Diablo 3 wird immer einfacher – was steckt dahinter?

Immer mehr Teams schaffen es in Diablo 3, die höchsten Nephalemportale auf der Stufe 150 zu bewältigen. Warum wird der Content immer einfacher und was bedeutet das für die Zukunft? MeinMMO-Autor Robert geht auf Spurensuche.

Was ist überhaupt der härteste Content in Diablo 3? Die großen Nephalemportale in Diablo 3 sind zufällig generierte Dungeons, die Spieler innerhalb von 15 Minuten bewältigen müssen. 150 dieser Portalstufen gibt es, die höchste Stufe 150 stellt die größte Herausforderung dar, die Diablo 3 zu bieten hat.

Für lange Zeit war es keinem Spieler möglich, die magische Stufe 150 überhaupt zu erreichen. Nun wetteifern die Spieler bereits, wer das Portal in einer kürzeren Zeit abschließt. Was ist passiert?

Diablo Immortal Kampf Gruppe

Warum purzeln nun die Rekorde? Blizzard hat die Klassen in Diablo 3 in den vergangenen Seasons immer wieder angepasst und stärker gemacht. Neben umfangreichen Klassen-Buffs wurden die Rüstungs-Sets immer wieder angepasst.

Dies hat nicht nur zu einer aktuell sehr ausgeglichenen Klassen-Balance geführt, sondern auch zu immer besseren Team-Konstellationen, die schlussendlich in der Lage waren, die höchste Nephalemportal-Stufe zu erreichen.

Unter welchen Umständen ist es möglich, die Stufe 150 zu erreichen? Anfangs konnten nur Teams bestehend aus vier Spielern überhaupt die höchste Stufe erreichen. Seit der aktuell laufenden Season 16 schaffen es nun auch Teams mit nur drei Spielern, den härtesten Schwierigkeitsgrad zu bewältigen.

Ein Nephalemportal auf der Stufe 150 in den vorgeschriebenen 15 Minuten zu bewältigen, ist für Solo-Spieler sowie Teams bestehend aus 2 Spielern nach wie vor nicht möglich. So schaffen es Duo-Teams aber immerhin schon auf die Stufe 144. Der beste Solo-Spieler schafft es mit einem Totenbeschwörer aktuell auf die Stufe 137.

diablo-3-ranking-totenbeschwoerer
Totenbeschwörer erreichen Stufe 137

Auch wenn der Rekord noch nicht in allen Konstellationen gebrochen werden kann: Wenn Blizzard seiner Politik treu bleibt und Klassen und Rüstungen weiter verstärkt, werden früher oder später die letzten Festungen fallen. Ist Diablo 3 dann zu einfach geworden? Nein, sondern besser!

Diablo 3 wird nicht nur einfacher, sondern auch besser!

Blizzard verfolgt mit Diablo 3 einen ausgeklügelten Plan: Spiele wie Diablo 3 zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus. Diablo 3 gibt es seit sieben Jahren. Regelmäßig kehren die Spieler zu Seasons zurück ins Spiel und zeigen großes Interesse daran, was sich auch an den Aufrufen unserer Artikel zeigt.

Diablo 3
Diablo 3 hat bereits sieben Jahre auf dem Buckel

Damit ein Spiel so lange überleben kann, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die dafür sorgen, dass Spieler auch bei der Stange bleiben. Nüchtern betrachtet ist das reine Endgame von Diablo 3 nicht gerade „ausufernd“:

  • Die großen Nephalemportale zum Sammeln besserer und seltenerer Ausrüstung (archaische Gegenstände)
  • Die 13 Standard-Schwierigkeitsstufen (Qual-Stufen), die bald auf 16 Schwierigkeitsgrade erhöht werden
  • Das Bewältigen von Abenteuern zum Sammeln von Crafting-Ressourcen

Früher oder später bleiben Spieler bei den Nephalemportalen hängen. Der Anreiz, sich immer weiter zu verbessern, ist groß. Blizzard hat die Nephalemportale bereits bis zur Stufe 150 ins Spiel gebracht. Wohl wissend, dass niemand diese Stufe ohne Blizzards Einfluss erreichen wird.

Diablo 3 Challenge Rifts Titel

Es war die berühmte Karotte, die Spieler dazu angehalten hat, immer bessere Ausrüstung zu finden, um höhere Portalstufen zu erreichen. Mit den dosierten Buffs und Verbesserungen, die Blizzard regelmäßig ins Spiel bringt, werden die Grenzen immer weiter ausgereizt.

Darum wird Diablo 3 ein besseres Spiel: Diablo 3 ist der Inbegriff der „Power-Fantasie“. Mit immer besserer Ausrüstung lassen sich immer größere Gegnerhorden in immer kürzerer Zeit ausschalten. Je größer die Zahlen, die über den Bildschirm flimmern, desto besser.

