Hearthstone bannt weitere Profi-Spieler, aber die freuen sich darüber

Noch mehr Hearthstone-Spieler wurden mit einer Strafe belegt. Die sind allerdings nicht traurig oder wütend sondern sie freuen sich über die Sperre.

Im Zuge der Blitzchung-Affäre hatten sich weitere Spieler auf die Seite des Hearthstone-Grandmasters geschlagen und ebenfalls während eines Streams auf sich aufmerksam gemacht. Nach einer etwas längeren Wartezeit hat Blizzard nun auch diese Spieler gesperrt. Diese sind allerdings gar nicht wütend über den Vorfall, sondern freuen sich darüber, dass Blizzard so reagiert.

Was ist passiert? Nachdem der Spieler Blitzchung in einem offiziellen Stream „Free Hongkong, Revolution of our age“ gerufen hatte, wurde er von Blizzard mit einer Strafe belegt – er sollte ein Jahr nicht mehr antreten dürfen und sein Preisgeld wurde einbehalten.

Viele Hearthstone-Spieler solidarisierten sich mit Blitzschung, so auch die Spieler der American University (AU). Diese hielten während des Streams plötzlich ein Plakat in die Kamera, auf dem stand: „Free Hongkong, Boycott Blizz“. Auch wenn der Stream rasch beendet und umgeschaltet wurde, blieb eine Strafe für mehrere Tage aus.

Warum hat das Team das gemacht? Die Hearthstone-Spieler der American University wollten ein Zeichen setzen und hofften, ebenfalls direkte eine Strafe zu kassieren. Als das nicht geschah, nahmen viele Spieler das zum Anlass, Blizzard Befangenheit vorzuwerfen und mit zweierlei Maß zu messen. Denn warum war die Meinungsäußerung von Blitzchung verboten, die der Spieler von AU allerdings nicht?

Nachdem von Blizzard aus keine direkte Strafe erfolgte, kündigte das Spiel an, freiwillig an kommenden Turnieren nicht mehr teilnehmen zu wollen.

Blizzard reagiert verzögert: Jetzt, knapp eine Woche später, haben die Spieler des AU-Hearthstone-Teams ebenfalls eine Strafe kassiert. Für 6 Monate dürfen sie nicht mehr an den Turnieren teilnehmen. Damit ist das Strafmaß identisch mit dem von Blitzchung, das im Nachhinein reduziert wurde. Warum Blizzard in diesem Fall erst mit Verspätung reagiert hat und bei Blitzchung im Verlauf von wenigen Stunden, ist allerdings nicht ganz klar.

Spieler sind zufrieden mit Bann: Anstatt empört über den Bann zu sein, sind die Spieler allerdings ziemlich zufrieden. So schreiben sie auf Twitter:

Wir sind froh darüber, bekannt geben zu können, dass das AU-Hearthstone-Team für 6 Monate von der Teilnahme an Turnieren ausgeschlossen wurde. Trotz der Verzögerung begrüßen wir, dass alle Spieler gleich behandelt werden und niemand über den Regeln steht.

Auch in den sozialen Medien gibt es über die Strafe nur wenig Mitleid oder Bedauern, sondern eher Beglückwünschungen. Die meisten scheinen zufrieden damit zu sein, dass die Spieler ein weiteres Zeichen gesetzt haben.

Wie seht ihr das Ganze?

Die Reaktion vom Blizzard-Chef zu Hearthstone macht mich richtig wütend
Quelle(n): kotaku.com, reddit.com/r/games
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Kell
Kell
7 Monate zuvor

Die Frage ist, ob’s genauso passieren würde, wenn die Medien etc nicht darüber berichtet hätten, dass das Team im Gegensatz zu Blitzchung keinen Bann bekommen hat.

Daniel Krempfer
Daniel Krempfer
7 Monate zuvor

Sorry, es so deutlich zu sagen, aber es war richtig so, dass das Team keine Strafe bekommen hat, sondern nur eine Verwarnung.

Die Leute sind offensichtlich nicht in der Lage, den Unterschied zwischen beiden Fällen zu sehen:

Die Blitzchung-Sache fand in einem chinesisch-sprachigen Stream (Taiwan) statt, der Stream wurde auch von vielen Chinesen (VPN sei Dank!) und vor allem Hong Kongern verfolgt und der Aufruf direkt in Chinesisch hat sofort dazu geführt, dass die Sache in vielen chinesischen Foren auch jenseits der „Great Firewall“ diskutiert wurde. Dieser Vorfall hatte daher erhebliche Konsequenzen für Blizzard.

