Ein Spieler beweist, dass etwas anderes in Dungeons & Dragons noch wichtiger sein kann, als ein übersichtlicher Charakterbogen und kreiert sich ein eigenes Erinnerungsstück, das aussieht, als ob es in ein Museum gehöre.
Was zeigt der Spieler? Der Spieler caironio zeigt der D&D-Community auf Reddit ein Blatt Papier, das einem sehr ordentlich organisierten Spieler, der großen Wert auf Übersichtlichkeit legt, vermutlich Gänsehaut verpassen würde.
Mit einem beigelegten Beweisfoto zeigt er den Charakterbogen seines Assassinen-Schurken, für den er 3 Jahre lang von Level 3 bis Level 20 dasselbe Papier genutzt hat.
3 Jahre und 17 Levelaufstiege bedeuten eine Menge Änderungen, die viele neue Notizen und genauso viel Radieren mit sich bringen, dem werden sich alle Langzeitspieler bewusst sein. Doch das Papier hat tatsächlich bis zum Ende durchgehalten.
Dieses Erinnerungsstück erhielt von der Community beinah 6.000 Upvotes von begeisterten Spielern, die allesamt eine ähnliche Reaktion zeigen: „Die Erinnerungen, die dieses Blatt Papier bewahren muss, sind unbezahlbar“ (MammothDesperate auf Reddit).
Hier seht ihr den Trailer für die Serienadaption der D&D-Kampagne „The Mighty Nein“ von Critical Role, die auch 3 Jahre andauerte:
Von einem chaotisch neutralen Schurken sei nichts anderes zu erwarten
Was kann man dem Charakterbogen entnehmen? Das Character Sheet genau zu entziffern ist (neben der italienischen Sprache) leichter gesagt als getan. Schließlich wurden manche Aspekte wie die Attributswerte und die Ausrüstung, aber noch viel häufiger das schwankende Goldkonto und die Lebenspunkte (oh, die arme, durchradierte Stelle der Lebenspunkte) immer wieder neu angepasst.
Neben den besagten Radierlöchern und ein paar eingerissenen Stellen, hielt das Papier aber stand und bietet ein paar Hinweise auf den Schurken des Spielers:
Es handelt sich um eine Assassine mit dem Namen „Mieze Franke“, die auf Level 20 eine Geschicklichkeit von 20 und eine noch beeindruckendere Stärke von 29 besaß, dessen HP sowieso jegliche Regeln sprengen sollten. Doch das würde laut mrmirscommunication auf Reddit auch perfekt zu einem Charakter mit einem solchen Character Sheet passen: „Man würde von einer chaotisch neutralen Elfen-Schurkin mit einer Stärke von 29, mit über 500 HP und 4000 temporären HP auch nichts anderes erwarten. Mein Gott.“
Wie reagiert die Community auf das Papier des Spielers? Die Community ist von dem Charakterbogen und all dem, was es für den Spieler bedeutet, wirklich begeistert.
„Rahm es ein und häng es im Zimmer wo ihr spielt auf, es hat sich seine Ruhe verdient“ lautet Maverick2664s Kommentar und auch lebiro findet, dass caironio sich mit dieser Entscheidung ein wirklich tolles Erinnerungsstück geschaffen hat: „Dasselbe Papier während der ganzen Kampagne! Das ist verrückt. Aber was für ein cooles Souvenir von dieser ganzen Zeit.“
Einigen Spielern wird klar, dass ein solches Andenken das ist, was sie beim digitalen Spielen vermissen: „Das vermisse ich definitiv, seitdem ich auf digital umgestiegen bin: das vom Krieg gezeichnete Character Sheet, das man am Ende einer Kampagne hat“ (BigriskLowrolls auf Reddit).
Aber auch die Dauer der Kampagne zeigt so manchen Spielern, was das für ihre eigene Kampagne aussagen könnte: „Ich liebe es, wie diese Person in drei Jahren von Level 3 auf Level 20 gekommen ist, während wir hier seit Level 1 nur Level 5 erreicht haben und noch es nicht einmal geschafft haben, die Kampagne zu beenden“ (Misses_Ding auf Reddit).
Wenn der Spieler sich weiterhin mit derselben „Fürsorge“ um diesen Charakterbogen kümmert und ihm einen sicheren Ort bietet, könnte dieses Souvenir noch viele weitere Jahre als Erinnerung an die vergangene Kampagne dienen. Eine ältere Frau hat ihre alten D&D-Schätze auch sorgfältig aufbewahrt, worüber sich ihre Enkelin sowie auch die Community freuen konnte, die all die Sachen zu Gesicht bekamen: Eine Oma findet ihre alten Figuren und Bücher zu Dungeons & Dragons, schenkt sie ihrer Enkelin, die damit die Community neidisch macht
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Und ich dachte es wäre normal, dass man sein Charakterblatt erst dann ersetzt, wenn man vor lauter Bier- und Chipsfettflecken die Werte nicht mehr lesen kann 😂
Aber mal im ernst: ist das heutzutage nicht mehr normal ein Charakterblatt für die Gesamte Lebensdauer des Charakters, bzw. der Kampagne zu haben?!
Ich kleckere bei den Sessions so oft mit Kaffee, Tee und Snacks und doodle sie so voll, dass man beim nächsten Levelaufstieg sowieso kaum noch etwas erkennen kann – ABER wegschmeißen kann ich sie trotzdem nicht … vielleicht habe ich am Ende der Kampagne ein kleines, vollgekritzeltes Erinnerungsbüchlein. Bis dahin bin ich aber trotzdem Team „Neues Character Sheet“
Für meine letzte Pathfinder-Kampagne hatte ich auch 5 Jahre lang dasselbe Blatt. Ich glaube, das existiert auch noch 😂 Müsste ich auch mal wieder raussuchen. Aber ja, ich denke sehr viele Leute spielen mittlerweile digital. Meine langjährige DnD-Kampagne läuft auch über digitale Charakterbögen. Ich mag es aber auch, einfach mal komplett analog zu sein und weder auf’s Handy noch auf ein Tablet oder einen Laptop schauen zu müssen. Das hat einfach nochmal einen anderen Zauber.
Ich sehne mich zurück an die Zeit, wo wir früher beim Camping Urlaub am Meer vor’m Zelt saßen und nur mit Regelbuch, Charakterblättern, einem Satz Würfeln und etwas Notizpapier ausgerüstet waren.
Heutzutage laufen die meisten Kampagnen entweder Digital über Roll20 etc. oder es sind Riesen Hobbyisten Projekte mit einem riesigen Haufen Miniaturen… beides finde ich schränkt die Kreativität ein.
Gleichzeitig traure ich DnD3.5 und seinen ausgefeilten Strategiemöglichkeiten auf dem Battleboard nach… widersprüchlich, ich weiß 😂😅