Gamerinnen: Zwischen Lust und List – Diese weibliche Spielertypen gibt es

Auch nach gut 20 Jahren Internet trifft man in den meisten MMORPGs immer noch deutlich mehr männliche Spieler, als weibliche Gamerinnen, wenngleich die Anzahl letzterer stetig zunimmt. Da ist es doch an der Zeit, einfach mal das männliche „Schubladendenken“ auf ein Maximum zu erhöhen und alle holden Damen der Onlinespielwelt zu kategorisieren.

Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch sich zumindest in Ansätzen dort wiederfinden werden. In jedem Fall: Fühlt euch nicht angegriffen, das hier ist mit einem zwinkernden Auge zu lesen, bei Bedarf verpassen wir auch den männlichen Äquivalenten eine solche Liste (schon passiert!).

Das Mauerblümchen

Druide in WoW
Mauerblümchen siind gruppendienliche Heiler!

Diese Dame ist typischerweise still, spricht im TeamSpeak selten bis gar nicht und eigentlich weiß man auch nur, dass sie eine Frau ist, weil aus Versehen einmal nicht rechtzeitig das Mikrofon auf stumm gestellt wurde.

Sie spielt eine Heilerin, denn irgendwie scheint es für sie logisch zu sein, sich fürsorglich um andere Spieler zu kümmern und eher im Hintergrund zu agieren, anstatt die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die spielerische Leistung ist solide, denn sie weiß, dass das Team nur funktioniert, wenn alle mitarbeiten.

Das hübsche Beiwerk

Jeder weiß, was diese Frau in der Raidgruppe zu suchen hat und es ist bestimmt nicht ihre spielerische Leistung. Sie ist die Freundin vom Raidleiter und wollte „mal schauen, was ihr Liebster so spielt“. Um niemanden zu verletzen – und um bei der Beuteverteilung nicht übergangen zu werden – bleiben natürlich alle Raidmitglieder still und trauen sich nicht zu sagen: Mädchen, du hast keine Ahnung von dem Spiel und mit dir schaffen wir es so nicht. Zum Glück resultiert aus dem gescheiterten Schlachtzug dann auch meistens der Umkehrschluss: Das Verlieren macht der Frau keinen Spaß und ab jetzt bleibt sie fern.

Die Holde in Not

WildStar

Schon immer hat sie sich für Videospiele interessiert und jetzt endlich hat sie sich durchgerungen World of Warcraft auf ihrem Rechner zu installieren. Ihr erster Charakter ist entweder eine Magierin oder eine Priesterin, hauptsache es kann schöne Kleider tragen und ein bisschen zaubern – aber ein Mensch muss es sein, denn die anderen Völker sind doch etwas „gruselig“. Ein bisschen naiv und ohne zu wissen, was sie damit auslöst, schreibt sie dann irgendwann in den Allgemeinchannel: „Frauen und Technik, tut mir leid, aber wo genau bekomme ich denn Leinenstoff für die Schneiderei her?“ Und damit ist es dann auch schon geschehen. Dutzende männliche Jugendliche werden sich auf sie stürzen und mit den notwendigen Materialien überhäufen, sie immer in Instanzen mitnehmen und für die aktuellste Ausrüstung sorgen, denn eine Frau im Internet? Die muss man sich warmhalten!

Das Prinzesschen

Tera: Die Rasse Elin
Hier zu sehen: Ein Prinzesschen

Aus der „Holden in Not“ (siehe oben) kann nach einer Weile das Prinzesschen erwachsen – zum Glück aber nicht immer. Die Prinzessin sieht die Gaben, welche sie von ihren Anhängern bekommt, als einforderbares Recht an. Sie hat sich vollkommen daran gewöhnt, dass sie nur mit Finger schnippen muss, und schon gehen alle Mitglieder der Gilde auf die Suche nach der einen ganz besonders seltenen Robe, die sie noch für ihre Sammlung braucht. Hinzu kommt noch, dass ihre Anhänger (die sie selbst bisweilen „Jünger“ nennt) sich immer gegenseitig übertrumpfen wollen, um im Ansehen ihrer Angebeteten zu steigen, was ihre Herrschaftsansprüche nur noch weiter festigt.

