Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in vielen Bereichen zu finden, auch im Gaming. Aber Spieler profitieren nicht nur davon: Plattformen wie Steam werden von KI-Müll überschwemmt und Entwickler haben Angst, dass ihre Ideen kopiert werden. Und das ist nur ein Ausblick auf ein Ausmaß, welches vielen Spielern bisher vermutlich noch gar nicht bewusst geworden ist. MeinMMO-Redakteur und Tech-Experte Benedikt Schlotmann gibt seine Einschätzung ab.
KI hat für viel Chaos gesorgt. Spieler sind auf den ersten Blick vor allem dadurch betroffen, dass Computer und Konsolen immer teurer werden und ein Upgrade lieber nach hinten geschoben wird.
Doch Hardware, die immer teurer und für Spieler mittlerweile unbezahlbar wird, ist nicht das einzige Problem, mit dem sich Gamer konfrontiert sehen. Denn KI ruiniert Gaming auch in anderen Bereichen.
Mehr „KI Slop“ und das Dilemma von Valve
Wer beim vergangenen Steam-Fest nach neuen Ideen oder frischen Spielen gesucht, dem dürfte schnell aufgefallen sein: Viele Titel setzen mittlerweile mehr oder weniger stark sichtbar auf KI. Das Steam Next Fest wurde förmlich von „KI Slop“ überflutet.
Doch selbst Demos sind mittlerweile ein Risiko. Denn Chatbots kopieren die Ideen und Demos rasend schnell und verkaufen diese als ihr eigenes Produkt. Die ursprüngliche Idee hat dann in der Regel Pech. Entwickler haben Angst ihre Demo zu veröffentlichen, weil KI sie dann kopieren könnte.
Anthropic, die Firma hinter Chatbot Claude, reagierte, indem Claude Code direkte Nachbauten bestimmter Spiele ablehnen soll. Davon berichtet das Magazin ArsTechnica. Das dürfte das Problem aber nur kurzfristig lösen.
Gleichzeitig steht Valve vor dem Dilemma, wie man mit KI auf Steam richtig umgehen muss. Auf der einen Seite könnten strengere Kontrollen Indie-Entwickler ausschließen, auf der anderen Seite könnte Steam auf Dauer in minderwertigem KI-Müll ersticken. Zusätzlich Valve hatte bereits erklärt, man wolle Entwicklern keine Vorgaben machen. Eine echte Lösung ist daher bisher nicht in Sicht.

AAA-Titel als riskante Wette
Selbst große Publisher und Entwickler stehen vor Problemen: Die Budgets werden immer größer und führen potentiell zu schmerzhaften Fehlschlägen, die im schlimmsten Fall in einer Schließung enden. Das beste Beispiel dafür ist das Ende von BioWare , Flops wie Highguard oder das Action-Spiel Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2.
KI wir dann zusätzlich als Sparwerkzeug genutzt, etwa um Personal abzubauen und um Assets oder Code günstiger zu erzeugen. Ob das wirklich gelingt, ist aber fraglich. Denn viele Firmen verweisen bereits darauf, dass KI-Token deutlich teurer seien als normale Mitarbeiter.
Firmen wie EA setzen dann auf bekannte und sichere Modelle wie auf ein regelmäßiges EA FC und wagen weniger experimentelle Ideen. Große Studios werden abhängiger von Franchises wie Stars Wars oder auch einem GTA 6, die mit großer Sicherheit Aufsehen und vor allem Geld generieren. Eine neue Marke zu entwickeln und zu etablieren wird von mal zu mal schwieriger und unrentabler.
Mehr vom Gleichen und keine Experimente mehr
Das Ergebnis, welches am Ende bleibt, ist definitiv kein schönes: Kreative Arbeit wird massiv kopiert, Plattformen von billigen, minderwertigen Inhalten geflutet und Studios wagen deutlich weniger Experimente. Ihr habt keine Lust auf das nächste EA FC oder auf den 35. DLC zu einer beliebten Marke?
Das ist Pech, denn am Ende wird es genau darauf hinauslaufen, weil genau diese Produkte Geld bringen. Was KI schafft, zeigt auch das Beispiel eines Entwicklers, der 1.000 Stunden investierte, um ein MMO zu retten. KI hat die gleiche Arbeit an einem Wochenenende geschafft: Entwickler baut 3 Jahre ein MMO nach, stellt nach über 1.000 Stunden verbittert fest: KI schafft das jetzt an einem Tag
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