Die AU-Sache hatte dagegen nahezu keine Bedeutung. Selbst China zuckt nur mit den Schultern, wenn ein paar amerikanische Studenten für die Freiheit von Hong Kong demonstrieren. Der Stream hatte selbst im Westen nur knapp 2.000 Zuschauen und wurde gar nicht erst in nicht-englischsprachige Länder übersetzt, weil es ein rein inner-amerikanisches Turnier ist, für das sich kaum ein Europäer und schon gar kein Chinese auch nur annähernd interessiert.

Bei der Strafzumessung von Vertragsstrafen ist es ähnlich wie bei der Strafzumessung im Strafrecht: Die schädlichen Folgen der Tat dürfen und müssen sogar berücksichtigt werden. Und während der Schaden für Blizzard in der Blitzchung-Sache ziemlich groß war, war der Schaden bei der AU-Sache nahezu nichtexistent. Daher reichte bei letzterem eine Verwarnung.

Nehmen wir es mal andersrum:
Würde ein Amerikanischer Spieler im amerikanischen Stream z.B. „Impeach Trump“ rufen oder eine MAGA-Kappe tragen, würde er eine empfindliche Strafe bekommen. Würde ein Hong Konger Spieler im chinesischen Stream das gleiche machen würde es höchstens Schulterzucken geben. Mit Recht!

TL;DR:
Die Fälle sind nicht „gleich“ und müssen, nein: dürfen, deshalb auch nicht gleich behandelt werden. Der einzige Grund, warum das AU-Team nun doch die gleiche Strafe bekam, war, weil das Team das letztlich gefordert hat…

Jedox
Jedox
7 Monate zuvor

Im Rahmen eines Blizzard-Streams zum Blizzard-Boycott aufrufen… Da ist die Strafe nur folgerichtig. Dieser Bann ist (im Gegensatz zu Blizzchung) für mich absolut in Ordnung. Und da ist es mir auch wurscht, ob die Strafe sofort, nach ein paar Stunden oder nach ein paar Tagen verhängt wurde.

DDuck
DDuck
7 Monate zuvor

Der Bann für Blitzchung war auch okay. So ist das nicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass das ein offizieller Blizzard Stream war und da haben politische Statements in der Form nun mal nichts zu suchen. Es ist nun mal ein Unterschied, so etwas auf dem Stream eines Veranstalters/Ausrichters zu sagen oder auf dem eigenen, bzw. dem eines anderen Streamers in einem Talk, Interview oder Ähnliches. Solange er da nicht völkerfeindlich wird o.Ä. kann er da sagen, was er möchte.

Natürlich war die Strafe maßlos überzogen, man hätte ihm nicht die Preisgelder streichen müssen und auch nicht aus der GM-Series nehmen müssen, ein einfacher, dreimonatiger Bann hätte gereicht und wäre angemessen gewesen.

Aber ich gebe dir Recht: Auf einem Blizzard-Stream Blizzard anzugreifen ist absolut kalkuliert in dem Moment.

Sunface
Sunface
7 Monate zuvor

Ich finde es richtig von den Spielern ein Zeichen zu setzen und auch richtig von ihnen das sie den Bann nehmen und ihn ehrlich akzeptieren.
Ich finde es auch richtig das sie gebannt wurden denn es ist ein Verstoß gegen die Regel und richtig wie Blizzard damit umgeht. Förderlich für Blizzard und insbesondere die Blizzcon(Würde mich nicht wundern wenn Wortmeldungen aus dem Publikum dieses Jahr nicht erlaubt sind.) ist die Sache natürlich nicht.
Wenn an den Gerüchten was dran ist und sie am 25.10 eigentlich Diablo Immortal rausbringen wollten dann glaube ich haben sie das wohl wegen der Lage in China verschoben.
Bin gespannt auf die Blizzcon. Das wird so interessant das ich überlege mir ein Virtual Ticket zu holen.

Stephan
Stephan
7 Monate zuvor

Wird das jetzt die nächste Ice Bucket Challenge?

Belpherus
Belpherus
7 Monate zuvor

Möglicherweise hatte auch einfach der Verantwortliche mitgestreikt XD
Mal im ernst, die Verzögerung enstand wahrscheinlich einfach nur durch das Chaos, die der erste Bann gebracht hatte.

Misanthrop
Misanthrop
7 Monate zuvor

Das ist nur konsequent, wenn man meint sich Blizzards Streams zu bedienen um seine politische Agenda (egal welcher Richtung) zu verbreiten muss das bestraft werden. Wenn Blizzard das selber macht ist das ihr gutes Recht! Daher habe ich kein Mitleid für die Spieler die meinen den Blizzard Stream Missbrauchen zu müssen und auch NULL Verständnis für die künstliche Empörung und Hysterie da andere Firmen wirklich schlimme Dinge machen und es keinen Aufschrei gibt. Das zeigt nur wieder wie leicht beeinflussbar Menschen sind und wie inkonsequent das eigene Handeln dieser.

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