Nach vielen Jahren der Entwicklung sind zwei Survival-Games, die schon im Early Access zu begeistern wussten, endlich fertig: Valheim und Enshrouded. Beide Spiele erscheinen innerhalb weniger Wochen zueinander – welches sollte man sich also (zuerst) anschauen, wenn man nicht für beide Zeit hat? MeinMMO-Redakteur und Survival-Experte Benedict Grothaus hilft bei der Entscheidung.
Grundsätzlich kann ich natürlich beide Spiele wärmstens empfehlen, es gibt einen Grund, dass sie schon seit ihrem Early-Access-Release auf der Liste der besten Survival-Games für PC, PS5 und Xbox stehen und sich seitdem auch nicht von dort wegbewegt haben.
Nun hat aber nicht jeder die Zeit oder das Geld, um sich beide Spiele anzusehen, zumindest nicht sofort. Der Kommentar von MeinMMO-Leser Skaalian (wie auch die Antwort von themrc, Danke dafür, so nebenbei), haben mich deswegen dazu bewegt, die beiden Survival-Games gegenüberzustellen.
Denn obwohl sie im gleichen Genre ansässig sind, sprechen sie deutlich unterschiedliche Zielgruppen an und erfüllen jeweils andere Bedürfnisse. Sie erscheinen aber sehr dicht beieinander:
- Valheim hat seinen Release am 9. September gefeiert, nach über 5 Jahren im Early Access. Das Spiel könnt ihr auf Steam, Xbox und PS5 spielen.
- Enshrouded verlässt nach 2 Jahren den Early Access am 15. Oktober auf Steam und PS5. Die Xbox-Version erscheint später, Anfang 2027.
Valheim habe ich mittlerweile über 120 Stunden lang gespielt und Version 1.0 bereits testen dürfen mit großer Begeisterung. Enshrouded hat bislang ähnlich viele Stunden gefressen und auch hier durfte ich die vollständige Version schon sehen, wenn auch noch nicht spielen.
Enshrouded ist euer Spiel, wenn ihr nach einem RPG mit Survival-Elementen sucht
Was Enshrouded bietet:
- Eine malerische Welt mit Zelda-Feeling, die zum Erkunden einlädt und euch häufig vor Platformer-Puzzle stellt.
- Voll vertonte NPCs und Geschichten mit Version 1.0.
- Ausführliche Skill-Trees und die Möglichkeit, echte Builds zu erschaffen.
- Einen spielerischen Comic-Look, der mit 1.0 auf Wunsch durch realistischere Optik getauscht werden kann.
- Voxel-Mechanik, mit der ihr das ganze Land terraformen könnt, wenn ihr denn wollt, und absurde Projekte wie ganz Erebor oder auch das berühmte Hogwarts starten – was sogar ohne Mods funktioniert.
- Eine Story-getriebene Erfahrung, die euch mit Quests, NPCs und Geschichten durch die Welt führt.
Der Fokus bei Enshrouded liegt eindeutig auf der Welt selbst und auf euch als Charakter, weniger auf dem Survival-Aspekt. Ihr könnt zwar selbst beim Erstellen der Welt einstellen, wie „bestrafend“ Mechaniken wie Sterben sind, aber Essen und Trinken sind grundsätzlich keine Notwendigkeiten.
Enshrouded spielt sich mehr wie ein klassisches Rollenspiel im Stil von The Elder Scrolls oder Dragon Age, gibt euch aber zusätzlich die Freiheit an die Hand, euer eigenes Heim oder sogar ein kleines Dorf aufzubauen, wenn ihr wollt. Statt euch einfach so in die Welt zu entlassen, gibt es aber Quests und Marker auf der Map zur Orientierung.
Verschiedene Bauteile und Crafting-Werkstätten sowie NPCs erlauben es euch, eure Basis mit Leben zu füllen, Ausrüstung zu verbessern oder Verstärkungen herzustellen. Bauen selbst ist nur insofern notwendig, als dass ihr gewisse Bauwerke benötigt, um Quests voranschreiten zu lassen.
Die meiste Zeit werdet ihr jedoch, wenn ihr die Story beenden wollt, damit verbringen, euch durch verschiedene Gegner und Bosse zu metzeln, zu leveln und eure Ausrüstung zu verbessern. Außerdem könnt ihr zum Voranschreiten Türme erklimmen, in denen ihr Sprung-Rätsel und andere Herausforderungen meistern sollt. Sie dienen als Schnellreise-Punkte.








Besucht Valheim, wenn ihr ein echtes Survival-Gameplay und eine raue Wikinger-Welt erleben wollt
Was Valheim bietet:
- Eine Welt, die auf der nordischen Mythologie basiert, mit vielen Inhalten, Wesen und Göttern, die man aus diesen Sagen kennt.
- Wikinger-Feeling mit echten Drachenbooten bzw. Bootsfahrt und Kämpfen gegen die Feinde Odins. Für den Allvater!
