„5,29 € Stundenlohn“ – YouTuber zeigt, warum sich aufwendige Videos nicht lohnen

„5,29 € Stundenlohn“ – YouTuber zeigt, warum sich aufwendige Videos nicht lohnen

Mit mehr als 500.000 Abonnenten gehört „Jules“ zu den größeren deutschen YouTubern. Auf seinem Kanal postet er aufwendige Videos über Internet-Phänomene. Zusätzlich geht er regelmäßig auf Twitch auf Sendung. Nun zeigt er, wie wenig dabei herausspringt.

Was hat es mit dem Stundenlohn auf sich? Am 15. August 2023 veröffentlichte Jules ein knapp 40-minütiges Video über Elon Musk. Das Video erhielt mehr als 1,3 Millionen Aufrufe innerhalb einer Woche. Wer nun denkt, dass sich das für den YouTuber richtig lohnen müsste, liegt wohl falsch.

Denn am 22. August teilte Jules auf Twitter, wie viel Geld er mit dem Video verdient hat: 1.587 €. Das entspreche einem Stundenlohn von 5,29 €, so der YouTuber. Rechnerisch bedeutet das, dass er ungefähr 300 Stunden in die Produktion des Videos gesteckt hat.

Die Summe bezieht sich allerdings nur auf den Werbeumsatz, Sponsoren sind nicht eingerechnet – ohne die würde er solche aufwendigen Videos gar nicht mehr machen, erklärt Jules.

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MontanaBlack vermutet: „YouTube hat ein Problem mit dir“

Warum ist das so wenig? Jules veröffentlicht im Vergleich zu anderen YouTubern eher wenige Videos, die dafür recht lang und aufwendig produziert sind. Es scheint, als würde sich diese Art Inhalt kaum noch lohnen: „Heutzutage ist YouTube einfach nicht mehr dafür gemacht“, vermutet Jules.

Denn auf YouTube ist ein Klick nicht gleich ein Klick. Der sogenannte CPM-Wert legt fest, wie viel ein Content Creator pro 1.000 Aufrufe verdient. Ist dieser Wert niedrig, erhält ein YouTuber weniger Geld, als ein Kollege mit ähnlich vielen Aufrufen, aber einem besseren CPM.

Twitch-Streamer MontanaBlack etwa verdiente mit seinem Video zum Ausflug in den Heidepark 14.700 € bei 1,7 Millionen Aufrufen. „Glaube, YouTube hat ein persönliches Problem mit dir“, schreibt er in den Kommentaren unter dem Post von Jules (via Twitter).

Top Videos

Besonders ärgerlich: Twitch-Streamer zeigen solche Videos gerne in ihren eigenen Streams, reagieren darauf und posten einen Mitschnitt davon auf YouTube. Damit nehmen sie teilweise mehr ein, als der ursprüngliche Schöpfer des Videos.

Für Jules ist das in Ordnung, er sagt, Reactions hätten ihn in seiner Anfangszeit groß gemacht. Dennoch bot der Twitch-Streamer GamerBrother bereits an, dem YouTuber seine Einnahmen aus Reactions zu seinen Videos zu überweisen (via Twitter).

Jules antwortete noch nicht öffentlich auf das Angebot, andere Twitter-Nutzer loben den Streamer jedoch für diese Geste. Der YouTuber sagt zwar, er mache die aufwendigen Videos, weil sie ihm Spaß machen und er sich auch über Sponsoren finanzieren kann, dennoch wäre eine angemessene Bezahlung sicherlich im Interesse aller.

Auch Seth Everman, bekannt als der Mann mit den meisten Likes auf einem YouTube-Kommentar, ist vor diesen Problemen nicht sicher. Sein erfolgreichstes Video brachte ihm ebenfalls verhältnismäßig wenig Geld ein. Was dahinter steckt, könnt ihr hier nachlesen:

YouTube: Musiker hat ein Video mit 92 Millionen Views – Verrät, wie wenig Geld er damit verdient hat

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Nephalis

Würde sich qualitativer Inhalt lohnen, wären RTL und Co wahrscheinlich auch in eine andere Richtung gegangen… sind sie aber nicht. Eventuelle Gründe werden hier im Artikel beschrieben.

Ich kenne nichts von Jules, aber wenn er seine Zuschauer für 40min mit einem Video bindet, dann ist es kein Wunder wenn der Clicks-Per-Minute (was sich wahrscheinlich hinter CPM verbirgt) Wert niedrig ist.

Weiterhin würde es mich nicht wundern, wenn Youtube seine Creator dahin erziehen möchte, eher TikTok-Ähnliche Inhalte zu machen. Das ist doch scheinbar so schön “Sucht”-Erzeugend. Und bei 10 Sekunden pro Video geht der CPM sicher durch die Decke nach einer Weile -> es gibt mehr Kohle.

Schon irgendwie Schade, dass ich hier gerade Gründe dafür aufschreibe, warum die meisten Dokus heutzutage von den Öffentlich Rechtlichen, und deren Finanzielle Mittel durch die GEZ, produziert werden xD

mopmop

Nicht ganz , CPM ist wie eine Kalko bei einem Produkt die wird aber von seitens Youtube gesteuert. Die rechnen dir im Endeffekt deine Marge aus.

Zuletzt bearbeitet vor 8 Monaten von mopmop
René

CPM steht für cost-per-mille

Nephalis

Ok, Danke für die Info.

Cortyn

Sehr schade, gerade die jüngeren Videos von Jules sind richtig stark und haben absolut verdient so viele Aufrufe. Die sind bildend und gleichzeitig ungeheuer witzig mit einem Meme-Dauerfeuer. Das sollte auch angemessen honoriert werden.

N0ma

Klingt nicht gerecht. Die Frage kann man was dagegen machen? Anwalt fragen.

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