FIFA 19 nach dem Krisenjahr endlich eSport-tauglich? Das sagen die Profis

FIFA 18 stand bei eSportlern stark in der Kritik, galt als „langsam, träge, unkontrollierbar“. Macht es FIFA 19 in diesem Jahr besser? Bei einem Talk auf dem Livestreaming-Kanal MAX redeten Profis Klartext zur Release-Version. 

Hoher Einsatz – hoher Gewinn: Im eSport, und insbesondere bei FIFA 19, geht es mitunter um sehr viel Geld: Manche Profis investieren 3000-5000 Euro in ihre Teams, so mancher FIFA-Weltmeister soll sogar zwischen 8000 und 10.000 Euro für Packs ausgeben. Dafür gewann er aber auch knapp 200.000 in der Weltmeisterschaft.

Das Krisenjahr „FIFA 18“: FIFA 18 funktionierte mitunter nicht so, wie sich die Profis das vorstellten. So sagte Anfang des Jahres Corentin „RocKy“ Chevrey, der FIFA-Weltmeister aus 2017: „Das Spiel wird schlechter und schlechter“. Er kritisierte vor allem das Gameplay von FIFA 18, es sei träge, langsam und unkontrollierbar.

Die von den Entwicklern versprochenen Verbesserungen hätten das Spiel nur schlimmer gemacht, seit Monaten quäle er sich durch die Matches.

FIFA-Weltmeister spielt nicht mehr FIFA 18, da er es inzwischen hasst

Im Rahmen der aktuell in Berlin stattfindenden EGX sprach MeinMMO-Chef Dawid Hallmann mit einem der besten Spieler der Welt, Marcel „Donchap28“ Deutscher, sowie mit dem professionellen FIFA-Trainer Benny Aka Tazz, über die neuste Ausgabe der Fußballsimulation. Hat sich FIFA 19 gesteigert?

Hier könnt Ihr das Gespräch zusammen mit einem spannenden FIFA-19-Match anhören und ansehen:

Profis sehen Verbesserungen

Mehr Features zum Trainieren: Marcel „Donchap28“ Deutscher, der zu den 30 besten Spielern der Welt gehört, stellte ein positives Frühzeugnis aus: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei FIFA 19. Es gibt sehr gute neue Features wie die dynamischen Taktiken, mit denen man während des Spiels Einfluss darauf nehmen kann.“

Timed Finishing eine große Neuerung: Dieser Einschätzung stimmte auch Benny aka TaZz von bPartGaming zu. Vor allem das neue „Timed Finishing“ gebe die Möglichkeit, sich einen Vorteil gegenüber weniger geübten Spielern zu verschaffen: „Das ist eine Komponente, die den Schuss verbessern kann. Das kann man üben – und dadurch kann ich als Spieler etwas besser machen als mein Gegner und mir so einen Vorteil verschaffen.“

Ein Umstand, den auch Marcel bereits feststellte: „Man sieht beim ‚Timed Finishing’ sehr gut, was man falsch gemacht hat – oder richtig. Im letzten Jahr war das anders, wo drei Fernschüsse mit Christiano Ronaldo plötzlich an den Pfosten gehen, und man nicht wusste, warum.

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Offensivspiel wird realistischer

Nur „X“-Drücken klappt nicht mehr: Auch die Pässe fallen in FIFA 19 schwieriger aus, Fehler werden vom Spiel bestraft. Aber hier könne man mit Übung einiges wettmachen: „Im letzten Jahr hat man oft gegen Spieler gespielt, die die X-Taste durchgedrückt haben – das geht jetzt nicht mehr. Das hat EA Sports sehr viel besser gemacht“, so Marcel.

FIFA-Coach Benny sah das Problem im letzten Jahr ebenfalls: „Bei den Pässen wurde in den letzten Jahren viel nachgeholfen. Ich finde es gut, dass das runtergepegelt wird, das macht es schwieriger. Es wird bestraft, wenn du etwas falsch machst – da wird sich ein Unterschied zwischen Spielern einstellen.“

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MeinMMO-Chef Dawid Hallmann im Gespräch mit Marcel Deutscher

Eher mal hinten rum: Die beiden Profis gehen davon aus, dass sich die neuen Features im Offensivspiel bemerkbar machen werden: „Man muss wahrscheinlich etwas Tempo rausnehmen. Im letzten Spiel konnte man sehr schnell einfach nach vorne spielen, aber jetzt kommen die Pässe eher ungenau“, so Benny.

