Presseschau TESO: Ernüchterung nach Beta-Test

Lang dauert es nicht mehr! Schon am 4. April soll The Elder Scrolls Online, kurz TESO, seine Pforten öffnen. Wir haben die wichtigsten Pressestimmen zusammengestellt, um Euch einen Eindruck zu geben, was Euch in weniger als zwei Monaten erwartet!

Kurz die Basics: Bei TESO kommt eine explosive Mischung zusammen.

The Elder Scrolls ist die vielleicht beliebteste Single-Player-RPG-Reihe überhaupt. Auf der anderen Seite dürsten MMORPG-Spieler seit Jahren nach frischer Nahrung im Fantasy-Sektor. Kein Wunder also, dass allein die Ankündigung von TESO hohe Wellen geschlagen hat. Sicher ist der 4. April im MMORPG-Sektor das wichtigste Datum im ersten Halbjahr 2014. Es wird DAS Highlight 2014, bis im zweiten Halbjahr Wildstar und die nächste WoW-Erweiterung Warlords of Draenor aufschlagen. Doch bis dahin wird wenig außer TESO los sein.

Daher ist es klar, dass sich die Gamingpresse auf die Beta gestürzt hat wie ein französischer Goblin auf die Schenkel eines Riesenfroschs … oder wie ein Mage bei WoW auf den Loot – wir wissen doch alle, wie spitz die Kerle auf den Loot sind, machen wir uns nix vor!

Wir schauen uns an, was die Gamingpresse an Eindrücken aus ihrem Abstecher mitgebracht hat und geben Euch einen kleinen Überblick:

Hohe Erwartungen durch Single-Player-Erlebnisse

Onlinewelten.com: Bei den Onlinewelten beklagen die Tester vor allem, nicht das Skyrim-Gefühl aus den Köpfen herauszubekommen. Während es bei einem Single-Player-Spiel möglich sei, dass Entscheidungen weitreichende Konsequenzen auf die Spielwelt haben, wäre das bei einem MMORPG erfahrungsgemäß nicht möglich. So ist es der Tester noch von Skyrim gewöhnt, für ein Problem fünf verschiedene Lösungsmöglichkeiten zur Auswahl zu haben, in TESO bleibt es bei einer.

Davon abgesehen lobt man allerdings die Grafik und das Kampfsystem, gleichwohl Anja beim Nahkampf noch Luft nach oben sieht (die fehlende Kollisionsabfrage macht sich dann doch bemerkbar). Schwächen sieht onlinewelten.com zudem nach derzeitigem Stand noch im Gameplay, der Phasing-Technologie und in der mangelnden Bequemlichkeit für den Spieler. Hier gilt es, nach Meinung des Testers, noch einige Zusatzfunktionen nachzuliefern, die in anderen Spielern bereits Standard sind, gerade was Autoloot angeht oder die schnellere Bewältigung von Quest-Texten.

Mit geringen Erwartungen ging ich an ESO heran und wurde dann doch durchweg gut unterhalten. Grafisch reicht ESO zwar nicht an The Elder Scrolls 5: Skyrim heran, aber für ein Online-Rollenspiel ist die Optik angemessen, detailreich und atmosphärisch (…). Zur Atmosphäre tragen sicherlich auch die Musik, die Tag-Nacht-Wechsel, Wettereffekte und die vollvertonten NPCs ihren Teil bei. Die meisten NPCs sind aktiv und stehen nicht immer nur stur und stumm auf einem Fleck. Stattdessen gehen Handwerker ihrer Arbeit nach, Bewohner stehen zum Tratsch beieinander und Mitspieler wühlen in ihren Taschen, wenn sie gerade ihr Inventar offen haben. Aber warum darf ich ungestraft jedem NPC alles vor der Nase wegstehlen?

Playmassive.de: Bei Playmassive ist die anfängliche Euphorie, die mit der großen Tradition der Elder Scrolls einhergeht, offenbar schnell getrübt. Der Tester spricht von einer gewissen Standardkost bei den Quests und meint, dass viele Tamriel-Fans es wohl lieber sähen, hätten die Entwickler der Serie eine Multiplayer-Funktion spendiert, statt ein eigenes MMORPG.

Positiv fällt allerdings auf, dass die Welt dynamisch und lebendig wirkt und es Spaß macht, auf Erkundung zu gehen, sich in versteckte Ecken und Nischen vorzuwagen, und die dynamische Welt auf sich wirken zu lassen.

