gefällt mir schon aufgrund der vielen liebenswerten Details, wie den aus den Sagen entnommenen Namen der Riesen oder der launigen Kunstsprache der NPCs, welche eine Mischung aus Schwedisch und Isländisch ist.

Außerdem motiviert mich der deftige Schwierigkeitsgrad des Spiels und ich will es immer wieder versuchen, auch wenn ich lediglich am Ende nur einen Tag weiter komme oder doch noch einen Riesen erschlagen kann.

Das alles motiviert mich zum weiterspielen und ich freue mich immer schon auf den Feierabend, wenn ich wieder als Einherjar nach Midgard reise und den Setzling verteidige.

Doch ich ahne schon, dass mich das alles weniger motivieren wird, wenn ich erstmal den Saga-Boss gelegt habe. Denn so schwer und unerreichbar dieses Ziel gerade ist, so wenig wird es mich reizen, das alles nochmal zu machen. Hier müssen die Entwickler schnell Content nachlegen, damit sich die Spieler nicht zu bald langweilen.

fragt meinmmo jürgen

Jürgen Horn
Redakteur bei MeinMMO

Tribes of Midgard macht zwar super viel Spaß, kann alleine aber ziemlich schnell anstrengend werden. Doch selbst solo ist das neue Koop-Spiel definitiv zu meistern. Wenn ihr damit Schwierigkeiten habt, findet ihr bei uns auf MeinMMO Unterstützung:

5 Tipps für Solo-Spieler in Tribes of Midgard – So meistert ihr das Koop-Game alleine

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Grinsekatze

Tipp 1: erste Nacht ignorieren, dass machen die NSCs selbst.
Tipp 2: Zweite Nacht geht eigentlich auch noch, gerade, wenn man einen zweiten Mitspieler hat
Tipp 3: Erst Tinkerer auf Stufe 3 > dann Türme (Archer) ausbauen > Tore.
Tipp 4: ersten Riesen relativ bald killen (einfacher Upgrade der Waffen reicht idR).
Tipp 5: Mit Starterpaket “Waffen” beginnen, kurz Zweige und Feuertein sammeln, damit Werkzeuge herstellen, dann erkunden gehen (vor allem Portale und Camps in der Umgebung).
Tipp 6: ALLES in die Kiste packen (wenn man zusammen zockt), da die Ressourcen zusammen genutzt werden

Max Mustermann

Generell ist es cool, nur verschenkt es durch die einseitige Mechanik eine Menge Potential. Ein klassisches Survival, Base Building System hätte mir da besser gefallen.

Kiky

Geht mir genau so.
Ich hoffe es kommt noch ein modus wo man einstellen kann, wie man spielen möchte.

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