Gabe Newell sagt, 99 % der Gaming-Firmen glaubten, Steam würde scheitern, weil sie ein großes Problem sahen

Gabe Newell sagt, 99 % der Gaming-Firmen glaubten, Steam würde scheitern, weil sie ein großes Problem sahen

Steam ist seit Jahren DIE Vertriebsplattform für Spiele auf dem PC. Wenn ihr ein neues Game kaufen wollt, landet ihr wahrscheinlich in den meisten Fällen bei Steam – völlig egal, ob es ein kleines Indie-Game ist oder der neuste AAA-Blockbuster mit Game of the Year-Potenzial. Doch ein Großteil der Gaming-Branche habe wohl nicht gedacht, dass das möglich sei, berichtet Gabe Newell, der Chef von Valve.

Was berichtet Gabe Newell? In einer Dokumentation zum 20. Geburtstag von Half-Life 2 spricht Gabe Newell auch über die Anfänge von Steam (via YouTube). Bei Valve sei irgendwann die Idee aufgekommen, ganze Spiele über Steam herunterladen zu können.

Anschließend traf das Unternehmen die Entscheidung, dass Half-Life 2 bei seinem Release im Jahr 2004 Steam zum Spielen benötigen wird – selbst für Käufer der physischen Version.

Valves Chef Gabe Newell tritt auch in Werbespots für Küchengeräte auf:

Ein Jahr nach dem Release von Half-Life 2, im Jahr 2005, hat Steam dann erstmals auch Spiele von Drittanbietern angeboten. Darin sah aber ein Großteil der Gaming-Industrie anscheinend kein Potenzial und mehrere Unternehmen glaubten, das Unterfangen von Steam würde scheitern, berichtet Newell:

Es war eine sehr merkwürdige Zeit. Ich glaube nicht, dass die Leute verstehen, wie oft wir zu den Leuten gingen und sagten: ‘Nein, ihr werdet in der Lage sein, Software über das Internet zu vertreiben’ und die Leute sagten: ‘Nein, das wird nie passieren.’ Ich spreche hier nicht von ein oder zwei Personen. Ich meine, dass 99 % der Unternehmen, mit denen wir gesprochen haben, sagten: ‘Das wird nie passieren.’

Unternehmen glaubten, Spieler wollen nur physische Kopien

Wieso glaubten die Firmen an ein Scheitern? Gabe Newell erzählt in der Dokumentation, dass viele Unternehmen glaubten, dass die Spieler ihre Spiele einfach nicht über eine Plattform wie Steam kaufen wollen.

Das Argument sei gewesen, dass die Spieler physische Kopien der Spiele möchten, die sie erwerben. Newell erwidert jedoch: „Der Einzelhandelsverkauf ist nicht das Ziel, richtig. Er ist eigentlich ein Hindernis, er ist jemand, der zwischen dir und dem Kunden steht.“

Im Endeffekt sollte Gabe Newell recht behalten und Spieleentwickler der ganzen Welt bieten ihre Werke nicht nur über Steam an, sondern auch über etliche eigene Launcher und Stores. Ob Epic Games, Ubisoft, EA oder Activision-Blizzard, nahezu jeder größere Entwickler oder Publisher hat eine eigene Vertriebsplattform.

Doch trotz des massiven Erfolgs von Steam stand Valve vor Jahren einmal kurz vor dem Bankrott, wie Newell ebenfalls in der Half-Life-Dokumentation berichtet. Damals kämpfte das Unternehmen mit einem Gerichtsfall um die Rechte von Counter-Strike: Gabe Newell erzählt, dass Valve einmal kurz vor dem Bankrott stand

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Skha

Dass es überhaupt angenommen wurde lag daran, dass man sich damals das beliebteste Spiel (Counterstrike) unter den Nagel gerissen hat und man zwangsweise Steam nutzen musste. Alle waren dagegen und die Serverqualität hat massiv gelitten, weil es Valve einen Dreck interessiert hat. Danke für nichts im Nachhinein.

THEulx

Naja Tetorasis hat ja nicht ganz Unrecht.
Vielen stößt es sauer auf, dass wir unsere Spiele nicht mehr besitzen, nichtmal die, von denen wir tatsächlich physische Kopien kaufen.
Online Zwang und Zwangsaccounts bei den Publishern, um ein Spiel überhaupt starten zu können sind heutzutage eher die Regel als die Ausnahme.
Trotzdem will ich auch keine hunderte DVDs und BluRays bei mir rumliegen haben müssen.
Ich war am Anfang auch gegen steam, aber man gewöhnt sich eben dran und wenn man auf alle Spiele, die Plattformen und Accounts, sowie Internet verlangen, verzichtet, dann kann man sich vom Gaming gleich ganz “abmelden”.