- Deutlich gefährlichere Umgebungen, in denen ein Fehler schnell zum Tod führen kann. Selbst Bäume sind tödliche Gegner, wenn ihr nicht aufpasst.
- Optisch etwas eigenwillige Grafik, die aber dafür sorgt, dass das Spiel selbst auf Maschinen mit eher geringer Leistung hervorragend läuft.
- Prozedural erzeugte Maps, die jeden Durchgang und jede Welt anders aussehen lassen können.
Steht ihr mehr auf den Survival-Aspekt von Spielen, ist Valheim vermutlich eher euer Spiel. Hier gibt es zwar ebenfalls keinen „echten“ Hunger oder Durst, aber ihr seid deutlich schwächer, wenn ihr nichts gegessen habt – was sich stärker bemerkbar macht als bei Enshrouded.
Skill- und Level-System sind in Valheim eher untergeordnete Punkte. Ihr kämpft zwar viel, aber könnt keine Skillpunkte direkt verteilen. Stattdessen werdet ihr in den Dingen besser, die ihr eben tut, sei es der Einsatz bestimmter Waffen oder das Farmen von Ressourcen.
Da die Maps in Valheim prozedural generiert sind, seid ihr stärker darauf angewiesen, selbst zu erkunden und euch in der Welt zu behaupten – die klassische Survival-Sandbox-Erfahrung. Es gibt zwar einen groben Leitfaden, aber wie ihr zum Ziel kommt, ist in jedem Durchgang verschieden und kann euch so vor andere Herausforderungen stellen.
Allgemein habt ihr in Valheim mehr Freiheiten, da ihr fast überall bauen könnt, wobei es in Enshrouded mehr Einschränkungen gibt. Lediglich die Nutzung von Portalen funktioniert nicht mit gewissen Items im Inventar, was den Bau mehrerer Basen notwendig macht. Valheim besitzt zudem ein Integritäts-System, das ihr beachten müsst, wenn ihr Gebäude baut.








Enshrouded und Valheim – Wo überschneiden sich die Spiele?
Trotz der Unterschiede gibt es etliche Gemeinsamkeiten zwischen den Survival-Games, die ihr in beiden Spielen finden könnt, etwa:
- Bosse und Boss-Kämpfe, die das Ende eines Kapitels darstellen. In Enshrouded findet ihr hier meist besondere Items oder Ausrüstung, in Valheim die Rezepte, die ihr braucht, um das nächste Biom freizuschalten – sowie Cinematics, die richtig gut gemacht sind.
- Damit einhergehend haben beide Spiele eine Art „Reise“, oder einen „roten Faden“, der sich durch die Erfahrung zieht und der ihr folgen könnt. In Valheim gipfelt das in einem bockschweren, aber wundervollen Endboss-Kampf und einem Abspann.
- Beide Welten sind voller Dungeons, wobei diese entweder zum Farmen von bestimmten Ressourcen oder für Quests bzw. Story-Fortschritt gedacht sind. In jedem Fall gibt es hier starke Gegner und guten Loot.
- Crafting und Bau: Ihr könnt in Valheim wie auch in Enshrouded eine eigene Basis bauen, Ressourcen farmen, Nahrung und Getränke zubereiten und Rüstungen sowie Waffen herstellen bzw. verbessern.
- Angeln!
Die Spielzeit dürfte in beiden Spielen in etwa gleich hoch sein. Für einen Durchgang in Enshrouded braucht ihr grob 50-60 Stunden, in Valheim ein wenig mehr, da die Welt schlicht größer ist. Allerdings sind deutlich mehr Stunden möglich, wenn ihr euch Zeit lasst, viel baut oder erkundet und entsprechend weniger, wenn ihr nur von Boss zu Boss jagt.
Ein zusätzlicher Tipp: Da Enshrouded grafisch deutlich anspruchsvoller ist und mehr Performance benötigt – allein für Voxel-Mechanik und physikalisches Wasser – ist Valheim möglicherweise die bessere Wahl, wenn ihr nur ältere Hardware zur Verfügung habt.
Beide Spiele sind im AA-Segment angesiedelt, ihr zahlt also lediglich 30 Euro (Valheim) bzw. 40 Euro (Enshrouded, nach einer Preiserhöhung), wobei sowohl Enshrouded als auch Valheim bereits häufig in Sales zu bekommen waren.
Für welches der Spiele habt ihr euch entschieden? Werdet ihr beides zocken? Wenn ja, welches zuerst – und solo oder mit anderen? Schreibt einen Kommentar!
Sowohl in Valheim als auch in Enshrouded könnt (und werdet) ihr viele Stunden verlieren. Ich persönlich habe jedoch schon seit einer Weile ein anderes Spiel auf dem Radar, in dem mich der Early Access schon positiv überrascht hat und das mit einem Setting lockt, das ich sträflich wenig erkundet habe: Mein neuster Geheimtipp auf Steam ist wie Palworld mit Magie und schon im Early Access viel größer als erwartet
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