Kann es jemals wieder ein Spiel geben, das so fesselt wie World of Warcraft? Nein – meint die Community. Aber das liegt an vielen Umständen.
World of Warcraft hat für viele Spielerinnen und Spieler eine ganz besondere Bedeutung im Leben. Klar, es ist mehr als nur ein Spiel, für viele ist es ein Stück Heimat und oft sogar eine Konstante im Leben, die einen seit knapp 20 Jahren begleitet.
Doch die Besonderheit von World of Warcraft lässt sich oft schwer in Worte fassen. Eine Mischung aus Nostalgie, gepaart mit den Anfängen des Internets, war WoW doch für viele die erste Online-Welt, die sie erkunden konnten. Der erste Schritt in eine ganz neue Form der Unterhaltung. Auch wenn World of Warcraft bei Weitem nicht das erste MMORPG überhaupt war – für Unzählige war es die erste richtige MMORPG-Erfahrung.
Der Spieler atasel hat es im Subreddit von WoW dennoch versucht und schwelgt in Erinnerungen. Er beschreibt seine Erfahrungen so:
Ich habe das ursprüngliche WoW von der Beta bis The Burning Crusade gespielt, als ich ungefähr 16 war (Ich kann mir die Jahre nicht wirklich gut merken, aber ich bin jetzt 37). Auch wenn ich seitdem nicht mehr exzessiv gespielt habe, komme ich immer wieder zurück und spiele zumindest die Level-Phase der Erweiterung. Gerade jetzt bin ich auf der Arbeit und höre meine WoW-Playlist, wie ich es so oft tue.
Es ist verrückt, dass wir den Start dieses Spiels erleben durften, als das Internet selbst noch so neu war, überhaupt andere Spieler in einem Spiel zu sehen war schon überwältigend. Diese Erfahrung kann nie wieder eingefangen werden für uns oder für irgendjemanden, weil sich die Welt seither so sehr gewandelt hat.
Ich denke oft an meine Teenager-Jahre zurück, in denen ich WoW gespielt habe. Die Erinnerungen fühlen sich so lebendig an und die Nostalgie ist so stark. Es ist fast so, als wären meine Erinnerungen an Azeroth Erinnerungen an echte Orte, als wenn ich wirklich Zeit im Wald von Elwynn, im Schwarzfels, in Tanaris oder den Pestländern verbracht hätte. Ich habe sogar weniger Erinnerungen daran, wie ich Zeit im RL damals verbracht habe, aber um ehrlich zu sein, bereue ich nichts.
Ich weiß gar nicht genau, was ich mit diesem Post hier wollte. Ich sitze einfach auf der Arbeit, fühle mich nostalgisch und habe keinen anderen Ort, um das hier zu teilen. WoW ist Magie.
Community taucht in Nostalgie ein
Der Beitrag scheint einen Nerv in der Community getroffen zu haben, denn innerhalb weniger Stunden gab es bereits über 1.000 Upvotes und jede Menge Kommentare erhalten, die ebenfalls von ihren Anfängen erzählen.
- „Ich liebe die so herzliche Nachricht über deine Erfahrung. Alle, die das Spiel für eine längere Zeit gespielt haben, werden dir zustimmen können, dass, wenn du es geliebt hast, das Spiel zu spielen, du sehr wahrscheinlich einige sehr gute Erinnerungen daran hast und vermisst, wie es damals war. Jetzt ist es noch immer ein gutes Spiel, aber einfach etwas anders, so wie die Welt um uns herum.“ – Sapers_45
- „Ich hatte Freunde, die aus irgendeinem Grund vehement gegen WoW waren. Ich erinnere mich daran, dass wir es mal ausprobiert haben, ein paar Monate nach dem Launch und ich habe zugelassen, dass sie mich davon abgebracht haben. Jetzt habe ich so eine „On und Off“-Beziehung zu dem Spiel und wünschte, ich hätte niemals auf sie gehört.“ – superkow
- „Egal was irgendwer über WoW sagt, es war einfach ein legendäres Spiel. Es hat so viele Nachahmer-MMOs hervorgebracht und die Systeme und das Design haben Spiele im Allgemeinen beeinflusst. Single-Player, Multi-Player, ganz egal – es hatte einen Einfluss auf beides.
Es war damals einfach Next Level und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir jemals wieder ein Spiel sehen werden, das Gaming so auf eine neue Ebene gehoben hat, wie WoW es tat.“ – Izletz
Klar scheint zu sein, dass World of Warcraft für sehr viele Menschen ein ganz besonderes Stück ihrer Vergangenheit darstellt. Die ersten Gehversuche in der digitalen Welt, als das Internet und deren breitflächige Nutzung noch in den Kinderschuhen steckte. Wie habt ihr eure Anfänge in Azeroth erlebt? Oder war es für euch ein ganz anderes Spiel, das ebenfalls solche Erinnerungen erschaffen hat?