Yoma

Internet ist bequem keine Frage. Aber eine physische Kopie ist eine physische Kopie, da kann man nicht mal eben die Lizenz entziehen oder das Hosting einstellen oder …, vorrausgesetzt ist kein Online Game.
Eine gewisse Skepsis sollte man sich durchaus erhalten, alles andere ist naiv.

Mortiferus

Eine physische Kopie bringt dir nichts, wenn always on verlangt wird, obwohl es ein Singleplayer ist. Da kann der Betreiber auch jederzeit sagen “Ok, bis hier und nicht weiter!”

Außerdem haben physische Kopien auch irgendwann ihr physischen Grenzen. Bei den Größen heutiger Titel müsste der Bublisher schon fast eine Wechsel-Festplatte mit verkaufen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Mortiferus
Yoma

“vorrausgesetzt ist kein Online Game” hatte ich ja gesagt. Ja ich weiss gibt auch noch seltene Fälle von Offline Spielen mit Online Checks.

“Bei den Größen heutiger Titel müsste der Bublisher schon fast eine Wechsel-Festplatte mit verkaufen.”
Gibt mittlerweile eine Gadget das nennt sich USB Stick. 😉

Mein Einwurf war jetzt auch mehr so eine Art Betrachtung, kein das muss jetzt alles rückabgewickelt werden und Internet ist böse.

Mortiferus

Das mit der Wechsel-Festplatte war jetzt auch eher überspitzt gesagt. Ja, USB-Sticks würden von der Kapazität für die meisten Games heute noch reichen, aber können die auch von der Geschwindigkeit mit modernen SSD’s mithalten?

Tetorasis

Für viele mag das stimmen, an mir ist er jedenfalls gescheitert. Ich würde im Leben nie bei Steam mitmachen. Dabei habe ich nichts gegen den digitalen Vertrieb von Spielen, aber die Lizenzkultur Spiele an eine Plattform zu binden, versuchen den Markt unter Kontrolle zu bringen und Spiele nur als “Leihgabe” zu behandeln ist für mich verabscheuungswürdig. Mit so einem Arsch will ich nichts zu tun haben.

Hosenbund

Er ist also ein Arsch, weil er uns die beste Gaming Plattform jemals gebracht hat 😂
Immer wieder erstaunlich wie ewig gestrig manche Leute sind

Tetorasis

Nein, weil er eine Monopolisierung des Marktes vorgenommen hat. Mit ewig gestrig hat das nichts zu tun.

Roan

Man darf halt nicht übersehen, dass Steam ein quasimonopol hat und vor allem auf die Entwickler enormen Druck ausüben kann, ähnlich wie z.b. Amazon. Ich erinnere mich als bei Amazon damals kindle rauskam und Amazon die Verlage unter Druck gesetzt hat, ihre eBooks exklusiv nur über kindle zu vertreiben. Wer dies nicht getan hat, wurde mit langen Lieferzeiten für seine normalen Bücher bestraft (und zwar für sämtliche Bücher des Verlags, auch von Autoren, die gar keine ebooks anbieten). Hab ich damals über Ralph Ruthe, dem cartoonisten, mitbekommen, der davon betroffen war. Sowas kann Amazon halt machen, weil sie eine so große Marktmacht beim Büchermarkt haben.

Ähnlich oder noch gravierender ist es bei steam auf dem gaming Markt, die Konkurrenz hat kaum eine Chance und wenn steam will kann sie den Entwicklern nahezu alles diktieren, denn wer nicht über steam anbietet kann fast direkt aufgeben. Selbst große Studios, wie ea, haben inzwischen aufgegeben und bieten über steam an, da die zusätzlichen Umsätze die hohen Gebühren dort bei weitem aufwiegen. Bisher ist es ja noch alles im Rahmen, da gabe newell sich benimmt und es keine AG oder ähnliches ist und daher keine Investoren Druck ausüben, aber sollte sich das irgendwann ändern werden sehr düstere Zeiten auf uns gamer und noch mehr auf die Entwickler zukommen und so manch einer wird sich fragen wie wir es zulassen konnten, dass ein einzelnes Unternehmen eine so große macht erreicht.

Andy

Spielst du denn überhaupt am PC?Ohne ist es ja fast unmöglich.

Tetorasis

Im Moment noch Runes of Magic, um über TS die Onlinebekanntschaften zu pflegen.
Ab und an “Tower of Fantasy”. Das hat eine sehr angenehme Spielmechanik nur die ewigen Geschenke über dutzende Menüs ohne Sinn und Zweck und die nervigen Animestimmen sind ein Graus.
Singleplayer Spiele von Zeit zu Zeit, bezogen von GoG.
Zugegeben wenn nicht bald mal etwas kreatives auf den Markt kommt, bin ich weg aus der Spieleszene, aber ganz sicher nicht wegen Steam.

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