WildStar: Es liegt nicht an uns, es liegt an Euch

Das SF-MMO WildStar stellt den monatlichen Content-Nachschub ab. In einem Brief an die Fans wird nun erklärt, warum. Die Spieler lieferten einfach zu viel Feedback.

Nein, so richtig geplant war das wohl alles nicht. In einem Youtube-Interview mit einer US-Seite ließ Megan Starks, eine Senior Designerin, die große Bombe platzen: Man wird in Zukunft nicht mehr monatlich neuen Content in WildStar sehen. Man wolle sich nicht länger nach zu starren Deadlines richten und sich mehr Zeit für die Politur lassen. Ungefähr vier Tage dauerte es, bis das Video auf youtube dann von einigen größeren Seiten gefunden wurde, die Fans reagierten lautstark. Das war eine Ankündigung, die man bei Carbine sicher lieber unter anderen Umständen verkauft hätte als in so einem unkontrollierten Umfeld.

Am Wochenende bemühte sich Carbine dann um einen offiziellen Post und eine Stellungnahme. Der Product Director von WildStar Mike Donatelli meldete sich zu Wort und erklärte, warum man jetzt nicht mehr monatlich neuen Content nachliefern werde. Verantwortlich dafür seien indirekt die Spieler. Die hätten nämlich bergeweise Feedback zum Spiel abgegeben, auf das man einfach nicht vorbereitet gewesen sei. Um alles ginge es in diesem Feedback, um die Wirtschaft, die Klassen, das PvP und das Crafting. Es sei so viel, dass man jetzt zusätzlich zum schon vorgesehenen Content im dritten Drop noch eine Wagenladung Änderungen, die auf dem Feedback der Spieler basieren, ins Spiel bringen möchte. Und außerdem wolle man den Content möglichst bugfrei ausliefern.

Donatellis Brief endet mit: „Wie lange das dauert, fragt Ihr? Eine ausgezeichnete Frage.“ Man möchte sich Zeit nehmen und später mit den Details wiederkommen.

WildStar

Mein MMO meint: Das ist mit Verlaub suboptimal gelaufen. Besonders schade ist es, dass ein Entwickler, der von Anfang an sagte, man werde Klartext reden und keinen Bullshit verzapfen, jetzt, unserer Ansicht nach, um den heißen Brei herumredet. Als vorm Release Probleme mit der Webseite auftraten (bei der Namens-Reservierung), erklärte man nach außen offensiv und ausführlich, woran das lag, nahm die Schuld auf sich und versprach es zu ändern. Dafür erhielt man viel Anerkennung aus der Community.

Dass jetzt eines der zentralen Versprechen des Games, monatlich neuen Content zu liefern, mit „Wir erhalten so viel Feedback von Euch“ außer Kraft gesetzt wird, während es vorher in einem Interview hieß „Wir kriegen es im engen Zeitplan nicht zu unserer Zufriedenheit hin, wir brauchen mehr Zeit dafür“ ist schon ein äußerst seltsames Signal.

Dass es eine Herkulesaufgabe werden würde, jeden Monat neuen Content nachzuschieben, stand von Anfang an fest. Wie jetzt mit der Geschichte umgegangen wurde, ist trotzdem unglücklich. Man hätte über den Live-Stream oder mit einem klaren Blog-Post an die Fans viel Schärfe aus der Entscheidung herausnehmen können. Auch der jetzige Post hätte wohl vor dem Interview mit Megan Starks mehr Wirkung erzielt.
Dabei ist die eigentliche Entscheidung, vom monatlichen Content weg zu gehen und sich mehr Zeit zu lassen, durchaus vernünftig und wird von vielen Fans auch positiv aufgenommen. Aber anders verkaufen hätte man sie schon müssen.

Quelle(n): forums.wildstar-online.com
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Honk
Honk
5 Jahre zuvor

Grundstätzlich richtiger Schritt. Aber erst das Spiel mit einem übderdimensionalen Vorschlaghammer kaputt patchen und dann 3 Wochen danach sagen – Ja wir haben zugehört – Wir bessern jetzt nach…. Ich weiß ja nicht. Ich habs schon mal geschrieben und schreibs leider nochmal: Was auch immer die gerade zusammenbasteln – Es wird wohl kaum noch jemand sehen.

Hannibal
Hannibal
5 Jahre zuvor

Find ich super, dass Bestehendes erst mal aufpoliert wird, bevor neuer Content im Höchsttempo rausgehauen wird. Es sollte für die meisten keinen Unterschied machen, ob ab und an mal ein Monat pause gemacht wird.

