Eine Chefin bekommt für ihre Videos auf TikTok viel Zuspruch, weil sie die Werte der Generation Z vertritt, indem sie Urlaubstage mit guten Gründen ablehnt.
Wer ist die Anführerin von GenZ? Elizabeth Beggs ist eine 28-jährige Führungskraft in einem Verpackungsvertrieb. Dort ist sie als Direktorin der Kundenbetreuung für ein fünfköpfiges Team zuständig. Zuvor war sie beim US-amerikanischen Militär, wo sie unter anderem als Drill-Sergeant Trainingseinheiten der Rekruten leitete und ihren Ehemann kennenlernte.
Auf TikTok gibt Beggs Einblicke in ihre Arbeit als Führungskraft. In ihrem erfolgreichsten Video (über 5,2 Millionen Aufrufe) erklärt sie, wieso sie beantragte Urlaubstage ihrer Mitarbeiter ablehnt. Dafür erhält sie in den 9.600 Kommentaren viel Zuspruch. Das zeigt sich auch in den fast 700.000 „Gefällt mir“-Angaben.
Urlaubstage sind zur Erholung gedacht
Wieso lehnt sie Urlaubstage ab? Beggs erklärt in dem Video, dass Urlaubstage ihrer Meinung nach dazu da seien, sich zu erholen und neue Energie zu tanken, und nicht, um „lebensverändernde Ereignisse“ oder medizinische Notfälle zu verarbeiten.
Sie berichtet etwa, dass eine Mitarbeiterin einen Urlaubstag beantragen wollte, weil sie fürchtete, eine Fehlgeburt zu haben. Beggs habe den Antrag abgelehnt und sie ohne den Abzug eines Urlaubstages zum Arzt geschickt – bei voller Bezahlung. Das sei ein medizinischer Notfall und nichts, wofür die Mitarbeiterin einen Urlaubstag nehmen müsste.
Ein anderes Beispiel, von dem sie erzählt, handelte von einem Mitarbeiter mit Kindern. Dieser informierte sie, dass er etwas später kommen würde, weil er die ganze Nacht wach war. Sie entgegnete, dass er sich keine Sorgen machen müsse und sie das verstehe, er habe ja ein Baby zu Hause. Beggs kenne das, da sie selbst vierfache Mutter ist. Der Mitarbeiter erklärte dann jedoch, dass sein ältestes Kind im Krankenhaus und die Mutter bei ihm sei. Er war also wach, weil er Betreuung für das Kind finden musste.
Beggs sagte dann, er solle ins Krankenhaus zu seinem ältesten Kind fahren, Zeit mit dem Baby verbringen und nicht zur Arbeit kommen. Ihr sei es auch egal, dass er keine Urlaubstage mehr habe, die er beantragen könne.
Führungskräfte arbeiten für das Team und nicht andersrum
Was steckt hinter dieser Denkweise? Beggs erklärt in weiteren Videos, dass sie als Führungskraft für ihr Team arbeite und nicht das Team für sie. Sie sieht ihre Aufgabe darin, ihre Mitarbeiter besser zu machen. Ihr sei es wichtig, ihr Team zu kennen, um bestmöglich mit ihnen arbeiten zu können. Sie kümmere sich um die geistige und körperliche Gesundheit des Teams.
Wieso macht sie das zur Anführerin der GenZ? Beggs ist mit 28 Jahren Teil der Generation Z, zu der Menschen gehören, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Die Generation Z ist damit in immer mehr Büros zu finden und wird auch selbst zu Chefs.
Der Generation Z wird insgesamt nachgesagt, dass sie – besonders in Bezug auf ihre Arbeit – sehr gesundheitsbewusst sei. Für viele heißt es: „Meine Gesundheit/mein Wohlbefinden ist wichtiger als meine Arbeit.“ Beggs, die ja selbst Teil dieser Generation ist, lebt diesen Grundsatz als Führungskraft vor und achtet dabei auch auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter.
Ähnliches rät auch eine Expertin für Unternehmensführung im Umgang mit der Generation Z. Sie sagt, es sei für Führungskräfte wichtig, sich aufrichtig um die Mitarbeiter zu kümmern, gegenseitigen Respekt zu zeigen und Teamwork vorzuleben. Mehr dazu erfahrt ihr hier: Expertin erklärt, warum Chefs die jungen Mitarbeiter der Generation Z als respektlos wahrnehmen
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Ob die Amerikaner es irgendwann verstehen, dass das nicht vom Gemütszustand einer Führungskraft abhängen, sondern durch arbeitnehmerfreundliche Gesetze garantiert sein sollte.
bei dem Präsidenten 😂
Lol soll man ihr jetzt ernsthaft zujubeln weil Ihre Angestellten ohne frei zu nehmen zum Arzt dürfen?
Das ist leider gar nicht so gängig, weshalb ich es gut finde, dass es so gut ankommt.
Gibt ja einen unterschied zwischen Führungskraft und Vorgesetzten.
Gut, bei uns sind viele solche “freien extra Tage” Arbeitsrechtlich gedeckelt und geht meist als Krankschreibung durch (auch nicht alles).
Hatte mal die erfahrung gemacht, wie es ist, wenn sich ein Freund das leben nimmt. Bin dann zur Arbeit, da das kein Grund war dies zu verarbeiten (nur nahestehende Menschen). Mein Meister hat gemerkt, dass ich nich voll bei der Sache war, also hat er mich drauf angesprochen und ich hab ihm dann die Situation erklärt.
Hat dann gesagt, ich soll zum Arzt und mich Krankschreiben lassen für eine Woche, wegen psychischer Belastung.