PUBG: Entwickler erklärt die Bots, die sind absichtlich so dumm

Mit dem aktuellen Update 7.1 bekam Player Unknown’s Battlegrounds (PUBG) eine neue Season und zahlreiche Neuerungen. Darunter sind ein Ranglisten-Modus und Bots. Wir von MeinMMO haben exklusiv mit einem der Entwickler gesprochen und mehr dazu erfahren.

Mit wem haben wir gesprochen? Zu den Neuerungen in PUBG 7.1 und Season 7 haben wir vom MeinMMO-Team mit Brian Corrigan, dem Head of NA zu PUBG, ein exklusives Interview geführt. Brian stand uns dort vor allem zu dem neuen Ranked-Mode und den Bots Rede und Antwort.

BrianCorrigan - PUBG Head of NA
Brian Corrigan, Head von PUBG-NA

Bots sollen Neulinge schützen

Was hat es mit den Bots auf sich? Ich, Jürgen Horn von MeinMMO, habe bereits beim Test der Stadia-Version von PUBG Erfahrungen mit den Bots gemacht. Mir kamen die strunz-blöden KI-Kameraden aber eher störend vor. Der Sieg gegen solche Holzdeppen versaute mir sogar das Battle-Royale-Feeling, da man völlig sorglos looten und ballern kann. Die Bots sind nämlich kaum eine Gefahr.

Daher fragte ich Brian auch, warum die Bots denn im Spiel seien und was ihr Zweck wäre. Daraufhin hatte der Entwickler eine interessante Antwort:

Es [Der Grund, warum Bots im Spiel sind] ist wirklich einfach. Obwohl wir seit dem Start ein PvP-Spiel sind, wurde das Spiel für neue Spieler fast unzugänglich, da wir sahen, wie die Fähigkeiten der Spieler mit großer Erfahrung immer weiter zunahmen.
Obwohl wir ständig einen großen Zustrom haben, konnten wir sehen, dass neuen Spielern nicht die Chance gegeben wurde, aufzusteigen. Sie waren Kanonenfutter für erfahrenere Spieler.
PvE gibt uns die Möglichkeit, neue Spieler schon früh mit weniger erfahrenen Gegnern zusammenzubringen und ihnen so eine angemessene Aufholjagd und die Möglichkeit zu geben, mit der Zeit aufzusteigen. So wie es die erfahrenen Spieler damals taten, als das Spiel noch neu war.

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Die Bots gewinnen sicher keinen Preis für hochentwickelte KI.

Müssen die Bots wirklich sein? Die wenig gefährlichen Bots sind also im Spiel, um neuen Spielern nicht gleich wieder den Spaß zu ruinieren. Gut, so gesehen hat das ganze durchaus Sinn. Dennoch störten sie mich als Nicht-Neuling am Ende mehr, als sie mir Spaß machten. Daher fragte ich, wie man denn die Bots wieder loswerde oder ob es sie jetzt einfach als fixe Konstante in allen PUBG-Runden gäbe:

Ihr könnt wählen, ob ihr im Normalmodus mit Bots oder im Ranglistenmodus nur gegen menschliche Spieler spielen möchtet.  Im Normalmodus werden die Spieler immer weniger Bots sehen, je höher sie in jeder Warteschlange eingestuft werden.
Hoch qualifizierte Spieler sollten nicht mehr als 20% PVE sehen, verglichen mit 80% PVP in Matches zu Spitzenzeiten.  Das bedeutet, dass in frühen Bluezone-Phasen eine Wahrscheinlichkeit von 80% besteht, dass der Gegner, den ihr seht, ein Mensch ist.
In späteren Phasen steigt diese Zahl sogar noch an, da der PvE in späten Spielszenarien kaum noch Auswirkungen hat.

Wer also komplett ohne KI-Bots spielen will, kann sich einfach für den neuen Ranglisten-Modus anmelden. Doch was hat es damit auf sich?

Das steckt hinter dem Ranglisten-Modus

Warum kommt der Ranked-Modus erst jetzt? Ranglistenmodi sind ja an sich nichts Neues und da PUBG erst 3 Jahre nach Release solch einen Modus bringt, wollte ich von Brian wissen, warum dem so war:

Ranked-Play ist in einigen Genres üblich, aber innerhalb des BR ist es noch relativ neu. Wenn man solche Systeme schon viele Male gebaut hat, entwickelt man eine Art Formel. Für PUBG mussten wir die Art und Weise, wie Matchmaking funktioniert, die Regeln und den Ranking-Algorithmus neu überdenken.
Wir mussten dies für ein Spiel tun, das bereits drei Jahre alt war, mehrere vorherrschende Spielstile innerhalb der Community hatte und über ein E-Sport-Programm verfügte, das Regeln verwendete, die der allgemeinen Spielerbasis nicht zur Verfügung standen.
All dies brauchte einige Zeit zum Durcharbeiten. Wir mussten auch eine Lösung für das Survival Title-System finden, das im Spiel vor der 7. Staffel existierte und wie ein Ranglistenmodus aussah – obwohl es mechanisch gesehen eigentlich ein Progressions-System war.

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Wer ohne Bots spielen will, kann sich im Ranglisten-Modus austoben.

Was ist am Ranked-Play in PUBG so Besonderes? PUBG ist also ein komplexes, über die Jahre gewachsenes Spiel, das erst für den Ranglisten-Modus überarbeitet werden musste. Doch was genau ist das Highlight der Ranglisten in PUBG?

PUBG verfügt über eine große, globale Spielerbasis, und im Laufe der Zeit haben wir die Entwicklung mehrerer vorherrschender Meta-Spielstile gefördert.  Aus diesem Grund konzentrierten sich Spieler, die verschiedene Metas bevorzugten, auf verschiedene Statistiken, um zu messen, wie „geschickt“ sie bei PUBG sind. Einige Spieler bevorzugen zum Beispiel die Platzierung, andere Statistiken wie K/DA [Kill/Death-Ratio, das Verhältnis zu Kill und eigenen Toden] oder ADR [Average Damage per Round, also den durchschnittlichen Schaden, den man pro Runde anrichtet] usw. Mit der Rangliste haben wir endlich eine offizielle Antwort auf diese grundlegende Frage gegeben. Nämlich: Was bedeutet es, in diesem Spiel gut zu sein? Darüber hinaus ist das Ranking-System von PUBG eines der ersten echten Ranking-Systeme innerhalb des Genres, und es ist das erste, das mit einem wirklich globalen eSport-Programm gepaart ist. 


Brian Corrigan ist also zufrieden mit der Entwicklung, die PUBG genommen hat und sieht das Battle-Royale-Urgestein auch in der Zukunft noch als relevanten Titel. Und das trotz der großen Konkurrenz von Spielen wie Fortnite, CoD: Warzone und Apex Legends. Dazu kommt noch das ebenfalls sehr populäre PUBG-Mobile, das in nur 4 Monaten entwickelt wurde und die Marke weiter voranbringen soll.

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