Vor 165 Jahren grillte ein Ereignis das Telegrafen-Netz, heutzutage sorgt es für GPS-Störungen und Schlimmeres – Wie sicher ist unsere Technik?

Vor 165 Jahren grillte ein Ereignis das Telegrafen-Netz, heutzutage sorgt es für GPS-Störungen und Schlimmeres – Wie sicher ist unsere Technik?

Die Sonne ist weit mehr als nur Lichtspender. Von ihr kann auch immense Gefahr für unsere Gesellschaft aus. Was ist Weltraumwetter und wie beeinflusst es unseren Planeten und die Technik des Alltags? Wir von MeinMMO erklären es euch!

1859 und 2024, was haben die zwei Jahre gemeinsam? Damals wie heute ereignete sich etwas Katastrophales. Ein energetisches Ereignis immenser Kraft stürzte in die Erdbahn und traf uns, ein Sonnensturm, der aus einem verbundenen Netz aus Sonnenflecken (AR 3664) ins Weltall geschleudert wurde.

Damals brannten weltweit Telegrafenleitungen, Nordlichter waren bis weit in niedere Breiten zu sehen und Techniker erlitten Verbrennungen. 2024 fielen die Schäden weniger brenzlich aus, dabei reicht die Bandbreite an möglichen Folgen von GPS-Störungen oder gar Komplettausfällen von Navigationsdiensten über Schäden an Stromnetzen bis hin zu einem Zusammenbruch des Internets.

Eines steht also fest: Weltraumwetter ist eine Gefahr. Lasst uns den Plasma- und Strahlungsstürmen näher auf den Grund gehen: Was sind sie genau und welch Chaos können sie stiften?

Derweil spielen Sonnen mannigfaltiger Erscheinung auch in Star Citizen eine prominente Rolle. Wir haben hier den anhaltend sehenswerten Trailer zur Story-Kampagne Squadron 42 für euch. Wer Science-Fiction mag, der sollte auf das kombinierte MMO-Einzelspielererlebnis wenigstens mal einen Blick werfen.

Nochmal leicht angesengt davongekommen, oder?

Was passierte an den vergangenen Tagen? Aus der Sonnenfleckgruppe namens AR 3664 (via Austria Presse Agentur) traten große Mengen an Material und Strahlung aus. Wie dereinst beim sogenannten Carrington-Ereignis (benannt nach dem Astronomen, der es beschrieb).

Die Schäden hielten sich jedoch in Grenzen, es kam aber flächendeckend zu Störungen bei Satelliten und sonstigen von Funk abhängigen Systemen. Das GPS zeigte sich für einige Zeit gestört oder zumindest weit ungenauer als gewohnt, was vor allem kommerzielle Nutzungen behindert, zum Beispiel die Landwirtschaft.

Ferner kamen Satelliten durch Veränderung des atmosphärischen Luftwiderstands (Erwärmung und Ausweitung der Lufthülle) vom Kurs ab, dies wird nun korrigiert.

Das ist alles, ist doch harmlos, oder? Weshalb genau, wir dieses Mal trotz eines Vielfachen an elektrisch betriebener Technik in Orbit, Atmosphäre und am Boden relativ ungeschoren davongekommen sind, wird noch von der Wissenschaft untersucht.

Sonnenstürme können Chaos stiften

Adieu Internet? Dabei hätte es theoretisch schlimm kommen können. Denn dauerhafte Schäden an Satelliten oder elektrischen Einrichtungen können gravierende Folgen im Alltag haben (via Astronomy.com). Abseits flächendeckender Stromausfälle für Stunden oder sogar Tage durch durchgebrannte Transformatoren kann die Kommunikation zusammenbrechen.

Denn nicht nur Funk- oder GPS-Signale können unterbrochen werden. Selbst die unterseeischen Kabel sind anfällig für induzierte Ströme, die die Verbindung zwischen den Servern stören würde.

Folgen von historischen Sonnenstürmen listet diese Folie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) für Solar-Terrestrische Physik auf.

Einige Beispiele für Folgen von extremem Weltraumwetter. Quelle: DLR für Solar-Terrestrische Physik

Was können wir zum Schutz unternehmen? Je nach Bereich unterschiedlich viel. Die Nasa hat in den vergangenen Tagen zum Beispiel die Instrumente des „Chandra“-Röntgenobservatoriums der US-Raumfahrtbehörde Nasa verstaut, um sie buchstäblich aus der Schussbahn zu nehmen.

Aber generell bleiben Sonnenstürme und ihre Auswirkungen ein Forschungsfeld mit großer Bedeutung. Auf alle Fälle ist die ununterbrochene Beobachtung unverzichtbar, denn nur so können von Satellitentechnik abhängige Dienste rechtzeitig gewarnt werden.

Was ist Weltraumwetter?

Weltraumwetter ist vereinfacht alles, was mit der Atmosphäre sowie dem Magnetfeld der Erde geschieht, wenn die Sonne oder andere kosmische Quellen darauf einwirken. Hauptspielfeld dieser Interaktion ist die Ionosphäre. Seit 1994 werden solar-terrestrische Prozesse als Weltraumwetter bezeichnet.

Sonnenflecken: Alle elf Jahre durchläuft unsere Sonnen einen Zyklus, an dessen Ende sich jeweils ihr Magnetfeld umpolt. 2025 wird erneut das solare Maximum erwartet, bei dem die Sonnenflecken am zahlreichsten sind. Sie stellen kühlere Bereiche, aus denen die Sonnen vermehrt Material fortschleudert und Strahlung abgibt.

Einen vertiefenden Überblick zu allem hier Besprochenen bekommt ihr in diesem Vortrag eines Wissenschaftlers des DLR für Solar-Terrestrische Physik:

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Welche Wetterlagen gibt es?

  • Strahlung und Sonnenwind: Beides ist immer da. Die Sonne verteilt allzeit gewaltige Mengen an Strahlung (eben auch das sichtbare Licht) und geladene Teilchen, den Sonnenwind. Unser Magnetfeld schützt uns hiervor aber zuverlässig.
    • Die Strahlung braucht etwa acht Minuten für die Strecke.
    • Die geladenen Teilchen (Plasmawolken) sind etwa drei Tage bei ruhigem Weltraumwetter unterwegs.
  • Sonneneruptionen: Starker Anstieg von kurzwelliger, energiereicher Strahlung. Es ist vereinfacht ausgedrückt energiereicheres Licht als gewöhnlich.
  • Sonnensturm, auch koronaler Massenauswurf genannt: Dramatisch verstärkter und auch schnellerer Sonnenwind, deshalb bleibt oft nur rund ein Tag Vorhersagezeit. Diese Plasmawolken können verheerend sein. Das eingangs beschriebene Carrington-Ereignis sowie was AR 3664 hervorbrachte, waren Sonnenstürme.

Das nächste kosmische Opfer könnte übrigens der Mars sein. Da sich die Sonne weitergedreht hat, zielt die Sonnenfleckengruppe AR 3664 nun auf unseren roten Bruderplaneten. Wer Lust auf ein interessantes Aufbauspiel auf dem Mars hat, sollte sich Terraformers mal anschauen.

Aktuell ist der Titel sogar im Angebot für rund zehn Euro auf Steam zu haben. Dort errichtet ihr rundenweise eine Kolonie, um das langfristige Überleben und schlussendliche Prosperieren der neuen Gemeinschaft auf dem weitestgehend toten Planeten zu sichern. Dafür ist gekonntes Ressourcenmanagement unverzichtbar.

Quelle(n): Xataka
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