Diablo Immortal Kreuzritter Titel

Genau diese Power-Fantasie bedient Blizzard, indem die Klassen und Rüstungen immer weiter verstärkt werden. Es wird nicht mehr lange dauern, bis auch Solo-Spieler die magische Stufe 150 erreichen werden. Immer stärker, höher und weiter.

Die Spieler freuen sich darüber, immer stärker zu werden. Doch wie lange noch? Was passiert, wenn die Stufe 150 für jeden erreichbar ist und „nur noch“ darüber gewetteifert wird, wer das Portal schneller abschließt? Das hängt davon ab, welchen Weg Blizzard einschlagen wird.

So könnte es mit Diablo 3 weitergehen, wenn jeder alles erreicht hat

Diablo 3 ist auf eine Art und Weise aufgebaut, die es Blizzard erlaubt, an verschiedenen Stellschrauben zu drehen, ohne zwingend „echten“ Content zu liefern. Sollte der Großteil der Spieler schlussendlich in der Lage sein, in allen Konstellationen die Nephalem-Portalstufe 150 zu erreichen, hätte der Entwickler ein paar Optionen in der Hinterhand:

  • Die Veröffentlichung weiterer, noch schwierigerer Portalstufen
  • Neue Rüstungs-Sets, die Spieler farmen dürfen
  • Große Nephalemportale mit verschiedenen Modifikationen (weniger Zeit, mehr Gegner, deaktivierte Skills etc.)
diablo-4-titel

Ist die weitere Entwicklung von Diablo 3 ein Hinweis auf Diablo 4? Ich persönlich könnte mir sogar vorstellen, dass Blizzard mit den Einflüssen in Diablo 3 aktiv auf die Ankündigung eines neuen Ablegers hinarbeitet. Was läge näher als die Ankündigung oder der Release von Diablo 4, sobald alle Spieler die höchsten Sphären im Vorgänger erreicht haben?

Durch punktuelle Nerfs und Buffs könnte Blizzard sogar gezielt auf einen bestimmten Termin hinarbeiten. Diese (zugegebenermaßen etwas abenteuerliche) Theorie gilt es zu beweisen, der Fahrplan für die nähere Zukunft scheint jedoch klar.

Es wird nicht mehr lange dauern, bis auch Solo-Spieler in den Genuss der höchsten Portalstufen kommen. Die spannende Frage wird dann sein: Wie geht es weiter?

Was glaubt Ihr? Welche Pläne verfolgt Blizzard mit Diablo 3, wenn der Content zu einfach wird?

Für wen lohnt sich Diablo 3 noch 2019?
Quelle(n): MMORPG.org
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Saigun

Ja was soll denn Blizzard auch sonst mit Dia machen? Die Hardcoreschiene befahren? Den Kampf haben sie schon lange gegen PoE verloren. Also macht Blizzard das wofür sie stehn, die Casualspieler abholen. Mit eben diesen Casualspielern hat Blizzard ja auch ihre grossen Erfolge gefeiert.

Manuel Hestermann

PoE hat weder irgendwas gewonnen noch Diablo irgendwas verloren.Diese Spiele sind viel zu unterschiedlich um gegenseitig zu wildern.Im Kern irgendwo das gleiche Genre,sonst nichts gemein.Und PoE greift einem auch gerne an die Tasche,wenn man es ernsthaft spielen möchte

D1avolus

zurück ins Spiel und zeigen großes Interesse daran, was sich auch an den Aufrufen unserer Artikel zeigt.

Naja, die Aufrufe der Artikel sagt mal NULL aus 😉 Ich habe nicht mal Diablo3 und Lese ab und an Artikel dazu. Und ich möchte behaupten das ich nicht alleine bin.

HP

Ich rufe die Artikel in der Hoffnung auf das sich Blizzard mal was gescheites einfallen lässt für die neue Season, werde aber meistens entäuscht.

pvpforlife

Ja geht mir auch so.

AsylumOfGame

Jetzt muss mir mal einer Verraten, was eurer Problem mit Casuals ist?
Dürfen diese denn keine Games mehr spielen, weil diese evtl. Arbeit, Famile und Kinder haben?
Sollen diese vielleicht 3mal so viel bezahlen wie ihr (Casual investieren sogar meist mehr in ein Spiel)?
Sollen wir jetzt eine 2-Klassengesellschaft bei den Spielen einführen?

Jedes mal wird versucht, den „Casual“-Spieler die Schuld zuzuschieben, wobei es einfach nur die Otto-Normal-Spieler sind.
Es gibt viiiiele Community die aus, sich selbst profilierenden und selbst ernannten, „Hardcore“-Gamer bestehen und TROTZDEM sich oft genug beschweren das etwas zu lange Dauert oder etwas zu Schwer.

Und zu dem Thema, das Diablo3 ja sooo schlecht geworden ist.
Blizzard hat einfach an dem allgemeinen Prinzip des Spiels nicht mehr geändert, wieso auch?
Das Spiel war/ist erfolgreich und wird noch immer gespielt.