Katja Schönefeld
Katja Schönefeld
5 Jahre zuvor

Huhu,

ich habe den Original-Beitrag am Wochenende selbst gelesen und verstehe nicht so ganz, wie du zu deinem Fazit kommst. smile

„Allerdings waren wir nicht auf die riesige Menge an Feedback vorbereitet, welches wir bergeweise erhielten. Dabei habt ihr Spieler uns unter anderem Feedback zu Bugs, den frühen Stufen-Inhalten, der Einstimmungs-Questreihe, dem PvP und dem Endgame zukommen lassen – und wir haben zugehört!

Aus diesem Grund haben wir uns für eine Änderung entschieden. Wir fügen im Moment die Arbeit eines Monats, vollgepackt mit Änderungen basierend auf eurem Feedback und Fehlerbehebungen zu dieser Mischung, basierend auf euren Rückmeldungen und Erfahrungen.“ (Zitat aus dem Blogpost von Wildstar)

Nicht böse gemeint und vielleicht zieht da wirklich jeder eine andere Quintessenz, aber für mich steht da einfach nur, dass die Spieler super viel Feedback gegeben haben und sie das auch beachten wollen. Quasi „The Devs are listening“ in Langform und genau das, wofür die Entwickler ja sonst gelobt wurden.

Aber eine derartige Interpretation des Blogposts find ich … bedenklich… zumal ihr das Originalpost nicht direkt zitiert und unter in die Quellenangabe ja nicht geklickt wird.

Aber: Ich mag Wildstar und die Mods dort auch – vielleicht interpretier ich da einfach nicht soviel rein. wink

Ps: Das die ganze Sache sche*ße gelaufen ist, hab ich selbst im Wildstar-Forum gepostet unter diesem Beitrag – und damit hast du zweifelsohne Recht.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
5 Jahre zuvor

Von dem „Feedback“ war im ursprünglichen Interview mit Megan Starks überhaupt keine Rede. Da hat sie ziemlich klar gesagt: Wir kriegen es in der veranschlagten Zeit nicht in der Qualität hin, die wir uns vorstellen. Und wir machen es lieber gut und richtig, als dass wir uns an eine Deadline halten und dann Content rausbringen, mit dem wir unzufrieden sind.

Jetzt 3, 4Tage später kommt: Wir kriegen soviel Feedback von den Spielern. Damit haben wir nicht gerechnet. Da müssen wir uns drum kümmern.
Ja sorry, was hat man denn erwartet, wenn man ein MMO rausbringt?

Ich finde: Der monatlich neue Content war in meinen Augen einer der zentralen Bausteine des Spiels: „Das was wir anders machen als WoW.“
Für mich war’s eines der größten Probleme bei WoW, dass man dort nicht regelmäßig neuen Content brachte.

Bei WildStar wurde suggeriert, wir haben für 16 Monate Content schon vorgesehen, der ist in verschiedenen Planungsphasen, wir sind Profis, wir wissen, was wir tun, vertraut uns, messt uns an unseren Taten.
Dass man das jetzt so möglichst unter dem Radar haben will und das noch positiv dreht – da kann ich mich überhaupt nicht mit anfreunden. Das widerspricht genau dem „Wir sind anders, wir erzählen Euch keinen Bullshit, wir sind transparent“-Gedanken, mit dem man an den Start ging.
Jetzt ist nach 2 Monaten schon dieses zentrale Versprechen einkassiert mit der Begründung: „Wir kriegen soviel Feedback.“ Wir können unser Versprechen nicht halten, weil die Fans so viel zu sagen haben, das überrascht uns nun.

Für mich ist es so, mal ganz deutlich.
Sie sagen: Wir bringen monatlich neuen Content.
Die Leute sagen: Das wird aber richtig schwer, vor Euch hat das keiner geschafft.
Sie sagen: Doch, doch. Wir sind Profis. Guckt mal, was wir schon alles haben. Vertraut uns das klappt.
Die Leute sagen: Na gut, überzeugt
Und nach zwei Monaten heißt es schon: Ja … ehm … nee, doch nicht. Aber wir haben gute Gründe.

Ja … sorry, aber „Wir kriegen viel Feedback und das ist doch ganz schön viel Arbeit“ – ja.

Wir haben den Blog-Post gelinkt, ich denke wir haben den im Kern auch wiedergegeben. Wir sind ja auch nicht dazu da, PR-Meldungen unkommentiert weiter zu plärren. Verfälscht haben wir ihn, in meinen Augen, nicht. Im News-Teil haben wir versucht, das machen wir eigentlich immer, die Nachricht halbwegs in einen Kontext zu setzen, unter welchen Bedingungen ist der Post erschienen, um was geht es da. Und im Meinungsteil geht’s ja nicht nur um den Blogpost an sich, sondern auch darum, was da dran hängt.