Manche verleihen ihrer Liebe zu WoW auch anders Ausdruck – und sammeln so viel, dass selbst Blizzard beeindruckt ist.
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Das muss so Ende 2003 / Anfang 2004 gewesen sein : Mein damaliger Lehrling kannte sich sehr gut mit <hüstel> “Computersachen” aus… und hat mir auf meinen PC eine frühe Alpha-Version von WoW runtergeladen.
Der 1.Start war schon sehr aufregend. Ich loggte mich in Menethil ein, aber dort gab´s keine NPCs. Ausserhalb von Menethil, im Sumpfland, standen Spinnen-NPCs herum, welche aber nur .. rumstanden.
Obwohl man überhaupt nicht mit irgendwas interagieren konnte, war es ein unvergesslicher Moment.
Später war mein (mittlerweile ausgelernter) Lehrling eine zeitlang GM bei WoW. Er hat mir sogar angeboten, meinen Account zu einem Lifetimeaccount umzuwandeln .. und ich habe damals abgelehnt 😐 ……
WoW habe ich seit (Europa)Release immer auf der Platte und ich habe immer wieder Phasen, wo ich zurückkehre. Seit 2019 (Classic-Release) steht Retail allerdings abgeschlagen auf Platz 2.
Ja, das Internet steckte in den Kinderschuhen, aber der durchschnittliche Nutzer war wesentlich erwachsener.^^
Vor WoW hab ich schon Diablo 2 und vor allem StarCraft gespielt, damals noch mit ISDN-Modem und Abrechnung nach Minutentakt.
Ein recht teures Hobby.^^
Man hatte neben den Clanchannels offizielle Chatchannels für 40 Leute je Channel wie “BroodWar DEU-1” oder “Diablo DEU-1” und konnte die sogar spielübergreifend betreten.
Daher hatte ich schon etwas Erfahrung im Bereich der Interaktion mit anderen Spielern, aber WoW war dann natürlich trotzdem der Wahnsinn.
Eine Welt voller Möglichkeiten, die ganz ohne irgendwelche Min/Max-Guides und Walkthroughs noch wesentlich grösser wirkte.
Eine meiner ältesten Erinnerungen ist, dass ich mir RAM nachkaufen musste, weil die Welt beim Reisen mit dem Greifenreiter so derbe anfing zu ruckeln.
Da hab ich mir gleich mal satte 512MB gegönnt! =)
Hier mal als Funfact die originalen Mindestanforderungen von WoW:
Prozessor (CPU): 800 MHz Prozessor
Arbeitsspeicher (RAM): 256 MB RAM
Grafikkarte (GPU): 32 MB Grafikkarte
Festplattenspeicher: 4 GB freier Speicherplatz
Edit:
Ach ja, mein erster Frustmoment war schon in der Beta.
Eine Sammelquest, so weit so gut. Aber man sollte Spinnenseide sammeln, was ja ein rarer Drop ist. Eine Horror-Quest.^^
Wurde aber zum Release auch abgeändert, wenn ich recht erinnere.
Ja, ich war auch 2004 in der Beta dabei und habe nostalgische Gefühle für WoW. Allerdings steht das heutige WoW für mich eher für Zustände die sich wie Arbeit anfühlen. Es gibt quasi keine Levelphase mehr, kaum Aktivitäten die den Zusammenhalt der Community fördern, alles fokussiert sich nur aufs Endgame. Klar hibt es auch andere Aktivitäten. Aber der Fokus des Spiels liegt ganz klar auf dem Endgame-Content. Alles andere wird mehr und mehr vernachlässigt. Und das ist ein Problem. Denn der Endgame Content verlangt einem so viel ab, dass es Leute gibt, die bereits kurz vorm Burnout standen und deshalb aufgehört haben. Der enorme Druck der Community wurde sogar noch erhöht durch die irrelevante nutzung von Tools wie raider.io und Addons. Also ja, dieses Gefühl gibt mir sonst kein anderes MMO. Ich bin mittlerweile auch zu FFXIV gewechselt. Statt immer auf Zwang der beste zu sein gilt dort “Wenn wir es gemeinsam schaffen, dann war es ein guter Try”. Niemand wird dort diskriminiert weil er zu wenig dmg macht oder nicht der perfekten rio Score hat. Und das obwohl es genau so eine Seite samt Addon für Leute gibt die sich auf diese Weise messen wollen. Auch helfen sich die Leute dort gegenseitig und halten zusammen statt sich gegenseitig zu beleidigen bloß weil der Tank stirbt.
Das heutige WoW Gefühl ist wirklich einzigartig… Trotz der vielen Spieler ist WoW längst tot. Zumindest das WoW über das in diesem Artikel geschrieben wird.