Die Diva

The Elder Scrolls Online Champion

Diese Vertreterin der Weiblichkeit spielt schon seit der Closed Beta, wenn sie nicht sogar an der Entwicklung des Spiels selbst beteiligt war, und hält natürlich die Rolle der Gildenleitung inne. Sie spielt ausgesprochen ehrgeizig und auch ihre spielerische Leistung ist überdurchschnittlich.

Ihr ist bewusst, dass sie sich in einem von Männern regierten Terrain bewegt und hat sich dementsprechend angepasst, um akzeptiert und vor allem respektiert zu werden. Sie schreckt nicht davor zurück, ihre Macht auszunutzen um auch weiterhin den Status quo aufrechtzuerhalten. In Diskussionen ist es schwer, sie von ihrer Meinung abzubringen und sollte sie doch einmal ganz offensichtlich unrecht haben, bringt dir das auch nichts – denn du bist dann gildenlos.

Die Intrigantin

Star Wars: The Old Republic
Der Schein kann trügen…

Verschwörungen sind ihr Spezialgebiet. Die Intrigantin liebt es, sich mit vielen Leuten anzufreunden und jedem vorzuspielen, dass gerade DU die Person bist, mit der sie am meisten Spaß hat. Obwohl sie nur ein einfaches Gildenmitglied ist und nicht einmal über einen Offiziersrang verfügt, hilft sie bei jeder Gelegenheit aus und gibt sich immer freundlich.

In Wahrheit braucht sie aber gar keinen höheren Rang, denn sie kontrolliert die anderen Mitglieder ohnehin bereits. Solltest du es dir mit der Intrigantin verscherzen, dann wirst du in der Gilde keine Freunde mehr haben, denn Gerüchte säht sie schnell und achtet dabei stets geschickt darauf, dass kein Verdacht auf sie zurückfällt. Das Ganze ist für sie nur ein Spiel, eine Simulation einer sozialen Gesellschaft, in der sie zeigen kann, wer wirklich die Fäden in der Hand hält.

Das Wundermädchen

Sie ist immer recht still, möchte nie viele Geschenke aus der Gilde annehmen und hilft immer dort aus, wo Hilfe von Nöten ist. Eigentlich würde sie dir überhaupt nicht auffallen, wenn da nicht diese eine störende Sache wäre.

Sie spielt die gleiche Klasse wie du und hat deutlich schlechtere Ausrüstung, aber macht ihre Sache besser. Sie verursacht mehr Schaden, heilt mehr oder erzeugt mehr Bedrohung als du und egal wie sehr du dich bemühst, du kannst sie einfach nicht erreichen. Wenn du sie dann darauf ansprichst, bekommst du die freundliche Antwort: „Ach, ich spiele einfach intuitiv, ohne viel darüber nachzudenken.“ Hier ist es. Die weibliche Intuition. Gib dich geschlagen, du kannst dich auf den Kopf stellen, wie du willst, es wird nicht gelingen, sie zu schlagen.

Der Girlie-Hacker

Guild Wars 2

Die letzte Person im Bunde ist gar keine Frau, sondern in Wirklichkeit ein Mann, der eingesehen hat, dass man in MMORPGs sehr viel einfacher etwas erreichen kann, wenn die anderen Spieler denken, man sei eine Frau.

Wenn man nicht genau aufpasst, dann verwechselt man ihn leicht mit der „Holden in Not“, man kann ihn aber leicht durchschauen: Der Girlie-Hacker bedankt sich immer wieder ausufernd, wenn er etwas bekommen hat und betont mehrfach, wir aufgeschmissen „sie“ doch ohne deine Hilfe wäre. Darüber hinaus benutzt er oft Smileys, besonders am Ende des Satzes findet man fast immer ein „:-)“ oder „:)“. Er benutzt dich, um schneller an seine Erfolge und seine Ausrüstung zu kommen, sei dir dessen stets bewusst.

Ich hoffe diese Auflistung hat euch gefallen, Meinungen und Kritik gerne in die Kommentare. Und liebe Damen: Nehmt das nicht zu ernst, die Männer mögen euch trotzdem!

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