Es wäre nicht mehr möglich, stumpf nach vorne zu stürmen: „Es wird mehr über hinten gehen, weniger mit Risikobällen nach vorne. Man holt vielleicht mal den Außenverteidiger mit rein und sucht Sicherheit im Spielaufbau.“

Dadurch gewinnt das Spiel noch mehr Simulationscharakter, findet Marcel: „Im echten Fußball rusht ja auch keine Mannschaft über 90 Minuten nach vorne. Im letzten Jahr konnte man sehr gut verteidigen, hatte gutes Pressing, und der Gegner wusste nicht mehr, was er tun sollte. Der hat dann aus dem Reflex einfach X gedrückt und einen plötzlich ausgekontert.“

Das funktioniere in FIFA 19 nicht mehr: „Da muss man eher nochmal umdrehen und über hinten kommen.“

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Patch rein – oder lieber nicht?

Im letzten Jahr gab es einen frühen Patch: Bei aller Optimierung finden sich allerdings wie schon im letzten Jahr teils gravierende Bugs im Spiel: „Beispielsweise führen Spieler einen Innenseitenschuss aus, wenn man mit dem Vollspann schießen möchte – diese Option fällt also erst einmal weg“, erklärt Benny, der gespannt ist, wie EA damit umgehen wird:

„Das ist jetzt eine sehr interessante Phase. Im letzten Jahr gab es ganz früh einen Patch, der viele Fehler gefixt hat. Der wurde danach aber von allen verteufelt, weil er viel veränderte, was das Spiel zu diesem Zeitpunkt ausmachte.“

Grundkern soll nicht verändert werden: EA hatte ursprünglich angekündigt, diesen Fehler nicht wieder machen zu wollen. „Aber dieses Mal wäre es vielleicht ganz gut, wenn der Patch die Bugs beseitigen würden.“

Auch Marcel fand, dass ein Patch ganz gut wäre – wenn er nicht so rigoros das Spiel verändern würde, wie der letztjährige: „Sollte der Patch kommen, darf er nicht wieder das ganze Spiel verändern. Man sollte dem Spiel erst mal die Chance geben, der Grundkern des Gameplays sollte erhalten bleiben. Denn es macht einen guten Eindruck – sowohl für Casual-Gamer als auch für uns Pros.“

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schnaksl
schnaksl
1 Jahr zuvor

Der Spiegel hatte schon vor ca. 1,5 Jahren darüber berichtet. Zu dem Tatbestand gibt es auch schriftliche Dokumente, die Football Leaks dem Spiegel zur Verfügung gestellt haben. Nun gibt es neue Erkenntnisse und die Frau hat einen neuen Anwalt, der der Ansicht ist, dass die vertragliche Schweigegeldregelung nichtig ist, da sie von Ronaldos zahlreichen Anwälten unter Druck gesetzt wurde. Des Weiteren hat die Frau eine Lernbehinderung und das wussten die Anwälte für sich zu nutzen. Darüberhinaus hatte sie sich auch einem Rape-Kit unterzogen und dabei wurden Verletzungen im Genitalbereich festgestellt und weitere Spüren aufgenommen. Darüberhinaus hat Ronaldo gegenüber seinen Anwälten in seiner ersten Aussage zugegeben, dass sie ihm wiederholt gesagt hatte, dass er aufhören solle, sie zum Sex zu zwingen. Ist letztlich alles im Spiegel zu lesen. Und im Bundesstaat Nevada verjährt eine Sexstraftat nicht, sofern diese einmal zur Anzeige gebracht wurde. Und dies hatte sie damals getan. Meinem Eindruck nach hat der Kerl mehr Dreck am stecken als wir wissen oder glauben. Ein verurteilter Straftäter wegen Steuerhinterziehung ist er ja schon. Leider ja nur auf Bewährung. Bei den Summen hätte man ruhig mal ein Exempel statuieren können und den Herrn mal 2 Jahre Freiheitsentzug schmecken lassen dürfen. Meines Wissens nach hatte er ja noch mehr Steuern als Messi hinterzogen.

Julian Von Matterhorn
Julian Von Matterhorn
1 Jahr zuvor

Fifa war und wird nie ein eSport Titel sein. Das wird mit viel Geld von der Industrie gepusht um noch mehr Geld einzunehmen.

Guest
Guest
1 Jahr zuvor

Ich bin jetzt mal gespannt, ob die Vergewaltigungsvorwürfe gegen C. Ronaldo irgendwelche Auswirkungen auf den Verkauf von fifa 19 haben werden. Wenn ich mich nicht irre, dann wird ja Ronaldo das Cover des Spiels zieren. Kann mir schon vorstellen, dass bei EA nun alle Alarmglocken schlagen.

