Firmen wie Microsoft haben festgestellt: Der Einsatz von KI ist teurer als die Bezahlung menschlicher Mitarbeiter

Mann im Büro, gelangweilt, Bildquelle Unsplash via Vitaly Gsriev

Viele Personen verlieren ihren Arbeitsplatz an KI. Doch Zahlen zeigen mittlerweile, dass der Einsatz von KI nicht unbedingt günstiger ist.

In vielen Firmen wird mittlerweile Wert darauf gelegt, dass die eigenen Mitarbeiter auf KI-Tools setzen. Das führt teilweise dazu, dass ganze Belegschaften entlassen werden, wenn diese sich weigern, KI einzusetzen.

Doch genau dieses Drängen zur stärkeren KI-Nutzung wird für große Firmen wie Microsoft immer teurer. Denn die einzelnen Abfragen kosten Geld und je mehr davon getätigt werden, desto teurer wird es.

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Setzen Mitarbeiter stark auf KI, kann das am Ende teurer als ein Mitarbeiter werden

Woran liegt das? Grundsätzlich hängt das damit zusammen, wie KI genutzt und wie die Kosten am Ende berechnet werden:

  • KI kann menschlichen Text nicht lesen, daher wandelt sie den Text in Token um, um Anfragen verarbeiten zu können.
  • Je länger der Text ist, desto mehr Token werden verwendet.
  • Jede Aufgabe oder Anfrage kostet eine bestimme Menge Tokens und jedes davon kostet Geld. Je mehr Token verbraucht werden, desto höher fallen die Kosten für das Unternehmen aus.
  • Vor allem agentische KIs, dazu zählen etwa Chatbots wie ChatGPT, verbrauchen sehr viele Tokens auf einmal.

Je nach Workflow innerhalb einer Firma können die Kosten für KI dann schnell steigen: viele Nutzer stellen viele Anfragen, nutzen besonders teure Modelle oder lassen komplexe Sachverhalte mit ChatGPT berechnen. Am Ende können dann die laufenden KI-Kosten höher ausfallen als man erwartet hat.

Wenn viele Personen in einer Firma sehr intensiv KI nutzen, kann die Gesamtrechnung höher sein als die Lohnkosten derselben Aufgaben. Selbst dann, wenn einzelne KI-Abfragen immer billiger werden, weil Anbieter wie OpenAI oder Anthropic die Kosten der Token reduzieren.

Und genau das ist Firmen wie Microsoft aufgefallen: Intern hat man offenbar festgestellt, dass KI-Nutzung in manchen Fällen teurer wird als erwartet, vor allem wegen hoher Token- und Rechenkosten. KI ist daher nicht automatisch günstiger als Menschen — bei intensiver Nutzung kann sie finanziell sogar unattraktiver werden. Aus diesem Grund hat Microsoft wohl das Claude-Abo für seine Mitarbeiter eingestellt. Davon berichtet das Magazin TheVerge.

Obendrein berichtet das Magazin Fortune.com, dass sich solche Überlegungen mit den Ideen anderer Firmen decken. So sagte Bryan Catanzaro, Vizepräsident für angewandtes Deep Learning bei Nvidia, kürzlich in einem Interview mit Axios: „Für mein Team liegen die Rechenkosten weit über den Personalkosten.“

Völig neu ist die Situation übrigens nicht: Schon 2024 musste eine Studie feststellen, dass der Einsatz von KI nicht unbedingt günstiger ist. Davon berichtet unter anderem das Magazin Euronews.de. Hier kamen die Forscher zu dem Fazit: Nur in 23 % der untersuchten Fälle war die Arbeit durch KI günstiger als ein gezahltes Gehalt.

IBM, eine große Techfirma, hatte 2023 viele Mitarbeiter wegen künstlicher Intellienz entlassen. Das Überraschende jedoch: Später stellte die Firma wieder ähnlich viele Personen wegen KI ein. KI zerstört daher nicht nur Arbeitsplätze, sondern kann auch welche schaffen, wenn auch nicht die gleichen Mitarbeiter von den neuen Stellen profitieren: Eine Firma entließ 7.800 Mitarbeiter, um sie durch KI zu ersetzen, doch man hat nicht erwartet, dass man etliche Mitarbeiter wegen KI wieder einstellen wird

Quelle(n):
  1. fortune.com

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