Destiny 2 ist jetzt in einer neuen Situation

Seit man denken kann, leidet Destiny unter Content-Mangel – die Spieler warten auf neue Inhalte. Bei Destiny 2 ist das jetzt im März 2019 anders, sagt unser Autor Schuhmann: Jetzt wartet der Content auf neue Spieler. Destiny 2 hat sich neu ausgerichtet.

So war es bei Destiny 2 die ganze Zeit: Destiny hat seit 2014 grundsätzlich das Problem, dass zu wenige Inhalte kommen.

Bungie kann die nicht so schnell produzieren, wie Spieler sich durch die Aktivitäten durchfräsen. Die härtesten Hüter in Destiny spielen alle Aktivitäten gleich mit drei Hütern durch und das jede Woche: Da ist schnell das Max-Level erreicht und alles gesehen.

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Destiny – Haus der Wölfe, so sahen DLCs 2015 aus

Das Problem wurde dadurch erschwert, dass Destiny für viele „alternativlos“ war. Es gab schlicht wenig Spiele, die den Leuten das lieferten, was ihnen Destiny bot. Deshalb wurde Destiny von den Core-Gamern auch dann gespielt, wenn eigentlich nichts mehr „Neues“ zu tun war. Während andere zum nächsten Spiel weiter zogen.

Die ganze Zeit war es so, dass Bungie mit den DLCs und Updates „kleine Inhalte“ lieferte, die Spieler rasch durchgespielt hatten. Die DLCs 2015 umfassten kurze Story-Kampagnen.

Vor allem gab es hier Waffen und Items, die Core-Gamer endlos farmen konnten auf der Suche nach dem God-Roll.

Als die Zufalls-Rolls mit Destiny 2 wegfielen, war der Ärger groß: Hüter hatten einfach nichts mehr in Destiny zu tun. Das wurde dann erst wieder mit Forsaken besser.

Aber 2019 ist die Situation wieder eine andere.

Destiny 2 Vagabund Lore Titel
Destiny 2 – ohne Random-Rolls? Oh Oh.

Neue Philosophie bei Bungie

Das hat sich bei Destiny geändert: Destiny 2 hat mit dem „Annual-Pass“ einen Wandel durchgemacht und die Philosophie verändert, nach der man neue Inhalte nachschickt.

Das Ziel ist klar: Mit möglichst wenig Arbeit den Spielern möglichst viel zu tun geben, während sich das Hauptteam auf Destiny 3 oder eine große Erweiterung in der Zukunft konzentriert.

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Er ist der Star des neuen DLCs: Ding!

Mit neuen Inhalten wird nun nicht mehr das ganze Spiel erneuert: es gibt etwa keinen Item-Reset mehr. Sondern die neuen Erweiterungen bauen an und bringen spezielle Aktivitäten für die fleißigsten Spieler dazu:

  • Die neuen Aktivitäten sind für Spieler an der oberen Power-Grenze und auf Wiederspielbarkeit ausgelegt – erst die Schmieden, jetzt Gambit Prime und die Abrechnung
  • diese Power-Grenze erreicht man aber nur durch hartnäckiges Spielen und Erreichen von Meilensteinen, die seit langem ähnlich sind

So ist der neueste Inhalt erst seit Freitagabend live. Doch Abrechnung-Stufe 3 erfordert einen Power-Level von 680.

Für die meisten Spieler, die nur noch gelegentlich in Destiny reinschauen, ist die Power-Grenze nun ewig weit weg. Zumal sich das Hochspielen auf das neue Power-Level als zäh erweist, spielt man da doch alte Meilensteine.

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Eine neue Welt für Destiny 2

Das hat sich drum herum geändert: Destiny ist nicht mehr so alternativlos wie all die Jahre vorher.

Zwar unterscheiden sich die neuen Konkurrenten gravierend von Destiny und keiner liefert „das volle Paket“, aber alle zielen auf die Destiny-Spielerschaft ab und konkurrieren um Spielzeit:

Destiny ist zudem jetzt als Franchise 5 Jahre alt und nicht mehr so im Fokus der Öffentlichkeit wie vor einigen Jahren.

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Destiny 2 setzt voll auf Core-Gamer

Das bedeutet das für Destiny 2: Die neue Ausrichtung von Destiny richtet sich klar an die Core-Gamer.

Nicht viele können den neuesten Inhalt schon spielen – doch für die begeisterten Fans, die Destiny lieben, ist er durchaus interessant: Die haben schon mit drei Charakteren Gambit Prime und die Meilensteine gefarmt und sind jetzt bereit für das harte Zeug.

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Der Rest der Hüter, der vielleicht auf Abwegen ist, kann sich jetzt erstmal austoben und dann irgendwann zu Destiny 2 zurückkehren.

Diesmal wartet der Content dann auf die Spieler, statt wie bislang umgekehrt.

Man darf gespannt sein, wie Destiny 2 jetzt diese Zeit nutzt, wo es nicht so im Fokus der Öffentlichkeit steht wie die letzten Jahre, um sich neue Konzepte und Ideen auszudenken.

Denn wir wissen noch nicht, wie sich das „neue Destiny“ ohne den Einfluss von Activision langfristig entwickeln wird.

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Klar ist: Irgendwann wird Bungie wieder versuchen müssen, alle Spieler ins Boot zu holen. Nur die Core-Gamer zu bespaßen, wird auf Dauer zu wenig sein.

Wobei das vielleicht für den „Annual Pass“ die richtige Entscheidung war, ist es doch ohnehin schwer, Gelegenheitsspielern von so einem Modell zu überzeugen.

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