Das beste neue Feature von WoW darf ich nicht so spielen, wie ich will

Patch 8.3 hat viele Neuerungen zu World of Warcraft gebracht. Die meisten davon findet unser Autor Benedict lahm. Ein neues Feature hat es ihm aber angetan. Nur das darf er nicht so spielen, wie er will.

Um dieses Feature geht es: Ich spreche von den Verstörenden Visionen („Horrific Visions“), die seit Patch 8.3 Visionen von N’Zoth in World of Warcraft Einzug gehalten haben.

Das Neue Feature macht mir richtig Spaß. Ganz ehrlich hatte ich schon seit einer Weile nicht mehr so viel Freude an irgendetwas in WoW wie an diesen Visionen. Nur leider erlaubt mir Blizzard nicht, sie zu spielen. Zumindest nicht auf die Art und so oft, wie ich gerne würde.

Die neuen Verstörenden Visionen in WoW

Was ist das für ein Feature? Die Verstörenden Visionen zeigen Orgrimmar oder Sturmwind, wie sie aussehen würden, wenn N’Zoths Traum eines Schwarzen Imperiums Wirklichkeit wird. Sie zehren an unserem Geist und treiben uns langsam in den Wahnsinn, wenn wir zu lange verweilen.

Als Feature in WoW funktionieren sie als instanziertes Szenario, für das wir uns bei Furorion eintragen können. Die Visionen sind aufgeteilt in fünf Gebiete:

  • Das Start-Gebiet, in dem auch der Endboss wartet (entzieht 6 geistige Gesundheit pro Sekunde)
  • Zwei „korrumpierte“ Zonen mit Extra-Aufgaben (entziehen 8 geistige Gesundheit pro Sekunde)
  • Zwei „verlorene“ Zonen mit Extra-Aufgaben (entziehen 12 geistige Gesundheit pro Sekunde)

Je nachdem, wie viele Zonen wir meistern, bekommen wir größere Belohnungen – etwa mehr Verderbte Andenken. Dazu können wir Quests bei Furorion abschließen, um den neuen legendären Umhang aufzuwerten. Das geht aber nur einige Male pro Woche.

Cooles Feature – Aber begrenzt

Wieso ist es begrenzt? Für den Eintritt in die Vision benötigen wir ein „Gefäß der verstörenden Visionen“. Das kostet 10.000 Manifestierte Visionen und wird beim Eintritt verbraucht.

Und hier ist der Haken: Ein Gefäß gibt es wöchentlich für das Abschließen der Angriffe von N’Zoth in Uldum oder dem Tal der ewigen Blüten (wechselt wöchentlich). Durch die „kleinen Visionen“, tägliche Quests, Raremobs und Kisten kommen wir mit wenig Grind auf weitere 20.000 Manifestierte Visionen.

world of warcraft vision von nzoth auf Karte
Auch die „Visionen von N’Zoth“ gewähren einige Manifestierte Visionen.

Das ergibt drei Gefäße pro Woche – Vier, wenn sich jemand wirklich anstrengt beim Grind. Es ist also maximal drei (oder eben vier) Mal die Woche möglich, die Verstörenden Visionen abzuschließen.

Der Grund scheint klar zu sein: Blizzard will nicht, dass Spieler zu schnell fertig sind mit dem Content. Der soll schließlich reichen, bis Shadowlands erscheint. Aber ich finde, da ist ein riesiger Denkfehler drin.

Grundlose Beschränkung

Darum ist die Beschränkung grundlos: Was wohl die größte Angst sein dürfte, wenn Spieler zu viele Visionen machen, ist, dass sie den legendären Umhang zu schnell auf eine zu hohe Stufe bringen. Aber das geht überhaupt nicht.

Die Möglichkeit auf ein Upgrade für den Umhang steckt ohnehin hinter Quests von Furorion. Und davon können nur eine bestimmte Anzahl pro Woche erledigt werden. Teilweise benötigt er später sogar mehr Gegenstände als Visionen pro Woche möglich sind.

Warum schränkt mich das Spiel also nun damit ein, Visionen zu laufen, wenn ich den Umhang doch ohnehin nicht einmal upgraden könnte?

World of Warcraft legendärer Umhang BFA
Mehr als Stufe 6 ging diese Woche sowieso nicht. Außer, man hat die Bugs von Patch 8.3 ausgenutzt.

Das einzige, wohin das aktuell führt, ist dass Hardcore-Spieler ihre Gefäße und Visionen so sparen, dass sie möglichst viele Gefäße haben, wenn sie mehrere Gegenstände pro Quest und Woche für ein Upgrade benötigen. Gewonnen ist damit nichts.

