Sind Befürworter von offenem PvP immer Griefer, Ganker und Player Killer?

Was fasziniert an offenem PvP? Sind alle, die dies fordern, sogenannte Griefer und Ganker, die nur möglichst niedrigstufige Spieler angreifen und ihnen den Spaß verderben wollen?

Eine meiner ersten Spielerfahrungen mit einem MMORPG war, als ich 1997 meinen ersten Charakter in Ultima Online erstellte und die Wildnis erkunden wollte. Zwei Mitspieler kamen auf mich zu und fragten, ob ich sie begleiten wollte. Sie hätten eine interessante Höhle entdeckt. Ich folgte ihnen und wurde in dieser Höhle attackiert und ausgeraubt, während man mich auslachte. Diese Erfahrung prägte mich, sodass ich selbst heute kein wirklich begeisterter PvP-Spieler bin. Dennoch fasziniert mich dieses Thema.

Guild Wars 2 PvP LigaPlayer Killing verdirbt anderen den Spaß

In Ultima Online nahm dieses „ganken“ und „griefen“, also das Angreifen gerade von Neulingen oder schwächeren Spielern, so große Ausmaße an, dass Electronic Arts irgendwann eine zweite Spielwelt einführen musste, auf der kein Player Killing erlaubt war, um die Spieler zu schützen. Denn EA befürchtete, dass zu viele Spieler den Spaß an UO verlieren würden, wenn sie ständig nur von anderen Spielern überfallen und ausgeraubt worden wären. Dies wiederum hatte eine starke Auswirkung auf alle kommenden MMORPGs. Immer weniger setzen auf offenes PvP mit Full Loot, also der Möglichkeit, besiegten Spielern alle Items wegzunehmen.

PvP wurde mehr zu einem System, bei dem sich Spieler untereinander duellieren und dem Duell im Prinzip zustimmen müssen. Oder man bekämpft sich offen in vorgegebenen Gebieten. Doch das ist vielen PvP-Fans zu wenig. Es wird immer wieder nach offenem PvP, möglichst mit Full Loot gerufen. Hier stellt sich die Frage nach dem Warum. Ist es nicht eine größere Herausforderung, wenn man nur gegen die Spieler antritt, die auch wirklich PvP machen wollen, trainiert und damit dem Angreifer ebenbürtig sind? Warum benötigt man die Option, auch diejenigen angreifen zu können, die sich nicht am PvP beteiligen wollen?

destiny_rise_of_iron_new_crucible_maps_pvp_floating-gardens__01Nicht jeder PvP-Fan ist ein Griefer oder Ganker

Viele PvP-Spieler geben an, dass es einfach zu einer realistischen Sandbox gehört, dass man alles und jeden attackieren kann. Wenn man einen Banditen spielen will, der auf den Straßen andere überfällt, dann würde man sich für diesen Überfall keine schwerbewaffnete Gruppe von Spielern aussuchen, sondern diejenigen, die möglichst ungeschützt sind. Dies wäre eben einfach realistisch und der Lauf der Dinge. Damit würde man niemanden ärgern wollen, sondern einfach eine realistische Welt und Spielsituation erschaffen.

Dennoch gibt es natürlich auch immer diejenigen, die sich einen Spaß daraus machen, andere zu ärgern. Diese Personen wollen anderen den Spielspaß verderben. Daher kann ein offenes PvP-System immer ausgenutzt werden. Dann reichen schon wenige Spieler, die dies tun, um andere so zu frustrieren, dass sie das Spiel verlassen. Hier helfen offenbar auch System wie Spieler-Polizei oder Gesetzessysteme nicht viel.

Andreas meint:

Ein offenes PvP-System einzuführen ist also immer mit Gefahren verbunden, auch, wenn natürlich nicht jeder PvP-Fan gleich ein Player Killer, Griefer oder Ganker ist. MMOs, die nur offenes PvP immer und überall bieten, werden daher wohl einfach Nischentitel bleiben, da die Natur des Menschen und dessen Verhalten in einem Spiel unberechenbar sind.

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