Bundesregierung will Shooter für alle verbieten, nach einem Schnupper-Praktikum könnt ihr wieder zocken

Bundesregierung will Shooter für alle verbieten, nach einem Schnupper-Praktikum könnt ihr wieder zocken

Wer harte Shooter ab 18 Jahren spielen will, sollte sich beeilen. Denn damit ist bald Schluss in Deutschland – außer, ihr geht zum Bund.

Seit 2026 hat Deutschland die Wehrpflicht in Teilen wieder eingeführt und versucht, neue Rekruten zu generieren, um sie als Soldaten auszubilden. Schon im Vorfeld war vermutet worden, dass die freiwillige Teilnahme zu wenig Männer und Frauen erreichen könnte, jetzt haben wir Gewissheit. Daher will die Bundesregierung nun ein Gesetz verabschieden, das auch für alle Gamer eine Auswirkung haben dürfte – und drastisch beschneidet, welche Spiele in Deutschland gespielt werden.

Kriegsspiele nur noch für Soldaten, mit einer Ausnahme

Was ist die Idee? Videospiele, in denen Schusswaffen verwendet werden und die von der USK als „ab 18“ oder gar „ohne Jugendfreigabe“ eingestuft werden, sind künftig nicht mehr im Handel erhältlich, weder in Geschäften noch auf digitalen Plattformen wie Steam, dem Epic Games Store oder Battle.net.

Stattdessen müssen diese Spiele separat gelagert werden und dürfen nur noch an Personen abgegeben werden, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Man ist aktuell wehrdienstleistende Person.
  • Man hat in der Vergangenheit Wehrdienst abgeleistet.
  • Man ist Berufssoldatin oder Berufssoldat.
  • Man hat zum Stichtag (01.05.2026) das 67. Lebensjahr bereits vollendet.
  • Man besitzt die BBSSL BDR (weiter unten im Artikel)

Ausnahmeregelungen soll es für bereits bestehende, international agierende, professionelle Spieler („E-Sportler“) geben. Diese dürfen auch weiterhin legal das Spiel spielen, in dem sie ihre Karriere bestreiten, solange sie an mindestens drei internationalen Turnieren pro Jahr teilnehmen.

Von Bundesverteidigungsminister Pistolius heißt es dazu:

Wir haben verstanden, dass der Wehrdienst für junge Männer und Frauen attraktiver werden muss. Finanzielle Anreize haben hier offenbar nicht genügt, weshalb wir nun neue Privilegien schaffen wollen für alle, die im Zweifelsfall bereit sind, unser Land zu verteidigen.

Videospiele sind bei der jüngeren Generation beliebt und gleichzeitig versuchen wir seit Jahren, gegen die verheerenden soziokulturellen Folgen dieser Killer-Spiele vorzugehen. Diese Lösung erschafft einen Kompromiss, mit dem alle Regierungsparteien und sogar große Teile der Opposition einverstanden waren.

Damit will die Regierung nicht nur neue Soldatinnen und Soldaten gewinnen, sondern auch Kosten sparen. Denn Videospiele könnten, zumindest zeitweise, Teil der Ausbildung werden:

Wir haben festgestellt, dass wir für viele neue Rekrutinnen und Rekruten nicht so schnell ausreichende Ausrüstung im notwendigen Maße beschaffen können. Daher schlagen wir hier im Grunde zwei Fliegen mit einer Klappe. Viele der Bildschirmspiele haben ein hohes Maß an Realität und eignen sich daher als begleitende Unterstützung während der Grundausbildung, bis entsprechende Kasernen und Kreiswehrersatzämter wieder aufgebaut sind.

Was bedeutet das für Spielesammlungen? Laut Pressesprecher der Regierung soll es eine Übergangsregelung bis Ende des Jahres 2026 geben. Ab dem 01.05.2026, also in einem Monat, müssen alle Plattformen den Zugang zu Spielen der Shooter-Kategorie für alle in Deutschland lebenden Personen einschränken. Die Beschränkung wird aufgehoben, sobald ein Nachweis über die obenstehenden Kriterien erbracht wurde. Andernfalls werden zum 01.01.2027 die Spiele aus den Sammlungen gelöscht.

Wir rechnen damit, dass wir ab dem 1. Mai einen großen Zustrom an Freiwilligen haben werden und die Zielsetzung der Bundesregierung über die Kapazitäten der Bundeswehr bereits im August erreichen werden.

Titel Counter-Strike Global Offensive
Mit Spielen wie Counter-Strike für den Einsatz üben – für manche ein Traum.

Praktikum soll Zocken erlauben, mehr Leute für die Bundeswehr begeistern

Mit der Gesetzesänderung geht einher, dass die Bundeswehr auch neue Teilnahmemöglichkeiten erlauben will. So soll es neben dem Wehrdienst und der Verpflichtung als Berufssoldat oder Berufssoldatin auch die Möglichkeit eines Schnupperpraktikums geben, bei dem man für 2 Wochen in den Beruf hineinschauen kann.

Aufgrund des Zustandes des Bundeshaushalts wird das Praktikum allerdings nicht monetär vergütet, sondern man erhält eine BBSSL BDR, die Bewegtbildspiel-Spiellizenz der Bundesrepublik Deutschland. Damit könne man für 6 Monate (180 Tage) nach Abschluss des Praktikums ebenfalls Shooter spielen. Von der Bundeswehr hieß es dazu:

Die Dauer von zwei Kalenderwochen eignet sich perfekt, um das Praktikum etwa während der Schulferien oder der Betriebsferien zu absolvieren. Wir gehen davon aus, dass Interessierte das Praktikum mehrfach absolvieren werden, weil ihr Interesse an der Bundeswehr sicher steigen wird.