Auch das mögliche Argument, dass Spieler dann ja ihre Durchläufe nur optimieren würden, um Gefäße zu sparen, zieht nicht. So schauen Spieler, die sich verbessern wollen, nun eben YouTube-Videos oder lesen Guides für den perfekten Run, statt selbst zu spielen. Das kann wohl kaum die Absicht sein.

Die Beschränkung ist eine unsinnige Entscheidung

Darum stört mich die Beschränkung: Mir selbst geht es aber auch gar nicht darum, meine Ausrüstung oder meinen Umhang zu verbessern oder irgendetwas zu verdienen. Mir machen die Visionen einfach Spaß.

Es ist eine neue Herausforderung und ich kann unter Beweis stellen, wie gut ich bin. Ich kann mich selbst testen und optimieren, neue Routen und Geheimnisse entdecken. Ich bräuchte keinen Loot und keine Belohnungen als Anreiz.

Dazu ist unser Dream-Team in der Herzkammer, bestehend aus Magni, MUTTER und Furorion doch sehr mächtig. Warum können sie mir nicht einfach eine Simulation eröffnen? Wäre doch auch in ihrem Interesse, wenn ich erfolgreicher bin. Ich kann mittlerweile verstehen, warum Anduin Furorion erst mal eine aufs Maul gegeben hat.

WoW Anduin Wrathion Punch
So fühle ich mich auch manchmal, wenn ich nicht in eine Vision darf.

Vorschläge für bessere Visionen

Wie könnte es besser gehen? Wie gesagt, bräuchte ich selbst eigentlich gar keinen weiteren Anreiz, um die Visionen zu spielen. Mir machen sie einfach Spaß.

Trotzdem wäre es ein Leichtes, zu zeigen, dass Spieler für ihren Aufwand belohnt werden. Es muss ja nicht immer ein spielrelevantes Upgrade fürs Endgame sein. Mögliche Belohnungen für die Visionen wären – abseits von den beschränkten Quest-Items – beispielsweise:

  • Transmog-Gegenstände, Spielzeuge oder Titel
  • Besondere Skins für den legendären Umhang (damit der auch wenigstens nach „Drache“ aussieht)
  • Die neuen Gegenstandstufe-410-Tokens für Twinks
  • Einfach nur Gold und Artefaktmacht
WoW Herz von Azeroth in Hand eines Gnoms Titel
Ein bisschen AP wäre auch nett, dann das Herz von Azeroth braucht ja auch wieder mehr Liebe.

Und selbst, wenn die Beschränkung nicht vollständig aufgehoben wird, warum sollte es Spielern nicht erlaubt sein, sich aktiv neue Zugänge zu besorgen? Mehr Quellen für die Manifestierten Visionen für Spieler, die wirklich mehr machen wollen, würden wohl kaum jemanden stören.

Früher ging es doch auch

Wie hat es früher funktioniert? In der Vergangenheit gab es schon Beispiele für ähnliche Features und Mechaniken, bei denen es auch geklappt hat. Das beste Beispiel dürfte wohl der Magierturm aus Legion sein.

Der Turm hatte gleich zwei Beschränkungen: Er war nur da, wenn er vorher aufgebaut wurde und man musste Eintritt zahlen. Gegen Ende wurde er erst permanent.

WoW Legion Mage Tower
Der Magierturm ist ein gutes Beispiel dafür, wie es besser geht.

Aber auch die Verstörenden Visionen können ja nun nur alle paar Tage angegangen werden – nur nicht so oft, wie ich will. Denn die mögliche Ausbeute an Manifestierten Visionen ist ja ebenfalls bis zu einem gewissen Maß begrenzt.

Zugegeben, der Magierturm hat nur Transmog gewährt. Nur wäre das ja auch einer meiner Vorschläge für die Verstörenden Visionen. Ich verstehe nicht, warum der Spaß hier einfach eingeschränkt wird. Aber vielleicht kommen ja mit der Season 4 noch mehr spielenswerte Inhalte:

WoW: Season 4 beginnt – Das müsst ihr für morgen wissen
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Sazi
26 Tage zuvor

Das Timegating des Umhangs wurde erst kurz vor Release eingeführt. Das dürfte relativ wenig Auswirkung auf das Gating der Visionen gehabt habe. Etwas anderes wird aber gern vergessen. Würde man die Visionen freigeben, so wäre nicht nur der Umhang betroffen, sondern auch die titanische Forschung. Ohne Begrenzung wäe es möglich, sich in der ersten ID die komplette Forschung freizuspielen. Und es wäre nicht nur möglich, sondern es bestünde ein entsprechender (Gruppen-)Zwang.

Ich sehe die Ähnlichkeit weniger zum Magetower als zu M+. Da kann man zwar beliebig oft rein, aber auch da guckt man vorher Guides etc, weil Fehler gern mal zu einem versauten Schlüsselstein führen und ob man dann seinen Wunschkey wiederbekommt ….

