WildStar rückt von monatlichen Updates ab: Geht Carbine schon die Puste aus?

Das SF-MMO WildStar wollte eigentlich jeden Monat neuen Content liefern. Laut einem Interview mit der Game Designerin Megan Starks ändert sich das schon bald. So könnte bereits der nächste Content-Patch „Verderbnis“ nicht Anfang September erscheinen, sondern einige Monate auf sich warten lassen.

WildStar war mit dem Versprechen gestartet, jeden Monat in Form eines „Drops“ neuen Content zu bringen. 16 Monate, so hieß es, habe man schon im Vorfeld verplant. Mit dem ersten Patch im Juli kamen zwei neue PvE-Zonen, mit dem Patch im August neben vielem anderen ein neues PvP-Schlachftfeld. Doch schon jetzt muss man wohl vom Vorhaben abrücken. An der allgemeinen Planung, so Starks, solle sich nichts ändern. Nur den Zeitplan werde man wohl anpassen müssen. Offenbar will man sich nicht länger an strenge Deadlines halten, sondern möchte sich mehr Zeit zum Verfeinern und der Politur des Contents nehmen.

WildStar will sich mehr Zeit lassen, erst den Inhalt polieren

Bei einem Interview von mmorpglife am Rande der Gamescom, das auf youtube zu finden ist, sagt Sparks:

Jetzt wo wir zwei große Patches herausgebracht haben, haben wir uns die Sache nochmal angeschaut und überdacht. Wir halten an unseren Plänen fest. Wir wissen immer noch genau, was wir bringen wollen und arbeiten daran. Aber zum Beispiel jetzt beim nächsten Patch, der ist auf dem Test-Server, wir kümmern uns um Bugs, wir werten das Feedback unserer Spieler aus. Jetzt ist es wichtig, es zu polieren und zu verfeinern, bevor wir es wirklich ins Spiel bringen. Deshalb haben wir beschlossen, an dem Patch solange zu arbeiten, bis er eine Qualität hat, mit der wir wirklich zufrieden sind.

Man plane, den Patch in den nächsten paar Monaten herauszubringen. Das sei die bessere Alternative als an eine Deadline zu stoßen und dann das herauszubringen, was man in diesem Moment habe, obwohl man damit noch unzufrieden sei. Das gelte nicht nur für den jetzigen Patch, sondern auch für künftige.

Werden die vollmundigen Aussagen Carbines nun zu einem Bumerang?

WildStar

Mein MMO meint: Das ist ein ziemlicher Hammer, der im Moment noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen ist, obwohl das Interview schon ein paar Tage alt ist. Das Video-Interview ist von einer kleinen Seite geführt worden und offenbar im Trubel der Gamescom etwas untergegangen. Das wird sich in den nächsten Tagen sicher ändern. Man darf gespannt sein, ob das Interview von den Verantwortlichen kommentiert wird, wenn das Thema – wie zu erwarten – im WildStar-Forum, in reddit und auf den großen Gaming-Seiten hochkocht.

Erst in der letzten Woche war im Finanzbericht von NCSoft deutlich geworden, dass die Verkaufszahlen von WildStar eher mittelmäßig waren. Nur wenige Tage später wurde bekannt, dass man einen der beiden wöchentlichen Live-Streams schließt. Nun scheint das Abrücken vom zentralen Versprechen, monatlich neuen Content zu bringen, Wasser auf den Mühlen all jener zu sein, die WildStar kritisch und skeptisch sehen.

Das halsbrecherische Tempo, das Carbine bei der ständigen Weiter-Entwicklung des Spiels versprach, sorgte von Anfang an für Bedenken, ob man dieses Tempo über eine längere Strecke durchhalten könne. Immerhin haben ausnahmslos alle Themepark-MMORPGs mit dem Problem zu kämpfen, nicht schnell genug Content nachschießen zu können, so dass Spieler sich langweilen. Das prominenteste Beispiel ist WoW, die zwischen Erweiterungen Content-Pausen von über einem Jahr benötigen, um danach wieder regelmäßig liefern zu können.

Von Carbine hörten die Fans aber immer wieder, man solle ihnen vertrauen. Sie hätten das unter Kontrolle und wüssten, was sie da tun. Mehrere Teams arbeiteten parallel an den Patches, man würde alles dafür tun, die Deadlines einzuhalten. „No Bullshit“, war eine der Devisen im Vorfeld. Man würde nichts versprechen, was man nicht halten könne.

Diese Abweichung von einem der zentralen Versprechen Carbines schon nach 3 Monaten wird schwer zu verkaufen sein, obwohl erste Reaktionen der Fans gar nicht so negativ ausfallen. Immerhin hat ein polierter Content auch einiges für sich.
Das Interview mit der Senior Gamedesignerin Megan Starks findet Ihr im Anschluss.

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Quelle(n): www.neoseeker.com
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