Auf die Nachfrage, ob Jugendliche das Angebot nicht nur nutzen würden, um wieder Shooter spielen zu können, wurde geantwortet:

Das ist vollkommen absurd und widerspricht jeglichen Prognosen. Ich finde, hier sollten wir unserer Jugend schon etwas mehr Selbstverantwortung zutrauen. Wir sind uns sicher, dass wir vor allem junge Menschen ansprechen, die wirklich eine Karriere bei uns anstreben. Die temporäre Spiellizenz ist lediglich ein netter Bonus und wir können uns nicht vorstellen, dass das für jemanden der primäre Antrieb hinter der Bewerbung auf einen Praktikumsplatz ist.

So reagiert der Rest der Politik: Viel Zuspruch gibt es von der Partei „Die Linke“, allerdings gehen ihr diese Vorschläge noch nicht weit genug. Eine Sprecherin der Partei sagte, dass man „den Vorstoß begrüße, mehr Digitalisierung bei der Ausbildung von Rekruten zu wagen“. Gleichzeitig könne dies aber „nur ein erster Schritt sein“.

Für die Zukunft wünsche man sich, dass nicht nur die Ausbildung digital ablaufe, sondern auch die Kriegsführung als Ganzes. Der nächste Schritt müsse es sein, „physische Waffen vollkommen abzuschaffen und kriegerische Konflikte, so sie sich nicht vermeiden lassen, nur noch digital durchzuführen.“ Die große Hoffnung ist, dass „Deutschland ein Vorreiter ist und alle anderen Länder dann ganz bestimmt nachziehen werden.“ Falls das nicht aufgehen sollte, könne man danach ja noch schauen, wie man mit der Situation umgeht.

Einzig von der AfD gibt es Kritik an dem Vorhaben. Von Bernd Höcke hieß es, dass „es an Vaterlandsverrat grenze, wenn deutsche Soldaten mit fremdvölkischen Videospielen ausgebildet werden“ und „verweichlichte, unpatriotische und im Kern undeutsche Werte“ wie „Mitgefühl, Sympathie und Toleranz“ durch diese Spiele „indoktriniert“ bekämen. Er empfiehlt stattdessen, dass man die Ausbildung mit Spielen durchführen solle, die „kerndeutsche Werte“ vermitteln, wie etwa Escape from Tarkov.

Escape from Tarkov Character + Hafen Map
Shooter wie Escape from Tarkov wären perfekt für die Ausbildung, findet zumindest eine Partei.

Wie handhabt das die USK? Bisher war die USK zuständig für die Prüfung der Altersfreigabe von Spielen in Deutschland. Das wird sich mit dem Gesetz ebenfalls ändern. Künftig wird die USK von diesen Aufgaben entbunden, wenn es sich im Spiele handelt, die Schusswaffen in jedweder Form oder Darstellung enthalten. In solchen Fällen wird die Einstufung dann direkt über das Verteidigungsministerium vorgenommen.

Kritiker befürchten, dass künftig alle Spiele mit Waffen direkt als ab 18 eingestuft werden, damit diese Maßnahme mehr junge Leute anlockt und diese Spiele nur gespielt werden können, wenn man sich für den Wehrdienst entscheidet.

Das Verteidigungsministerium weist diese Vorwürfe zurück und erklärt:

Nur ein sehr kleiner Teil der Bewegtbildspiele fällt künftig unter die direkte Bewertung unserer Ministeriums. Nach ersten Einschätzungen sind davon vor allem kleine Nischen-Spiele betroffen, von denen die meisten Bürger nie gehört haben dürften, wie etwa Counter-Strike oder Grand Theft Auto VI. Der allergrößte Teil der digitalen Spielelandschaft bleibt davon unberührt.

Was ist mit Zivildienstleistenden? Wer nicht zur Bundeswehr will oder ausgemustert wurde, muss aber nicht um die eigene Shooter-Sammlung bangen, auch das wurde von der Bundesregierung bedacht. Sollte man sich anstatt zum Wehrdienst zu einem Ersatzdienst (Freiwilliges Soziales Jahr oder neuer Zivildienst) melden, kann man ebenfalls die Freischaltung und den Erwerb von Shooter-Spielen über ein Dokument der Bundesregierung beantragen.

In einem solchen Fall muss von den Spieleherstellern aber sichergestellt sein, dass die betroffenen Personen lediglich Nicht-Kombatanten verkörpern können, also etwa Charaktere im Logistik- oder Sanitätsdienst, die lediglich zur Selbstverteidigung auf Schusswaffen zugreifen können. Zudem müsse der Besitz eines Führerscheines der entsprechenden Klassen nachgewiesen werden, sonst kann man Fahrzeuge nur als Beifahrer betreten.

Der Gesetzentwurf ist vom Bundestag zwar noch nicht verabschiedet worden, doch der Erfolg der Abstimmung morgen, am 02.04.2026, gilt laut dem Bundeskanzler als „so sicher wie die christlichen Werte in der Union“ – und das wird ja sicher etwas heißen.

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dalek

April, April:D

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