Hyper mit Aussicht auf Quest-Niederschlag

Golem.de: Auch bei golem.de scheint das Quest-System eine etwas desillusionierende Wirkung auf den Tester zu haben. Es sei dann doch wesentlich mehr MMORPG, als man sich das vorgestellt habe. Zwar verzichte TESO auf die sattsam bekannten „Gehe dahin und töte 50 Viecher“-Quests, dafür stelle das MMORPG allerdings zahlreiche Aufgaben, die vom Spieler verlangen, Botengänge zu verrichten. Sehr positiv sticht für golem.de jedoch die Charakter-Generierung hervor. Hier gäbe es viele Möglichkeiten, die eigene Spielfigur von anderen abzugrenzen. Auch die von Skyrim bekannte Möglichkeit, klare Klassengrenzen zu überschreiten und Hybrid-Charaktere zu spielen, kommt hervorragend an.

Gamestar.de. Bei gamestar.de bemüht man sich, die Erwartungen der Spieler etwas zu bremsen. Nach dem Hype um die ersten Presseveröffentlichungen macht die Testerin deutlich, dass TESO die hohen Erwartungen vielleicht nicht erfüllen werde. Dafür sei das Spiel gerade zu Beginn etwas zu konventionell und langatmig. Allerdings lobt Gamestar, dass sich der Spieler von Anfang an als Held fühle, denn die Quests hätten sofort einen epischen Charakter.

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Auch bei Gamestar.de vermisst man vielen Komfort, den man mittlerweile aus gewachsenen und mehrfach polierten MMORPGs kennt und gewöhnt ist. So gebe es Schwierigkeiten bei der Questverfolgung und bei der Markierung von Zielen in Dungeons. Doch Gamestar macht den Fans auch Mut, nach ihren Informationen arbeiteten die Developer schon fieberhaft an diesen Dingen, ansonsten müssten wohl Add-Ons der Fans helfen.

Tolle Spielewelt, tolle Grafik – aber …

Gamona.de: Bevor auch der Tester von Gamona.de den Wechsel von einer hohen Erwartungshaltung zu einem nüchternen Blick durchmacht, lobt er vor allem die hervorragende Grafik TESOs. Kein anderes MMOPRG könne hier mithalten. Jeder Halm sehe wie handgezeichnet aus. Doch die Animation von NPCs, wenn sie dem Spieler ihr Leid klagten und um Hilfe bäten, lasse zu wünschen übrig. Hier sei sogar WoW voraus, ganz zu schweigen von Star Wars Online, das der Tester in dieser Kategorie weit vorne sieht.

Besonders bitter stößt dem Tester auf, dass einige angekündigte Features im Crafting oder beim Erkunden der Welt mittlerweile wohl Kompromissen gewichen seien, die eine versprochene anfängliche Freiheit relativierten. Auch wenn die Euphorie durch eine ziemliche Skepsis ersetzt wurde, lobt der Tester von Gamona das Rollenspiel und die Single-Player-Aspekte des Titels.

Viel Rollenspiel, wenig MMO? The Elder Scrolls Online sieht super aus, doch bietet es bisher keine überzeugenden Argumente für monatliche Gebühren.

The Elder Scrolls Online: Grafik

Mmorpg.com: Der Tester von mmorpg.com zeichnet ein wesentlich freundlicheres Bild von TESO als die deutsche Gamingpresse. Etwa zehn Stunden habe es gedauert, dann hätte ihn das Spiel am Haken gehabt, so der Tester. Denn TESO ermögliche es, wirklich Teil der Welt zu werden und voll im Spielerlebnis aufzugehen. Zwar fehlen auch mmorpg.com einige der Bequemlichkeiten von ausgereiften MMORPGs, doch die faszinierende und lebendige Welt, das lohnende Crafting-System und die freie Auswahl bei der Char-Gestaltung gaben für den Tester dann doch den Ausschlag zum Positiven.

Massively.joystiq.com: In ein anderes Extrem verfällt der Tester dieser englischsprachigen Webseite. Schon vorm Anspielen habe er nie viel mit der Elder-Scroll-Serie anfangen können und das MMORPG habe ihn nur in seinem Eindruck bestätigt. Zwar vermittelten manche Teile des Spiels den Eindruck, dass es sich vielleicht später noch lohnen könne und spaßig werde, aber warum solle man ein Buch bis Seite 300 lesen, wenn man es schon auf Seite 30 gähnend langweilig finde, so fragt dieser Tester.

