Blizzard endlich wieder auf Sieges-Tour – Ist die Schreckenszeit vorbei?

Blizzard endlich wieder auf Sieges-Tour – Ist die Schreckenszeit vorbei?

World of Warcraft und die buchstäbliche Hölle

Manche lieben WoW Classic, andere lieben Retail, also die modernen Addons. Das ist dann auch selten eine Diskussion rund um die Qualität des Spiels – es sind einfach andere Spieler-Gruppen und unterschiedliche Spiele, daher soll das hier wenig zur Sache tun. Beide Spielvarianten gibt es und beiden geht es ausgesprochen gut.

Doch klar ist, dass WoW sich zu Zeiten von Shadowlands verrannt hatte. Die Story war konfus geworden, alte Geschichte wurde entwertet. Dazu kam, dass irgendwer bei Blizzard wirklich dachte, dass das Gebiet „Schlund“, das vor Trostlosigkeit nur so triefte, wirklich eine gute Idee sei. Es sollte quasi die „Hölle“ von Warcraft sein und genau so fühlte es sich auch an. Nur, dass das eben in einem Spiel eine bescheidene Idee ist.

Immer mehr Content wurde zur „Pflicht“. Wer nicht jede Woche eine bestimmte Menge an Aufgaben erfüllte, fiel zurück.

Der Schlund war eines der schlimmsten Gebiete, die WoW je hatte. Die reinste Hölle.

Die klare Meinung der Community damals: World of Warcraft ist Arbeit geworden. Der eigentlich so coole Turm Torghast, ein Rogue-Like-Modus, wurde deswegen unter Fans zu „Choreghast“ – also einer nervtötenden Arbeit, die man erledigen musste.

Zum ersten Mal dachten viele tatsächlich: Dieses Mal stirbt WoW wirklich. Dieses Mal ist es ernst.

Entsprechend erleichtert war ich dann bei der Erweiterung Dragonflight. Das war ein Addon, in dem gar nicht so viel passiert ist. Es gab wenig Neuerungen, dafür aber eine Generalüberholung alter Systeme. Talentbäume kehrten zurück, das Belohnungs- und Aufwertungs-System wurde überarbeitet und eine neue Mentalität implementiert: Egal, was man spielt, überall soll es Aufwertungen geben. Alles soll sich nach Fortschritt anfühlen, aber so wenig wie möglich muss „Pflicht“ sein.

Dieser Gedanke wurde eine Erweiterung später mit „The War Within“ zur Vollendung gebracht. Die Implementierung von „Tiefen“ als alternativen Endgame-Content für Solo-Fans, hat WoW auf ein neues Level angehoben und (der sehr großen, stillen Menge) an Solo-Spielerinnen und -Spielern endlich sinnvolle Aktivitäten beschert.

Auch der Blick auf Midnight ist vielversprechend. Die Überarbeitung von Silbermond und Quel’thalas ist atemberaubend. Das Addon könnte eines der besten in langer, langer Zeit werden.

WoW Midnight Eversong Screenshot
Silbermond und der Immersangwald sind einfach grandios geworden.

Das liegt auch am starken Housing, das WoW für eine weitere Gruppe zugänglich macht. Gerade für mich ist das Housing-Feature der absolute Hit und Content, den ich noch in Jahren spielen werde. Das System hat zum Launch bereits das Housing von WildStar übertroffen und es wird nur noch besser.

Da trübt es für mich auch das Erlebnis gar nicht, dass später noch ein Shop für Housing-Items gegen Echtgeld kommt. Das ist Geld, das ich gerne ausgebe – weil die Kern-Erfahrung sich vollständig und umfassend anfühlt.

Hearthstone und das liebe Geld

Aber wo wir gerade beim Thema Geld sind: Hearthstone.

Ich habe Blizzards Kartenspiel lange geliebt, weil ich auch das physische Warcraft Trading Card Game früher schon geliebt habe. Das quasi als digitale Version zu haben, war für mich ein Traum.

Lange Jahre ging das auch gut. Erweiterungen machten das Spiel besser und komplexer, auch wenn die in einem „Free2Play“-Titel natürlich Geld kosteten oder sehr viel Spielzeit.

Aber das war okay für mich, denn es machte Spaß.

