Cortyns Arbeitsalltag – ein geknechteter Dämon packt aus
Die fast definitive Wahrheit über Mein-MMO

Einige fragen sich sicher, wie das Leben hinter den Kulissen von Mein-MMO.de so abläuft. Wir haben zwar immer wieder ein paar Andeutungen eingestreut, aber so wirklich informiert wurdet Ihr noch nicht. Das will ich hier und jetzt ändern. Doch seid gewarnt: Der Text könnte Spuren von Wahrheit und/oder Lügen enthalten!

Morgenstund hat Gold im Mund

Ich liebe meine Arbeit. Morgens fahre ich wie die meisten mit der Bahn ins Büro. Gelegentlich ist es ganz nett, sich unter die sterblichen Völker zu mischen, um nicht zu vergessen, wie sie ihren Tag beginnen. Wie jeden Tag um 4 Uhr, ist auf den Straßen nicht viel los. Einige Partygänger streifen noch umher, vielleicht ist aber auch die Zombie-Apokalypse ausgebrochen. Das Bewegungsmuster ist das gleiche.

Die Mein-MMO-Zentrale. Beziehungsweise ihr kleiner Außenposten.

Die Mein-MMO-Zentrale. Beziehungsweise ihr kleiner Außenposten.

Der genaue Ort unseres Büros muss leider geheim gehalten werden, wer aber auf Bilderrätsel steht, kann das Gebäude im Hintergrund von Dawids Profilbild erkennen.

In der Mein-MMO-Zentrale ist immer geschäftiges Treiben, zumindest auf den Hauptgängen. Zahlreiche Kronleuchter erhellen die Hallen, von denen mehrere Gänge in die schier endlosen Unterabteilungen führen. Wer hätte gedacht, dass wir vor knapp 2 Jahren noch vom Wandschrank des Cheffes aus gearbeitet haben?

Mein dämonischer Einfluss hat inzwischen dazu geführt, dass zumindest die Dienerinnen des Chefs alle im Maid-Kostüm herumlaufen und jeden mit „Einen schönen Tag, mein Meister“ ansprechen müssen. Das mag man zwar ein bisschen sexistisch finden, aber bisher schien sich niemand daran zu stören. Ich liebe meine Arbeit.

Egal wie früh ich in mein Büro komme, jemand ist immer schon da. Schuhmann ist hier quasi wie der Teamleiter. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, aber ungeheuer störend, wenn man selbst die einzige Person ist, die unter seiner Schreckensherrschaft gut strukturierten Führung lebt. Manchmal glaube ich, er arbeitet daran, sich selbst zu klonen. Entweder, um doppelten Druck ausüben zu können oder aber noch mehr Arbeit in noch kürzerer Zeit zu bewältigen.

Von der Finanzierung des Projekts

Pling.

Eine Mail kommt rein. 2.000€, wenn ich eine kleine News über eine anstehende Filmumsetzung eines berühmten MMOs schreibe. Ich lächle zufrieden, denn so schnell hatte ich 10% meines Tageseinkommens noch nie erreicht. Mein Kopf rollt über die Tastatur. Die Hörner verharken sich zwischen einigen Tasten, aber das macht nichts. „Blabla, neue Infos, blabla, bis zum Release dauerts noch.“ Passt. Der Beitrag wird zur Abnahme an Schuhmann geschickt.

Einmal mit dem Kopf über die Tastatur und schon ist die News zu einem Film fertig.

Einmal mit dem Kopf über die Tastatur und schon ist die News zu einem Film fertig.

Der Teamleiter schaut über den Text. Das tut er immer, um Anime-Bildchen rauszufiltern. Nach einigen Augenblicken macht es wieder „Pling“. Ein leere Mail vom Herrn Schuhmann. Als ich irritiert über meine fünf Bildschirme zu ihm blicke, schüttelt er nur den Kopf und spreizt den rechten Daumen nach unten von der Faust ab. In seinen Augen liegt ein enttäuschter Ausdruck, als wolle er mir sagen „Netter Versuch, Cortyn. Aber damit wird die Welt noch immer untergehen.“

Ich rolle wieder über die Tastatur. Wie magisch fügen sich die Wortkombinationen „Nur hier„, „Jetzt ganz neu„, „Brandheiß“ und „Klick mich oder ich fress dich!“ in den Text.

Dieses Mal lächelt der Teamleiter. Ich auch. Ich liebe meine Arbeit.

Die Schuhmann’schen Gesetze

Schuhmannschen GesetzeJedes Mal, wenn ich den Kopf in den Nacken lege und zur Decke blicke, um faul zu sein angestrengt nachzudenken, sehe ich die Tafel mit den schuhmannschen Gesetzen. Die unerschütterlichen Regeln unserer Arbeit.

  1. Bringt es keinen Klick, bricht es uns das Genick!
  2. Anime werden vom Lohn abgezogen!
  3. Wir alle lieben unsere Arbeit!
  4. Bring mir Kaffee, Cortyn!

Mit Bleistift habe ich noch druntergeschrieben:

5. Lieber dreimal kopiert als einmal recherchiert.

Das kann man zwar nur von meinem Arbeitsplatz aus sehen, gibt mir aber trotzdem das wohlige Gefühl des Widerstands. Kooperative Dämonen wären auch zu langweilig, nicht wahr?

Um 22 Uhr packe ich meine Sachen und verlasse das Büro. Schuhmann bleibt noch da. Vielleicht ist es auch nur einer seiner Klone. Er ist immer da, wenn ich zur Arbeit komme, und bleibt auch dann noch, wenn ich gehe.

Weil Menschen nach dem Sonnenuntergang hier in der Gegend oft betrunken sind, spanne ich meine Flügel und fliege nach Hause. Und ich lächle zufrieden. Denn ein Anime-Bildchen wurde heute nicht entdeckt. Ich liebe meine Arbeit.

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