Wie sagt man so schön, „Reisende soll man nicht aufhalten“.
Ich wäre dann aber dafür, das Leute die das Game jetzt „schlecht“ reden einfach in Zukunft von dem Diablo-Franchise ausgeschlossen werden sollten 😉

Ich hoffe man, kann mich hier mal langsam erleuchten.

Morteka

Du sprichst mir aus der Seele. Die Zeiten haben sich nun mal geändert und wo wären denn viele Spiele ohne die Casuals?

pvpforlife

Keiner hat wirklich etwas gegen Casual Gamer, das eigentliche Problem ist das sich die großen der Industrie vollkommen dieser Gruppe verschrieben haben, weil da einfach am meisten Geld zu holen ist. Bis hierhin ist alles noch ok, schlimm wird erst dann wenn die Casuallisierung überhand nimmt, Spiele in deren Mechaniken und Tiefe beschnitten werden, Herausforderungen entfernt werden, damit Casual Joe mit Frau und 2 Kindern mit wöchentlichen 5 Stunden Zeiteinsatz niemanden großartig hinterherhängt. Solche Spiele sind dann auch so aufgebaut das eben auch schlechte Spieler mal abräumen können, durch Onehit Mechaniken, Super starke Fähigkeiten etc. Aktuell ist die Balance bei High Budget Titeln einfach völlig daneben, weil die großen sich vielzu sehr auf die breite Masse konzentrieren und es scheuen die Spieler zu Fordern. Tun sie es doch, kommt sofort die Debatte auf das man dioch bitte einen Easy Mode einbauen sollte. Gamer heute sind einfach schlecht und verweichlicht. Was glaubst du wie Schlimm es wird wenn erstmal die Fotnite Generation 18-20 wird.

Michael

Die Pros sind durch jetzt werden die Casuals abgefrühstückt bevor das Game am Ende ist und D4 kommt.

Zindorah

Schade das die Diablo build Seite off ist. War immer ne Hilfe.

Logra

Ist doch eine ganz einfache Rechnung.
Schaut man sich die kommenden Hack and Slays an, wird schnell klar wie schlecht Diablo 3 geworden ist.
Es war einmal ein herausragendes Spiel, Blizzard hat den Anschluß verloren. Das sieht man schon bei WoW, es ist so einfach dort zu leveln oder etwas zu erreichen.
Blizzard hat einfach das Problem nicht mit der Zeit zu gehen, sie ruhen dich auf die Lorbeeren aus. Folge davon ist das sie die Spieler mit immer einfacheren Aufgaben halten müssen.
Vorbei sind die Zeiten wo man sich Tage auf einen Raid vorbereiten musste. Oder Portale erst dann geschaft hat wenn man das nötig Equipment hat.

johnDoe

Wie schafft man denn Portale ohne das nötige Equip? 😉

pvpforlife

Diablo 3 wird immer einfacherer weil es die Blizzard Community genauso verlangt. Blizzard hat sich im laufe der Jahre eine extrem große Kundschaft aus Casuals aufgebaut. Alle neueren Spiele angefangen bei HOTS und Hearthstone folgen dem selbem Pfad. So einfach wie möglich ohne große Spieltiefe damit Casuals nicht Tage/Wochen oder sogar Monate brauchen um Erfolge zu haben. Selbst das PvP in Blizzardspielen folgt diesem Prinzip, es gibt so wenige Mechaniken mit dennen Spieler sich voneinander im Skilllevel unterscheiden können wie möglich, damit das Feld so eng wie möglich ist und auch schlechte Spieler für ihre verhältnisse vermerhte Erfolge haben. Selbst die Ranglistensysteme sind so aufgebaut, das so ziemlich jeder durchschnittsspieler auf einen hohen Rang kommt, man möchte die Leute hier nicht vergraulen wenn man sie mit ihrem wahren können konfrontiert.

Das Diablo 3 nun noch einfachrer wird überrascht hier nun nicht wirklich, ob das nun gut oder schlecht ist, hängt ganz davon ob welche Art von Spieler man ist. Will man eine Herausforderung und Spieltiefe, oder will man einfach drauf los rennen und nicht viel Nachdenken in seiner Freizeit beim zocken. Was den Part von Diablo 4 angeht, man sollte auch im Hinterkopf das die Konkurenz nicht schläft und PoE zum Beispiel mit version 4.0 darauf hinarbeitet direkt mit Diablo 4 zu Konkurieren. Und sollte Dieablo 4 genauso einfach und Banal sein wie Diablo 3, so wird der 4te teil es sicher nicht einfach haben.

Patrick Seitz

Strecken von Content finde ich tatsächlich blöd. Ich hab lieber ein Spiel welches kurz aber intensiv fesselt. Als ein Spiel dessen Grindspirale groß ist.

Jetzt stehe ich nicht drauf wenn Spielmechaniken unaufhörlich vereinfacht werden….

Ständig werden Leute dazu angehalten Ihr Hirn auszuschalten ????

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