Ich persönlich finde es generell schlecht, wenn Fehler im Content dazu führen, daß man dauerhaft im Hintertreffen ist. Dadurch wird das Ausprobieren und Erforschen von Content bestraft. Man muß immer vorher alles genau in Guides sich vorkauen lassen. Ich wäre viel lieber in die Visionen gegangen, hätte sie erforscht und so lange angeschaut und probiert, bis die Belohnung eine bestimmte Wochengrenze erreicht hat. In dieser Beziehung stimme ich dem Autor zu.

Rubear
1 Monat zuvor

Timegating hat mich steht’s abgeschreckt so auch jetzt. Ich werde erst wieder zum Shadowlands Pre Event einsteigen den Rest der Story schaue ich mir auf YouTube an.

Ectheltawar
1 Monat zuvor

„Ich bräuchte keinen Loot und keine Belohnungen als Anreiz.“

Wann immer ich das lese, würde ich mir von Blizzard eine Option wünschen das man diese beschränkten Features so einbaut, das man nur für eine beschränkte Menge seine Belohnung bekommt und danach der Inhalt zwar Spielbar ist, nur keine Belohnung mehr abwirft. Gibt Spiele die diese Option durchaus anbieten und das Ergebnis ist dann meist das es so ganz ohne Belohnung dann doch nicht reizvoll genug ist. So oder so wäre die Option aber sicherlich ganz nett. Es gibt sicherlich so manchen Spieler der das auch ohne Belohnung wirklich noch mal spielen würde.

Herlitz
1 Monat zuvor

Das sehe ich ähnlich.
Ein derart eingeschränktes Hauptfeature macht so kaum Spaß.
Letztlich wird es darauf hinauslaufen, dass sich die Leute informieren, wie sie am Effektivsten durchkommen. Strikt nach Meta eben.

Dazu noch die Tatsache, dass die Vision nach dem Endboss vorbei ist.
Entweder man geht vorerst den sicheren Weg und killt nur Thrall oder riskiert kein Upgrade zu bekommen.

Für mich ist das Feature so nicht zu Ende gedacht, leider.

Sazi
26 Tage zuvor

Das ist so nicht ganz richtig. Nur für die ersten Umhangsquest musst du den Endboss umlegen. Später musst du die Flügel erledigen. Dann ist (zumindest für die Umhang-Quest) der Boss erstmal nur noch Bonus (wenn auch loottechnisch ein guter). Erst die späten Quests verlangen dann wieder einen Fullrun.

Trotzdem ist es derzeit sehr viel „Gambling“, wenn man optimal spielen will und den Endboss dann „riskant“ angehen mus.

Scaver
1 Monat zuvor

Naja, deine Vorschläge sind ja grundsätzlich nicht schlecht, wurden aber für die Insel Expeditionen nicht angenommen. Kaum jemand läuft sie für Mounts oder Transmog, sondern einfach nur für die Azerit Weekly.

Auch wenn einige wie Du (meine Frau und ich übrigens auch) nun richtig Spaß an den Visionen haben, so würden sie sich doch sicher schnell auslutschen. Denn so kommt man auch schneller an die Andecken, skillt die Titanen Forschung voll durch und schon sind die Visionen kaum noch eine Herausforderung.

Von Umhang Rang 1 auf 3 und 3 Punkte in Wacher Geist und schon ist Boss +1 nicht mal mehr eine Herausforderung. Noch auf Rang 1 ohne Forschungen war gerade mal der Boss so zu schaffen.
Wer nach 3 Wochen dann schon die Titanforschung durch hat und den Umhang auf Rang 10 hat, wird vermutlich kaum noch eine Herausforderung spüren… und schon ist schon nach einem Monat die Luft raus aus den Visionen.
Wie gesagt, für diese Minibelohnungen macht das doch fast niemand, wie eben auch bei den Inseln nicht.

Und schon meckert jeder über Content Flaute und hat noch knapp nen halbes Jahr vor sich.

Da mach ich auch lieber jede Woche 2-3 Visionen und das hält dann bis fast zum „Ende“, anstatt sie 2-3x am Tag zu spielen und nach nem Monat (oder bei mir ggf. nach 2 Monaten) keinen Bock mehr zu haben und nur das eine wöchentliche Upgrade hole.

Cortyn
1 Monat zuvor

Ich finde die Beschränktheit der Visionen gut, dadurch machen sie mir ehrlich gesagt mehr Spaß.

Du spielst jetzt doch noch, Scaver? Wolltest du WoW nicht für immer deinstallieren, wenn der Level-Squish angekündigt wird?

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