Zumindest, bis Blizzard vom Weg abkam. Denn es gab die Blitzchung-Affäre, bei der ein Gewinner eines Turniers gebannt und sein Preisgeld einbehalten wurde, weil er sich politisch äußerte. Das war schon ziemlich panne, sodass Blizzard sich dafür sogar auf der darauffolgenden BlizzCon entschuldigen musste.

WoW Hearthstone Succubus
Die Sukkubi aus Hearthstone wurden entfernt.

Außerdem haben sie in Hearthstone irgendwann alle Sukkubi entfernt und gegen andere Bilder ausgetauscht, was ich noch immer als höchstpersönlichen Angriff gegen mich sehe. Okay, zumindest ein kleines bisschen.

Doch Hearthstone wurde auch gieriger. Neue Spielmodi wie das Schlachtfeld waren so beliebt, dass die Gier überhandnahm und man sich Vorteile mit Echtgeld kaufen konnte.

Als das noch nicht reichte, baute Blizzard später sogar noch ein richtig mieses Gacha-System ein, bei dem man Pets und andere Items bekommen konnte – mit der Mechanik, dass jedes Mal „ziehen“ immer teurer wird und man am Ende dreistellige Beträge los ist, um ein einziges Item endlich zu erhalten – weil das begehrteste Item mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit das letzte ist, das man erhält, nach der Investition von über 150 Euro.

Das war für mich so „psychologisch finster“, dass ich Hearthstone lange den Rücken gekehrt habe. Das konnte und wollte ich nicht mehr spielen. Hearthstone war ohnehin schon recht kostspielig, doch dieses Gacha-System hat für mich den Vogel abgeschossen.

Hearthstone King Krush
Die “Pets” in Hearthstone sind besonders teuer. Frech teuer.

Jetzt hat Blizzard das kommende Jahr von Hearthstone vorgestellt und macht allen ein temporäres Geschenk. Für die Dauer einer Erweiterung kann man sämtliche Karten des letzten Jahres kostenlos verwenden – das ist eine Sammlung von fast 1.000 Karten. Egal ob Veteran oder Neuling, da ist eine Menge dabei, die man bisher nicht im Besitz hat. Damit lassen sich gute Decks erstellen, auch ganz ohne Geld auszugeben.

Hearthstone muss für mich allerdings noch am meisten beweisen, dass sie die Kurve gekriegt haben. Da bleibt es noch Zeit, abzuwarten – denn recht starke Monetarisierung gehört noch immer zum Kern des Spiels in einer Art und Weise, die ich nicht gutheißen kann.

Die letzte Seite behandelt das Fazit.

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takeoff161
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pineapple-express

“Blizzard endlich wieder auf Sieges-Tour – Ist die Schreckenszeit vorbei?”
Meiner Meinung nach nein. Ich beziehe mich jetzt mal speziell auf WoW und sehe es immer noch so, wie in diesem Artikel beschrieben. Der spricht mir wirklich aus der Seele.

Opfert Blizzard die Seele von Warcraft, um so zu sein wie Disney? Der ehemalige Chef reagiert auf die Kritik

snowblind

Hab echt meine Probleme denken die Geldgier zu verzeihen, gerade im Hinblick auf overwatch. Die 2 im Namen stand einfach dafür das faire System aus 1 zu kippen .. ich weiß gerade nicht wie es aktuell ist vielleicht kann mich jemand aufklären.

In ow hatte ich den Kaufpreis gezahlt und durch das Spielen konnte ich mir alle skins die ich wollte kaufen (ohne echtes Geld) die lootboxen waren extrem fair.

ich hoffe auf Besserung aber ich glaube es erst wenn ich es sehe.

huehuehue

die lootboxen waren extrem fair.

Und sie stehen seit Jahren in Gefahr, in der (weil technisch gesehen halt Glücksspiel) komplett verboten zu werden, wie das in den Niederlanden bereits der Fall ist. Einer der Gründe, warum man das mit dem neuen Spiel vorsichtshalber ändern wollte, um das nicht plötzlich “in Betrieb” machen zu müssen (auch, wenn es inzwischen wieder Lootboxen gibt, die man alletdings nicht mehr für Echtgeld oder sonstig käuflich erwerbbarer Währung kaufen, sondern nur noch verdienen kann)

Diese Änderung war nicht unbedingt “aus Geldgier”

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
snowblind

Das Ergebnis dann aber schon? .. generell bin ich gegen jede Art von Mxt bei „Kauf“ Titeln … das des nicht mehr realistisch ist, ist mir auch klar.

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