Meiner Ansicht nach ist der Forenpost (war ja eigentlich nichtmal ein Blogpost) sehr, sehr, sehr dünn und dem Ausmaß dieser Geschichte nicht im mindesten angemessen. Zu „Die Namensreservierung-Server sind zusammengebrochen“ gab es damals einen 3 Seiten Brief von Cougar, der genau erklärt, woran das lag. Und der Vorfall war im Vergleich zu dem jetzt, in meinen Augen, eine Lappalie.

Wir haben gestern auch über diesen Beitrag lang diskutiert und sehen das intern auch durchaus gespalten. So ist ja auch die allgemeine Stimmung unter den Fans.

Cortyn
Cortyn
5 Jahre zuvor

Hm, ich sehe das ähnlich wie Katja, aber ich bin auch immernoch sehr angetan von WildStar und auch den Devs. Meiner Meinung nach wird in die Aussage ein bisschen zuviel hinein interpretiert und es passt durchaus zur „The devs are listening“-Philosophie lieber erstmal Spielerfeedback anstatt Contententwicklung weiter voranzutreiben. Dass man vorher sagte, alle 4-6 Wochen was rausbringen zu können ist natürlich nicht hilfreich gewesen,da stimme ich dir zu.

Eowyn
Eowyn
5 Jahre zuvor

Ich habe das Gefühl, dass es jetzt ein Mittel ist, die Spieler zu besänftigen. Ich habe das Interview gesehen und da würde klar gesagt, dass sie es nicht in der Qualität hinbekommen, in der sie es gerne hätten. Ich mag Wildstar, aber ich liebe es nicht und sehe das auch differenziert.

Cortyn
Cortyn
5 Jahre zuvor

Das ist natürlich ein Punkt. Sie schaffen nicht die neuen Inhalte UND das ganze Feedback zu bearbeiten, was (zB) gerade im PvP bitter notwendig ist. Das macht meine Meinung aber nicht wirklich weniger differenziert smile

Eowyn
Eowyn
5 Jahre zuvor

Man merkt dem Blogpost an, dass der von einem Produkt-Manager und nicht von einem Dev kommt. Das habe ich bei Wildstar schon anders erlebt. Sie hätten deutlich beide Punkte nennen müssen, wie du schon sagst. Ja, wir bekommen es einfach nicht hin, waren übermotiviert oder sonst was, und wir möchten noch mehr auf Feedback eingehen.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
5 Jahre zuvor

Ich find die Devs auch Klasse. Ich hab vorhin wieder ein Video von Frost und Tony Rey gesehen – die beiden sind echt großartig. Auch Gaffney und Cougar sind wirklich toll. Aber im Moment haben die wohl Urlaub.

Ich bin mir sicher, es gab einen Plan A – wie sagen wir das der Öffentlichkeit. Und der war sicher nicht: Megan Starks gibt einer Fanseite auf der gamescom ein Interview und 5 Tage später macht Donatelli einen 10-Zeilen-Blogpost, um das klar zu stellen.
Man kriegt ja immer nicht mit, was da „wirklich passiert“, aber ich fand am Anfang die erfrischende Art mit „Das geht auf meine Kappe, das haben wir verbockt“ sehr erfrischend und sympathisch. Das jetzt hier … nicht so.

Gurkeneintopf
Gurkeneintopf
5 Jahre zuvor

nur leider haben sie halt 0 Ahnung von Spielen.
Es muss einem Entwickler doch klar sein dass die Änderung dass ein Meuchler einen Gegner im Stun 90% Leben runterklatschen kann außer bei den Meuchlern nicht wirklich auf Beigeisterung stösst.
Dafür braucht es keine Auswertung von Feedback. Das ist jetzt nur ein Beispiel aber Meuchler sind halt die Kollegen mit denen ich als Heiler am häufigsten zusammenstoße – Berufsbedingt.

Die haben es einfach verkackt. versagt auf ganzer Linie. Das Spiel ist ein Scherbenhaufen.

Ich habe in Sachen PVP wirklich noch nie etwas miserableres erlebt wie seit CD2. Und hinzu kommt die API die es zulässt dass Heiler automatisch mal eben so markiert sind. Yeah – Die Entwickler wissen wirklich was der Spieler von Heute mag.

Ich finde es schade, weil Wildstar echt einige gute Ansätze hatte – Die Betonung liegt auf HATTE. Das Ding ist durch.

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