Valheim ist endlich fertig und bringt mit Version 1.0 neue Herausforderungen. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hat sie bereits getestet, aber muss zugeben: Ohne zu schummeln, hätte das niemals geklappt.
Es hat über 5 Jahre gedauert, in denen ich lange auf den Release gewartet habe. Über 120 Stunden sind bei mir in den Early Access geflossen und jetzt, am 9. September 2026, ist Valheim endlich vollständig. Schon vorab konnte ich spielen und war völlig fasziniert von den neuen Inhalten.
Was Valheim für mich immer besonders gemacht hat, neben dem Wikinger-Setting natürlich, ist das Boss-System: Statt einfach nur einen knüppelharten Gegner irgendwo in einen Dungeon zu pflanzen, ist jedes Biom sein eigenes Kapitel einer langen Reise.
Vom Start bis zum Ende sammle ich, was es in einem Biom zu sammeln gibt und bereite mich damit auf den epischen Bosskampf vor, der mich dann mit dem Item belohnt, mit dem ich im nächsten Biom weitermachen kann – und das immer wieder.
Jetzt habe ich den letzten Boss gesehen und … weiß wirklich nicht, wie bei Hel es irgendjemand schaffen soll, den zu besiegen, ohne dabei zu schummeln. Noch weniger alleine. Liebe Devs: WER HAT SICH DAS AUSGEDACHT?!
Kurze Anmerkung: Auch, wenn ich versuchen will, möglichst spoilerfrei zu bleiben, kann ich natürlich nicht ganz vermeiden, hier über das neue Endgame von Valheim zu sprechen. Seht das hier also als milde Spoiler-Warnung an.
Ich bin mir sicher: Thor selbst könnte den Bosskampf nicht ohne blaues Auge meistern
Der Endboss im neuen Biom, dem Hohen Norden, ist
Klick für Spoiler
Kall Fimbulbringer. Für alle, denen der Name nichts sagt: Der Fimbulwinter ist so etwas wie der Anfang des Armageddons in der nordischen Mythologie. Drei Jahre lang herrscht eisiger Winter, ohne Sommer. Ernten verdorren, Menschen verhungern, Wölfe streifen durch das Land. Es folgen der Weltenbrand, die Flut der Midgardschlange und schließlich die totale Finsternis, wenn der Wolf Skoll die Sonne verschlingt – dann beginnt Ragnarök, das Ende der Welt bzw. das Ende der Götter.

Wenn ihr die Bosse bisher gewohnt seid, ist der hier nochmal eine Nummer härter. Ihr kämpft nämlich in drei Phasen:
- erst tritt nur der Boss selbst gegen euch an
- dann friert er sich kurz ein und ihr müsst alle Bosse des Spiels nochmal in seiner Arena besiegen
- erst dann wird der Endboss wieder angreifbar und Phase 3 startet
Als wären die Phasen nicht anstrengend genug, haut der Boss so fest zu, dass buchstäblich die Erde (und der Bildschirm) bebt. Mich hat er dabei so hart in die Wand geklatscht, dass ich außer ein paar seiner Texturen nichts mehr sehen konnte. Bewegen oder zuschlagen ging die meiste Zeit, selbst im durch Admin-Befehl erteilten Gott-Modus, ebenfalls nicht.
Valheim ist hart, sogar die Bäume sind hier tödliche Gegner, aber mit so einem Bosskampf habe ich absolut nicht gerechnet. Wer den ohne Cheats besiegen möchte, kann sich auf viele Versuche mit vermutlich eher flacher Lernkurve einstellen. Meine Tipps:
- Baut euch ein Portal möglichst nahe am Boss-Portal, damit der Weg nicht so weit ist.
- Besorgt euch Mitspieler und lasst eine Person „tanken“, also die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, damit alle anderen wenigstens die Angriffsmuster lernen können.

Alleine den Boss zu finden, erfordert schon eine Weltreise – Oder mehrere, um genau zu sein
Überhaupt zum Endboss zu kommen, ist schon eine Odyssee. Iron Gate hat mit dem Hohen Norden eine ganze Reihe neuer Gegner eingeführt, die fast allesamt notwendig sind, um überhaupt in die Boss-Arena zu gelangen. Erneut eine kleine Spoiler-Warnung an dieser Stelle, aber seht das als groben Walkthrough, falls ihr selbst nicht weiter wisst. Trotzdem verstecke ich das alles mal im Spoiler:
So kommt ihr zum Endboss in Valheim 1.0
- Um den Boss überhaupt bekämpfen zu können, müsst ihr das Aesir-Portal finden, was über Steintafeln funktioniert wie gewohnt.
- Das Portal öffnet sich aber erst, wenn ihr drei Einheiten Böses Blut in die Opferschale vor das Portal legt. Valheim selbst verrät euch nicht, welches Item in die Schale soll.
- Böses Blut erhaltet ihr, indem ihr Jötun-Invasionen zurückschlagt und das Schwarze Eis in deren Herzen zerstört. Invasionen können auf der ganzen Welt auftauchen, aber normalerweise nicht in der Nähe eurer Bauten.
- Um eine Invasion zu starten, müsst ihr zuerst schwarzes Blut in einer Mörkhalla vernichten, einem der zwei neuen Dungeons im Hohen Norden.
- Die Mörkhalla ist aber verschlossen und ihr braucht zuerst einen Verzierten Schlüssel, dessen Gussform ihr im zweiten neuen Dungeon findet, den Gewundenen Tunneln.
Allein für den Weg zum Endboss schätze ich, dass so an die 10-15 Stunden an reinem Grind und Reisezeit notwendig sein werden – mehr, wenn ihr alleine spielt und die ganze Welt selbst bereisen müsst.
Ein belohnendes Ende, das jede Mühen wert ist
Das alles mag nun vielleicht einschüchternd klingen, aber ist schlussendlich genau das würdige Ende, das Valheim verdient hat. Nach so vielen Jahren, Updates und einer so epischen Geschichte, die in Version 1.0 noch eindrucksvoller erzählt wird, fühlt sich der Bosskampf mit anschließendem Cinematic an wie das Ende eines richtig guten Buches.
Ich würde mir sogar wünschen, dass mehr Spiele es so machen würden … auch wenn ich vielleicht nicht jedes Mal so einen harten Bosskampf brauche. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur eingerostet und die Leute, die ein paar Tausend Stunden in Valheim versenkt haben, oneshotten den Endboss einfach. Vielleicht fehlten mir aber auch nur die Köttbullar als bestes Buff-Food und nein, man spricht das nicht so aus, wie ihr denkt.
So oder so hat mich das Valheim-Update zum Release total überrascht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Entwickler nochmal so viel Herzblut in ein Spiel stecken, das viele schon für fertig gehalten haben. Mehr solcher Spiele und Devs wären ein wahrer Segen.
Habt ihr schon einen Plan, wie ihr Valheim 1.0 angehen werdet? Spielt ihr alleine oder mit Freunden? Seid ihr bereit, für das Ende des Spiels zu leiden … oder macht ihr es euch mit Cheats einfach? Schreibt einen Kommentar!
Obwohl Valheim schon seit 2021 spielbar ist, dürfte es noch 2026 eines meiner Highlights sein, eben weil der 1.0-Release so viel richtig macht – ähnlich wie bei Enshrouded. Fans des Genres können sich dieses Jahr wirklich über einen reich gedeckten Tisch freuen: 2026 ist das beste Survival-Jahr seit Langem und 3 neue Hits stehen jetzt schon fest
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