Die Seele der Elder Scrolls gut eingefangen

Buffed.de: Der Tester, den buffed.de auf TESO losgelassen hat, scheint nach eigenen Angaben ein absoluter Elder-Scrolls-Single-Player-Purist gewesen zu sein, der sich fest vorgenommen hatte, TESO zu ignorieren, bis er dann im Laufe des Tests doch bekehrt wurde. Ausschlaggebend war für ihn das „epische“ Spielgefühl. Außerdem glaubt er, dass TESO die Seele der Elder-Scrolls-Reihe gut einfange und es daher möglich mache, tief in die Spielwelt einzutauchen. Allerdings sagt auch der Tester von buffed, dass er sich das Spiel sogar vorbestellt hätte, wenn es ohne jeden Multiplayer-Inhalt ausgeliefert werden würde, sondern als reines Single-Player-Spiel konzipiert wäre.

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Pcgames.de: Bei der PC-Games gibt man eine breite Einführung in das Spiel, ohne allzu sehr in eine Bewertung einzusteigen. Vor allem die extrem lange Spieldauer und die Größe der Kontinente haben es dem Tester wohl angetan. In einem Ausblick zum PvP vergleicht er es mit dem aktuellen System in Guild Wars 2. Allgemein bleibt ein positiver Eindruck zurück.

Ich hatte mit The Elder Scrolls Online bisher jede Menge Spass. Das liegt am Flair der Spielwelt, den gewohnten Elementen aus früheren Elder Scrolls-Spielen und der guten Umsetzung vieler MMO-Features. Das freie Skillsystem, die zahlreichen zu entdeckenden verborgenen Ecken von Tamriel und das gelungene Crafting motivieren mich bisher ausreichend, um mehr sehen zu wollen. Natürlich muss TESO erst noch unter Beweis stellen, ob es diese Qualitäten auch im Endgame aufrecht erhalten kann. Den eines fehlt mir bisher definitiv – ein Alleinstellungsmerkmal. So gut wie jedes Element in The Elder Scrolls Online gibt es so oder so ähnlich auch in anderen MMOs. Durch die bisherigen Erfahrungen sehe ich noch keinen Grund, der Spieler anderer Online-Rollenspiele dazu verleiten könnte, zu wechseln – mal abgesehen vom Universum selbst. Es wird sich zeigen, ob die Marke allein reicht, um aus der Masse der guten MMOs herauszuragen. Ich kann es in jedem Fall kaum abwarten wieder in die Welt von Tamriel einzutauchen und weitere spannende Abenteuer zu erleben. Meine bisherige Spielfreude an The Elder Scrolls Online darf gerne noch lange anhalten.

Rockpapershotgun: Der Tester der englischen Webseite Rockpapershotgun ist ebenfalls von der anfänglichen Euphorie etwas kuriert. Der Tester merkt an, dass die gewaltige Welt von Tamriel nur unzureichend und uneben gefüllt ist. Zwar gäbe es einige herausragende Quests, doch leider ebenso viele Platzhalter und Standard-Missionen. Auch von der Verwendung der Stimme des Ex-Monty-Python John Cleese zeigt er sich nicht allzu begeistert. Das Hauptproblem sieht der Tester darin, dass abseits der tollen Einfälle, viel freier Raum mit typischen Fantasy-Klischees gefüllt werde.

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Für jeden MMORPG-Veteranen, der schon in den Startlöchern steht und mit Begeisterung auf den 4. April wartet, sollten diese Berichte keine allzu große Überraschung bieten. Ein MMORPG hat in den ersten Monaten immer mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen, TESO wird hier keine Ausnahme sein.

Die Tester sind sich zwar relativ einig darin, dass TESO im Quest-System und im Gameplay an vielen Konventionen festhält und wenig Game-Komfort zu bieten hat, doch spricht man ebenso ziemlich einhellig von einer liebevoll gestalteten Welt und einem tollen Klassen-System.

Mein MMO

Unser Fazit: Zu euphorisch sollte man an kein Spiel der Welt herangehen. Das hat die Erfahrung der letzten Jahre wieder und wieder gezeigt. Aber von den (sicher zurecht) warnenden Stimmen muss sich auch niemand die gute Laune verderben lassen.

The Elder Scrolls Online

[quote_left]Wir sehen uns in Tamriel![/quote_left]

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