TNB
TNB
1 Jahr zuvor

Warum sollte EA jetzt reagieren wegen den Aussagen einer Person? Solange nichts bewiesen ist und es Null Informationen oder Fakten gibt, spielt das doch keine Rolle.

Eine Frau behauptet etwas und die Leute nehmen das direkt als Fakt auf …

Guest
Guest
1 Jahr zuvor

Weil es schlechte PR ist und das vor allem in Zeiten der „MeToo“ Debatte. Ich sehe es ja auch so, solange die Schuld nicht von einem Richter bewiesen wurde, darf man auch nicht direkt davon ausgehen, dass derjenige es getan hat. Nichtsdestotrotz distanzieren sich Unternehmen sehr schnell von solchen Leuten, egal ob es schon einen Urteil gab oder nicht. Das war mit Kevin Spacey nicht anders, der wurde auch überall entlassen, obwohl noch kein Richter ein Urteil gefällt hat.

Ich habe mal tatsächlich mitbekommen, wie schnell ein Unternehmen, Verband oder ähnliches Abstand gewinnen will, wenn sich ein solcher Vorwurf ereignet. Und zwar habe ich vor etlichen Jahren zusammen mit Freunden Theater gespielt. Unser Theaterpädagoge war für mehrere Klassenstufen zuständig und hat neben unserer Gruppe auch eine jüngere unterrichtet. Eines Tages tauchte dieser Lehrer nicht mehr auf, weil ein jüngeres Mädel der Unterstufe behauptete, dass dieser Lehrer sie misshandelt habe. Die Eltern erstatteten sofort Anzeige und es dauerte nicht lange, bis dieser Lehrer ohne Weiteres sofort suspendiert wurde.
Ab hier die Kurzfassung: Freispruch für den Lehrer, weil es trotz intensiver Suche von der Polizei absolut keine Beweise gab, die für diese Vorwürfe sprachen.
Wie gesagt, der hat trotzdem direkt Hausverbot bekommen und das alles war lange vor dieser „metoo“ Diskussion.
Also es geht hier nicht darum, ob dieser Vorwurf der Wahrheit entspricht oder nicht, sondern viel eher darum, dass kein Unternehmen der Welt gerne mit Personen zusammenarbeitet, die eventuell Straftäter sein könnten.
Also du kannst dir da absolut sicher sein, dass das EA momentan keineswegs egal ist. Da wird es jetzt mit Sicherheit Leute geben, die bei denen im Büro panische Anrufe tätigen.

Julian Von Matterhorn
Julian Von Matterhorn
1 Jahr zuvor

Unschuldsvermutung gilt heutzutage nicht mehr. Leben werden mir nichts dir nichts permanent zerstört. Meiner Meinung nach sollte das bis zur Verurteilung (alle Straftaten!) Verboten sein in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Sobald eine Veröffentlichkeit stattfindet sofort Feispruch und empfindliche Strafen.
Hilft dem oder der Verdächtigten auch erst mal nicht, in der Stadt und im Dorf muss man sich nicht mehr blicken lassen – aber die können dann wenigstens wenn unschuldig irgendwo anders ein neues Leben aufbauen

Willy Snipes
Willy Snipes
1 Jahr zuvor

Pardon?
Ist das erst kürzlich hoch gekommen? Hab davon absolut nix mitbekommen, lese aber überwiegend nur auf der Internetseite des neuerdings Bild ähnlichen Kickers grin
Da steht mal nix von.

Guest
Guest
1 Jahr zuvor

Ja, geht momentan frisch durch die Presse.

Faze_Neville
Faze_Neville
1 Jahr zuvor

weiss nicht ,wird en bisschen unglaubwürdig , das jeder nun eun vergewaltiger sei.

wenn ja dann traurig, aber glaubs nicht , denn der typ hätte es net nötig !

https://www.youtube.com/wat

Guest
Guest
1 Jahr zuvor

Ich glaube da hast du die ganze metoo Debatte nicht wirklich verstanden. Da ging es ja grad darum, dass viele Menschen in Machtpositionen dies bewusst ausnutzen, weil die der Meinung sind: Mir kann keiner was! Bill Cosby beispielsweise, der Typ schwimmt in Geld, der hätte praktisch sein Leben lang auch 200 Prostituierte pro Stunde bezahlen können, aber darum ging es ihm nicht. Ein ähnliches Lied bei Harvey Weinstein, der Mann war für fast jeden berühmten Blockbuster der letzten 20 Jahre verantwortlich.

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